Zeit zu leben http://www.zeitzuleben.de Tipps und Tricks für Ihr persönliches Wachstum Wed, 22 Feb 2012 15:26:18 +0000 en hourly 1 Selbstvertrauen stärken mit Affirmationen (MP3) http://www.zeitzuleben.de/17734-selbstvertrauen-starken-mit-affirmationen-mp3/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=selbstvertrauen-starken-mit-affirmationen-mp3 http://www.zeitzuleben.de/17734-selbstvertrauen-starken-mit-affirmationen-mp3/#comments Wed, 22 Feb 2012 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=17734

Erinnern Sie sich noch an unsere Affirmations-Kärtchen von vor ein paar Wochen? Sie konnten sich bei uns ein Formular mit neun Affirmations-Kärtchen zum Thema Selbstvertrauen herunterladen. Daraufhin haben wir eine ganze Reihe Anfragen bekommen, ob es unsere Affirmationen auch irgendwo zum Anhören gibt. Ab heute können Sie nun die Affirmationen auf den Kärtchen als MP3s [...]

© Zeit zu leben

]]>

Erinnern Sie sich noch an unsere Affirmations-Kärtchen von vor ein paar Wochen? Sie konnten sich bei uns ein Formular mit neun Affirmations-Kärtchen zum Thema Selbstvertrauen herunterladen. Daraufhin haben wir eine ganze Reihe Anfragen bekommen, ob es unsere Affirmationen auch irgendwo zum Anhören gibt. Ab heute können Sie nun die Affirmationen auf den Kärtchen als MP3s hier herunterladen und sie anhören.

Wenn Sie einige wenige Affirmationen regelmäßig, zum Beispiel fünfmal am Tag, anhören, stärken Sie damit Ihr Selbstvertrauen. Wenn Sie sich nämlich über einen längeren Zeitraum (30 bis 90 Tage) jeden Tag bewusst sagen, dass Sie sich selbst besser vertrauen und an Ihre Fähigkeiten glauben können, verändern Sie Ihr Denken und trauen sich dann auch wirklich selbst immer mehr zu.

Bei der Arbeit mit Affirmationen ist es wichtig, dass die selbstbejahenden Sätze zu einem passen. Das können Sie merken, indem Sie sich die Affirmationen selbst vorsagen oder anhören und dann in sich hineinspüren, ob Sie sich dabei wohlfühlen und die Affirmationen quasi zu Ihnen sprechen. Manchmal ist es auch sinnvoll, eine Affirmation ein paar Tage auszuprobieren, um herauszufinden, ob genau diese Formulierung zu einem passt.

Haben Sie eine Reihe von Affirmationen gefunden, mit denen Sie sich wohlfühlen und die zu Ihnen passen, können Sie sich eine persönliche Playlist Ihrer liebsten Affirmationen zusammenstellen. Toll dabei ist, dass sich die Affirmationen auch mehrfach anhören lassen, indem Sie sie kopieren und in Ihre Playlist mehrfach hintereinander einfügen.

Hier können Sie die MP3-Dateien mit den Affirmationen herunterladen. Klicken Sie dazu einfach mit der rechten Maustaste auf den Link und wählen Sie dann „Ziel speichern unter“ an.

Hier noch einmal kurz zusammengefasst, wie Sie vorgehen können, um mit den Audio-Dateien Ihr Selbstvertrauen zu stärken:

  • Entscheiden Sie sich für ein bis drei Affirmationen, die Sie besonders ansprechen und mit denen Sie sich wohlfühlen.
  • Erstellen Sie mit den Affirmationen, für die Sie sich entschieden haben, eine Playlist.
  • Überlegen Sie sich, zu welchen Zeitpunkten sich das Anhören der Affirmationen gut in Ihren Alltag einbauen lässt. Wählen Sie dazu am besten 5–10 Zeitpunkte aus. Das klingt jetzt vielleicht erst einmal viel, aber es geht ja immer nur um ein paar Minuten, die Sie übrig haben müssten. Zum Beispiel: zwei Minuten morgens nach dem Aufwachen, einen Moment beim Frühstück, ein paar Minuten in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, eine kurze Pause während der Arbeit, zwei Minuten abends vor dem Einschlafen.
  • Erinnern Sie sich selbst daran, die Affirmationen anzuhören, indem Sie beispielsweise die Erinnerungsfunktion Ihres Handys nutzen oder sich Post-its an den Kühlschrank oder den PC kleben.
  • Bleiben Sie dran. Affirmationen können wirklich nur wirken, wenn wir sie über einen längeren Zeitraum anwenden. Deswegen ist es so wichtig, dass Sie 30–90 Tage mit dem regelmäßigen Anhören der Affirmationen durchhalten.

Affirmationen hier herunterladen

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17734-selbstvertrauen-starken-mit-affirmationen-mp3/feed/ 0
Raus aus der Perfektionismusfalle http://www.zeitzuleben.de/17718-raus-aus-der-perfektionismusfalle/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=raus-aus-der-perfektionismusfalle http://www.zeitzuleben.de/17718-raus-aus-der-perfektionismusfalle/#comments Tue, 21 Feb 2012 05:00:00 +0000 Mathias Rudolph http://www.zeitzuleben.de/?p=17718

Es gibt Menschen, die wollen in jedem Lebensbereich möglichst das Beste aus sich herausholen: Sie haben den Anspruch, im Beruf erfolgreich zu sein, eine glückliche Partnerschaft zu führen, alles für ihre Gesundheit zu tun, die besten Voraussetzungen für ihre Kinder zu schaffen und dann auch noch in ihrem Hobby sehr gut zu sein. Ja, wenn man [...]

© Zeit zu leben

]]>

Es gibt Menschen, die wollen in jedem Lebensbereich möglichst das Beste aus sich herausholen: Sie haben den Anspruch, im Beruf erfolgreich zu sein, eine glückliche Partnerschaft zu führen, alles für ihre Gesundheit zu tun, die besten Voraussetzungen für ihre Kinder zu schaffen und dann auch noch in ihrem Hobby sehr gut zu sein. Ja, wenn man das umsetzen könnte, dann hätte man das perfekte Leben … Viele streben nach diesem Idealbild. Aber sich ein perfektes Leben zu wünschen oder diesen Anspruch auch ernsthaft zu verfolgen, das sind schon zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe.

Sind Sie ein Perfektionist?

Eigentlich müsste man ja ein enormes Organisationstalent sein, um alle diese Ansprüche irgendwie unter einen Hut zu bringen. Ein Perfektionist hat aber genau diese Erwartung an sich selbst und findet das auch vollkommen normal. Denn das Ziel eines jeden Perfektionisten ist es, die größtmögliche Kontrolle über sein Leben zu haben. Dafür muss er sich dann sehr anstrengen. Aber er ist auch gern bereit, dafür sein Bestes zu geben.

Erkennen Sie sich darin ein bisschen wieder? Dann sind Sie womöglich auch ein wenig perfektionistisch veranlagt. Sie fragen sich jetzt vielleicht: „Na und? Was ist schlimm daran, hohe Ansprüche zu haben, Kontrolle über sein Leben zu wollen und dafür immer sein Bestes zu geben? Ich bin damit eigentlich immer gut gefahren, warum sollte ich etwas daran ändern wollen?“

Perfektionismus kann Vorteile haben, aber auch Nachteile

Grundsätzlich ist erstmal nichts falsch daran. Perfektionisten erbringen durch ihre hohen Ansprüche an sich selbst oftmals tolle Leistungen und sind häufig sehr erfolgreich in dem, was sie tun. Aber selbst, wenn sie all das schaffen, was sie sich vornehmen, fühlen sie sich oft nicht glücklich oder nehmen ihre Erfolge nicht als solche wahr. Wenn sie ihre Ziele erreichen, sind sie damit nur für kurze Zeit zufrieden. Und sobald sie ihre Ziele erreicht haben, sehen sie schon die nächste Herausforderung – schließlich geht es immer noch besser. Ihre bis dahin erbrachten Leistungen empfinden sie nicht als besonders, denn sie haben ja nur ihren eigenen Anspruch erfüllt, also quasi ihre „Pflicht“ getan.

Wenn ein Perfektionist also erfolgreich ist, dann kann er diesen Erfolg oftmals nicht wirklich genießen. Zufrieden ist ein Perfektionist deshalb nur ganz selten. Und sobald ein Ziel erreicht wurde, wird die Messlatte gleich wieder höher gehängt.

Auf der anderen Seite ist ein Perfektionist sehr unzufrieden mit sich selbst, wenn er seine Ansprüche mal nicht erfüllen kann. Und dabei liegt die Messlatte eigentlich schon so hoch, dass die Ansprüche grundsätzlich nur schwer zu erreichen sind. Ein Perfektionist muss sich also immer übermäßig anstrengen, um alle seine Ziele zu erreichen. Er läuft immerzu seinem eigenen Anspruch hinterher.

Aber warum sollte man sich eigentlich immer so anstrengen, um seine Ansprüche zu erfüllen, wenn man am Ende eh nie zufrieden ist?

7 Tipps für mehr Zufriedenheit

An dieser Stelle werden Sie vielleicht denken: „Ja, das stimmt schon, aber wenn ich meine hohen Ansprüche aufgebe, dann werde ich insgesamt nachlässiger. Und wenn es eins gibt, was ich nicht mag, dann ist es Schludrigkeit!“

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, hohe Ansprüche an sich selbst zu haben ist prima. Und auch das Streben nach Erfolg ist vollkommen menschlich. Sie sollen ja auch nicht gleich von dem einen Extrem ins andere fallen und zum Schlendrian werden. Aber vielleicht können Sie sich Ihr Leben sehr viel einfacher machen, wenn Sie sich einmal fragen, an welcher Stelle Ihre Ansprüche sehr hoch oder überhöht sind. Falls Sie das bei sich feststellen können, dann können Sie ein Stück mehr Zufriedenheit und Ruhe in Ihr Leben bringen, indem Sie sich gezielt von diesen überhöhten Ansprüchen verabschieden. Es gilt, hier die richtige Balance für sich zu finden. Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen:

Tipp 1: Sich selbst anerkennen

Das Wichtigste, was Sie als Perfektionist lernen müssen, ist, sich selbst so anzuerkennen, wie Sie jetzt gerade sind. Sie dürfen unperfekt sein und Sie dürfen auch Fehler machen. Wer keine Fehler macht, der lernt auch nicht. Und auch wenn Sie Ihrer Vision von einem besseren Selbst stetig hinterherrennen, machen Sie sich bewusst: Sie sind mehr wert als die Summe Ihrer Leistungen und Taten. Genauso wie Sie andere Menschen unabhängig von ihren Leistungen mögen, weil sie eben so sind, wie sie sind, dürfen Sie sich selbst auch lieben und anerkennen. Machen Sie sich bewusst: Ausnahmslos jeder Mensch hat Makel und macht Fehler. Das ist vollkommen normal und Sie dürfen das auch!

Jeder von uns hat einen „inneren Kritiker“ in sich, der gerne alles, was wir tun, schlechtredet und uns dadurch herunterzieht. Bei Perfektionisten hat dieser kleine Richter aber zumeist die Oberhand gewonnen und kritisiert ununterbrochen drauflos. Um mit Ihrem inneren Kritiker besser zurechtzukommen, können Sie lernen, konstruktive Selbstgespräche zu führen.

Frage zum Weiterdenken: Wie würde ich mich fühlen, wenn ich mich öfter und stärker selbst anerkennen könnte?

Tipp 2: Sich von überhöhten Ansprüchen verabschieden

Haben Sie für die an sich selbst gestellten Ansprüche eigentlich eine Art „Vorbild“ aus dem realen Leben? Wen kennen Sie aus Ihrem Umfeld, der in Ihren Augen perfekt ist oder ein perfektes Leben hat? Oftmals konstruieren wir uns unsere Vorbilder ja aus vorgegebenen Idealen, die wenig mit der Realität zu tun haben. Der von den Medien ausgelöste Figurwahn ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Wie viele Menschen mit der perfekten Figur kennen Sie aus Ihrem Bekanntenkreis? O. k., machen wir es doch noch etwas schwieriger: Wie viele Menschen mit perfekter Figur, Glück in der Partnerschaft und Erfolg im Beruf kennen Sie persönlich? Es werden wahrscheinlich nur sehr wenige sein, die all diese Kriterien erfüllen können. Weshalb fühlen Sie sich also schlecht, wenn Sie das nicht alles erfüllen können? Es ist so gut wie unmöglich, überhöhte Ansprüche dauerhaft zu erfüllen, ohne dass es Sie übermäßig viel Kraft kostet. Machen Sie sich immer wieder bewusst: Menschliche Perfektion existiert nicht, also verabschieden Sie sich von dem Anspruch, perfekt sein zu können. Erkennen Sie an, dass jeder Mensch Grenzen und der Tag „nur“ 24 Stunden hat. Auch Sie müssen mit Ihren Ressourcen haushalten und sich Prioritäten setzen.

Frage zum Weiterdenken: Wie wäre mein Leben, wenn ich meine überhöhten Ansprüche durch solide und realistische Ansprüche ersetzen würde?

Tipp 3: Lieber effizient als perfekt

Perfektionisten sind große Energieverschwender. Sie erzielen oft tolle Ergebnisse, die sie jedoch unverhältnismäßig viel Kraft kosten. Als Perfektionist arbeiten Sie lieber noch eine Nacht durch, um auch noch die letzten 5 % herauszukitzeln, statt unvollkommene Arbeit abzuliefern. Dabei gilt es als erwiesen, dass man mit weniger Kraftaufwand nahezu ähnlich gute Ergebnisse erzielen kann. Diese Erkenntnis nennt sich auch die 80-zu-20-Regel oder das Paretoprinzip. Demnach werden 80 % unserer Erfolge von nur 20 % unserer Anstrengungen verursacht. Für die restlichen 20 % unserer Erfolge verwenden wir aber 80 % unserer Kraft. Das ist ineffizient und kraftraubend. Außerdem ist das Streben nach den perfekten 100 % auf Dauer nicht gesund, denn Perfektionisten gönnen sich für gewöhnlich nur sehr wenige Ruhepausen. Und das führt dann über kurz oder lang in die Erschöpfung. Setzen Sie Ihre Ressourcen also lieber klug ein und gehen Sie von nun an nach dem Motto vor: So gut wie nötig! Machen Sie für sich daraus eine Herausforderung und versuchen Sie einmal, mit weniger Krafteinsatz nahezu gleich gute Endergebnisse zu erzielen.

Frage zum Weiterdenken: Was könnten die 20 % in meinem Leben sein, die die 80 % meines Erfolgs ausmachen? Im Beruf? Im Privatleben? Für welche Erfolge muss ich die meiste Energie aufwenden?

Tipp 4: Den richtigen Maßstab wiederherstellen

Was ist Ihr Idealbild von einem perfekten Leben? Haben Sie ein reales Vorbild, zum Beispiel einen Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis, der Ihrem Idealbild eines perfekten Lebens am nächsten kommt? Was gehört alles zum perfekten Leben dieser Person dazu? Stellen Sie sich einmal die Frage, ob Ihr Vorbild wirklich der Realität entspricht und nicht vielmehr nur einer sehr guten Fassade. Wenn Sie ein reales Vorbild im Kopf haben sollten, geben Sie dieser Person auf einer fiktiven Punkteskala von 0 bis 10 den „Perfektions-Maximalwert“ von 10. Ein Beispiel: Ihr Vorbild hat eine glückliche Familie, ist finanziell wohlhabend und hat einen tollen Beruf (10 Punkte). Überlegen Sie sich nun einmal, wie eine Person sein müsste, die genau das Gegenteil davon ist und einen Punktewert von 0 erreicht. Diese Person hätte beispielsweise eine vollkommen zerrüttete Familie, nagt am Hungertuch und ist arbeitslos (0 Punkte). Schreiben Sie sich Ihre Beispiele für 10 und 0 Punkte auf. Überlegen Sie sich dann, was Sie erreichen müssten, um auf dieser Skala 8 Punkte zu erzielen. Danach ordnen Sie sich selbst auf dieser Punkteskala Ihren aktuellen Wert zu.

Seien Sie von nun an effizient statt perfektionistisch und versuchen Sie wieder 80 % zu verwirklichen, also die 8 Punkte auf Ihrer Skala zu erreichen. Dies ist ein gutes Maß, woran Sie sich in Zukunft orientieren können.

Frage zum Weiterdenken: Was würde passieren, wenn ich mich nicht mehr so stark an gesellschaftlichen Vorbildern und Idealvorstellungen orientieren würde, sondern mehr an meinen eigenen Bedürfnissen?

Tipp 5: Vergessen Sie den Wunsch nach absoluter Kontrolle

Jeder möchte das volle Potenzial seines Lebens ausschöpfen. Dabei ist es eine falsche Vorstellung, zu glauben, das Leben wäre vollkommen planbar. Natürlich können wir uns Dinge vornehmen und sie dann umsetzen. Sich Ziele zu setzen ist gut und wichtig. Allerdings wird man nur selten eine 1:1-Umsetzung eines Plans in die Realität erreichen. Mal ehrlich: Irgendwie wäre das Leben dann doch auch langweilig, oder? ;-)

Wenn Sie denken, Sie müssten Ihr Leben perfekt durchplanen, um am Ende das zu erreichen, was Sie wollen, dann werden Sie über kurz oder lang zum Kontrollfreak. Sie verlieren Ihre Flexibilität und Ihre Offenheit für die Chancen, die Ihnen das Leben bietet. Lernen Sie auch hier wieder das gesunde Maß: Ziele und Pläne im Leben sind sehr wichtig. Fokussieren Sie sich aber immer nur auf den nächsten Schritt auf dem Weg zu Ihrem Ziel. Mehr können Sie nicht tun. Denn ein perfektes Leben nach Drehbuch gibt es nicht, rennen Sie also keiner Illusion hinterher. Schmieden Sie Pläne, doch bleiben Sie offen für die Wege, die das Leben Ihnen anbietet.

Frage zum Weiterdenken: Kontrolle geht auf Kosten der Lebendigkeit. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich diese Woche die Kontrolle um gefühlt 10 % aufgeben würde?

Tipp 6: Erfolge bewusst anerkennen und genießen

Lernen Sie, Ihre Erfolge bewusst wahrzunehmen und sie zu genießen. Nur wenn Sie Ihre Erfolge auch als solche wahrnehmen, erkennen Sie Ihre eigene Leistung wirklich an.

Um das zu üben, können Sie sich mit einem mal nicht ganz so kritischen Blick auf sich selbst schriftlich folgende Fragen beantworten:

  • Was musste ich tun, um ___________________ zu erreichen?
    (Schreiben Sie jeden einzelnen Schritt auf Ihrem Weg zum Ziel auf und benutzen Sie dabei so viele Verben wie möglich. Also z. B. „Ich musste regelmäßig 2-mal pro Woche trainieren“, statt „regelmäßiges Training 2-mal pro Woche“)
  • Hätte jeder andere das genauso gut hingekriegt?
  • Wo stand ich bezüglich meines Ziels vor 2 Jahren?

Ein Beispiel: Holger ist mit seiner Fußballmannschaft Meister geworden:

Was musste ich (Holger) dafür tun?

  • Ich musste 8 Monate lang Woche für Woche 2-mal trainieren.
  • Ich musste meine Wochenenden für die Fußballspiele opfern.
  • Ich musste mich zurücknehmen, wenn ich mal nicht spielen durfte.

Hätte das jeder andere genauso gut hingekriegt?

  • Auf keinen Fall. Das war sehr anstrengend, viele hätten vorher aufgegeben.

Wo stand ich bezüglich meines Ziels vor 2 Jahren?

  • Vor 2 Jahren bin ich gerade erst zur Mannschaft dazugestoßen und damals spielten wir noch gegen den Abstieg.

Wenn Sie nach der Beantwortung dieser Fragen für sich das Gefühl haben, dass Sie etwas Tolles geleistet haben, dann dürfen Sie sich gern auch mal auf die Schulter klopfen und dann sollten Sie das Erreichte auch einmal ausgiebig genießen. Gehen Sie dafür in Gedanken einmal die Momente der Freude durch, die Sie auf dem Weg zum Ziel und beim Erreichen des Ziels hatten. Schwelgen Sie ruhig ein wenig in Ihren Erinnerungen. Seien Sie zufrieden mit sich! Belohnen Sie sich für Ihre Leistung mit etwas, wobei Sie sich so richtig gut entspannen können. Füllen Sie Ihre Kraftreserven nach jedem erreichten Ziel in dieser Form wieder auf.

Tipp 7: Lernen Sie Gelassenheit

Wenn Sie gelassen sind, können Sie auch mal fünfe gerade sein lassen. In einem gelassenen Zustand sind Sie anderen und insbesondere sich selbst gegenüber viel toleranter. Sie nehmen alles nicht ganz so ernst. Meistens gehen die Dinge auch ganz prima voran, ohne dass Sie sich immer vorher so viel Stress und Sorgen machen. Lernen Sie also, darauf zu vertrauen, dass alles gut wird, auch wenn nicht alles exakt nach Plan läuft.

Wie geht das genau? Eine Möglichkeit: Üben Sie Gelassenheit, indem Sie pro Woche einen „Schluder-Tag“ machen, an dem Sie absichtlich unperfekt sind. Sie schlüpfen für diesen Tag in eine andere Rolle. Tun Sie die Dinge dann bewusst nicht so wie gewöhnlich, sondern machen Sie es so, dass Sie gerade noch damit leben können. Wenn Sie sich also für gewöhnlich schon am Vorabend die Kleidung für den nächsten Tag raussuchen, dann unterlassen Sie das für den Schluder-Tag bewusst. Nehmen Sie sich morgens nur 1 Minute Zeit, sich für Ihr heutiges Outfit zu entscheiden, und ziehen Sie das dann auch an, denn diese Entscheidung ist heute nicht so wichtig. Machen Sie alles, was Sie tun, bewusst unperfekt und üben Sie, damit gelassen umzugehen. Setzen Sie Ihre Entscheidungen dafür ruhig auch mal in einen größeren Kontext und fragen Sie sich: Wie wichtig ist es eigentlich für mein Leben, dass ich jeden einzelnen Tag top gestylt zur Arbeit gehe? Und vergessen Sie dabei nie: Ihr Wert als Person hängt nicht von Ihren Erfolgen und Taten ab.

Frage zum Weiterdenken: Wie würde sich mein Gefühlsleben ändern, wenn ich öfter gelassen sein könnte?

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17718-raus-aus-der-perfektionismusfalle/feed/ 1
Glückskinder (Hermann Scherer) http://www.zeitzuleben.de/17710-gluckskinder-hermann-scherer/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=gluckskinder-hermann-scherer http://www.zeitzuleben.de/17710-gluckskinder-hermann-scherer/#comments Mon, 20 Feb 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17710 Warum sind manche Menschen erfolgreicher als andere? Warum finden und nutzen die einen Menschen eine erfolgbringende Chance nach der anderen, während andere in ihrem ganzen Leben nicht viel Außergewöhnliches auf die Beine stellen? Was machen Glückskinder anders?

© Zeit zu leben

]]>

„Glückskinder: Warum manche lebenslang Chancen suchen – und andere sie täglich nutzen“ von Hermann Scherer – Frankfurt: Campus Verlag, 2011 – 237 S. – ISBN: 978-3-593-39349-0 – 19,99 €

Warum sind manche Menschen erfolgreicher als andere? Warum finden und nutzen die einen Menschen eine erfolgbringende Chance nach der anderen, während andere in ihrem ganzen Leben nicht viel Außergewöhnliches auf die Beine stellen? Was machen Glückskinder anders?

Der Unternehmer und Redner Hermann Scherer liefert in seinem Buch eine Antwort auf diese Frage. Er sagt, dass es dazu eine ganz bestimmte Fähigkeit braucht: Die sogenannte Chancenintelligenz. Und mit Chancenintelligenz meint er die Fähigkeit, Chancen zu erkennen und sie dann natürlich auch zu nutzen.

Die Zutaten der Chancenintelligenz sind dabei nicht ganz neu: Zum Beispiel gilt es, das gängige Sicherheitsdenken hinter sich zu lassen. Scheitern zuzulassen. Pragmatisch statt perfektionistisch zu sein. Mehr dem Gefühl statt dem Verstand zu vertrauen. Sich wirklich entscheiden zu können. Sich zu trauen, Risiken einzugehen. Oder eine Vision zu haben.

Scherer hat das Rad mit seinem Buch nicht neu erfunden. Und viele seiner Geschichten und Beispiele habe ich auch schon an anderer Stelle gehört. Aber Scherer ist ein Kommunikationsprofi und er verpackt das Ganze so persönlich und so geschickt, dass man gar nicht anders kann, als nach der nächsten Chance Ausschau zu halten.

Ich persönlich habe das Buch sehr genossen und mich trägt der Geist des Buches seit ein paar Tagen, so dass ich gerade anders über die Welt nachdenke als vorher. Insofern hat das Buch seinen Zweck für mich mehr als erfüllt.

Ich glaube aber trotzdem, dass das Buch nicht für jeden etwas ist. Das Credo des Buches ist: Sei anders als die anderen. Schwimme gegen den Strom. Und wem das von der Persönlichkeit her gegen den Strich geht, der wird arge Probleme mit dem Buch haben und dem werden viele der Ideen und Vorschläge als nicht machbar, manchmal sogar arrogant vorkommen.

Was Scherer auch oft nicht liefert, ist eine konkrete Anleitung, wie man die ganzen Bausteine der Chancenintelligenz nun ganz praktisch in die Tat umsetzt. Das ist vielleicht auch ein bisschen viel verlangt. Das Buch inspiriert. Aber man muss es selbst weiterdenken. Wer das kann und will, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunkt Punkt

„Glückskinder” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17710-gluckskinder-hermann-scherer/feed/ 2
Bastelvorlage: Problem-Aufstellung http://www.zeitzuleben.de/17653-bastelvorlage-problem-aufstellung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bastelvorlage-problem-aufstellung http://www.zeitzuleben.de/17653-bastelvorlage-problem-aufstellung/#comments Wed, 15 Feb 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17653

Passend zum Artikel “Ein Problem aufstellen …” finden Sie hier eine Bastelvorlage: Einfach ausdrucken. An den gestrichelten Linien auseinanderschneiden. An den durchgezogenen Linien falten. Und schon haben Sie Ihre Problemaufsteller gebastelt. © Zeit zu leben

© Zeit zu leben

]]>

Passend zum Artikel “Ein Problem aufstellen …” finden Sie hier eine Bastelvorlage:

  1. Einfach ausdrucken.
  2. An den gestrichelten Linien auseinanderschneiden.
  3. An den durchgezogenen Linien falten.

Und schon haben Sie Ihre Problemaufsteller gebastelt.

Bastelvorlage Problem-Aufstellung

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17653-bastelvorlage-problem-aufstellung/feed/ 0
Ein Problem aufstellen und Lösungsmöglichkeiten finden http://www.zeitzuleben.de/17619-ein-problem-aufstellen-und-losungsmoglichkeiten-finden/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ein-problem-aufstellen-und-losungsmoglichkeiten-finden http://www.zeitzuleben.de/17619-ein-problem-aufstellen-und-losungsmoglichkeiten-finden/#comments Tue, 14 Feb 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17619

Erinnern Sie sich noch an den Artikel vor einigen Wochen zum Thema Systemaufstellungen als Selbstcoaching-Instrument? In dem Beitrag ging es ja darum, wie man bei einem Problemthema sich selbst und alle Beteiligten symbolisch mit kleinen Figuren aufstellt, um das Problemthema besser zu verstehen und Lösungsideen zu bekommen. Bei dieser herkömmlichen Art der Aufstellung stellt man [...]

© Zeit zu leben

]]>

Erinnern Sie sich noch an den Artikel vor einigen Wochen zum Thema Systemaufstellungen als Selbstcoaching-Instrument? In dem Beitrag ging es ja darum, wie man bei einem Problemthema sich selbst und alle Beteiligten symbolisch mit kleinen Figuren aufstellt, um das Problemthema besser zu verstehen und Lösungsideen zu bekommen. Bei dieser herkömmlichen Art der Aufstellung stellt man in erster Linie die am Problemthema beteiligten Menschen auf.

Man kann diese Art der Aufstellung aber auch anders nutzen. Und zwar, indem man nicht die Menschen, sondern ein Problem selbst in all seinen Facetten aufstellt.

Ziel dabei ist, auf eine neue, andere Art über eine Problemstellung und deren Struktur und mögliche Lösungsmöglichkeiten nachzudenken. Durch den neuen Zugang kommt man oft zu neuen Erkenntnissen und sieht das Problem und mögliche Lösungsalternativen klarer.

Und wie genau das aussehen könnte, möchte ich Ihnen heute an einem Beispiel zeigen.

Zuerst möchte ich der Klarheit und Eindeutigkeit wegen ein paar Begriffe definieren, die ich in diesem Zusammenhang verwenden möchte.

Einige Definitionen

  • Problem = ein Zustand, den ich gerne anders hätte (z. B.: Ich bin dick. Ich bin Single. Ich kann mich nicht zwischen A und B entscheiden. Ich mag meine Wohnung nicht. Ich weiß nicht, was ich will. Ich hasse meinen Job. )
  • Ziel = ein Zustand, den ich gerne anstelle des Problems hätte. Das kann ein Zustand sein, in dem das Problem gelöst ist (z. B.: Ich bin dünn. Ich habe einen Partner. Ich habe die Klarheit, um mich zwischen A und B zu entscheiden). Das Ziel kann auch ein Zustand sein, in dem das Problem irrelevant geworden ist (z. B.: Ich akzeptiere mich, wie ich bin, und es ist deswegen egal, ob ich dick oder dünn bin. Ich komme gut mit mir klar, so dass ich mit und ohne Partner glücklich werden kann. Ich vertraue dem Leben so, dass ich mich einfach zufällig für A oder B entscheiden kann.)
  • Plus-Kraft = etwas (oder jemand), was mich auf irgendeine Art dabei unterstützt, näher an mein Ziel ranzukommen (z. B.: Menschen, die mir helfen, mich unterstützen und mir Mut machen. Stärken und Fähigkeiten, die ich habe. Unterstützende Einstellungen/Glaubenssätze. Gute Gewohnheiten. Kontakte. Geld. Irgendwelche Gegenstände oder Werkzeuge. Eben alles Innere oder Äußere, was mir hilft und was ich nutzen kann)
  • Minus-Kraft = etwas (oder jemand), was mich auf irgendeine Art davon abhält, näher an mein Ziel heranzukommen (z. B.: Menschen, die es mir schwerer machen. Schlechte Gewohnheiten und ungünstige Automatismen. Negative Einstellungen und Denkmuster. Alles Innere oder Äußere, was mir die Zielerreichung schwer macht)
  • Lösungsmöglichkeit = eine Tätigkeit (oder Unterlassung), die mich eventuell einen kleinen Schritt näher an mein Ziel heranbringt. Meist besteht die Lösung darin, eine vorhandene Plus-Kraft zu stärken oder eine bestehende Minus-Kraft aus dem Weg zu räumen oder abzumildern. Oft muss man auch eine zusätzliche Plus-Kraft etablieren, die einen näher zum Ziel zieht.

So, das war es schon mit der langweiligen Begriffsbildung. Kommen wir nun dazu, wie man ein Problem aufstellen kann, um es besser zu verstehen und zu durchdringen.

Das Problem und alle beteiligten Kräfte aufstellen

Also … wenn wir ein Problem aufstellen möchten, können wir das wieder mit kleinen Papieraufstellern machen, so, wie Sie es in unserem ersten Artikel zu dem Thema ja schon kennengelernt haben.

Problemaufstellung Übersicht

Problemaufstellung Überblick

Für die Problemaufstellung basteln Sie für das Problem, für Ihr Ziel, für alle Plus- und Minus-Kräfte und auch für alle Lösungsmöglichkeiten jeweils einen Aufsteller aus Papier. Wie das genau geht, erfahren Sie später. Die gebastelten Aufsteller stellen Sie dann einfach auf einen Tisch. Oder stellen Sie sie auf den Boden, wenn Sie noch mehr Platz brauchen.

Platzieren Sie die Aufsteller dabei wieder nach Gefühl an die Stelle, wo sie intuitiv für Sie am meisten Sinn ergeben. Versuchen Sie hier nicht zu logisch vorzugehen. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl.

Und durch das Aufstellen und auch das Hin- und Herschieben gewinnen Sie wahrscheinlich wieder Erkenntnisse und Einsichten, die Ihnen sonst nicht so zugänglich gewesen wären.

Die Aufsteller basteln – zuerst das Problem …

O. k., wie kommen Sie nun zu den einzelnen Aufstellern? Fangen wir am besten mit dem Problem an.

Eine wichtige Sache vorweg: Beschäftigen Sie sich nicht zu lange mit dem Problem. Sonst besteht die Gefahr, dass das Problem Sie emotional zu sehr in Beschlag nimmt. Und dadurch leidet Ihre Kreativität und Handlungsfähigkeit, die Sie brauchen, um das Problem aufzulösen.

Betrachten Sie das Problem möglichst distanziert, rational, sachlich, abgeklärt, wie durch ein Fernglas, wie aus großer Höhe, wie durch eine Glasscheibe, wie ein emotionsloser Wissenschaftler es tun würde. So, als ob Ihnen das Problemdingens eigentlich auch ein bisschen egal ist, so, als ob es Ihnen nichts anhaben kann, so, als ob Sie eigentlich nichts damit zu tun haben.

Und aus dieser etwas abgeklärten Gefühls- und Geisteshaltung heraus fragen Sie sich:

Was war jetzt eigentlich noch mal das Problem? Was wollte ich noch mal anders haben? Welcher Zustand soll anders sein als bisher? Was will ich nicht mehr so gerne?

Und dann schreiben Sie den Problemzustand kurz und prägnant auf Ihren Problem-Aufsteller.

Also zum Beispiel:

  • Ich bin dick.
  • Ich bin Single.
  • Ich bin zu häufig deprimiert.
  • Ich habe keine Freunde.
  • Mein Job macht mich krank.
  • Und so weiter.

Und wenn Sie Lust haben, schreiben Sie unter den Problemzustand noch:

Es ist im Augenblick, wie es ist. Ich komme damit irgendwie klar. Aber ich würde es bevorzugen, wenn es anders wäre.

Zu Demonstrationszwecken in diesem Artikel nehmen wir mal das Problem:

„Ich bin zu dick.“

Und so sieht Ihr Aufsteller dazu aus:

Das Problem

Der Ziel-Aufsteller

Wie gesagt, konzentrieren Sie sich bitte nicht zu lange auf das Problem. Klären Sie lieber möglichst schnell, was Sie anstelle des Problems haben wollen.

Legen Sie also ausgehend von Ihrem Problem Ihr Ziel fest.

Hier gibt es häufig mehrere Herangehensweisen, um auf Ziele zu kommen:

  • Es könnte Ihr Ziel werden, Ihre Einstellung zum Problem zu ändern, so dass es kein Problem mehr ist (z. B.: Ich akzeptiere es, dass ich 10 kg mehr als mein Normalgewicht wiege. Problem gelöst. Und zwar in meinem Kopf.).
  • Es könnte Ihr Ziel werden, Ihre Umstände so zu ändern, dass das Problem keines mehr ist (z. B.: Sie ziehen in ein Land um, in dem es schick ist, dick zu sein, und als Statussymbol gilt.).
  • Es könnte Ihr Ziel werden, das Problem ganz direkt bei den Problem-Symptomen zu lösen (z. B.: Ich habe 10 kg abgenommen und bin damit nicht mehr zu dick.).
  • Es könnte Ihr Ziel werden, das Problem an der Wurzel zu lösen (z. B.: Ich bin zu dick, weil ich immer esse, wenn ich Stress habe. Also lerne ich, besser/anders mit Stress umzugehen.).

Welchen Weg Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Mal ist der eine und mal der andere Weg am zielführendsten. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Entscheiden Sie am besten nach Ihrer Intuition.

Wichtig ist nur, im Hinterkopf zu behalten, dass man Probleme immer auf verschiedenen Ebenen lösen kann:

  • Ebene: die eigene Einstellung
  • Ebene: die Umstände
  • Ebene: die Symptome
  • Ebene: die Ursachen/die Wurzel

O. k. … überlegen Sie sich also bitte, was Sie anstelle Ihres Problems wollen. Und schreiben Sie das dann auf Ihren Papier-Aufsteller.

Aber Achtung: Nicht einfach nur das Problem negieren. Also nicht aus dem Problem

„Ich bin zu dick“

das Ziel

„Ich bin nicht zu dick“ machen.

In der Pizzeria bekommen Sie auch nichts Vernünftiges zu essen, wenn Sie sagen: „Ich hätte gerne keine Pizza Salami.“ So ist es hier auch. Sagen Sie genau, welche Pizza Sie wollen.

Schreiben Sie also ganz genau und konkret, was Sie wollen, und das möglichst ohne die Wörter

  • nicht
  • kein
  • ohne
  • weniger

Beispiele dafür:

  • Ich wiege 75 kg.
  • Mein Bauchumfang liegt bei 80 cm.
  • Ich habe einen Arbeitsplatz, bei dem ich 2200 € brutto pro Monat verdiene und selbst am Montag gerne hingehe.
  • Ich habe einen Partner, auf den ich mich jeden Tag freue.
  • Ich habe Freunde, die mir guttun, mit denen ich mich mehrmals die Woche treffe und mit denen ich häufig telefoniere.
  • Und so weiter.

Als Leitfragen für gute Ziele können Sie verwenden:

  • „Woran genau werde ich merken oder erkennen, dass ich mein Ziel erreicht habe?“
  • „Wann, wo, wie oft, mit wem muss was genau passieren, damit ich mein Ziel erreicht habe?“
  • „Was genau werde ich sehen, hören, fühlen, so dass ich weiß: Ich habe mein Ziel erreicht?“

Für unser Beispiel:

Ziel

„Ich wiege morgens nach dem Aufstehen 65 kg und habe einen Bauchumfang von 84 cm (und ich halte mein Gewicht seit 1 Jahr +/– 1 kg).“

Die Plus- und Minus-Kräfte

Perfekt. Problem und Ziel sind aufgestellt. Die Basis ist gelegt. Wir haben den Ist-Zustand (das Problem) und den Soll-Zustand (das Ziel).

Jetzt versuchen wir, das Spannungsfeld zwischen diesen beiden Polen aufzustellen. Dazu überlegen wir die Plus- und Minus-Kräfte zwischen Problem und Ziel.

Wir fragen uns:

  • Was habe ich bereits, was mir dabei hilft, vom Problem zum Ziel zu kommen? Was zieht mich in Richtung Ziel? (Plus-Kräfte)
  • Was macht es mir konkret schwerer, vom Problem zum Ziel zu kommen? Was zieht mich eher hin zum Problem? (Minus-Kräfte)

Hier noch einmal Beispiele für Plus-Kräfte:

  • Stärken und Fähigkeiten (z. B.: Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz, gute Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Optimismus, Kreativität, Kontaktfähigkeit, gut mit dem Internet umgehen können, gut rechnen können, gut mit Menschen umgehen können, gut verhandeln können)
  • Wissen und Kenntnisse
  • persönliche Vorlieben für zielführende Dinge (z. B. beim Abnehmen: Ich mag es, mich zu bewegen)
  • gute, überzeugende Gründe, das Ziel zu erreichen (z. B. negative Konsequenzen, wenn ich es nicht schaffe, oder positive Konsequenzen, wenn ich es schaffe)
  • nützliche Einstellungen (z. B.: Ich kann das. Ich kann alles erreichen. Ich kann alles lernen. Ich habe es verdient, das Ziel zu erreichen. Ich kann mich durchbeißen. Es ist meine Aufgabe, das Problem zu lösen.)
  • genug Geld, um sich Unterstützung leisten zu können (z. B. Beratung, Coaching, konkrete Hilfe)
  • Fähigkeiten oder andere Ressourcen, die ich gegen Unterstützung eintauschen kann
  • Freunde/Verwandte/Bekannte, die mir helfen, mich aufmuntern und unterstützen
  • ein gutes Netzwerk von Menschen/Kontakten/Vitamin B
  • Erfahrung (also etwas Ähnliches schon einmal erreicht haben)

Und hier einige Beispiele für Minus-Kräfte:

  • schlechte Angewohnheiten/Verhaltensmuster, die das Erreichen des Ziels torpedieren (Immer wenn ich eigentlich … tun sollte, tue ich … Oder: Immer wenn ich … tun sollte, fühle ich mich … und kann dann nicht …)
  • hinderliche Einstellungen (z. B.: Ich kann das nicht, das ist zu schwer. Ich bin hier zu schlecht. Ich kann das nicht lernen. Das macht keinen Spaß. Das ist auch gar nicht meine Aufgabe. Ich kann dafür nichts. Ich verdiene das gar nicht. Ich bin doch hier das Opfer. Das ist doch nicht meine Schuld. Menschen sind schlecht. Geld ist schlecht. Niemand hilft mir.)
  • Angst (z. B. Angst zu fragen, sich lächerlich zu machen, vor Peinlichkeit, zu versagen, schlecht dazustehen, davor, was die anderen sagen)
  • persönliche Vorlieben für kontraproduktive Dinge (z. B. beim Abnehmen: Ich mag Schokolade)
  • Bequemlichkeit/Trägheit/fehlende Motivation (so schlimm ist es ja auch noch nicht, das wird schon wieder, das erledigt sich von alleine)
  • Ausreden (Ich kann ja nicht anders. Die anderen sind schuld. Ich habe ja schließlich Verantwortung. Und so weiter.)
  • Gründe, das Problem zu behalten (nennt man in der Psychologie auch „sekundären Gewinn“)
  • Verzettelung (Ich habe so viele Dinge gleichzeitig zu tun, dass meine Kraft nicht für die Lösung des Problems ausreicht)
  • Menschen, die mich zurückhalten, mir den Mut oder die Kraft rauben, das Problem anzugehen und zu lösen

Ihre Aufgabe ist es jetzt, für Ihr Problem und Ihr Ziel alle wichtigen Plus- und Minus-Kräfte zu finden und diese in der Aufstellung darzustellen. Bauen Sie für jede Kraft einen Aufsteller. Für die Plus-Kräfte zeichnen Sie ruhig ein eingekreistes Plus auf den Aufsteller und für die Minus-Kräfte zeichnen Sie ein eingekringeltes Minus mit auf das Kärtchen. So können Sie die Kräfte gleich gut auseinanderhalten.

Sie können auch gerne unterschiedliche Farben verwenden. Oder Sie verwenden je nach Gewichtigkeit der Plus- oder Minus-Kraft unterschiedliche Größen für die Aufsteller, um die Stellung im System besser zu verdeutlichen.

Und wo platzieren Sie die Aufsteller für die Kräfte am besten? Das machen Sie wieder ganz nach Intuition. Lassen Sie sich hier von Ihrem Gefühl leiten.

Ich habe zum Beispiel oft das Bedürfnis, eine bestimmte Minus- und eine Plus-Kraft sehr eng zusammenzustellen. Und wenn das passiert, schaue ich genauer hin, was diese beiden Kräfte miteinander zu tun haben. Oft ist es tatsächlich nur eine oder zwei Kräfte, die das gesamte System beherrschen. Räumt man z. B. eine sehr große Minus-Kraft aus dem Weg, erreicht man sein Ziel oft mühelos, weil die vorhandenen Plus-Kräfte einen dann wie von alleine zum Ziel hinziehen.

Zusätzlich zu den Beispielen von oben gibt es natürlich noch mehr Plus- und Minus-Kräfte. Wenn Sie Ihr Problem aufstellen, werden Ihnen sehr wahrscheinlich weitere unterstützende und hinderliche Faktoren einfallen. Seien Sie hier einfallsreich und denken Sie über die Beispiele von oben hinaus. Das ist hier kein festes Regelwerk, sondern nur eine Inspiration für Sie, wie Sie vorgehen können. Sie werden wahrscheinlich sowieso Ihren eigenen Stil und Ihre eigene Vorgehensweise finden.

Nehmen wir mal wieder unser Beispiel von oben: So sieht meine Aufstellung hier aus …

Plus:

  • Erfahrung (Mit dem Logi-System habe ich schon mal 15 kg abgenommen)
  • Einstellung (Ich kann das schaffen, will es X zeigen, dass ich es schaffen kann)
  • gute Gründe (Hosen passen wieder, sehe attraktiver aus, mag mich mehr leiden, besser Chancen beim anderen Geschlecht)
  • Vorlieben: Krafttraining und Schwimmen

Minus:

  • Esse, wenn ich traurig/deprimiert bin.
  • Freunde und Kollegen verführen mich oft, meine Vorsätze über Bord zu werfen.
  • Esse oft achtlos, wenn mir langweilig ist.
  • Kontraproduktiv: Ich mag Kuchen, Sahne und Kekse.
  • Verliere die Motivation, sobald ich 2–3 kg abgenommen habe, und schaffe es nicht, mein Gewicht dauerhaft zu halten (falle wieder in altes Essverhalten zurück).

Und so sieht das jetzt aus:

Problemaufstellung mit Kräften

Sie sehen, die Minus-Kräfte überwiegen bei weitem. Und wir sehen: Wir müssen wahrscheinlich einiges an Aufwand betreiben, um das Kräfteverhältnis so zu ändern, dass wir das Ziel dauerhaft erreichen.

Die Lösungsmöglichkeiten

O. k. … bis jetzt haben Sie aufgestellt,

  • was Sie nicht mehr wollen,
  • wohin Sie wollen
  • und was Ihnen hilft und was Ihnen nicht hilft, um zum Ziel zu kommen.

Und wenn Sie ein Problem haben, sind die Minus-Kräfte stärker als die Plus-Kräfte. Denn sonst hätten Sie Ihr Ziel ja schon erreicht. Das heißt, insgesamt zieht Sie mehr von Ihrem Ziel weg, als Sie zum Ziel hinzieht.

Wenn Sie zum Ziel kommen möchten, müssen Sie also das Kräfteverhältnis der Plus- und Minus-Kräfte zugunsten der Plus-Kräfte verändern. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten.

  • Sie können bestehende Plus-Kräfte stärker machen oder zusätzliche Plus-Kräfte hinzufügen.
  • Oder Sie können Minus-Kräfte schwächen oder ganz zum Verschwinden bringen.

Und wie machen Sie das? Das hängt natürlich von Ihrer individuellen Situation und Ihrer speziellen Kombination von Plus- und Minus-Kräften ab. Es gibt die folgenden Lösungsansätze:

  • Stärken Sie vorhandene Plus-Kräfte: Nehmen Sie etwas, was schon funktioniert und hilft, und machen Sie mehr davon. Oft reicht das, um Ihr Ziel zu erreichen. Fragen Sie sich: Welche Plus-Kraft spielt hier die wichtigste Rolle und wie kann ich diese Kraft noch stärker machen?
  • Etablieren Sie neue, zusätzliche Plus-Kräfte: Etablieren Sie also neue Dinge, die Sie zu Ihrem Ziel hinziehen. Orientieren Sie sich dabei an der Liste mit den Plus-Kräften von oben. Fragen Sie sich also z. B.: Welche Einstellung würde mir helfen, mein Ziel zu erreichen? Oder: Welche Kontakte zu wem wären hilfreich? Oder: Wo habe ich etwas Ähnliches schon mal geschafft und wie kann ich dieses Wissen auf diese Situation anwenden?
  • Schwächen Sie Minus-Kräfte: Oder Sie setzen bei Minus-Kräften an. Überlegen Sie, wie Sie Minus-Kräfte aus dem Weg räumen, diese schwächen oder diese irrelevant machen können. Fragen Sie sich also z. B.: Wie kann ich diese Angst überwinden? Wie kann ich diese hinderliche Einstellung ändern? Wie kann ich mehr Motivation aufbringen? Wie kann ich den sekundären Gewinn auf gesündere Art bekommen?

Das Entwickeln der Lösungsmöglichkeiten ist oft nicht ganz einfach. Aber die systematische Darstellung in der Aufstellung hilft einem dabei, ein bisschen rationaler und klarer auf die eigene Situation zu schauen. An dieser Stelle hilft es übrigens auch, Freunde und Bekannte miteinzubeziehen, weil diese oft unvoreingenommener auf das ganze System schauen können und frischere, bessere Lösungsideen haben.

Konkret sieht das so aus, dass Sie zu den Kräften, bei denen Sie ansetzen wollen, wieder kleine Aufsteller dazuplatzieren, auf die Sie die Lösungsmöglichkeit geschrieben haben.

Für unser Beispiel könnte das so aussehen:

  • Erinnere mich daran, mir einmal pro Tag die gesamte Aufstellung anzuschauen, das ganze System besser zu verstehen (Transformation durch Achtsamkeit).
  • Schließe mit X eine Wette über 1000 € ab, dass ich in 6, 9, 12, 15, 18, 24, 30, 36 Monaten noch 65 kg wiege, um meine Motivation zu stärken.
  • Führe eine Strichliste, wie viele Tage ich es nacheinander schaffe, mich nach dem Logi-System zu ernähren, um meine Aufmerksamkeit darauf zu lenken.

Problemaufstellung komplett

Beim Einführen und Umsetzen von Lösungsideen haben sich die folgenden Regeln bewährt:

  • Versuchen Sie nicht an allen Kräften gleichzeitig zu arbeiten. Oft reicht es, sich zu einem Zeitpunkt auf eine Kraft im System zu konzentrieren und die Lösung dann umzusetzen. Dadurch verschiebt sich oft das gesamte Kräfteverhältnis im System und viele der Minus-Kräfte verschwinden von alleine. Als Daumenregel könnte man sagen: Führen Sie an dieser Stelle nicht mehr als 2 oder 3 Lösungsmöglichkeiten ein.
  • Investieren Sie viel Kraft, Gedanken und Einsatz darin, Ihre Lösungsmöglichkeiten dauerhaft in Ihrem Alltag zu verankern. Sich eine Lösung auszudenken ist einfach. Sie umzusetzen ist enorm schwer, denn die inneren und äußeren Gegenkräfte gegen Veränderung sind gigantisch. Fahren Sie hier wirklich große Geschütze auf, um dafür zu sorgen, dass Sie dabeibleiben.
  • Überprüfen Sie eingeführte Lösungsmöglichkeiten regelmäßig, ob diese wirklich funktionieren und Sie näher ans Ziel heranführen. Oft tun wir Dinge über lange Zeit, obwohl diese gar nicht funktionieren, oft weil wir es nicht merken oder weil wir es nicht besser wissen. Tappen Sie nicht in diese Falle. Hinterfragen Sie bitte immer, ob das, was Sie versuchen, auch zielführend ist.
  • Ihr aufgestelltes System, bestehend aus Plus- und Minus-Kräften, ist in ständiger Bewegung. Wiederholen Sie die Aufstellung deswegen regelmäßig und schauen Sie, was bereits passiert ist.

So … das war die Vorgehensweise, mit der Sie ein Problem aufstellen und Lösungsideen entwickeln und umsetzen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17619-ein-problem-aufstellen-und-losungsmoglichkeiten-finden/feed/ 10
Die Kuh in der Parklücke (Leonard Scheff, Susan Edmiston) http://www.zeitzuleben.de/17599-die-kuh-in-der-parklucke-leonard-scheff-susan-edmiston/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-kuh-in-der-parklucke-leonard-scheff-susan-edmiston http://www.zeitzuleben.de/17599-die-kuh-in-der-parklucke-leonard-scheff-susan-edmiston/#comments Mon, 13 Feb 2012 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=17599 Ein praktischer Selbsthilfe-Ratgeber, der Ihnen zu einem zufriedeneren Miteinander und somit auch zu einem glücklicheren Leben verhelfen kann.

© Zeit zu leben

]]>

„Die Kuh in der Parklücke. So bleiben Sie gelassen“ von Leonard Scheff & Susan Edmiston – München: Goldmann Verlag, 2011 – 254 S. – ISBN: 978-3-442-17293-1 – 8,99 €

Kennen Sie das auch, dass Sie manchmal platzen könnten vor Wut? Manchmal sogar wegen solch einer Nichtigkeit wie z. B. einer offenen Zahnpasta-Tube? Dann könnte dieses Buch genau das richtige für Sie sein.

Die Autoren Leonard Scheff und Susan Edmiston, beide Buddhisten, zeigen in „Die Kuh in der Parklücke“, wie man gelassener und positiver mit Wut umgehen kann. Nämlich insofern, dass man die Wut beherrscht, statt sich von seiner Wut beherrschen zu lassen.

Sie erklären dazu auf anschauliche und unterhaltsame Weise,

  • die Ursachen von Wut,
  • die Folgen von Wut,
  • verschiedene Formen von Wut,
  • unseren Handlungsspielraum bei Wut,
  • wie man mit der Wut von anderen umgehen kann
  • und natürlich, wie man selbst seine Wut in den Griff bekommen kann.

Es stecken jede Menge Informationen und (zumindest für mich) auch neue Aspekte zum Thema in diesem Buch. Dabei wird es keineswegs langweilig, denn das Autorenduo arbeitet mit vielen Beispielen, die sicherlich dem einen oder anderen Leser auch bekannt vorkommen.

Besonders positiv hervorzuheben ist, dass das Buch den Leser auch wirklich anleitet, etwas zu tun. Dazu findet der Leser immer wieder Übungen, die auch direkt im Buch bearbeitet werden können.

Fazit: „Die Kuh in der Parklücke“ ist ein praktischer Selbsthilfe-Ratgeber, der Ihnen zu einem zufriedeneren Miteinander und somit auch zu einem glücklicheren Leben verhelfen kann. Empfehlenswert für alle, die sich regelmäßig über Kleinigkeiten aufregen … und für alle anderen auch ;-)

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

„Die Kuh in der Parklücke” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17599-die-kuh-in-der-parklucke-leonard-scheff-susan-edmiston/feed/ 1
Die Insel der Gefühle http://www.zeitzuleben.de/2825-die-insel-der-gefuhle/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-insel-der-gefuhle http://www.zeitzuleben.de/2825-die-insel-der-gefuhle/#comments Thu, 09 Feb 2012 05:00:00 +0000 Tania Konnerth http://localhost/inpsyde/zeitzuleben/die-insel-der-gefuhle/ Eine nachdenklich machende Geschichte über unsere Gefühle...

© Zeit zu leben

]]>

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort.

Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel.

Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: “Reichtum, kannst du mich mitnehmen?”

“Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.”

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. “Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?”

“Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen”, antwortete der Stolz, “hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.”

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: “Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.”

“Oh Liebe”, sagte die Traurigkeit, “ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.”

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: “Komm Liebe, ich nehme dich mit.”

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: “Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?”

“Ja sicher”, antwortete das Wissen, “das war die Zeit.”

“Die Zeit?” fragte die Liebe erstaunt, “Warum hat mir die Zeit denn geholfen?”

Und das Wissen antwortete: “Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.”

Verfasser leider unbekannt,
eingesandt von einer Zeit zu leben-Leserin

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/2825-die-insel-der-gefuhle/feed/ 17
Poster: Nimm´s leicht http://www.zeitzuleben.de/17412-poster-nimms-leicht/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=poster-nimms-leicht http://www.zeitzuleben.de/17412-poster-nimms-leicht/#comments Wed, 08 Feb 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17412

Das Leben ist manchmal so seltsam und absurd, dass die einzige Antwort darauf nur ein befreiendes Lachen sein kann. Wer sich auch über ernste und knifflige Dinge amüsieren kann, der hat es einfacher im Leben. Nennen Sie es Galgenhumor. Oder einfach eine gewisse Leichtigkeit. Egal, wie Sie es nennen: Wer sich selbst und das Leben nicht so ernst nimmt, [...]

© Zeit zu leben

]]>

Das Leben ist manchmal so seltsam und absurd, dass die einzige Antwort darauf nur ein befreiendes Lachen sein kann.

Wer sich auch über ernste und knifflige Dinge amüsieren kann, der hat es einfacher im Leben. Nennen Sie es Galgenhumor. Oder einfach eine gewisse Leichtigkeit. Egal, wie Sie es nennen: Wer sich selbst und das Leben nicht so ernst nimmt, kommt besser in dieser Welt zurecht.

Zum Glück kann man Leichtigkeit üben und trainieren. Und dieses kleine Poster hilft Ihnen vielleicht dabei.

Poster hier herunterladen

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17412-poster-nimms-leicht/feed/ 17
Hätte ich nur …, könnte ich doch …, wär ich doch nur … http://www.zeitzuleben.de/17406-haette-ich-nur/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=haette-ich-nur http://www.zeitzuleben.de/17406-haette-ich-nur/#comments Tue, 07 Feb 2012 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=17406

Die neuen Alten. Immer wieder begegnet mir dieser Begriff, bei dem ich an ältere Menschen mit einem ausgefüllten, engagierten Leben denke. Die voller Zufriedenheit auf die vergangenen 60, 70, 80 Jahre zurückblicken und ein glückliches Leben mit einer Reihe Pläne für die nächsten Jahre führen. Ich kenne aber auch ältere Menschen, denen es ganz anders [...]

© Zeit zu leben

]]>

Die neuen Alten. Immer wieder begegnet mir dieser Begriff, bei dem ich an ältere Menschen mit einem ausgefüllten, engagierten Leben denke. Die voller Zufriedenheit auf die vergangenen 60, 70, 80 Jahre zurückblicken und ein glückliches Leben mit einer Reihe Pläne für die nächsten Jahre führen.

Ich kenne aber auch ältere Menschen, denen es ganz anders geht. Und auch hier bei Zeit zu leben bekommen wir immer mal wieder Mails mit der Bitte, doch mal etwas für ältere Menschen zu schreiben,

  • die mit ihrem Leben eher unzufrieden sind,
  • die mit vergangenen Entscheidungen hadern,
  • die ihren Lebensentwurf als gescheitert erleben
  • oder denen es schwerfällt, zuversichtlich in die noch verbleibende Zukunft zu gehen.

Manche von ihnen erleben, dass sie nicht mehr erreichen können, was ihnen ursprünglich so wichtig war.

  • Ein Verwaltungsfachangestellter, der viel lieber Arzt geworden wäre, denkt nach seinem 60. Geburtstag: „Jetzt ist es wirklich zu spät, zu studieren und noch einmal beruflich neu anzufangen.“

Andere haben das Gefühl, Chancen verpasst zu haben, die sie im Rückblick gerne wahrgenommen hätten.

  • Eine Geschäftsführerin, die sich bewusst für ihre Karriere entschieden hatte, denkt heute: „Jetzt leiste ich mir zwar eine Wohnung in einem luxuriösen Seniorenstift, habe aber keine Kinder und Enkelkinder, mit denen ich meine Zeit verbringen kann.“

Manch einer erfährt, dass sein Leben durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen wird.

  • Da denkt jemand: „Alles schien bestens. Nur noch drei Jahre bis zur Rente und wir wollten noch so viel machen. Der Herzinfarkt kam aus heiterem Himmel und jetzt bin ich alleine.“

Wieder andere haben das Gefühl, dass ihr Lebensentwurf gescheitert ist.

  • „Ich habe mit meinem Mann so viel aufgebaut. Jetzt, wo wir gerade Großeltern geworden sind, könnten wir die Früchte unserer Arbeit genießen. Und da verlässt er mich wegen einer anderen.“

Andere merken, dass ihr Leben anscheinend einfach so an ihnen vorbeigegangen ist.

  • „Hätte ich doch schon viel früher angefangen, bewusster zu leben. Dann hätte ich mein Leben sinnvoller geführt.“

Manch einer hadert mit seinen Lebensentscheidungen:

  • „Ich habe meinen Beruf und meine Eigenständigkeit für Mann und Kinder aufgegeben. Keiner dankt es mir und seitdem auch die Jüngste aus dem Haus ist, sitze ich hier und bin komplett nutzlos geworden.“

Vielleicht fragen Sie sich ja auch manchmal:

  • Wie kann ich mit enttäuschten Erwartungen und Hoffnungen an mein Leben umgehen?
  • Wie bekomme ich es hin, die verbleibenden Jahre meines Lebens zu genießen und zufrieden alt zu werden?
  • Wie schaffe ich es, mir den Rest des Lebens nicht durch Selbstvorwürfe, Groll und Enttäuschung schwer zu machen?

Ich beschreibe Ihnen gleich einige Schritte, die Ihnen helfen können, zuversichtlicher und freudvoller in Ihre Zukunft zu blicken. Mir ist völlig klar, dass ein Weg raus aus Verbitterung, Schmerz und Enttäuschung oft nicht leicht ist und nicht mit ein paar einfachen Schritten zu bewältigen ist. Es kann manchmal ein wenig dauern, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Aber vielleicht kann Ihnen die folgende Beschreibung ein klein wenig dabei helfen, sich einen Weg in die Zukunft zu bahnen.

Übrigens sind diese Gedanken nicht nur für ältere Menschen interessant. Es gibt auch viele jüngere Menschen, die sich mit 30, 40 fragen, wie sie mit enttäuschten Erwartungen an ihr Leben umgehen können.

1. Frustration, Enttäuschung und verpasste Chancen annehmen

Um sich nicht die Zukunft durch die Vergangenheit zu belasten, ist es wichtig, Gefühle wie Frustration, Enttäuschung, Schmerz und Trauer anzunehmen. Das klingt für Sie vielleicht sehr vertraut. Womöglich haben Ihnen das auch schon andere Menschen gesagt: „Du musst mit der Vergangenheit abschließen. Nimm es so, wie es ist. Und fang an, wieder nach vorne zu schauen.“ Vielleicht denken Sie jetzt sogar: „Annehmen? Die hat gut reden. Wie soll ich das denn machen?“

Zuerst einmal: Annehmen fällt einem meist nicht leicht. Die Enttäuschung, der Schmerz oder andere belastende Gefühle liegen einem schwer auf der Seele. Es erscheint einem vielleicht unmöglich, diese Gefühle anzunehmen. Ich sage auch gar nicht, dass es ein leichter Weg ist. Aber um nach verpassten Chancen und schmerzhaften Erfahrungen wieder zuversichtlicher in die Zukunft sehen zu können, ist es notwendig, die Vergangenheit und die damit verbundenen Enttäuschungen anzunehmen und zu akzeptieren. Oft geht das nur in ganz kleinen Schritten und das ist auch völlig in Ordnung so.

Indem Sie Ihre Gefühle, wie zum Beispiel Traurigkeit, Enttäuschung oder Wut, möglichst neutral wahrnehmen, können Sie diese Gefühle leichter akzeptieren.

Neutral wahrnehmen bedeutet, sich nicht für seine Gefühle und sein Denken zu verurteilen, abzuwerten und niederzumachen. Sondern sich zum Beispiel zu sagen:

„Ich denke, ich habe mein Leben nicht so gelebt, wie ich es wollte. Darüber bin ich wirklich traurig und enttäuscht. Ich merke, dass ich mich dafür verurteile.“

„Es gibt Dinge, die ich im Nachhinein gerne getan hätte. Nun habe ich die Chance verpasst und möchte am liebsten die Zeit zurückdrehen.“

„Es lief alles so gut und dann hat das Schicksal mir alle Pläne zerstört. Ich weiß nicht, wie ich jetzt weitermachen soll. Es fällt mir schwer, positiv in meine Zukunft zu schauen.“

Wenn Sie sich solche oder ähnliche wertfreie Sätze sagen, vermitteln Sie sich selber, dass Ihre Enttäuschung und Ihr Schmerz in Ordnung sind. Und dass Sie diese Gefühle annehmen und stehen lassen dürfen. Dadurch fühlen Sie sich dann weniger gelähmt und blockiert. Bedrückende Gefühle, wie Frustration und Trauer, zu akzeptieren, ist meist nicht so einfach. Oftmals kommen die Gefühle immer wieder hoch. Und dann geht es wiederum darum, sie anzunehmen. Wenn man aber immer wieder so mit seinen Gefühlen umgeht, gelingt es einem allmählich, seine Sichtweise zu verändern. Dadurch wird man dann wieder offener für mehr Zuversicht und Lebensfreude.

2. Den Blick weiten

Wenn Sie Ihre belastenden Gefühle und Gedanken wahrgenommen und ihnen Raum gegeben haben, können Sie sich auch wieder anderen Gedanken zuwenden. Und eine neue Perspektive entwickeln.

Zum Beispiel, indem Sie sich bemühen, möglichst viele verschiedene Aspekte in Ihrem Lebensweg zu erkennen. Sich also nicht nur auf das Negative und Verfahrene zu konzentrieren, sondern sich auch zu erinnern, was Sie Positives in Ihrem Leben erlebt haben. Auch das ist oftmals nicht so leicht. Da kann es dann helfen, wenn Sie sich mit Hilfe einiger Fragen die anderen Aspekte, wie zum Beispiel gut genutzte Möglichkeiten oder Dinge, für die Sie dankbar sein können, bewusst machen. Schreiben Sie die Antworten am besten kurz auf. Dann können Sie sich später, zum Beispiel, wenn Sie nur das Negative sehen, den geweiteten Blick auf die positiven Dinge zurückholen, indem Sie dann Ihre Antworten erneut durchlesen.

  • Welche Möglichkeiten habe ich in meinem Leben genutzt?
  • Was hätte ich nicht erlebt, wenn mein Leben anders verlaufen wäre?
  • Wovon bin ich verschont geblieben, weil ich mein Leben so geführt habe, wie ich es getan habe?
  • Was habe ich bis heute an Gutem und Schönem erlebt?
  • Wofür kann ich im Hinblick auf die Vergangenheit dankbar sein?
  • Was kann ich mir jetzt Gutes tun, damit ich meine Enttäuschung und Verzweiflung besser aushalten kann?
  • Welche Möglichkeiten, zu lernen und mich weiterzuentwickeln, habe ich in meinem bisherigen Leben genutzt?
  • Was gab es Gutes in dem Leben, das ich nun mal gelebt habe?

Haben Sie einige Antworten auf ein paar Fragen gefunden und kurz notiert? Damit haben Sie Ihren Blick erweitert und sehen nun deutlicher die positiven Aspekte Ihrer Vergangenheit. Dann blicken Sie leichter in eine freudvolle und befriedigende Zukunft. Falls es Ihnen schwerfällt, diese positiven Aspekte zu sehen, lassen Sie sich ruhig Zeit. Manchmal hilft es, wenn man an dieser Stelle erst einmal unterbricht und sich später, vielleicht auch an einem anderen Tag, diese Fragen erneut stellt.

3. Eine neue Perspektive entwickeln

Damit Sie leichteren Herzens weitergehen können, entwickeln Sie nun eine neue Perspektive. Ein Ausblick nach vorne, der es Ihnen ermöglicht, zuversichtlich in die nächste Zeit zu gehen. So ein Ausblick nach vorne kann bei jedem Menschen anders sein. Häufig kostet es einen ein wenig Überwindung, Pläne für die Zukunft zu machen, wenn man mit dem Leben hadert oder von vergangenen Erfahrungen enttäuscht worden ist. Oftmals hilft es dann, in ganz kleinen Schritten etwas Neues anzufangen. Wenn Sie eine neue Perspektive entwickeln, geht es also nicht darum, eine große neue Lebensvision zu entwickeln oder ganz massive Veränderungen herbeizuführen. Ganz, ganz oft sind es Kleinigkeiten, die die Lebensfreude zurückbringen. Ab und zu kann aber auch ein lang gehegter Lebenstraum von Bedeutung sein.

  • Jemand entdeckt seine neue Lebenslust darin, sich um einen Schrebergarten zu kümmern, zu sehen, wie die Pflanzen wachsen, sie zu hegen und zu pflegen.
  • Eine andere fand es in ihrer Jugend schön, mit der Zeitung im Café zu sitzen. Nun hat sie endlich die Zeit und Muße, ein paar Mal die Woche den alten Genuss wiederzubeleben.
  • Einem anderen bringt es große Freude und Befriedigung, sich bei der Kindertafel zu engagieren und mit Kindern zusammen zu sein, ihre Freude zu teilen und bei großen und kleinen Problemen da zu sein.
  • Eine andere verwirklicht einen lang gehegten Traum, zieht nach Gran Canaria und lernt völlig neue Menschen kennen.
  • Wieder jemand anderes traut sich mit über 60, einen Tanzkurs zu besuchen, und entwickelt großen Ehrgeiz darin, seinen Bewegungsdrang und die lang schon schlummernde Musikalität auszuleben.
  • Ein anderer erlaubt sich nach einem Leben mit vielen Aufgaben und Arbeiten, es ganz ruhig angehen zu lassen, die Bücher zu lesen, die er schon immer lesen wollte, und Freundschaften zu vertiefen.
  • Eine andere hatte ihr ganzes Leben davon geträumt, mit dem Auto quer durch Europa zu reisen und einfach dort anzuhalten, wo es ihr gefällt. Ein Wohnmobil wird gekauft und auf geht es gen Süden.

Vielleicht inspiriert Sie dies ja schon zu Ihren eigenen kleinen und großen Zukunftsperspektiven. Ist all das nichts für Sie? Dann habe ich hier einige Fragen für Sie, mit denen Sie herausfinden können, was Ihnen zukünftig mehr Lebensfreude und Perspektive geben könnte. Schreiben Sie sich ruhig auch hier Ihre Antworten auf. Dann haben Sie gleich eine schriftliche Ideensammlung, aus der Sie dann konkrete Schritte für Ihr Handeln in der nächsten Zeit ableiten können.

Fragen Sie sich:

Wobei habe ich früher oft gedacht: „Das möchte ich ja auch mal machen“?

Oftmals geraten Wünsche, die wir früher mal hatten, in Vergessenheit und jetzt könnte ein guter Zeitpunkt sein, diese alten Wünsche wieder aufleben zu lassen.

  • Öfter mal morgens im Café frühstücken, Menschen beobachten oder auch mit jemand Neuem ins Gespräch kommen.
  • Ehrenamtlich bei einem Projekt im Ausland mitarbeiten.
  • Konzerte besuchen und eine neue Welt, die Welt der Musik, entdecken.
  • Alte Kontakte wieder aufleben lassen und eine Jugendfreundin ausfindig machen.
  • Eine Auszeit in einem Kloster machen.
  • Die Zeit nutzen, um ausgiebig zu reisen.

Welche alten Träume habe ich? Was habe ich mir gewünscht, als ich acht Jahre alt war?

  • „Einen Kaufmannsladen haben.“ Ich könnte ehrenamtlich in einem sozialen Kaufhaus mitarbeiten.
  • „Ein Haustier, einen Hund.“ Ich könnte mich an ein Tierheim wenden und anbieten, mit den Hunden dort spazieren zu gehen.
  • „Viel mehr Zeit zum Spielen.“ Ich könnte ein paar Bekannte fragen, ob wir nicht regelmäßig einen Spiele-Vormittag machen wollen.
  • „Gitarre spielen lernen.“ Ich könnte mir eine Gitarre kaufen und Unterricht nehmen.

Wie kann ich vielleicht doch noch etwas von dem erleben, was ich mir so sehr gewünscht habe?

Diese Frage finden die meisten Menschen schwierig zu beantworten. Oft liegt das daran, weil es so schwer ist, sich von einem lang gehegten Traum zu verabschieden. Wenn man sich zum Beispiel immer gewünscht hat, Mutter und später Oma zu werden, erscheint es unmöglich, seinen Traum auf irgendeine andere Weise zu verwirklichen. Jenseits der 50 kann man als Frau nun keine Kinder mehr bekommen. Hinter unseren Träumen stecken in den allermeisten Fällen aber ja bestimmte Bedürfnisse. Beim Traum vom Muttersein zum Beispiel: Kinder aufwachsen zu sehen, etwas von der eigenen Lebenserfahrung weiterzugeben, mit Kindern die Welt neu entdecken zu können. Und solche, hinter den Träumen steckende Bedürfnisse lassen sich sehr häufig doch noch erfüllen. Dennoch fällt es schwer, alte Träume loszulassen, weil in uns dann manchmal alles schreit: „Ich will aber.“ Es ist schwer, keine Frage. Aber versuchen Sie mal für einen Moment, und sei es nur für diese kleine Übung, sich von Ihrem Traum zu distanzieren, und erlauben Sie sich, mit den Gedanken zu spielen. Vielleicht entdecken Sie dann doch noch andere Möglichkeiten, wie diese Bedürfnisse erfüllt werden können. Übrigens sind viele unserer Wunschträume romantische Vorstellungen, die, wenn sie wirklich wahr würden, uns sehr häufig auch enttäuschen würden. Der Traum vom Leben auf dem Land mit großem Garten und altem Bauernhaus sieht in der Realität oft ganz anders aus. Dort steht dann vielleicht die harte Arbeit im Vordergrund.

Fragen Sie sich vielleicht: Welche Bedürfnisse stehen hinter meinen Wünschen und Träumen? Und wie kann ich die möglicherweise auf andere Arten erfüllen?

  • Ich habe leider keine Enkel. Aber ich könnte mich ehrenamtlich um kleine Kinder kümmern.
  • Ich bin leider kein Arzt geworden. Aber ich könnte mich beim Besuchsdienst des Krankenhauses engagieren.
  • Ich hab leider nie Kunstgeschichte studiert. Jetzt könnte ich aber als Seniorenstudentin an Vorlesungen der Universität teilnehmen.

Welche Freundschaften oder Bekanntschaften könnte ich intensivieren oder wieder aufleben lassen?

Welche Begegnungen tun mir besonders gut? Kann ich den Kontakt mit diesen Freunden, Bekannten oder Verwandten intensivieren, indem ich sie öfter treffe oder häufiger telefoniere?

  • „Meine Cousine sehe ich immer nur auf Familienfeiern, aber dann unterhalten wir uns immer unwahrscheinlich gut. Ich ruf die gleich mal an und lad sie zu mir zum Kaffee ein.“
  • „Alle paar Monate verabrede ich mich mit meiner früheren Schulfreundin zum Kaffee. Sie wohnt weiter weg, deswegen sehen wir uns nur selten. Aber wir könnten uns ja auch einfach zum Telefonieren verabreden.“

Welche Bekannten, die ich bisher nur flüchtig kenne, sind mir besonders sympathisch? Könnte ich mich mit diesen gezielt verabreden? Gibt es Unternehmungen (Theater, Kino, Spazierengehen), zu denen ich mich mit ihnen verabreden könnte?

  • „Beim 70. Geburtstag von meinem Freund Helmut habe ich diesen Franz kennen gelernt. Wir haben uns so gut über Fußball unterhalten. Ich ruf den mal an und frage ihn, ob er Lust hat, nächstes Wochenende mit mir zum Fußballgucken in ein Lokal zu gehen.“
  • „Der Mann von der alten Schulfreundin meiner Frau hat auch Herzprobleme. Vielleicht frage ich ihn, ob er mit mir zur Kardio-Sportgruppe geht.“

4. Konkrete Schritte vornehmen

Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, können Sie daraus Ideen für konkrete Vorhaben entwickeln, die Sie in nächster Zeit umsetzen möchten. Damit Sie etwas ändern und Ihre Vorhaben in die Tat umsetzen, entscheiden Sie sich am besten jetzt für einige Ideen, die Sie jetzt gleich und in den nächsten Tagen umsetzen möchten. Am besten schreiben Sie Ihre Vorhaben so konkret wie möglich auf. Damit machen Sie sie verbindlicher. Idealerweise beginnen Sie mit Ihren ersten konkreten Schritten innerhalb der ersten 72 Stunden. Damit erhöhen Sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wirklich etwas verändern, dramatisch. Je schneller man nach dem Fassen eines Vorsatzes ins Handeln kommt, umso wahrscheinlicher ist es, dass man seine Ziele erreicht.

Zum Beispiel:

  • Franz heute anrufen, um mich mit ihm zum Fußballgucken zu verabreden.
  • Morgen Vormittag beim Krankenhaus anfragen, wie die Voraussetzungen sind, beim Besuchsdienst mitzumachen.
  • Auf der Homepage der Musikschule nachsehen, wann und wie ich Gitarrenunterricht nehmen könnte.
  • Mich informieren, wann genau die Kardio-Sportgruppe stattfindet.

Gehen Sie bei Ihren Vorhaben am besten in kleinen Schritten vor. Nehmen Sie sich für eine Woche vielleicht ca. 1–3 Punkte vor. Diese kleinen Schritte sind so wichtig, damit Sie sich nicht überfordern. Nehmen Sie sich zu viel vor, riskieren Sie, dass Sie es nicht schaffen, Ihre Ideen umzusetzen. Und Vorhaben, die man nicht umsetzt, frustrieren einen dann.

5. Ideen umsetzen

Setzen Sie Ihre Ideen nun um. Dazu planen Sie sich am besten die Punkte, für die Sie sich in Schritt 4 entschieden haben, fest ein. Indem Sie zum Beispiel Erinnerungen in Ihren Kalender eintragen oder sich Erinnerungszettel aufhängen, erinnern Sie sich daran, jemanden anzurufen oder sich Informationen einzuholen.

Hier noch einmal zusammengefasst, wie Sie vorgehen können, um in Ihrem Leben mehr Lebensfreude und Zuversicht zu verspüren.

1. Frustration, Enttäuschung und verpasste Chancen annehmen:

  • Gefühle und Gedanken möglichst neutral wahrnehmen
  • Sich nicht für Vorwürfe, Hadern, Trauer und Enttäuschung verurteilen

2. Den Blick weiten: Fragen Sie sich zum Beispiel:

  • Welche Möglichkeiten habe ich in meinem Leben genutzt?
  • Was habe ich bis heute an Gutem und Schönem erlebt?
  • Wofür kann ich dankbar sein?

3. Eine neue Perspektive entwickeln: Fragen Sie sich zum Beispiel:

  • Was wollte ich schon immer gerne machen?
  • Welche alten Träume habe ich?
  • Wie kann ich vielleicht doch noch etwas von dem erleben, was ich mir so sehr gewünscht habe?
  • Welche Freundschaften oder Bekanntschaften könnte ich intensivieren oder wieder aufleben lassen?

4. Konkrete Schritte vornehmen

  • Entscheiden Sie sich für ein bis drei Ideen aus Schritt 3, die Sie in den nächsten Tagen umsetzen möchten.
  • Schreiben Sie sich möglichst konkret auf, was Sie wann tun möchten.
  • Fangen Sie innerhalb von 72 Stunden mit den ersten Schritten an.

5. Ideen umsetzen

  • Setzen Sie die Vorhaben, für die Sie sich entschieden haben, in die Tat um.
  • Richten Sie sich Erinnerungen ein, damit Sie Ihr Vorhaben nicht vergessen. Heften Sie sich zum Beispiel einen Zettel an den Kühlschrank: Franz anrufen, Musikschule recherchieren, beim Krankenhaus erkundigen wegen Besuchsdienst.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17406-haette-ich-nur/feed/ 8
Was glückliche Paare richtig machen (Christian Thiel) http://www.zeitzuleben.de/17421-was-gluckliche-paare-richtig-machen-christian-thiel/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-gluckliche-paare-richtig-machen-christian-thiel http://www.zeitzuleben.de/17421-was-gluckliche-paare-richtig-machen-christian-thiel/#comments Mon, 06 Feb 2012 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=17421 Zwanzig Rezepte, die helfen können, die eigene Partnerschaft zu verbessern.

© Zeit zu leben

]]>

„Was glückliche Paare richtig machen. Die wichtigsten Rezepte für eine erfüllte Partnerschaft.“ von Christian Thiel – Frankfurt: Campus Verlag, 2. Auflage, 2012 – 206 S. – ISBN: 978-3-593-39628-6 – 19,99 €

„Was glückliche Paare richtig machen“ bietet zwanzig Rezepte, die helfen können, die eigene Partnerschaft zu verbessern.

Diese Rezepte muten dem einen oder anderen Leser vielleicht ein wenig Umdenken zu. Ich war jedenfalls etwas irritiert, als ich las, dass einer der entscheidenden Faktoren einer glücklichen Partnerschaft eben nicht das faire Streiten und Ausdiskutieren von Problemen sein soll – wie die übliche Literatur zum Thema immer predigt. Stattdessen zeigt der Autor Christian Thiel, dass es um ganz andere Dinge geht, wenn Paare langfristig zusammen glücklich sein möchten. Er geht bei seiner Rezeptsammlung für glückliche Paare vielfach von den Ergebnissen mehrerer Studien aus, die herausgefunden haben, dass

  • glückliche Paare Probleme nicht immer ausdiskutieren und
  • faires Streiten nicht zwingend zu einer glücklichen Partnerschaft gehört.

Verblüffend einfach wirken die Rezepte in diesem Buch. Hier ein kleiner Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

  • Sorgen Sie für gute Stimmung
  • Lieben Sie Ihren Partner, wie er ist
  • Pflegen Sie Freundschaften
  • Sorgen Sie für sich selbst
  • Loben Sie Ihren Partner, sooft Sie können
  • Unternehmen Sie etwas gegen schlechte Laune, Nörgeln & Co
  • Setzen Sie sich Ziele

Dass die Umsetzung solcher Ratschläge meist nicht so leicht ist, weiß fast jeder aus eigener Erfahrung oder aus dem Bekanntenkreis. Deswegen haben mich neben den schlüssigen Erklärungen und den lebensnahen Beispielen, ganz besonders die konkreten Hilfestellungen im Buch überzeugt. „Was ist zu tun, wenn … ?“ „Was kann ich machen, um … ?“ … Diese Fragen beantwortet der Autor ideenreich und anschaulich, sodass der Leser für den Beziehungsalltag konkrete Handlungsanregungen findet. Die pragmatischen und lebensnahen Ratschläge machen Lust, die eigene Partnerschaft zu verschönern und (noch) glücklicher zu werden. Zudem ist das Buch gut strukturiert und interessant geschrieben. Aufgrund der vielen fett gedruckten Überschriften findet man leicht etwas wieder, was ich persönlich ganz wichtig finde.

Kurzum: Ein Buch für alle, die ihre Beziehungen verbessern möchten oder sich eine glückliche Beziehung wünschen. Dabei ist es egal, ob man bereits lange mit seinem Partner zusammen ist, am Anfang einer neuen Beziehung steht, oder Single ist: Dieses Buch kann einen vom Kennenlernen bis zur Silberhochzeit und darüber hinaus dabei begleiten, eine glücklichere Beziehung zu führen. Ein rundherum gelungener und hilfreicher Ratgeber, der auch ein originelles Hochzeitsgeschenk abgeben kann.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

„Was glückliche Paare richtig machen” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17421-was-gluckliche-paare-richtig-machen-christian-thiel/feed/ 5
3 Tipps, wie Sie Ihr Leben entschleunigen können http://www.zeitzuleben.de/17198-entschleunigung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=entschleunigung http://www.zeitzuleben.de/17198-entschleunigung/#comments Wed, 01 Feb 2012 05:00:00 +0000 Karima Stockmann http://www.zeitzuleben.de/?p=17198

Das neue Jahr ist noch jung und ich frage meine beste Freundin: „Was hast du dir eigentlich für das neue Jahr vorgenommen?“ „Ich möchte einfach mal mehr an mich denken und mich innerlich ruhiger fühlen“, sagt sie sehnsüchtig. „Innere Ruhe, Zufriedenheit, Gesundheit“ – weise Wünsche, die einem das neue Jahr oder auch ein neues Lebensjahr [...]

© Zeit zu leben

]]>

Das neue Jahr ist noch jung und ich frage meine beste Freundin: „Was hast du dir eigentlich für das neue Jahr vorgenommen?“ „Ich möchte einfach mal mehr an mich denken und mich innerlich ruhiger fühlen“, sagt sie sehnsüchtig.

„Innere Ruhe, Zufriedenheit, Gesundheit“ – weise Wünsche, die einem das neue Jahr oder auch ein neues Lebensjahr bescheren sollen! Doch was heißt das eigentlich? Ich möchte von meiner Freundin also wissen, was genau sie damit meint.

„Na ja, ich fühle mich momentan wie in einem Hamsterrad, wie auf der Flucht, ich habe das Gefühl, dass ich nie fertig werde! Ich habe es einfach satt – dieses Jahr ist Schluss damit!“

Dieses Gefühl kenne ich auch oder besser gesagt KANNTE ich früher besonders gut. Und ich bin nicht die Einzige – ein Großteil der Menschen in Deutschland fühlt sich innerlich gestresst. Das Gefühl von innerer Ruhe kennen die meisten nur aus dem Urlaub – vielleicht noch vom Wochenende. Doch ist es nicht unser aller Ziel, dass wir auch im Alltag zufrieden und gelassen sein können?

Natürlich – doch wie stellen wir das an? Ich gebe Ihnen heute drei Tipps & Tricks mit auf den Weg, wie auch Sie es schaffen können, Ihre kostbare Energie nicht damit zu vergeuden, das sich fortwährend drehende Hamsterrad in Schwung zu halten. Wie können Sie stattdessen einen Gang herunterschalten oder die „Notbremse“ ziehen? Ich möchte Ihnen Verhaltens- und Denkweisen aufzeigen, die Sie dabei unterstützen werden, Ihr Leben zu „entschleunigen“.

„Entschleunigung“ – was ist das eigentlich?

Entschleunigung bezeichnet das Gegenteil von „Beschleunigung“. Wir alle merken, dass unser Leben immer schneller geworden ist – Kommunikation via Telefon und E-Mail machen uns überall erreichbar, Fernsehen und Internet bringen die neuesten Nachrichten direkt vor unsere Augen und auch in den Unternehmen müssen Mitarbeiter oft Arbeiten übernehmen von erkrankten oder gar entlassenen Kolleg(inn)en – also heißt es wieder SCHNELL SEIN, um die hochgesteckten Ziele des Chefs zu erreichen.

Diese Beschleunigungen erfahren wir in vielen Bereichen unseres Lebens und oft finden sie ohne unser Zutun statt. Es gibt jedoch viele Momente, die wir nutzen können, um uns selbst zu „entschleunigen“. Ich möchte sogar weiter gehen und behaupten, dass uns im Alltag immer wieder Situationen „geschenkt“ werden, die uns sagen: „Mach langsamer, sonst stolperst du irgendwann. Nutze diesen Moment, um innezuhalten, deine Gedanken kreisen zu lassen und dich und dein Umfeld bewusst wahrzunehmen.“

„Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“

– Johann Wolfgang v. Goethe

Tipp 1: Stressfallen zur Entspannung nutzen

Es ist Freitagabend. Ich gehe nach der Arbeit noch SCHNELL in den Supermarkt, um fehlende Lebensmittel für das Abendessen zu besorgen. In 2 Stunden sind die Gäste da, ich muss noch kochen und das Wohnzimmer etwas auf Vordermann bringen. Natürlich habe ich eigentlich mehr Zeit dafür eingeplant, aber bei der Arbeit ist in letzter Minute wieder etwas auf meinem Schreibtisch gelandet, das UNBEDINGT SOFORT erledigt werden musste. Und nun habe ich den Salat – oder besser gesagt, ich habe den Salat noch nicht. Schnell durch die Supermarktreihen gesprungen, den Salatkopf in den Einkaufskorb und auf zu den Kassen. Innerhalb weniger Sekunden überprüfe ich die 3 geöffneten Kassen und entscheide mich für die ganz rechte. „Hier müsste es SCHNELL gehen …“

Und dann kommt es, wie es meistens kommt, wenn ich in Eile bin. Die ältere Dame, die gerade an der Reihe ist, sammelt in 10-Cent-Stücken gemächlich ihre 4,30 € zusammen. Der Herr zwei Plätze dahinter wird bereits ungeduldig. Die ältere Dame hat es nach gefühlten 10 Minuten geschafft, ihr Katzenfutter zu bezahlen, und ein junger Mann im Anzug ist an der Reihe. Nur eine Digitalkamera hat er, doch wie sich in Kürze herausstellt, möchte er diese gerade zurückgeben. Eine weitere Kassiererin wird ausgerufen. „O. k., das kann etwas dauern“, denke ich mir. Früher hätte ich spätestens jetzt panisch überlegt, ob ich doch noch SCHNELL das Kassenband wechseln sollte, doch heute mache ich etwas anderes: Ich „entschleunige“!

Ich muss etwas lächeln, denn ich freue mich eigentlich insgeheim, dass es wieder „geklappt“ hat. Das Leben hat mir wieder eine Situation zum Durchatmen beschert, da ich es in den ganzen Vorbereitungen für den Abend vielleicht vergessen hätte.

Ich nutze also meine Wartezeit, die ich in der momentanen Situation durch nichts beeinflussen kann. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass ich durch Ärger oder inneren Stress weder etwas beschleunigen noch vereinfachen kann. Auch mein mittlerweile verärgerter Vordermann wird mich deshalb nicht fragen, ob er mir vielleicht die Ehre erweisen darf, mich und meinen Salat vorzulassen … Ich nehme diese Situation also zunächst hin, wie sie ist, und verändere sie dann zu meinem Vorteil.

Lerne loszulassen, es ist der Schlüssel zum Glück!

– Buddha

Ich beginne mit ein wenig Selbstmotivation und sage mir innerlich die Worte: „Du schaffst das trotzdem alles rechtzeitig. Wahrscheinlich kommen die Gäste eh ein paar Minuten später und wenn nicht, freuen sie sich bestimmt über einen kleinen Aperitif, bis das Essen fertig ist. Alles wird gut werden.“ Währenddessen nehme ich meine Füße ganz bewusst wahr. Ich spüre, wie sie fest auf dem Boden stehen, und bemerke, dass sie wohlig warm sind. Ich versuche, nach und nach jeden Teil meines Körpers bewusst wahrzunehmen und ihn zu spüren. Auf dem Weg über mein Knie freue ich mich, dass die Schmerzen gerade weniger sind als sonst, wenn meine OP-Narbe häufig noch etwas zwickt.

Ehe ich mich versehe, bin ich auch schon an der Reihe. Ich lächle die Kassiererin, die zwischenzeitlich von dem Herrn vor mir ungeduldig als „lahme Ente“ beschimpft wurde, an und erhalte ein dankbares, fast schon erlösendes Lächeln zurück. Beim Verabschieden wünschen wir uns beide noch ein schönes Wochenende und ich freue mich beim Verlassen des Ladens schon auf meine nächste „Supermarkt-Meditation“.

Tipp 2: Unpünktlichkeit einplanen

Wir fühlen uns besonders dann gehetzt, wenn wir Gefahr laufen, unser Ziel nicht rechtzeitig zu erreichen oder nicht pünktlich zu einer Verabredung zu kommen. Versuchen Sie also, vorzusorgen und folgenden „Entschleunigungs-Tipp“ zu beherzigen:

Beispiel: Sie haben um 18 Uhr einen Termin

Planen Sie bereits am Morgen, wann Sie losfahren werden, um Ihr Ziel pünktlich zu erreichen. Machen Sie auch den Schritt zuvor schon nach Zeitplan und legen Sie fest, um wie viel Uhr Sie sich bereits vorbereiten oder fertig machen möchten, um Ihr Zuhause auch wirklich rechtzeitig verlassen zu können.

Der größte Trick hierbei: Planen Sie alles eine viertel Stunde früher, als ob Sie den Termin bereits um 17:45 Uhr hätten. Unkalkulierbares wie verspätete Bahnen, verstopfte Straßen, langes Parkplatzsuchen, der unauffindbare Haustürschlüssel oder ein ungebügeltes Hemd werden Sie dann nicht aus der Ruhe bringen, da Ihr Sicherheitspuffer Ihnen den Rücken freihält.

Und hat Sie der Zeiger auf der Uhr dann doch wieder überholt, erinnern Sie sich bei jeder roten Ampel oder verspäteten U-Bahn daran, zu lächeln: Denn das Leben möchte Sie nicht aufhalten, es versucht, auf Sie aufzupassen und Sie zu „entschleunigen“ …

Tipp 3: Rechtzeitig die Notbremse ziehen

Stau, Termindruck, Prüfungsstress, schwierige Gespräche, nicht erfüllbare Erwartungshaltungen – jeder von uns gerät hin und wieder unfreiwillig in Situationen, in denen uns der innere Stress geradezu die Luft abschnürt, das Herz wild rast oder sich unser Magen verkrampft.

Viele Symptome, mit denen uns unser Körper versucht, etwas zu sagen. Oft ignorieren wir ihn und schenken seinen Hilfeschreien keine Beachtung. Dabei lässt sich unser Körper schon durch eine kurze Übung wieder ausbalancieren und beruhigen.

Denn es ist normal, dass wir es nicht schaffen, jede Situation in positive Gedanken und Ansichten zu hüllen. Manchmal hilft nur noch der Griff zur „Notbremse“. Folgende Atemübung zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Herzschlag, Ihren Blutdruck und Ihr gesamtes Nervensystem sofort positiv beeinflussen können. Nicht ohne Grund ist bewusstes Ein- und Ausatmen Bestandteil vieler Entspannungs- und Konzentrationsübungen.

Atemübung:

Öffnen Sie wenn möglich ein Fenster und atmen Sie die frische Luft konzentriert und tief ein. Stellen Sie sich dabei vor, wie die Luft Ihren unteren Bauch ausfüllt und mit frischer Energie versorgt. Denken Sie währenddessen an diese Worte: „Ich fühle mich innerlich ruhig und gelassen.“ Auch wenn dies im Moment noch nicht zutrifft, versuchen Sie Ihre Gedanken immer wieder auf den Zustand der Gelassenheit zu fokussieren.

Atmen Sie schließlich langsam und geführt aus. Vielleicht hilft Ihnen dabei ein hörbarer „F-Ton“ oder Sie zählen innerlich von 1 bis 10.

Warten Sie nach dem Ausatmen ruhig 1–2 Sekunden, bevor Sie wieder frische, sauerstoffreiche Luft einatmen.

Am besten wiederholen Sie diese simple Übung etwa zwanzig Mal. Sie werden es selbst merken – allein das konzentrierte Atmen und die frische Luft werden Ihnen Ruhe und innere Balance schenken.

Ich wünsche Ihnen …

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein „entschleunigtes“ und gelassenes Jahr 2012, in dem Sie in vermeintlich stressigen Situationen sogar Kräfte auftanken können, statt wertvolle Energie und Nerven dafür zu verschwenden. Fragen Sie sich stets selbst, ob Sie durch Stress und Eile das Geschehene wirklich zum Positiven verändern können. Vielleicht geht es Ihnen ja genauso wie mir: Hetze ich durchs Leben und ärgere ich mich über Ereignisse, die mich ausbremsen oder aufhalten, reiht sich eine „Panne“ an die nächste. Bleibe ich jedoch ruhig und gelassen, so behalte ich die Kontrolle über die Situation und nicht umgekehrt. Plötzlich geht alles einfacher und unkomplizierter und ich gewinne dadurch wertvolle Zeit für mich und mein Leben im Hier und Jetzt.

John Lennon sagte schon einst:

„Leben ist das, was dir passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden!“

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17198-entschleunigung/feed/ 6
Wie Sie die guten Dinge im Leben bekommen http://www.zeitzuleben.de/17344-wie-sie-die-guten-dinge-im-leben-bekommen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wie-sie-die-guten-dinge-im-leben-bekommen http://www.zeitzuleben.de/17344-wie-sie-die-guten-dinge-im-leben-bekommen/#comments Tue, 31 Jan 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17344

Darf ich Sie mal wieder zu einem kurzen, kleinen Experiment einladen? Ja? Dann stellen Sie sich doch bitte einmal gerade hin. Den Kopf erhoben, den Rücken gerade, die Brust ein bisschen rausgedrückt. Dann öffnen Sie Ihre Arme, so, als ob Sie jemanden umarmen wollten. Und nun bleiben Sie in dieser Position und zählen Sie in [...]

© Zeit zu leben

]]>

Darf ich Sie mal wieder zu einem kurzen, kleinen Experiment einladen?

Ja?

  1. Dann stellen Sie sich doch bitte einmal gerade hin.
  2. Den Kopf erhoben, den Rücken gerade, die Brust ein bisschen rausgedrückt.
  3. Dann öffnen Sie Ihre Arme, so, als ob Sie jemanden umarmen wollten.
  4. Und nun bleiben Sie in dieser Position und zählen Sie in Gedanken langsam bis 60.

Bitte machen Sie mit. Oder schließen Sie kurz die Augen und stellen Sie sich vor, Sie würden sich, wie oben beschrieben, gerade und mit geöffneten Armen hinstellen und langsam bis 60 zählen.

Haben Sie mitgemacht? Wenn ja, haben Sie vielleicht kurz ein Gefühl dafür bekommen, wie sich Offenheit anfühlt. Cool, oder?

Ja … Offenheit. Damit meine ich Offenheit dem Leben gegenüber. Und auch Offenheit anderen Menschen gegenüber.

Was soll dieses Experiment? Ganz einfach: Genau diese Offenheit braucht man, wenn man die guten Dinge im Leben erfahren und erleben will. Dinge wie Liebe. Zuneigung. Miteinander. Chancen und Möglichkeiten.

Denn wenn man nicht offen ist, also dicht macht und verschlossen ist, dann prallen diese guten Dinge sozusagen von einem ab.

Leider machen viele von uns dicht. Vielleicht wegen schlechter Erfahrungen und aus Angst vor weiteren Verletzungen. Das scheint eine ganz natürliche Reaktion zu sein, wenn uns etwas Schmerzhaftes passiert ist. So, wie eine Auster ja auch instinktiv dicht macht, wenn sie Gefahr spürt. Oder wie eine Schnecke sich in ihr Haus zurückzieht.

Wir verschließen uns, um die Gefahr und das Risiko auszusperren. Aber man kann eben nicht nur die Gefahr aussperren. Wenn man zumacht, dann kommen auch die ganzen schönen Sachen nicht mehr zu einem durch. Wenn man versucht, den Schmerz auszusperren, bleiben auch immer die Freude und das Glück draußen. Auch die guten Sachen prallen am Panzer ab, der einen ja eigentlich nur vor dem Schlechten beschützen soll.

Natürlich ist niemand von uns zu 100% offen oder zu 100% verschlossen. Wir sind alle irgendwo dazwischen. Und dann hängt es auch von der jeweiligen Situation ab. Guten alten Freunden gegenüber bin ich wahrscheinlich offener als einem total Fremden.

Mir geht es hier auch eher um unsere grundsätzliche Tendenz. Also um die grundsätzliche Einstellung dem Leben und anderen Menschen gegenüber.

Wenn Sie mal das folgende Diagramm anschauen …

Diagramm

… Wo würden Sie sich da ungefähr einordnen? Wo würden Sie Ihr Kreuz auf dieser Skala machen? Sind Sie eher auf der verschlossenen Seite des Lebens? Oder eher ein offener Typ?

Wo sortieren Sie sich dem Gefühl nach ein?

Übrigens ist meiner Erfahrung nach 100%ige Offenheit genauso schädlich wie 100%ige Verschlossenheit. In dem einen Fall sind wir so ziemlich allem und jedem hilflos ausgeliefert, im anderen Fall sind wir quasi schon tot.

Die meisten Menschen, die ich kenne, haben allerdings weniger das Problem, dass sie zu offen sind. Meistens sind wir zu dicht, zu abweisend, zu abwehrend und lassen zu wenige Dinge an uns heran. Aus Angst vor Ablehnung oder Verletzung.

Und ich persönlich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass tiefgreifende Dinge im eigenen Leben passieren können, wenn man sich ein bisschen öffnet. Anderen Menschen gegenüber oder dem Leben ganz allgemein.

So wie oben bei der Übung. Statt mit verschränkten Armen dazustehen, einfach mal die Arme öffnen und andere Menschen mit offenen Armen einladen. Das meine ich nicht unbedingt im wörtlichen Sinne, sondern eher sinnbildlich. Obwohl gegen eine gute Umarmung natürlich nichts einzuwenden ist :-)

Stellen Sie sich vor, Sie würden sich einfach auch mal sagen:

  • Ich lasse mal eine meiner Schutzschichten fallen und schaue, was passiert.
  • Ich beobachte, was passiert, wenn ich NICHT alles sofort abblocke. Sondern wenn ich abwarte, mir die Sache mit einem Lächeln und mit offenen Armen anschaue.
  • Ich gehe mal dorthin, wo Kontakt und Verbindung stattfinden kann. Und ich lass es mal zu.
  • Ich lade die guten Dinge ein und mache auf, so dass die schönen Dinge auch den Weg zu mir finden.

Und stellen Sie sich vor, Sie würden diese Dinge nicht nur sagen. Sondern vielleicht sogar ein bisschen leben. Jeden Tag ein klein wenig mehr und mehr.

Was könnte dann im besten Falle passieren?

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17344-wie-sie-die-guten-dinge-im-leben-bekommen/feed/ 43
Nudge (Richard H. Thaler, Cass R. Sunstein) http://www.zeitzuleben.de/17207-nudge/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=nudge http://www.zeitzuleben.de/17207-nudge/#comments Mon, 30 Jan 2012 05:00:00 +0000 Stefan Pinter http://www.zeitzuleben.de/?p=17207 In „Nudge“ geht es um Situationen, in denen die Menschen zwischen verschiedenen Alternativen wählen können, aber doch einen kleinen Schubs in Richtung rationaler, kluger, nützlicher, fehlerfreier, … Entscheidungen erhalten – den sogenannten Nudge.

© Zeit zu leben

]]>

„Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt“ von Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein – Berlin: Ullstein-Taschenbuch, 2009 – 400 S. – ISBN: 978-3-549-37266-9 – 9,95 €

Psychologie und Ökonomie werden noch immer für sehr verschiedene Denkwelten gehalten, insbesondere in ihrer Beschreibung menschlichen Verhaltens. In der Ökonomie galt der Mensch lange als Nutzenmaximierer, der durch materielle Anreize beliebig stimulier- und beeinflussbar ist. Das hat sich geändert. Ökonomie und Psychologie kommen einander näher, nicht zuletzt vermittelt durch Erkenntnisse der Neurowissenschaft. Auch Ökonomen wissen inzwischen, dass Menschen sich nicht von Natur aus rational verhalten, dass sie sich leicht beeinflussen lassen, rasch den Überblick verlieren und zur Trägheit neigen.

Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein, zwei US-amerikanische Wissenschaftler, haben mit „Nudge“ ein kluges Buch über kluge Entscheidungen geschrieben. Darin beschreiben sie zahlreiche Beispiele wie dieses: Wenn Menschen am Vortag einer politischen Wahl angerufen und gefragt werden, ob sie vorhaben, wählen zu gehen, steigt die Wahlbeteiligung um bis zu 25 Prozent. Diese Menschen haben dann einen Nudge (übersetzt „Stups“ oder „Schubs“) erhalten.

In „Nudge“ geht es um Situationen, in denen die Menschen zwischen verschiedenen Alternativen wählen können, aber doch einen kleinen Schubs in Richtung rationaler, kluger, nützlicher, fehlerfreier, … Entscheidungen erhalten – den sogenannten Nudge. Ein Nudge verändert die Entscheidungssituation, ohne Optionen auszuschließen oder wirtschaftliche Anreize stark zu verändern. Es ist ein Anstoß, ein erster Impuls. Das Konzept dahinter nennen Thaler und Sunstein libertären Paternalismus – die Verbindung von Entscheidungsfreiheit und guten Rahmenbedingungen für Entscheidung.

Ausführlich und kurzweilig beschreiben die Autoren im ersten Teil des Buches, warum und wann Nudges manchmal notwendig sind. Ein Grund: Weil Menschen ihren Versuchungen erliegen. Wenn z. B. bei einer Party ein großer Teller Chips auf den Tisch gestellt wird, dann werden vermutlich 3 von 4 Gästen so lange zugreifen, bis der Teller leer ist. Obwohl sie wissen, dass Chips sehr ungesund sind und eine Menge Fett enthalten. Ein weiterer Grund: Menschen wiederholen einfach gern, was andere tun – auch deren Fehler.

Kleine Schubse in die richtige Richtung sind immer dann sinnvoll, wenn Menschen leicht Fehler machen, z. B. wenn die Kosten einer Entscheidung nicht sofort, sondern erst mit Zeitverzögerung eintreten – wie bei übermäßigem Chipsverzehr, der erst nach einiger Zeit die Fettdepots im Körper anschwellen lässt. Und ebenso bei komplexen und bei seltenen Entscheidungen wie die Auswahl einer geeigneten Hypothek und bei Unkenntnis über die Konsequenzen von Entscheidungsalternativen beispielsweise im Angesicht überlanger Speisekarten.

Spannend zu lesen sind die Ausführungen über Sicherungssysteme, die Fehler ausschließen. Sie halten in unseren Alltag immer mehr Einzug: Geldautomaten, die die Kreditkarte noch vor dem Geld auswerfen oder Befestigungen von Tankdeckeln. Dadurch werden sogenannte Post Completion Errors verhindert, Fehler, die nach Erledigung einer Hauptaufgabe wie dem Geldabheben oder dem Tanken entstehen. Weitere Beispiele sind Hinweise für Fußgänger in England, nach rechts zu schauen, weil sich wegen des Linksverkehrs die Autos zuerst von dort nähern; oder Klickgeräusche bei Digitalkameras, die signalisieren, dass tatsächlich ein Foto gemacht wurde – kleine Helfer, die uns gerade in stressigen Zeiten enorm entlasten.

In den Teilen zwei und drei des Buches werden Nudges in Bezug auf Geld und Reformen der Sozialversicherung, des Gesundheitssystems und des Umweltschutzes beschrieben. Hier stellen die Autoren aktuelle Arbeiten aus ihrer Beratertätigkeit für Barack Obama und David Cameron vor und wenden sich an Entscheider in Politik und Gesellschaft.

Im abschließenden vierten Teil werden eine Reihe kleinerer Nudges vorgestellt, die zumindest ich mir sofort zu wünschen begann, als ich über sie las – die automatische Steuererklärung, Sperrlisten für Glücksspieler oder ein Höflichkeitscheck vor Absendung von Mails.

Thaler und Sunstein haben ihr Buch sowohl für professionelle Entscheider als auch für Leute wie dich und mich geschrieben. Wir alle stehen permanent vor Entscheidungen, bei denen uns kleine Schubser unterstützen und folgenschwere Fehler ersparen können. „Nudge“ zu lesen, lohnt sich allein schon deshalb, weil es einen guten Überblick über die Ursachen menschlichen Versagens in kleinen und großen Entscheidungssituationen gibt.

Bewertung: PunktPunktPunktPunkt Punkt

„Nudge” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17207-nudge/feed/ 1
Affirmations-Kärtchen: Selbstvertrauen http://www.zeitzuleben.de/17181-affirmations-kartchen-selbstvertrauen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=affirmations-kartchen-selbstvertrauen http://www.zeitzuleben.de/17181-affirmations-kartchen-selbstvertrauen/#comments Wed, 25 Jan 2012 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=17181

Mit Affirmationen kann man sein Denken in ganz unterschiedlichen Themenbereichen beeinflussen. Heute haben wir für Sie Affirmations-Kärtchen zum Thema Selbstvertrauen zusammengestellt. Diese Kärtchen können Sie ausschneiden und so immer dabeihaben, um sich zwischendurch die selbstbejahenden Sätze bewusst zu machen. Wenn Sie sich aus diesen Affirmationen ein bis drei aussuchen und sie sich jeden Tag über [...]

© Zeit zu leben

]]>

Mit Affirmationen kann man sein Denken in ganz unterschiedlichen Themenbereichen beeinflussen. Heute haben wir für Sie Affirmations-Kärtchen zum Thema Selbstvertrauen zusammengestellt. Diese Kärtchen können Sie ausschneiden und so immer dabeihaben, um sich zwischendurch die selbstbejahenden Sätze bewusst zu machen.

Wenn Sie sich aus diesen Affirmationen ein bis drei aussuchen und sie sich jeden Tag über einen Zeitraum von mindestens 30–90 Tagen sagen,

  • machen Sie sich immer öfter bewusst, dass Sie sich selbst vertrauen können
  • lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit immer häufiger darauf, Ihre eigenen Fähigkeiten wahrzunehmen
  • trauen Sie sich immer öfter zu, etwas zu tun, was Sie sich vorher nicht zugetraut haben
  • erlauben Sie sich öfter, etwas Neues auszuprobieren
  • gewinnen Sie nach und nach immer mehr Selbstvertrauen

So können Sie Ihr Selbstvertrauen mit den Affirmations-Kärtchen steigern:

  • Drucken Sie sich die Datei aus (am besten auf einem festeren Karton).
  • Schneiden Sie sich die Kärtchen aus.
  • Suchen Sie sich ein bis drei Affirmationen aus, die Sie besonders ansprechen. Entscheiden Sie sich für Sätze, mit denen Sie sich wohl fühlen, bei denen Sie das Gefühl haben, dass sie zu Ihnen sprechen.
  • Platzieren Sie die Affirmations-Kärtchen dort, wo Sie möglichst oft über sie stolpern (in Ihrem Portemonnaie, am Badezimmerspiegel, auf dem Nachttisch, auf Ihrem Schreibtisch).
  • Und nehmen Sie sich 5–10 Mal am Tag Zeit, sich die Affirmationen bewusst (leise oder laut) vorzulesen.
  • Bauen Sie sich am besten Erinnerungen für die Beschäftigung mit den Affirmationen ein (Erinnerungsfunktion Ihres Handys; Kalender; Post-its, die Sie zum Beispiel an den Spiegel oder den Kühlschrank kleben).
  • Arbeiten Sie mit den Affirmationen 30–90 Tage möglichst jeden Tag. Dann können Sie spüren, wie Ihr Selbstvertrauen wächst.

Die Häufigkeit des Vorlesens und die Anzahl der Affirmationen sind übrigens nur Richtwerte. Jeder Mensch funktioniert ja anders. Manch einem sind drei Affirmationen zu viel, einem anderen sind es zu wenige. Aber als Richtlinie gilt, dass Affirmationen am besten wirken, wenn man mit einigen wenigen Sätzen über einen längeren Zeitraum arbeitet. Dann wirken sie nämlich am stärksten auf unser Denken.

Affirmations-Kärtchen hier herunterladen

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17181-affirmations-kartchen-selbstvertrauen/feed/ 15
Andere Menschen akzeptieren lernen http://www.zeitzuleben.de/17167-andere-menschen-akzeptieren-lernen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=andere-menschen-akzeptieren-lernen http://www.zeitzuleben.de/17167-andere-menschen-akzeptieren-lernen/#comments Tue, 24 Jan 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17167

Es gibt Menschen, die wir am liebsten nur von hinten sehen. Oder noch besser: gar nicht. Diese Menschen regen uns irgendwie auf und berühren uns unangenehm. Manchmal durch das, was sie tun. Manchmal einfach nur durch ihre Art, also dadurch, das sie sind, wie sie eben sind. Gibt es so jemanden für Sie? Kennen Sie [...]

© Zeit zu leben

]]>

Es gibt Menschen, die wir am liebsten nur von hinten sehen. Oder noch besser: gar nicht. Diese Menschen regen uns irgendwie auf und berühren uns unangenehm. Manchmal durch das, was sie tun. Manchmal einfach nur durch ihre Art, also dadurch, das sie sind, wie sie eben sind.

Gibt es so jemanden für Sie? Kennen Sie jemanden, der Sie durch seine Art aus dem Gleichgewicht bringt?

Ich rede hier übrigens nicht von den Menschen, die uns durch ihr Verhalten wirklich schaden. Das ist noch mal eine andere Nummer. Ich rede hier allein von Menschen, die uns durch ihre Art auf die Nerven gehen.

Normalerweise ist das ja keine Sache. Wir gehen diesen Menschen einfach aus dem Weg. Problem gelöst.

Aber was, wenn wir mit diesen Menschen umgehen müssen, die uns so aufregen? Zum Beispiel, weil es Verwandte sind, denen wir zwangsläufig begegnen. Oder Kollegen. Oder Bekannte, die wir durch unseren Freundeskreis regelmäßig sehen.

Was machen wir dann?

Wir können diese Menschen natürlich spüren lassen, dass wir sie nicht mögen. Wir schneiden sie dann oder lassen sie auflaufen. Oder im Extremfall sind wir sogar offen feindselig oder respektlos.

Aber die meisten von uns sind ja zivilisiert und versuchen trotzdem höflich zu sein, auch wenn wir jemanden nicht mögen. Wir reden dann vielleicht mal hinter dem Rücken über denjenigen. Aber wir versuchen, im direkten Kontakt trotzdem einigermaßen freundlich zu ihm oder zu ihr zu sein.

Natürlich kommt es meistens trotzdem irgendwie rüber, dass wir den anderen nicht mögen, auch ohne dass wir es beabsichtigen. Denn über unsere Körpersprache und die ganzen Mikrosignale, die ca. 80 Prozent unserer Kommunikation ausmachen, haben die meisten von uns ja keine Kontrolle.

Das alles ist natürlich vollkommen normal. Wir müssen ja auch nicht jeden mögen. Aber unser Thema hier bei „Zeit zu leben“ ist ja Persönlichkeitsentwicklung.

Deswegen möchte ich Ihnen einige Ideen vorstellen, wie Sie es für Ihr persönliches Wachstum nutzen können, wenn Sie jemanden nicht leiden mögen.

Denn man kann ja nahezu alles nutzen, um die eigene Persönlichkeit zu stärken. Warum also nicht die Dinge, die einen nerven?

Also los …

Idee 1: Es ist Ihr Problem

Machen Sie sich bitte klar: Es ist allein Ihr Problem, wenn Sie den anderen nicht leiden mögen. Der andere ist, wie er ist. Wenn Sie damit nicht klarkommen, hat das mehr mit Ihnen als mit dem anderen zu tun.

Es ist ja nicht die Aufgabe anderer Menschen, so zu sein, wie Sie es gerne hätten. Genauso wenig, wie es Ihre Aufgabe ist, so zu sein, wie es andere von Ihnen erwarten.

Andere Menschen respektlos oder unfreundlich zu behandeln, nur weil sie nicht so sind, wie Sie es für richtig halten, ist nicht o. k.

Denn Sie wollen ja auch nicht blöd behandelt werden, nur weil jemand anderes der Meinung ist, dass Sie anders reden oder sich anders verhalten sollten, oder?

Idee 2: Sie sind auch nicht perfekt

Machen Sie sich vielleicht auch klar: Es gibt da draußen auch Menschen, die Sie doof finden, nur weil Sie eben so sind, wie Sie sind.

Egal für wie freundlich, cool, toll oder erwachsen Sie sich halten: Irgendwo da draußen gibt es Menschen, die Sie völlig grundlos nicht mögen. Vielleicht wegen Ihrer Kleidung, Ihrer Herkunft, Ihrer Wortwahl oder wegen irgendwelcher kleiner Details, derer Sie sich gar nicht bewusst sind.

Da kann man sich noch so anstrengen, es allen recht zu machen und von allen gemocht zu werden. Man wird es nicht schaffen. Denn jeder hat kleine Macken und Eigenarten. Der eine ist zum Beispiel unordentlich und der andere pedantisch. Beides ist nicht richtig oder falsch. Und beides kann manch einen auf die Palme bringen.

Fänden Sie es richtig, wenn Sie von diesen Menschen wegen Ihrer ganz eigenen Art unfreundlich behandelt werden würden? Oder wenn man Sie deswegen schneiden oder Sie sonst wie benachteiligen würde?

Sie haben es wahrscheinlich schon erkannt: Ich will auf die goldene Regel hinaus:

Behandele andere so, wie du auch behandelt werden möchtest.

Wenn das alle machen würden, wäre die Welt einen kleinen Tick besser.

Ausgehend davon noch ein anderer Gedanke bzw. eine Frage: Schauen wir vielleicht so auf die Fehler der anderen, damit wir uns nicht mit unseren eigenen Schwächen auseinandersetzen müssen?

Sie wissen ja: Ich sehe den Splitter im Auge des anderen, aber nicht den Balken vor meinen Augen …

Harte Frage! Aber die Art von Fragen, die einen persönlich weiterbringen kann.

Idee 3: Verständnis haben

Noch ein Gedanke, der mir persönlich immer sehr hilft:

Wir Menschen wollen doch eigentlich alle nur das Gleiche. Wir wollen gesehen und wertgeschätzt werden. Wir wollen lieben und geliebt werden. Wir wollen uns sicher fühlen. Und wir wollen uns manchmal wichtig fühlen.

Unsere Wege zu diesen Wünschen sind vielleicht unterschiedlich. Aber wir haben alle die gleichen Ziele. Wir haben also mehr gemeinsam, als uns letztlich trennt. Wir sitzen alle im gleichen Boot.

Dazu kommt: Jeder Mensch hat seine Geschichte und hat seine guten Gründe, warum er so ist, wie er ist. Jeder von uns hat seine guten, aber auch hässlichen Erfahrungen gemacht. Und deswegen sind wir so, wie wir sind. Wir sind alle auch ein Produkt unserer Kindheit und unserer Umgebung. Wir haben uns also zu einem guten Maß nicht ausgesucht, wie wir sind. Wir sind alle auch zu dem gemacht worden. Und jemandem das dann vorzuwerfen ist irgendwie ein bisschen unfair.

Was ich sagen will: Haben Sie ein bisschen Verständnis für die anderen da draußen. Wir haben es alle manchmal schwer. Und wie schon gesagt: Niemand von uns ist perfekt.

Idee 4: Güte und Toleranz trainieren

O. k., die ersten drei Ideen waren ein bisschen moralisch. Ich gebs zu. Kommen wir jetzt mal zu einer Idee, die Ihnen ganz persönlich nutzen kann. Also jetzt kommt Egoismus pur.

Es gibt ja einen interessanten Zusammenhang zwischen unserer inneren und unserer äußeren Welt. Und dieser Zusammenhang lautet: Je gesünder, gütiger und toleranter ich mit anderen umgehen kann, desto gesünder, gütiger und toleranter kann ich auch mit mir selbst umgehen.

Also: wie im Innen, so auch im Außen.

Wie ich andere behandele, so behandele ich normalerweise auch mich selbst. Wer hart zu anderen ist, ist auch hart und oft gemein zu sich.

Die Idee ist: Wenn ich es schaffe, zu denen gütiger und toleranter zu sein, die ich nicht mag, dann schaffe ich es vielleicht auch, ein bisschen wohlwollender auf die Teile von mir zu schauen, die ich an mir nicht mag. Ich schaffe es also dann, mit mir selbst gütiger und toleranter umzugehen.

Deswegen können wir die Menschen da draußen, die wir zuerst mal nicht leiden können, als Helfer nutzen. Indem wir selbst zu anderen netter sind, werden wir mit der Zeit netter, nachsichtiger und gütiger mit uns selbst.

Schönes Ziel … aber wie schafft man es, netter zu Menschen zu sein, die einen nerven?

Zuerst ist eines nützlich: Geben Sie es vor sich selbst zu, dass der andere Sie nervt. Es nutzt nichts, es zu unterdrücken oder zu verdrängen. Erlauben Sie sich den Gedanken und die Gefühle lieber zuerst, bevor Sie sie loslassen.

Sagen Sie sich innerlich:

„Der Typ ist ätzend“ oder „Mann, die nervt“ und „Ich erlaube mir, das zu denken und zu fühlen“,

aber sagen Sie sich innerlich auch:

„Und das hat jetzt wahrscheinlich mehr mit mir zu tun als mit dem anderen. Und ich kann das nutzen, um meine Güte und Toleranz zu trainieren. Deswegen nehme ich diese Gefühle jetzt mal nicht so ernst und lasse sie vielleicht sogar ein bisschen los.“

Und dann machen Sie sich auf die Suche nach den positiven Eigenschaften Ihres Gegenübers. Schauen Sie nicht auf die Schwächen, sondern auf die guten Seiten des anderen. Fragen Sie sich dazu:

  • Was hat er oder sie für Stärken?
  • Was kann er oder sie, was Sie nicht können?
  • Welche positiven Eigenschaften nehmen Sie wahr?
  • Was hat derjenige Gutes getan? Wem hat er wann geholfen?
  • Inwiefern macht dieser Mensch die Welt zu einem besseren Ort?

Indem Sie Ihren Verstand durch solche Fragen bewusst auf die positiven Seiten eines Menschen richten, ziehen normalerweise Ihre Gefühle auch ein bisschen nach. Versuchen Sie es einmal. Das ganze Prozedere erfordert ein bisschen Übung. Aber es lohnt sich.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17167-andere-menschen-akzeptieren-lernen/feed/ 22
Die Mañana-Kompetenz (Gunter Frank, Maja Storch) http://www.zeitzuleben.de/17074-die-manana-kompetenz-gunter-frank-maja-storch/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-manana-kompetenz-gunter-frank-maja-storch http://www.zeitzuleben.de/17074-die-manana-kompetenz-gunter-frank-maja-storch/#comments Mon, 23 Jan 2012 05:00:00 +0000 Mathias Rudolph http://www.zeitzuleben.de/?p=17074 Auch Powermenschen brauchen Pause

© Zeit zu leben

]]>

„Die Mañana-Kompetenz“ von Gunter Frank und Maja Storch – München: Piper Verlag, 2011 – 206 S. – ISBN: 978-3-492-27263-6 – 8,95 €

Haben Sie auch ständig das Gefühl, nicht alles erledigt zu haben, was Sie schaffen wollten? Denken Sie manchmal, das Leben rauscht irgendwie an Ihnen vorbei? Machen Sie sich ständig Sorgen, obwohl es Ihnen doch eigentlich gut gehen müsste? Dann kann „Die Mañana-Kompetenz“ Ihnen sehr gut dabei helfen, sich von diesem unnötigen Stress zu befreien und damit langfristig etwas für Ihre Gesundheit zu tun.

Mañana ist spanisch, und bedeutet „Morgen“. Mit „Mañana-Kompetenz“ wollen die Autoren in diesem Buch so etwas sagen wie: „Morgen ist auch noch ein Tag.“ Denn darum geht es in diesem Buch: Gelassenheit und Entspanntheit zurückzugewinnen.

Dieses Buch ist an Menschen gerichtet, die ihren Alltag perfekt durchplanen, ja manchmal sogar ihre Freizeit, und außerdem einen Hang zum Perfektionismus haben –   „Powermenschen“, wie das Autorenteam Gunter Frank und Maja Storch sie nennt.

Maja Storch ist Doktorin der Psychologie, Psychoanalytikerin und Autorin. Gunter Frank ist ärztlicher Leiter des Heidelberger Präventions- und Gesundheitsnetzes mit einem Arbeitsschwerpunkt in der Stressmedizin. Folglich ist „Die Mañana-Kompetenz“ ein Buch, welches vollends auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

Im Mittelpunkt dieses Buches steht dabei der „Parasympathikus“, der auch „Ruhenerv“ genannt wird, weil er für die Entspannung unseres Körpers sorgt. Sein Gegenspieler ist der Sympathikus, also der Teil unseres Nervensystems, der uns in die Lage versetzt, zu kämpfen und zu flüchten.

Die Kernaussage des Autorenteams ist, dass durch das heutige Streben nach mehr Effizienz – im Beruflichen wie im Privaten – unser sympathisches Nervensystem überaktiviert wird und dadurch unser Stress nicht mehr richtig abgebaut werden kann. Während Ruhezeiten früher von außen vorgegeben wurden, z. B. durch Ladenschlusszeiten, Feierabendrituale, Gottesdienste etc., fallen diese Ruhephasen heute weitestgehend weg. Stattdessen sind wir zusätzlich noch Opfer der ständigen Erreichbarkeit durch Handy und Internet geworden. Dadurch wird unser Sympathikus sozusagen daueraktiviert und der Ruhenerv wird unterdrückt. Dies führt zu einer psychischen Verfassung der Unruhe, des Grübelns, des Gehetztseins und letztlich dann auch zum Burnout.

Immer weitere Leistungssteigerungen, z. B. durch ein ausgeklügeltes Zeitmanagement oder das Streben nach der perfekten Work-Life-Balance, sind laut Autorenteam nicht die richtige Lösung, da hierbei auch der Sympathikus in Aktion tritt.

Nur durch Aktivierung des Ruhenervs lässt sich aber Entspannung erreichen. Und wie man den Ruhenerv aktiviert und diese Kompetenz wieder neu erlernt und trainiert, zeigen die beiden Autoren in diesem Buch.

Da jeder Mensch verschieden ist und daher auch auf unterschiedlichen Wegen entspannen kann, haben Maja Storch und Gunter Frank einen Test entwickelt, mit dem der Leser herausfinden kann, welcher „Entspannungstyp“ er selbst ist. Darauf aufbauend werden dann konkrete Tipps gegeben, um den eigenen Ruhenerv zu aktivieren.

„Die Mañana-Kompetenz“ ist außerordentlich hilfreich, weil es für das Stressphänomen der heutigen Zeit eine plausible und fundiert Erklärung abgibt. Durch die Darstellung der medizinischen Zusammenhänge rückt das Buch hierzu einiges ins rechte Licht und hinterlässt damit einen nachhaltigen Eindruck. Dadurch hat es das Potenzial, beruflich und privat stark eingebundenen und gestressten Menschen auch wirklich aus ihrer „Leistungsfalle“/„Effizienzfalle“ zu helfen.

Trotz der vielen wissenschaftlichen Hintergrundinfos ist „Die Mañana-Kompetenz“ außerordentlich gut lesbar. Das liegt zum einen an der übersichtlichen Struktur und dem flüssigen Schreibstil, aber hauptsächlich auch daran, dass es den Autoren gelingt, die medizinischen Zusammenhänge auch für Laien gut nachvollziehbar zu beschreiben. Die sehr gut ausgewählten Beispiele helfen dabei.

Die größte Stärke dieses Buches liegt aber darin, dass es die Autoren schaffen, aus der Theorie auch für jeden verständliche und praktische Handlungsempfehlungen abzuleiten. Das Buch motiviert ungemein dazu, das „Mañana-Gefühl“ in sein Leben einzubringen. Und der Leser weiß am Ende des Buches genau, was er zu tun hat, nämlich: Seine eigenen Entspannungsmechanismen herauszufinden und diese dann gezielt einzuüben.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

„Die Mañana-Kompetenz” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17074-die-manana-kompetenz-gunter-frank-maja-storch/feed/ 1
Das Glück ist ein Schmetterling http://www.zeitzuleben.de/2747-das-gluck-ist-ein-schmetterling/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-gluck-ist-ein-schmetterling http://www.zeitzuleben.de/2747-das-gluck-ist-ein-schmetterling/#comments Thu, 19 Jan 2012 05:00:00 +0000 Tania Konnerth http://localhost/inpsyde/zeitzuleben/das-gluck-ist-ein-schmetterling/ Eine Geschichte über das Glück.

© Zeit zu leben

]]>

Es sprach der Meister zu seinen Schülern: “Das Glück ist ein Schmetterlingr. Jag ihm nach und er entwischt dir, setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder.”

“Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?” fragte jemand der Zuhörenden

“Hör auf, hinter ihm her zu sein.”

“Aber gibt es nichts, was ich tun kann?”

“Du könntest versuchen, dich ruhig hinzusetzen, wenn du es wagst.”

Anthony de Mello
aus Gib deiner Seele Zeit

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/2747-das-gluck-ist-ein-schmetterling/feed/ 7
Eine Frage, eine Antwort … Treffen mit einem Genie http://www.zeitzuleben.de/17060-eine-frage-eine-antwort/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=eine-frage-eine-antwort http://www.zeitzuleben.de/17060-eine-frage-eine-antwort/#comments Wed, 18 Jan 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17060

In unserer neuen Rubrik „Eine Frage – eine Antwort” haben wir dieses Mal unseren guten Freund Tom Freudenthal gefragt Wenn Du einmal auf Dein Leben zurückblickst: Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Dein Leben? und die folgende Antwort bekommen: “Das Interview verlief erstaunlich. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon einige [...]

© Zeit zu leben

]]>

In unserer neuen Rubrik „Eine Frage – eine Antwort” haben wir dieses Mal unseren guten Freund Tom Freudenthal gefragt

Wenn Du einmal auf Dein Leben zurückblickst: Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Dein Leben?

und die folgende Antwort bekommen:

“Das Interview verlief erstaunlich. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon einige Hundert Radiobeiträge für die ARD hinter mir, aber so etwas hatte ich noch nicht erlebt:

Dieser hochgewachsene Mann mit Glatze da vor mir sprach jetzt schon zwei Stunden lang. Druckreif. Fehlerfrei, ohne Ähs und Wiederholungen spannte er einen Bogen von den Taoistischen Unsterblichen bis zur Quantenphysik Erwin Schrödingers.
Später im Studio musste ich nur noch ein bisschen was rausschneiden und fertig war die 2-Stunden-Sendung.

Das ist jetzt über 10 Jahre her und mein erster Kontakt mit einem lebenden Genie.

Und dieses Interview war, glaube ich, auch der Moment, der meinem Leben eine völlig neue Richtung geben sollte …

20 Jahre früher hatten meine damalige Frau und ich oft darüber gerätselt, wie man wohl folgende drei Kriterien im Leben vereinen könnte:

  • beruflich etwas zu tun, was richtig Spaß macht und einen erfüllt
  • dafür nicht jeden Tag eine Stunde im Stau in die Stadt fahren zu müssen
  • und dazu dann noch mit einer guten Sache Geld zu verdienen

Damals wohnten wir in einem Vorort von Hamburg und hatten davon definitiv noch nichts erreicht.

Aber diese Vision war von da an so eine Art Lebensziel für mich – mein privater Leuchtturm, den ich manchmal nicht mehr sehen konnte oder auch mal eine Weile vergessen sollte, der aber im Hintergrund immer seine Signale aussendete :-)

Am Tag des oben erwähnten Interviews war meine Realität allerdings noch ziemlich weit entfernt von dieser Vision …

Zwar hatte ich eine halbwegs erfolgreiche Karriere als Radiojournalist hinter mir, aber auch schon einen großen Lebenstraum begraben müssen – nämlich Berufsmusiker zu werden. Weder als Musiker noch als Journalist war ich letztlich trotz harter Arbeit wirklich erfolgreich.

20 Jahre auf der Suche und immer noch keine wirkliche Antwort.

Was ich im Rückblick allerdings hätte sehen können, war eine Art roter Faden, der sich trotz aller Berufs-, Orts- oder Partnerwechsel kontinuierlich durch mein Leben zog – nämlich die Lust am Weitergeben von Wissen, Erkenntnissen und Fähigkeiten. Egal welchen Beruf ich gerade hatte – Musiklehrer, Therapeut, Journalist, Hundetrainer –, irgendwie hatte ich immer Gelegenheiten gesucht, um zu unterrichten, zu coachen, Vorträge zu halten oder Gruppen zu leiten.

Das machte mir Spaß und das konnte ich auch besser als alles andere. Nur war das noch kein Beruf und Geld verdienen konnte ich damit auch noch nicht.

Zurück zum Interview mit dem Genie. Ich weiß nicht, ob das bei allen Genies so ist, aber dieser junge Mann hatte im Schnitt alle drei Jahre ein neues Thema, das ihn faszinierte. Damals war es gerade die Frage, warum alle anderen um ihn herum so langsam lernten und sich nichts merken konnten. Noch nicht einmal Telefonnummern.

Und da dieser junge Mann ein charismatischer Redner war (ist), entwickelte er aus dieser Frage ein Seminarkonzept, das Menschen beibringen sollte, zu lernen wie ein Genie.

Ich glaube, ich war bei fast allen Workshops dabei. Das Faszinierende an seinem Ansatz war nämlich, dass er Techniken zusammenführte, die bis dahin alle nur einzeln gelehrt wurden. Also Methoden wie SpeedReading, MindMapping, Entspannung oder Gedächtnistraining – die wurden plötzlich zu einem integrierten, großen Ganzen (was ja auch sinnvoll ist, denn sie repräsentieren alle unterschiedliche Teile des Lernprozesses) …

Sehr spannend.

Als sich das Genie dann aber wieder einem neuen Thema widmen wollte, kam die Frage, wer denn Lust hätte, diese Seminare weiterzuleiten. Fünf schrien hier, einer hat’s dann wirklich umgesetzt. Ich :-)

Bis allerdings aus dieser Anfangsidee Workshops wurden, die auch für die Teilnehmer wirklich Veränderung bewirkten – das war dann doch noch ein langer Weg. Denn charismatische Vorträge sind zwar faszinierend, aber wirklich neue Wege schlagen Menschen nur ein, wenn sie Neues ausreichend oft üben können und dann auch direkt damit Erfolge erleben und fühlen.

Aber seine Idee war der Beginn einer ganz neuen Karriere für mich. Plötzlich kam alles zusammen, was sich inzwischen bei mir an Fähigkeiten und Talenten angesammelt hatte: vom Umgang mit großen Mengen an Lesestoff (Journalist) über das „Fühlen“ und Leiten von Gruppen (Therapeut) bis zum intelligenten Strukturieren von Lernprozessen (Musiklehrer) – all das war nötig, um gute Workshops zu halten.

Und bevor ich es richtig merkte, hatte ich mein „Ding“ gefunden und eigentlich schon zwei Ziele erreicht – wirklich Spaß im Beruf zu haben und mit einer guten Sache (Menschen zu helfen, schneller und besser zu lernen) Geld zu verdienen.

Das dritte sollte auch noch kommen – allerdings anders als erwartet.

Das mit dem Geldverdienen klappte damals noch nicht so richtig. Zwar können Workshops durchaus lukrativ sein, aber es gibt Jahreszeiten, in denen Seminare kaum gebucht werden, und in diesen Monaten war ich meist pleite :-)

Dann kam das Internet. Plötzlich wurden Online-Workshops möglich. Und jemand namens Ralf Senftleben erfand die Workshopwelt :-) . Auf einmal konnte ich übers Internet arbeiten, von wo ich wollte, und meine Workshops „virtuell“ weitergeben.

Das Internet war für mich deswegen ein Segen, weil oben erwähntes Genie mich nach dem Lernthema zu einer zweiten Reise anstiftete und ich mich auf die Suche nach dem „Sinn des Lebens“ machte. Die führte mich zu einem Zen-Meister namens Adyashanti an die Westküste der USA, und dort konnte ich nur deswegen leben, weil ich Centered Learning online unterrichten konnte – eben übers Internet.

Und plötzlich war auch das dritte Ziel Realität geworden, nämlich zu arbeiten wie und wo ich will. Ortsunabhängig und selbstbestimmt.

Heute lebe ich in den USA, bin mit einer Amerikanerin verheiratet, habe meine Green Card, ein altes romantisches Farmhaus und arbeite von zuhause aus.

Sehr ruhig und entspannend, aber als Ausgleich dafür sind wir zweimal im Jahr für 8 Wochen in Deutschland und geben Seminare – das ist dann richtig Action.

Irgendwie sind alle diese Ziele von damals wahr geworden …

Und wenn ich eines gelernt habe in den letzten 30 Jahren, dann ist es dies:

Es lohnt sich, zu suchen. Und zwar so lange, bis man es gefunden hat. Auch wenn das bedeutet, dass man Risiken eingehen muss, Dinge aufgeben, neu anfangen, sich immer wieder in Frage stellen und Neues lernen. Es lohnt sich – es dauert nur meist länger, als man denkt …

Der Weg dahin hat manchmal ordentlich Existenzängste ausgelöst. Das war anstrengend und ich musste oft vieles von dem aufgeben, was ich mir bis dahin aufgebaut hatte. Manchmal war ich nicht sicher, ob ich’s mit meiner Risikobereitschaft nicht ein bisschen übertrieben habe. Und im Paradies lebe ich immer noch nicht.

Aber ich bin deutlich näher dran als noch vor 10 Jahren :-) Und ohne dieses Interview würde ich jetzt mit Sicherheit nicht vor unserem Holzofen im Wohnzimmer mit dem Laptop auf dem Schoß sitzen und diesen Artikel schreiben … in Virginia …”

Tom Freudenthal

Tom Freudenthal

Tom Freudenthal begann als Musiker. Daraus wurde ein Pädagoge, ein Therapeut, ein Redakteur und danach ein Radiojournalist für die ARD. Am Ende kam alles zusammen und er fand seine Berufung (nach 20 Jahren :-) ) – nämlich als Lernexperte anderen Menschen zu helfen, schneller, einfacher und dauerhafter zu lernen.

Eine lange Forschungsreise auf der Suche nach der Antwort auf die Frage “Wer bin ich?” führte ihn letztlich in die USA, wo er heute lebt und arbeitet.

Dank Internet baut er seine Online-Firma Centered Learning von dort aus auf und kommt zwei Mal im Jahr zurück nach Deutschland um Workshops zu leiten. Alles was sich daraus entwickelt hat, findet man unter www.Centered-Learning.de.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17060-eine-frage-eine-antwort/feed/ 8
Schuldgefühle überwinden http://www.zeitzuleben.de/17112-schuldgefuhle-uberwinden/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=schuldgefuhle-uberwinden http://www.zeitzuleben.de/17112-schuldgefuhle-uberwinden/#comments Tue, 17 Jan 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17112

Ich weiß nicht, ob Sie schon mal richtige Schuldgefühle hatten. Vielleicht, weil Sie etwas Dummes getan haben? Oder vielleicht, weil Sie etwas nicht getan haben, was Sie hätten tun sollen? Wenn Sie Schuldgefühle kennen, dann wissen Sie ja, wie das sein kann. Wir fühlen uns schlecht, machen uns Vorwürfe und hadern mit uns. Ach, hätte [...]

© Zeit zu leben

]]>

Ich weiß nicht, ob Sie schon mal richtige Schuldgefühle hatten. Vielleicht, weil Sie etwas Dummes getan haben? Oder vielleicht, weil Sie etwas nicht getan haben, was Sie hätten tun sollen? Wenn Sie Schuldgefühle kennen, dann wissen Sie ja, wie das sein kann. Wir fühlen uns schlecht, machen uns Vorwürfe und hadern mit uns. Ach, hätte ich doch nur …

Dabei gibt es große und kleine Schuldgefühle. Ich kann mich schuldig fühlen, weil ich gerade beim Telefonat mit einer Freundin achtlos war und sie gekränkt habe. Oder ich kann Schuldgefühle haben, weil ich meinen Vater ins Altenheim geben musste. Die Größe und Heftigkeit der Gefühle ist in beiden Fällen wahrscheinlich sehr unterschiedlich. Aber die Ursache ist gleich: Ich habe etwas getan oder unterlassen und bin dabei meinen eigenen Werten und (moralischen) Ansprüchen an mich selbst nicht gerecht geworden.

Wenn ich den Anspruch an mich habe, eine gute und verantwortliche Mutter zu sein, und dann gebe ich mein Kind zur Adoption frei, dann bekomme ich Schuldgefühle, auch wenn es noch so viele gute Gründe dafür gibt.

Oder wenn es mir „eigentlich“ wichtig ist, ein guter Freund zu sein, und ich schaffe es monatelang nicht, mich mit einer Freundin zu treffen, weil ich so viel um die Ohren habe, bekomme ich vielleicht auch leichte Schuldgefühle.

Immer dann, wenn wir uns selbst und unseren eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht werden können, dann fühlen wir uns schuldig.

Haben Sie auch manchmal Schuldgefühle? Und möchten Sie diese ein bisschen loswerden? Dann tun Sie doch mal Folgendes im ersten Schritt:

Schritt 1

Schauen Sie doch bitte einmal möglichst rational, etwas abgeklärt und objektiv auf sich selbst. Fragen Sie sich bitte einmal kurz, ohne sich selbst zu bewerten:

  • Was habe ich getan oder unterlassen, weswegen ich mich schuldig fühle?
  • Und welche meiner Ansprüche an mich selbst habe ich damit verletzt?
  • Was hätte ich anders tun sollen und warum denke ich das? Warum hätte ich anders handeln sollen?
  • Welchen meiner eigenen Werte bin ich nicht gerecht geworden? Wo habe ich mich nicht im Einklang mit dem verhalten, was mir eigentlich wichtig ist?

Das ist jetzt so ein bisschen wie bei der Beichte: Seien Sie ehrlich mit sich selbst und geben Sie vor sich selbst zu, was Sie Ihrer Meinung nach falsch gemacht haben.

Und es gibt natürlich immer auch Gründe, warum Sie so gehandelt haben. Aber um die Gründe kümmern wir uns hier erst einmal nicht. Fragen Sie sich bitte nur:

  • Was haben Sie getan oder unterlassen?
  • Und warum nehmen Sie sich das selbst übel? Warum sind Sie hier so unzufrieden mit sich selbst?

Schritt 2

Für den zweiten Schritt möchte ich Ihnen den folgenden Gedanken ans Herz legen …

Ja, vielleicht haben Sie einen Fehler gemacht. Ja, vielleicht hätten Sie sich besser verhalten können. Ja, vielleicht haben Sie jemandem Schmerz zugefügt.

Aber deswegen sind Sie kein schlechter Mensch.

Wir alle – und damit meine ich wirklich ausnahmslos alle – geben nur unser Bestes. Wir alle machen Fehler. Kleine Fehler und manchmal auch große Fehler. Und wenn wir vorher gewusst hätten, dass es ein Fehler ist, hätten wir es ja nicht getan. Niemand begeht absichtlich Fehler.

Und wir alle haben unsere Geschichte, unsere inneren Verstrickungen, unsere Muster und unsere wunden Punkte. Und deswegen sind wir manchmal egoistisch. Wir handeln manchmal verantwortungslos oder sogar fahrlässig. Wir verheddern uns in unseren Gefühlen und handeln anders, als wir es eigentlich von uns erwarten würden. Wir wollen manchmal eigentlich etwas Gutes und verursachen dadurch Leid. Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern, wie wir sie gerne sehen wollen. Wir schaffen es nicht, unsere Ängste zu überwinden und die Dinge zu tun, die wir eigentlich tun sollten. Wir sind zu bequem. Oder kalt zu anderen. Wir schaffen es nicht, unseren Stolz hinunterzuschlucken. Wir trauen uns nicht hinzuschauen, weil wir die Wahrheit nicht ertragen könnten. Wir sind manchmal rachsüchtig oder verletzend. Oder wir bekommen unsere Wut nicht in den Griff.

Und niemand von uns tut das mit Absicht. Wir geben alle immer nur unser im Augenblick Bestmögliches. Wenn wir es besser könnten, würden wir es tun. Sie. Ich. Und die anderen auch.

Dazu kommt: Wer will sagen, dass wir an etwas wirklich die alleinige Schuld tragen? Oft haben wir Mitschuld und andere eben auch. Ursache und Wirkung lassen sich selten genau bestimmen. Manchmal sind Opfer gleichzeitig Täter und umgekehrt. Wer sich mit Systemik auskennt, der weiß: Es gibt selten nur einen Schuldigen. Es gibt nur Menschen, die ihren Anteil am gesamten System haben.

Das soll jetzt übrigens keine Generalentschuldigung für jede Art von schlechtem Verhalten sein. Zum Erwachsensein gehört es natürlich auch, Verantwortung für sein eigenes Tun zu übernehmen. Dazu kommen wir gleich in Schritt 3.

Ich möchte Ihnen nur ans Herz legen: Seien Sie nicht zu hart mit sich. Niemand ist perfekt. Und niemand macht alles richtig. Und manchmal versauen wir es eben richtig und auf ganzer Linie. Nicht schön. Aber alltäglich und ganz normal.

Deswegen möchte ich Sie hier dazu ermutigen:

Verzeihen Sie sich, dass Sie – wie jeder von uns – nur ein kleiner und fehlbarer Mensch sind. Verzeihen Sie sich, dass Sie Fehler gemacht haben und dass Sie noch weitere Fehler machen werden.

Und verzeihen Sie sich insbesondere, dass Sie diesen speziellen Fehler gemacht haben, derentwegen Sie Schuldgefühle haben.

Was passiert ist, liegt in der Vergangenheit. Sie können es nicht rückgängig machen. Es macht keinen Sinn, sich deswegen selbst zu bestrafen. Davon hat niemand etwas. Dadurch machen Sie nichts besser. Das ist nur destruktiv und unnütz.

Wenn Sie sich deswegen weiter schlecht fühlen, investieren Sie nur Ihre wertvolle Kraft und Lebensenergie in etwas, was Sie nicht mehr ändern können.

Und diese Kraft und Lebensenergie können Sie tatsächlich in etwas viel Besseres investieren.

Nämlich darin, die Sache so gut, wie es geht, wiedergutzumachen. Und damit sind wir bei Schritt 3.

Schritt 3

Fehler zu machen liegt eben in der menschlichen Natur. Das lässt sich nicht verhindern. Was wir aber tun können, ist, unsere Fehler so gut, wie es geht, wiedergutzumachen.

Das ist es, was die wirklichen Erwachsenen von den Kindern unterscheidet. Erwachsene übernehmen Verantwortung für ihr Handeln. Und wenn sie einen Fehler gemacht haben, dann stehen sie dafür ein.

Und wenn Sie einen Fehler gemacht haben und deswegen Schuldgefühle haben, dann sollten Sie zwei Dinge tun:

  • Sie sollten sich selbst verzeihen.
  • Und Sie sollten, wenn es möglich ist, Wiedergutmachung leisten.

Wenn Sie jemandem Schmerz zugefügt haben, dann versuchen Sie, diesen Schmerz zu lindern. Wenn Sie Schaden angerichtet haben, versuchen Sie, so gut, wie es geht, den Schaden zu reparieren. Wenn Sie jemandem Unrecht getan haben, leisten Sie einen Ausgleich. Und entschuldigen Sie sich. Bitten Sie um Verzeihung. Geben Sie zu, dass Sie einen Fehler gemacht haben, und leisten Sie Abbitte.

Manchmal sind wir in der traurigen Situation, dass derjenige, dessentwegen wir Schuldgefühle haben, nicht mehr lebt. Oder derjenige verweigert den Kontakt mit uns.

In diesem Fall kann es helfen, einen Brief zu schreiben, und sich im Brief für alles zu entschuldigen und sich so zu entlasten. Den Brief können Sie dann rituell verbrennen oder in eine Flasche stecken und ins Meer schmeißen (Sorry an alle Umweltschützer).

Oder Sie leisten die Wiedergutmachung an einer anderen Stelle, indem Sie sich für etwas engagieren, was mit Ihren „Schuldgefühlen“ zu tun hat. Nehmen wir mal als Beispiel jemanden, der durch übermäßigen Alkoholkonsum nicht nur sich, sondern auch seine Familie zerstört hat. Dieser Mensch könnte als Wiedergutmachung anderen Menschen helfen, den Schritt aus der Alkoholsucht zu schaffen. Oder er könnte an Schulen gehen und Jugendliche darüber aufklären, welche Folgen übermäßiger Alkoholkonsum haben kann.

Um das innere Gleichgewicht vollends wiederherzustellen, muss man manchmal etwas tun und Wiedergutmachung leisten. Was es ist, ist ganz unterschiedlich. Und ob es das Richtige war, werden Sie wissen, wenn Sie Ihren inneren Frieden mit der Sache gemacht haben.

Das sind die 3 Schritte, mit denen Sie an Ihren Schuldgefühlen arbeiten können:

  • Seien Sie ehrlich mit sich und beichten Sie Ihre Schuld.
  • Akzeptieren Sie, dass Sie ein fehlbarer Mensch sind, und verzeihen Sie sich selbst.
  • Leisten Sie Wiedergutmachung.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17112-schuldgefuhle-uberwinden/feed/ 43
Andere Wege gehen (Jacob, v. Genderen, Seebauer) http://www.zeitzuleben.de/17049-andere-wege-gehen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=andere-wege-gehen http://www.zeitzuleben.de/17049-andere-wege-gehen/#comments Mon, 16 Jan 2012 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=17049 Eine lebensnahe und gut umsetzbare Anleitung, eigene Verhaltens- und Gefühlsmuster zu verstehen und zu verändern.

© Zeit zu leben

]]>

„Andere Wege gehen. Lebensmuster verstehen und verändern – ein schematherapeutisches Selbsthilfebuch“ von Gitta Jacob, Hannie van Genderen und Laura Seebauer – Weinheim: Beltz Verlag, 2011 – 192 S. – ISBN: 978-3-621-27820-1 – 24,95 €

„Andere Wege gehen“ bietet eine lebensnahe und gut umsetzbare Anleitung, eigene Verhaltens- und Gefühlsmuster zu verstehen und zu verändern.

Menschen, die immer wieder in eigentlich gar nicht so belastenden Situationen besonders intensive Gefühle erleben oder unangemessen stark reagieren, empfinden ihre Gefühls-, Denk- und Handlungsmuster häufig als sehr belastend.

  • Jemand reagiert auf die Absage einer Freundin mit tiefer Traurigkeit.
  • Ein anderer wird unwahrscheinlich wütend, obwohl doch nur eine Kleinigkeit schief gelaufen ist.
  • Eine andere fühlt sich sehr unsicher, stellt sich selbst jedoch übertrieben selbstbewusst dar.

Die drei Autorinnen, allesamt Psychotherapeutinnen, zeigen, wie man sich selbst besser versteht und die eigenen Gefühle, Gedanken und Handlungen so verändern kann, dass man zufriedener und selbstbestimmter wird.

Das Buch basiert auf der Schematherapie, einer therapeutischen Richtung, in die Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, des Psychodramas, der Gestalttherapie und Gesprächspsychotherapie einfließen. Nach der Schematherapie trägt jeder Mensch unterschiedliche Anteile in sich. Diese werden Modus bzw. in der Mehrzahl Modi genannt. Es gibt:

  • Kindermodi
  • Elternmodi
  • Bewältigungsmodi
  • glücklicher Kindermodus
  • gesunder Erwachsenenmodus

Diese Anteile sind dafür verantwortlich, wie wir in unterschiedlichen Situationen reagieren, fühlen und denken. Das Buch hilft dem Leser, die eigenen Modi, also Anteile, zu verstehen. Aber nicht nur das, sondern es bietet auch konkrete Anleitungen, wie man belastende Modi verändern kann, sodass man ihnen weniger stark ausgeliefert ist. Außerdem findet der Leser im Buch praxisnahe Hilfestellungen, wie der glückliche Kindermodus und der gesunde Erwachsenenmodus gestärkt werden können.

„Andere Wege gehen“ ist ein Selbsthilfebuch für alle, die verstehen möchten, wieso sie oder andere in bestimmten Situationen überraschend oder unangemessen reagieren. Wer lernen möchte, wie er sich seinen Gefühlen weniger ausgeliefert fühlen kann und flexibler in seinem Handeln und Denken werden möchte, findet in diesem Buch eine gute Anleitung.

Das Buch erscheint auf den ersten Blick mit 24,90 € relativ teuer für den Umfang. Man könnte für das Geld sicher umfangreichere Bücher kaufen, aber wären die dann auch so hilfreich und nützlich? Oftmals sicher nicht. Den Autorinnen ist es gelungen, einen sehr komprimierten Ratgeber zu schreiben, der sein Geld wert ist. „Andere Wege gehen“ beinhaltet alles, was einem hervorragenden Selbsthilfebuch guttut:

  • verständlich erklärte Theorie
  • praktisch anwendbare Übungen
  • gut strukturierter Inhalt
  • hilfreiche Tabellen
  • lebensnahe Fallbeispiele
  • leicht umsetzbare Anleitung
  • Online-Materialien auf der Verlagswebsite

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

„Andere Wege gehen” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17049-andere-wege-gehen/feed/ 1
Big Five – Was wirklich zählt im Leben http://www.zeitzuleben.de/17022-big-five-was-wirklich-zaehlt/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=big-five-was-wirklich-zaehlt http://www.zeitzuleben.de/17022-big-five-was-wirklich-zaehlt/#comments Wed, 11 Jan 2012 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=17022

Haben Sie schon einmal von den Big Five for Life gehört? Falls nicht … nicht weiter schlimm. Das hatte ich auch nicht. Bis ich mich bei Zeit zu leben vorgestellt habe und Ralf mich beim Kennenlern-Spaziergang nach meinen Big Five gefragt hat. „Das ist jetzt eine wirklich schwierige Frage. Und du musst sie mir nicht [...]

© Zeit zu leben

]]>

Haben Sie schon einmal von den Big Five for Life gehört?

Falls nicht … nicht weiter schlimm. Das hatte ich auch nicht. Bis ich mich bei Zeit zu leben vorgestellt habe und Ralf mich beim Kennenlern-Spaziergang nach meinen Big Five gefragt hat.

„Das ist jetzt eine wirklich schwierige Frage. Und du musst sie mir nicht sofort beantworten. Gib dir ruhig Zeit, da ein bisschen drüber nachzudenken. Und wenn du es nicht verraten möchtest, dann ist das natürlich auch okay … Also, stell dir einfach mal vor, dein Leben wäre ein Spiel. Und das Spiel hast du nur gewonnen, wenn du fünf Dinge, die dir wichtig sind, auch erreicht hast. Was wären diese fünf Dinge?“

Das ist vereinfacht ausgedrückt das Konzept der Big Five for Life, das der Autor und Coach John Strelecky entwickelt hat.

Die Big Five, das sind die 5 wichtigsten Dinge, die ein Mensch im Laufe seines Lebens getan oder erlebt haben möchte. Und indem man sich dieser Dinge bewusst wird und sie für sich festlegt, hat man einen ganz eigenen Maßstab für ein erfolgreiches Leben entwickelt. Nämlich dann, wenn man das, was einem wichtig ist und was seinen größten Werten entspricht, auch erreicht hat. Das ist persönlicher Erfolg.

Es gibt einen Ort in unserer Seele, an dem wir unsere größten Wünsche aufbewahren.

Diese Wünsche sind unsere Lebensziele, unsere Big Five for Life.

– Ma Ma Gombe – „Safari des Lebens“  von John Strelecky

Haben Sie nicht auch Lust, sich mal darüber Gedanken zu machen, was Ihnen wirklich wichtig ist? Was Sie unbedingt einmal erlebt haben wollen? Wie Sie gelebt haben wollen, damit Sie irgendwann einmal auf dem Sterbebett letztlich auch wirklich zufrieden mit sich und Ihrem Leben sind? Das sind nämlich oftmals ganz andere Dinge als das, worauf wir im täglichen Leben unsere Aufmerksamkeit richten. Und manche Probleme werden mit Blick auf das Große und Ganze dann schon etwas unbedeutender ;-)

Überlegen Sie doch einfach einmal … und wenn Sie Lust haben, dann erzählen Sie einfach mal: Was sind Ihre Big Five?

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17022-big-five-was-wirklich-zaehlt/feed/ 55
Fehler lieber früher machen? http://www.zeitzuleben.de/17010-fehler-lieber-fruher-machen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=fehler-lieber-fruher-machen http://www.zeitzuleben.de/17010-fehler-lieber-fruher-machen/#comments Tue, 10 Jan 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=17010

Ach … hätte ich doch meine Fehler früher gemacht den Schmerz schneller gespürt eher daraus gelernt schneller daran gewachsen denn darum geht es hier doch wohl in diesem Leben. – Ralf Senftleben Ich kenne Menschen, die denken Tage, Wochen oder sogar Jahre über eine Entscheidung nach. Sie grübeln, ob sie die Arbeitsstelle wechseln sollten, wohin [...]

© Zeit zu leben

]]>

Ach … hätte ich doch
meine Fehler
früher gemacht
den Schmerz
schneller gespürt
eher daraus gelernt
schneller daran gewachsen
denn darum
geht es hier doch wohl
in diesem Leben.

– Ralf Senftleben

Ich kenne Menschen, die denken Tage, Wochen oder sogar Jahre über eine Entscheidung nach. Sie grübeln, ob sie die Arbeitsstelle wechseln sollten, wohin sie in den Urlaub fahren, ob sie Kinder wollen oder nicht. Manchmal sind es auch ganz einfache Dinge. Zum Beispiel ob man diese oder jene Digitalkamera kauft.

Warum dauern Entscheidungen manchmal so lange?

Der Hauptgrund ist wohl Vorsicht. Oder nennen wir es lieber beim Namen: Es ist Angst. Die Angst, einen Fehler zu machen und sich falsch zu entscheiden.

Denn eine falsche Entscheidung kann sich später als unangenehm und schmerzhaft herausstellen. Vielleicht sind wir dann enttäuscht, dass es nicht so geworden ist, wie wir uns das gewünscht haben. Zum Beispiel wenn der neue Job, für den ich mich entschieden habe, genauso langweilig ist wie der alte. Oder unsere Entscheidung hat unangenehme Konsequenzen, die wir nicht vorhergesehen haben, die wir aber hinterher trotzdem ausbaden müssen.

Wir können lange über eine anstehende Entscheidung grübeln. Aber wie es wirklich wird, erleben wir immer erst, nachdem wir uns entschieden haben. Weil wir das wissen, zögern wir die Entscheidung oft lieber nach hinten hinaus. Denn wenn wir uns nicht entscheiden, können wir auch keinen Fehler machen.

Diese Fehler-Vermeidungs-Strategie hat aber leider eine ganze Reihe von Nachteilen.

Der für mich größte Nachteil ist, dass wir so als Mensch in unserem Lernen, Wachsen und in unserer Entwicklung stagnieren. Denn der kürzeste und oft einzig mögliche Weg, etwas wirklich zu verstehen und zu erleben, ist die direkte Erfahrung. Nicht das Nachdenken, nicht das Abwägen und auch nicht das Planen.

Wir können Freunde fragen, wie es sich anfühlt, eine Herdplatte anzufassen. Wir können Bücher über Herdplatten lesen. Oder Herdplatten-Seminare dazu besuchen. Aber wie es wirklich ist, eine Herdplatte zu berühren, wissen wir erst, wenn wir es einmal getan haben, und erst dann wissen wir wirklich, dass es keine gute Idee ist.

Oder wir können Bilder einer Erdbeere betrachten. Wir können an einer Erdbeere riechen. Wir können eine Erdbeere mit skeptischem Blick zwischen den Fingern bewegen. Aber um zu wissen, ob uns eine Erdbeere schmeckt, müssen wir sie in den Mund stecken.

Die Wahrheit und die Wirklichkeit stecken im Tun, im Ausprobieren und im Erleben und weniger im Nachdenken. Deswegen ist es wichtig, nicht zu lange zu grübeln und Entscheidungen nicht ewig hinauszuschieben.

Und bitte nicht falsch verstehen: Ich will nicht sagen, dass man impulsiv alles innerhalb von 30 Sekunden entscheiden soll. Im Gegenteil: Ich bin ein großer Fan davon, gründlich über größere Entscheidungen nachzudenken, das Für und Wider abzuwägen und auch das Bauchgefühl zu Wort kommen zu lassen. Aber nach ein bis zwei Wochen intensiven Nachdenkens und Nachspürens ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass man noch neue Erkenntnisse gewinnt.

Ich würde natürlich niemandem empfehlen, unkontrollierbare Risiken einzugehen. Aber warten Sie auch nicht, bis Sie sich bei einer Sache 100%ig sicher sind.

Entscheiden Sie sich lieber vorher.

Und dann gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Vielleicht wird die Sache so, wie Sie es sich gewünscht haben. Dann ist alles gut. Genießen Sie es.
  • Und vielleicht wird es sogar noch besser, als Sie es sich vorgestellt haben. Wow!
  • Vielleicht entwickelt sich alles gut, aber es stimmen nach Ihrer Entscheidung einige Details noch nicht. Dann können Sie in den meisten Fällen immer noch nachjustieren.
  • Und vielleicht entwickelt sich nach Ihrer Entscheidung alles ganz unvorteilhaft. Aber selbst dann haben Sie nicht verloren, sondern wertvolle Erfahrung gewonnen, aus der Sie für die Zukunft lernen können.

Wenn wir mit einer offenen und lernbereiten Grundhaltung an das Leben herangehen, können wir auch aus unangenehmen und schmerzhaften Erfahrungen sehr viel mitnehmen. Meistens nicht sofort. Erst gilt es, die Trauer, den Stress und die Enttäuschung zu bewältigen. Aber danach steckt in jedem Scheitern eine Menge Weisheit, die wir für unsere Zukunft nutzen können.

Was ich damit sagen will:

Fehler zu machen ist eine gute Sache, weil wir daraus lernen und als Mensch daran wachsen, selbst wenn dabei die ein oder andere Träne kullert. Aber dazu muss man sich öffnen für Fehler, für den Schmerz, für Enttäuschungen, für die Erfahrungen und auch für die Erkenntnisse aus allem.

Ich wünschte mir jedenfalls, ich hätte viele meiner Fehler früher gemacht und hätte früher daraus gelernt. Deswegen bin ich heute viel entscheidungs- und experimentierfreudiger als noch vor 10 Jahren.

Denn sich zu trauen, Fehler zu machen und daraus zu lernen, ist ein wahrer Turbo für Ihre persönliche Entwicklung.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/17010-fehler-lieber-fruher-machen/feed/ 13
Mein Buch der Liebe (Yvonne Niewerth) http://www.zeitzuleben.de/16970-mein-buch-der-liebe/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=mein-buch-der-liebe http://www.zeitzuleben.de/16970-mein-buch-der-liebe/#comments Mon, 09 Jan 2012 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16970 Das Tagebuch Ihrer Liebe.

© Zeit zu leben

]]>

„Mein Buch der Liebe“ von Yvonne Niewerth – München: Sanssouci im Carl Hanser Verlag, 2011 – 240 S. – ISBN: 978-3-8363-0272-2 – 16,90 €

„Mein Buch der Liebe“ kam unerwartet und ohne dass wir den Sanssouci Verlag gefragt haben, ob wir es rezensieren könnten. Ich habe es ausgepackt und mich gleich verliebt. In diese wunderschöne Idee und in die tolle Aufmachung. Es hat einen schicken und wertigen Leinenumschlag und auch die Innenseiten sind schön und liebevoll in einem sanften Himmelblau gestaltet.

Aber was steckt hinter diesem Buch?

Mein Buch der Liebe ist ein Reinschreib- bzw. Tagebuch der Liebe. Der Leser bzw. Schreiber (oder die Schreiber, denn es macht bestimmt Spaß, das Buch gemeinsam als Paar auszufüllen) findet auf jeder Doppelseite tolle Anregungen, Inspirationen, Fragen oder einfach Gedanken, um die große Liebe zu verewigen. Eine schöne Art, sich gegenseitig zu sagen, was man aneinander liebt, um gemeinsame Pläne zu schmieden oder um sich kleine Geheimnisse seiner Liebe anzuvertrauen.

Aus dem Inhalt:

  • Als ich dich das erste Mal sah …
  • So leben wir in 10 Jahren
  • Ich bekomme Herzklopfen, wenn …
  • Da waren wir schon, und da wollen wir noch hin
  • Die schönsten Sätze, die du mir gesagt hast
  • Unser schönster Urlaub
  • Das würde ich gern (noch) mal mit dir erleben
  • u.v.m.

Fazit: Ein tolles Buch, zum Verschenken oder zum Sich-selbst-Beschenken, in dem man gemeinsame Erinnerungen, Gedanken, Wünsche, Pläne, Ängste und Hoffnungen eintragen kann. So kann das Buch nach und nach zu einem wundervollen Zeugnis der eigenen Liebe werden. Einfach schön und unbedingt empfehlenswert!

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

„Mein Buch der Liebe” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

In der Reihe sind außerdem erschienen:

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/16970-mein-buch-der-liebe/feed/ 1
Ansichtssache http://www.zeitzuleben.de/16761-ansichtssache/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ansichtssache http://www.zeitzuleben.de/16761-ansichtssache/#comments Thu, 05 Jan 2012 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16761

Ich seh eine vier sagt er Du mußt Dich irren kommt von ihr es ist die drei Das kann nicht sein sagt der dritte ich seh klar die fünf Nein, nein sagt die vierte das ist alles nicht wahr es ist die zwei Und dabei betrachten alle den gleichen Würfel - jeder von seiner Seite [...]

© Zeit zu leben

]]>

Ich seh eine vier
sagt er

Du mußt Dich irren
kommt von ihr
es ist die drei

Das kann nicht sein
sagt der dritte
ich seh klar die fünf

Nein, nein
sagt die vierte
das ist alles nicht wahr
es ist die zwei

Und dabei betrachten alle den gleichen Würfel
- jeder von seiner Seite

(W. Pütz)

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/16761-ansichtssache/feed/ 8
5 Tipps gegen den Winterblues http://www.zeitzuleben.de/16961-5-tipps-gegen-den-winterblues/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=5-tipps-gegen-den-winterblues http://www.zeitzuleben.de/16961-5-tipps-gegen-den-winterblues/#comments Wed, 04 Jan 2012 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16961

Und wieder sind die Tage grau. Die Straßen matschig. Die Laune irgendwie gedrückt. Bestimmt kennen Sie ihn auch: den Winterblues. „Alle Jahre wieder“ möchte man da fast singen. Denn jedes Jahr in den dunklen Monaten geraten viele von uns in dieses Stimmungstief, das allgemein als Winterdepression oder Winterblues bekannt ist. Tatsächlich ist seit langem bekannt, [...]

© Zeit zu leben

]]>

Und wieder sind die Tage grau. Die Straßen matschig. Die Laune irgendwie gedrückt. Bestimmt kennen Sie ihn auch: den Winterblues. „Alle Jahre wieder“ möchte man da fast singen. Denn jedes Jahr in den dunklen Monaten geraten viele von uns in dieses Stimmungstief, das allgemein als Winterdepression oder Winterblues bekannt ist.

Tatsächlich ist seit langem bekannt, was eigentlich der Grund für diesen Stimmungseinbruch ist: Es ist das fehlende Tageslicht.

Um nur kurz anzuschneiden, wie das alles zusammenhängt: Licht erzeugt Serotonin, das sogenannte Glückshormon. Und an Licht fehlt es oftmals in den Monaten von November bis Februar. Und weil das Licht fehlt, produzieren wir einen Überschuss an Melatonin. Melatonin kann man getrost als „Schlafhormon“ bezeichnen, denn es sorgt dafür, dass wir nachts vernünftig schlafen können, und wird eben in den „dunklen“ Stunden produziert.

Und genau dieser biologische Umstand, ausgelöst durch Lichtmangel, ist der Grund für die vielen Kennzeichen, die ein Winterblues mit sich bringt:

  • Unsere innere Uhr gerät aus dem Takt.
  • Dadurch leiden wir an Müdigkeit, selbst wenn wir die empfohlenen 8 Stunden geschlafen haben.
  • Wir sind in der Folge energielos und können uns nicht recht aufraffen, etwas zu unternehmen.
  • Meist sinken auch die sozialen Kontakte, denn viele haben keine rechte Lust, das Haus zu verlassen.
  • Und wir sind einfach so richtig, richtig schlecht drauf. Das Leben ist eher ein „Ich funktioniere auf Autopilot“ als ein „Ich nehme aktiv am Leben teil!“.

Tja, das nervt. Aber es hilft dann nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Und wer nicht abwarten möchte, bis endlich der Frühling kommt und sich dieses Stimmungstief von alleine wieder auflöst, der kann tatsächlich auch aktiv etwas gegen den Winterblues unternehmen. Das ist nicht einfach, wenn man schon in der Energie-abwärts-Spirale drinsteckt. Aber wenn Sie zumindest für die ersten Tage eine ordentliche Portion Willen und Kampfgeist gegen den Schweinehund aufbringen können, dann tanzen Sie schon bald den Wintersalsa!

Lust bekommen? Dann haben wir hier 5 Tipps, wie Sie dem Winterblues trotzen können:

Tipp 1: Raus an die frische Luft

Ja, ja, je nachdem, wie tief Sie gerade in Ihrem Winterloch stecken, werden Sie jetzt müde lächeln oder einfach gleich weiterklicken … ;-)

Aber es ist, wie es ist. Selbst der bedeckteste Himmel ist immer noch heller als alle schönen Lichter im Wohnzimmer oder die tollen „Tageslichtlampen“ im Büro. Und wie ich oben ja schon kurz beschrieben habe: Das wichtigste Mittel raus aus dem Winterblues ist das Licht.

Also, nutzen Sie jede erdenkliche Chance, Tageslicht zu tanken. Das bringt Ihnen Energie!

Es ist vielleicht kalt und schmuddelig draußen, aber nutzen Sie Ihre Mittagspause für einen Spaziergang an der frischen Luft. Parken Sie nicht direkt vor dem Firmeneingang, sondern etwas entfernt, damit Sie einen kleinen Spaziergang ins Büro machen können. Gehen Sie kurze Wege zu Fuß, anstatt das Auto zu benutzen (in der Regel geht das ja im Winter sowieso nicht viel besser ;-) ).

15–30 Minuten an der frischen Luft, die ja auch Ihren Kreislauf auf Trab bringt, sind ab heute Pflicht, wenn Sie frisch und munter den Wintersalsa statt Winterblues tanzen möchten.

Tipp 2: Licht für Einsteiger

Und jetzt kommt die gute Nachricht für alle, die sich mit dem ersten Tipp überhaupt nicht anfreunden können: Es gibt auch künstliche Lichtquellen, die das wirkliche Tageslicht ersetzen können. Gemeint sind Lichttherapiegeräte, die erwiesenermaßen eine heilende Wirkung bei Winterblues haben.

Diese Lichttherapiegeräte zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine hohe Lichtleistung, meistens um 10.000 Lux, haben. Dabei ist der Weg ins Solarium übrigens keine Alternative, denn wichtig ist, dass das Licht die Netzhaut Ihres Auges erreichen muss (im Solarium ist das Auge aber durch eine Brille geschützt).

Die beste Wirkung hat es, wenn Sie sich gleich morgens für 15–30 Minuten vor die Lichttherapielampe setzen. Das könnte direkt am Frühstückstisch sein oder dann zumindest gleich, wenn Sie im Büro ankommen. Damit haben Sie dann genügend Energie getankt, um gutgestimmt in den Tag zu starten.

Tipp 3: Holen Sie die Sonne zu sich nach Hause

Wichtig ist ja, dass wir uns unsere Glückshormone trotz fehlendem Sonnenlicht holen.

Und vielleicht wissen Sie es schon: Schon die Vorstellung von etwas, was uns total viel Freude und Glück bereitet, schüttet Glückshormone aus. Da liegt es doch nahe, sich einfach die Sonne auszumalen, das Sommerfeeling zu sich zu holen. Aber wie kann das gehen?

  • Dekorieren Sie Ihre Wohnung in leuchtenden Sommerfarben, wie Rot, Orange, Gelb.
  • Hängen Sie schöne Fotos von Ihrem letzten Urlaub auf oder andere Bilder, die Sie an die Sonne bzw. die damit verbundenen Glücksgefühle erinnern.
  • Hören Sie öfter mal schöne, schwungvolle Musik, z. B. aus Lateinamerika, statt melancholischer Schlechtwettermusik.
  • Machen Sie Pläne für die schönen Sonnentage: Stellen Sie sich genau vor, was Sie gerne machen möchten, sobald es wieder Frühling wird. Erinnern Sie sich mal: Wie riecht der Frühling? Was macht er mit uns? Wie sieht er aus? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie im Mai draußen in einem schönen Café sitzen und die Sonne wärmt Ihre Haut?

Sie können Ihre Stimmung gezielt positiv beeinflussen, indem Sie sich schöne Gedanken machen. Probieren Sie es einfach mal aus!

Tipp 4: Bleiben Sie aktiv

Wenn wir uns nicht aufraffen können und uns dem Winterblues hingeben, dann werden wir nur umso unzufriedener. Denn laut Glücksforschung macht es Menschen glücklich, wenn sie in Gesellschaft sind, mit anderen Menschen kommunizieren, ihren Hobbys nachgehen und Sport machen. All das leidet aber meist – allen guten Vorsätzen zum Trotz – unter unserer Schlechtwetterlaune.

Unser Tipp gegen Ihren Winterblues lautet also: Bleiben Sie aktiv! Treffen Sie Leute, treiben Sie Sport, setzen Sie sich kleine Ziele und nutzen Sie die Zeit, um Dinge zu erledigen, die sonst auf der Strecke bleiben.

Tipp 5: Gut strukturiertes Tagesprogramm

Wie weiter oben schon als eine Auswirkung der Winterdepression beschrieben, kommt in der Winterzeit durch das fehlende Licht auch schnell unsere innere Uhr aus dem Takt.

Und wenn wir uns dann auch noch auf dem Sofa vergraben und uns vollkommen dem Winterblues hingeben, statt aktiv und dynamisch weiterzuleben, dann gerät schnell der Tagesrhythmus durcheinander. Und deshalb ist es wichtig, dass Sie den Tag selbst gut strukturieren. Aber was bedeutet das?

Ein gut strukturierter Tag bedeutet für mich, dass das Verhältnis zwischen Anforderungen und Entspannung ausgewogen ist und dass der Tag zeitlich gut strukturiert ist. Dabei helfen Gewohnheiten und Rituale, die dem Tag einen Rahmen geben.

Vielleicht können Sie zum Beispiel einige der obigen Tipps als kleine Rituale in Ihren Tag integrieren? Und diese jeden Tag, ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, wiederholen?

Zum Beispiel:

  • Stehen Sie morgens immer ungefähr zur gleichen Zeit auf.
  • Setzen Sie sich jeden Morgen 15 Minuten vor die Lichttherapielampe.
  • Gehen Sie jeden Mittag für 15–30 Minuten spazieren.
  • Erledigen Sie jeden Tag eine kleine Sache, die Sie schon lange erledigt haben wollten.
  • Gehen Sie jeden Abend ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett.
  • Setzen Sie sich jeden Abend ein klitzekleines Ziel für den nächsten Tag und
  • freuen Sie sich jeden Tag vor dem Schlafengehen über Ihr erreichtes Tagesziel.

Das sind unsere 5 Tipps gegen den Winterblues. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich nicht in dieses Stimmungstief hinunterziehen lassen bzw. schnell wieder den Winterblues loswerden. Denken Sie dran: Es ist maßgeblich entscheidend, was Sie selbst daraus machen. Und: Der nächste Sommer kommt bestimmt :-)

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/16961-5-tipps-gegen-den-winterblues/feed/ 16
Motivation durch Selbsterkenntnis http://www.zeitzuleben.de/16945-motivation-durch-selbsterkenntnis/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=motivation-durch-selbsterkenntnis http://www.zeitzuleben.de/16945-motivation-durch-selbsterkenntnis/#comments Tue, 03 Jan 2012 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16945

Sich selbst motivieren können ist eine sehr, sehr nützliche Fähigkeit. Es gibt nun mal diese Aufgaben. Diese Aufgaben, die wir tun sollten, weil sie gut für uns wären, und zu denen wir uns trotzdem nicht aufraffen können. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Ihnen da spontan so eine ungeliebte Aufgabe einfällt, die Sie gerade ein [...]

© Zeit zu leben

]]>

Sich selbst motivieren können ist eine sehr, sehr nützliche Fähigkeit. Es gibt nun mal diese Aufgaben. Diese Aufgaben, die wir tun sollten, weil sie gut für uns wären, und zu denen wir uns trotzdem nicht aufraffen können. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Ihnen da spontan so eine ungeliebte Aufgabe einfällt, die Sie gerade ein bisschen verfolgt :-)

Wie wäre es jetzt, wenn Sie sich selbst austricksen könnten, so dass Sie unangenehme, aber notwendige Aufgaben einfach erledigen würden?

Das geht tatsächlich.

Aber dazu ist erst einmal eine kleine Dosis Selbsterkenntnis notwendig. Sie müssten zuerst beleuchten, was genau Sie in der Vergangenheit trotz Unlust ins Handeln gebracht hat. Und was Sie im Gegenzug eher demotiviert.

Oder anders gesagt: Sie müssten Ihre ganz persönlichen Motivations- und Demotivationsfaktoren herausfinden. Und sobald Sie diese erkannt haben, können Sie dieses Wissen gezielt einsetzen, um sich zum Handeln zu bringen.

Was ich immer interessant finde, ist, dass wir alle ganz unterschiedliche Motivationsfaktoren haben. Während sich zum Beispiel viele Menschen durch äußeren Druck motivieren lassen, bekommen andere unter Druck gar nichts mehr auf die Reihe. Oder dem einen fällt es im Team ganz einfach, loszulegen. Und andere starten eher richtig durch, wenn sie alleine arbeiten können.

Jeder von uns hat andere Motivationsfaktoren. Deswegen helfen allgemeingültige Motivationstipps oft nicht, weil eben jeder von uns anders tickt.

Bei mir hilft Druck zum Beispiel besonders gut, insbesondere Termindruck. Letzte Woche stand bei mir auf der Aufgabenliste, dass ich noch einen Anstellungsvertrag fertig machen musste. Und sagen wir mal so: Diese Art von Aufgaben gehört nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten. Dementsprechend habe ich diese Vertragsgeschichte auch schon gut eine Woche vor mir hergeschoben.

Als es mir dann mit mir selbst zu bunt wurde, habe ich einfach zum Telefon gegriffen und einen kurzfristigen Termin mit meinem Anwalt gemacht, um dann den Vertrag durchzusprechen. Und weil ich ja schlecht ohne Vertrag bei meinem Anwalt auftauchen kann, habe ich mich dann am gleichen Tag hingesetzt und die Sache hinter mich gebracht.

Das ist ein Trick, mit dem ich mich selbst ins Handeln bringe. Ich setze mir einen Termin und treffe eine Verabredung mit einem anderen Menschen, dass ich die Aufgabe bis dahin erledigt habe. Und weil ich nach außen natürlich nicht als unzuverlässig dastehen möchte, erledige ich es dann.

So nutze ich also das Wissen um meine eigene Motivationsstruktur, um mich selbst bei doofen, aber notwendigen Aufgaben ins Handeln zu bringen.

Und das können Sie auch machen. Jetzt ist nur die Frage:

Was genau sind Ihre Motivationsfaktoren? Was treibt Sie an? Was bringt Sie ins Handeln? Wann starten Sie durch, auch wenn Sie zu der Aufgabe eigentlich keine Lust haben?

Hier habe ich mal einige gängige Umstände und Faktoren gesammelt, die uns Menschen motivieren oder demotivieren könnten. Schauen Sie sich die Liste doch mal durch und überlegen Sie, was davon auf Sie zutreffen könnte.

Und hier die Liste mit den Motivationsfaktoren:

  • Anderen zuschauen – oft bekommen wir Lust auf eine Tätigkeit, wenn wir andere dabei beobachten, wie sie diese Sache tun.
  • Alleine handeln – fällt es Ihnen einfacher, etwas anzufangen, wenn Sie es alleine tun dürfen, statt es mit anderen tun zu müssen?
  • Gemeinsam mit anderen – oder können Sie eher beginnen, wenn Sie die Sache mit anderen Menschen gemeinsam angehen?
  • Neues tun/experimentieren – haben Sie größere Lust, anzufangen, wenn Sie etwas noch nie getan haben? Und wenn Sie experimentieren, dazulernen und ausprobieren können?
  • Sich auskennen – oder können Sie eher durchstarten, wenn Sie die Sache schon 10-mal erfolgreich getan haben?
  • Gute Vorbereitung – brauchen Sie eine gründliche Vorbereitung, bevor Sie guten Gewissens loslegen können?
  • Lösbare Aufgaben – motiviert es Sie, wenn Sie eine Aufgabe für einfach lösbar halten?
  • Schwierige Aufgaben – oder motivieren Sie eher Herausforderungen, also anspruchsvolle und schwer lösbare Aufgaben?
  • Wettkampf und Konkurrenz – reizt es Sie, wenn Sie gegen andere antreten und wenn Sie sich beweisen können?
  • Miteinander und Kooperation – oder motiviert Sie eher das Miteinander, Teamwork und das Gefühl, Teil eines Teams zu sein?
  • Gutes Gefühl bei der Aufgabe – müssen Sie sich während der Aufgabe wohlfühlen, um zum Weitermachen motiviert zu sein?
  • Sich durchbeißen müssen – oder motiviert es Sie, wenn Sie sich selbst überwinden und sich durchbeißen müssen?
  • Anerkennung/Gefallen wollen – fangen Sie an, weil Sie anderen etwas beweisen, es jemandem zeigen oder jemandem gefallen wollen? Oder motiviert es Sie, wenn Sie Lob und Anerkennung bekommen?
  • Belohnung – starten Sie einfacher, wenn eine Belohnung winkt, sobald Sie die Aufgabe erreicht haben?
  • Bestrafung – oder lassen Sie sich einfacher von einer möglichen Bestrafung oder negativen Konsequenz motivieren, die folgt, wenn Sie die Sache nicht erledigen?
  • Nahe Termine – motiviert es Sie, wenn die Zeit zur Aufgabenerfüllung langsam knapp wird?
  • Zeit haben – oder motiviert es Sie eher, wenn Sie ganz viel Zeit haben und ganz in Ruhe an der Sache arbeiten können?
  • Die Aufgabe an sich – gibt es bestimmte Aufgaben, zu denen Sie grundsätzlich motiviert sind? Wenn ja, was macht die Aufgaben aus und wie können Sie die bestimmte Qualität dieser geliebten Aufgaben auf ungeliebtere Aufgaben übertragen?
  • Sinn – bringt es Sie einfacher ins Handeln, wenn Sie sich den Sinn und Zweck der Aufgabe klarmachen? Wenn Sie also das „Warum?“ kennen?
  • Bestimmte Umstände – gibt es sonst noch bestimmte Umstände, die es Ihnen einfacher machen, ungeliebte Aufgaben zu erledigen? Wenn ja, was sind das für Umstände?

Es gibt natürlich noch viele weitere Motivationsfaktoren. Vielleicht machen Sie sich mal in Ihrer Vergangenheit auf die Suche nach den Dingen, Umständen und Faktoren, die Sie durchstarten lassen.

Und sobald Sie Ihre persönlichen Motivationsfaktoren gefunden haben, können Sie diese Faktoren nutzen, um sich selbst ins Handeln zu bringen. Brauchen Sie zum Beispiel Sinn, um ins Handeln zu kommen, dann fragen Sie sich, warum Sie etwas tun wollen. Oder erledigen Sie Dinge am besten im Team, dann bitten Sie einen Freund oder eine Freundin um Hilfe.

Sobald Sie Ihre Motivationsfaktoren kennen und sobald Sie sie nutzen, kann Sie praktisch nichts mehr stoppen.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/16945-motivation-durch-selbsterkenntnis/feed/ 25
Denken. Fühlen. Handeln. (Dietmar Friedmann, Klaus Fritz) http://www.zeitzuleben.de/16936-denken-fuhlen-handeln/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=denken-fuhlen-handeln http://www.zeitzuleben.de/16936-denken-fuhlen-handeln/#comments Mon, 02 Jan 2012 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16936 In „Denken. Fühlen. Handeln.“ beschreiben die beiden Autoren Dietmar Friedmann und Klaus Fritz drei Persönlichkeitstypen, denen sich jeder Mensch zuordnen lassen kann ...

© Zeit zu leben

]]>

Denken. Fühlen. Handeln. Mit psychographischer Menschenkenntnis besser arbeiten und leben.“ von Dietmar Friedmann und Klaus Fritz – Leonberg: Rosenberger Fachverlag, 4. Auflage, 2010 (Nachdruck erscheint am 30.01.2012) – 239 S. – ISBN: 978-3-931085-78-0 – 19,80 €

In „Denken. Fühlen. Handeln“ beschreiben die beiden Autoren Dietmar Friedmann und Klaus Fritz drei Persönlichkeitstypen, denen sich jeder Mensch zuordnen lassen kann:

  1. Den Beziehungstyp
  2. Den Sachtyp
  3. Den Handlungstyp

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik des Buches findet der Leser gleich zu Beginn des Buches einen Fragebogen zur Selbstanalyse. Auf diese Weise kann man zunächst einmal den eigenen Typ feststellen. Im Anschluss wird dann jedem der drei Persönlichkeitstypen jeweils ein Kapitel mit der detaillierten Typ- bzw. Charakterbeschreibung gewidmet. Und schließlich folgen Kapitel zu einzelnen Lebensbereichen, wie z. B. „Ausbrennen, innere Kündigung, Arbeitssucht“, „Beziehungskisten: Anziehung, Faszination, Fallen“ oder „Persönlichkeitstyp und Gesundheit“. Hier erfährt der Leser, wie sich die einzelnen Typen in den jeweiligen Bereichen verhalten, wie Sie denken und fühlen.

Die wohl bekannteste Typenlehre ist das Enneagramm mit seinen neun Typen. Auch darauf nehmen die Autoren Bezug, nämlich indem sie dem Beziehungstyp, dem Sachtyp und dem Handlungstyp noch jeweils drei Untertypen zuordnen. Anhand einer Grafik kann man nun vergleichen, welchem Enneagramm-Typ die von Friedmann und Fritz entwickelten Typen entsprechen.

So, und nun mal zu meinem subjektiven Empfinden über das Buch. „Denken. Fühlen. Handeln“ ist zunächst einmal leicht verständlich geschrieben, auf Fachsprache haben die Autoren weitestgehend verzichtet. Das finde ich gut. Auch finde ich es spannend, mich in einem Selbstanalyse-Test einem Typ zuordnen zu können und dann die detaillierte Beschreibung zu lesen. Immer wieder verblüffend, wie genau die Charakterbeschreibung zu mir passte. Dann allerdings wird es für meinen Geschmack etwas unübersichtlich. In allen weiteren Kapiteln wird beschrieben, wie welcher Persönlichkeitstyp in welcher Situation denkt, fühlt und handelt. Leider aber ohne eine klare Unterteilung in die drei (bzw. neun) Typen. So muss man zwangsweise alles lesen, auch wenn man sich vielleicht nur für die Informationen über den eigenen Typ interessiert. Das finde ich etwas anstrengend und teilweise auch verwirrend.

Gleich auf der ersten Seite beschreiben die Autoren, dass sie dem Leser mit diesem Buch einen griffigen, gut umsetzbaren Ratgeber für den alltäglichen Gebrauch an die Hand geben wollten. Das allerdings schafft das Buch nicht. Dafür ist es doch etwas zu unübersichtlich und unstrukturiert. Zwar wird immer wieder nachvollziehbar aufgezeigt, welche Probleme die einzelnen Typen in den bestimmten Lebensbereichen haben, und auch, warum das so ist. Man findet aber nur wenige ganz konkrete Ratschläge, wie man damit am besten umgehen kann und welche Folgen daraus resultieren sollten. So bleibt „Denken. Fühlen. Handeln“ leider nur ein spannendes und gut lesbares Sachbuch.

Bewertung: PunktPunktPunkt-Punkt Punkt

„Denken. Fühlen. Handeln.” jetzt bestellen bei:

Bestellen bei Amazon

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/16936-denken-fuhlen-handeln/feed/ 2
Schöne Weihnachten! http://www.zeitzuleben.de/16929-schone-weihnachten/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=schone-weihnachten http://www.zeitzuleben.de/16929-schone-weihnachten/#comments Wed, 21 Dec 2011 10:06:24 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16929

Wir wünschen Ihnen allen ein großartiges Weihnachten, das genau so ist, wie Sie sich ein schönes Weihnachten vorstellen. Lassen Sie sich nicht zu sehr stressen. Machen Sie sich einfach schöne Tage. Und genießen Sie die Zeit mit den Menschen, die Ihnen am wichtigsten sind. Ihr Team von Zeit zu leben. © Zeit zu leben

© Zeit zu leben

]]>

Wir wünschen Ihnen allen ein großartiges Weihnachten, das genau so ist, wie Sie sich ein schönes Weihnachten vorstellen. Lassen Sie sich nicht zu sehr stressen. Machen Sie sich einfach schöne Tage. Und genießen Sie die Zeit mit den Menschen, die Ihnen am wichtigsten sind.

Ihr Team von Zeit zu leben.

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/16929-schone-weihnachten/feed/ 2
Welpen zu verkaufen http://www.zeitzuleben.de/2815-welpen-zu-verkaufen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=welpen-zu-verkaufen http://www.zeitzuleben.de/2815-welpen-zu-verkaufen/#comments Thu, 15 Dec 2011 05:00:00 +0000 Tania Konnerth http://localhost/inpsyde/zeitzuleben/welpen-zu-verkaufen/ Ein rührende Geschichte zum Thema "Wert".

© Zeit zu leben

]]>

In einer Tierhandlung war ein großes Schild zu lesen, auf dem stand: “Welpen zu verkaufen”.

Ein kleiner Junge kam vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte er ihn: “Was kosten die Hundebabys?”

“Zwischen 50,- und 80,- EUR.” sagte der Mann.

Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog einige Münzen heraus. “Ich habe 7 Euro und 65 Cents.” sagte er. “Darf ich sie mir bitte anschauen?”

Der Ladenbesitzer lächelte und pfiff nach seiner Hündin. Fünf kleine Hundebabys stolperten hinter ihr her. Eines von ihnen war deutlich langsamer als die anderen und humpelte auffällig.

“Was hat der Kleine dahinten?” fragte der Junge.

Der Ladenbesitzer erklärte ihm, dass der Welpe einen Geburtsschaden hatte und nie richtig laufen würde.

“Den möchte ich kaufen.” sagte der Junge.

“Also den würde ich nicht nehmen, der wird nie ganz gesund.” antwortete der Mann. “Aber, wenn du ihn unbedingt willst, schenke ich ihn dir.”

Da wurde der kleine Junge wütend. Er blickte dem Mann direkt in die Augen und sagte: “Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Dieser kleine Hund ist jeden Cent wert, genauso wie die anderen auch. Ich gebe Ihnen meine 7,65 EUR und werde jede Woche einen Euro bringen, bis er abgezahlt ist.”

Der Mann entgegnete nur: “Ich würde ihn wirklich nicht kaufen – er wird niemals in der Lage sein, mit dir zu rennen und zu toben wie die anderen.”

Da hob der Junge sein Hosenbein und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll auf den Hund blickend sagte er: “Ach, ich renne selbst auch nicht gut und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht.”

Dan Clark “Weathering the Storm”,
aus dem Englischen übersetzt
und leicht geändert

© Zeit zu leben

]]>
http://www.zeitzuleben.de/2815-welpen-zu-verkaufen/feed/ 14
Partnersuche im Internet http://www.zeitzuleben.de/16881-partnersuche-im-internet/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=partnersuche-im-internet http://www.zeitzuleben.de/16881-partnersuche-im-internet/#comments Wed, 14 Dec 2011 05:00:28 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=16881

„Ich treffe nur noch Pärchen.“ „Ich hab es so satt, immer überall allein hinzugehen.“ „Ich mag mein Single-Leben. Aber ab und zu wünsch ich mir doch mal einen Partner.“ „Meine biologische Uhr tickt und ich find einfach keinen Mann.“ Es gibt so viele gute Gründe, sich einen Partner zu wünschen. Der eine möchte einfach nicht [...]

© Zeit zu leben

]]>

„Ich treffe nur noch Pärchen.“

„Ich hab es so satt, immer überall allein hinzugehen.“

„Ich mag mein Single-Leben. Aber ab und zu wünsch ich mir doch mal einen Partner.“

„Meine biologische Uhr tickt und ich find einfach keinen Mann.“

Es gibt so viele gute Gründe, sich einen Partner zu wünschen.

  • Der eine möchte einfach nicht mehr der einzige Single auf allen Partys sein.
  • Die andere wünscht sich eine Familie und mit jedem Geburtstag werden ihre Befürchtungen größer, dass ihr Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
  • Der Nächste hat es satt, sonntags abends alleine den Tatort zu gucken.
  • Und ein anderer wünscht sich einen Menschen, mit dem er einfach sein Leben teilen kann.

Trotz dieses Wunsches haben viele Menschen Probleme, jemanden zu finden, mit dem sie ihr Leben und ihren Alltag teilen können.

Wieso ist es eigentlich so schwierig, einen Partner zu finden?

  • Mit der Zeit lernen wir nicht mehr so oft und so viele neue Leute kennen. Unser Privat- und Berufsleben läuft häufig in den immer gleichen Kreisen ab, wo man die immer gleichen Menschen trifft. Da denkt einer dann zum Beispiel: „Auf der Feier kenn ich auch wieder alle. Nie ist jemand Neues dabei.“
  • Viele Menschen trauen sich nicht, andere anzusprechen. Häufig gibt es theoretisch vielleicht ganz gute Gelegenheiten, jemand Neues kennen zu lernen. Die Gelegenheit zu nutzen fällt vielen oft schwer. Jemand denkt zum Beispiel: „Jeden Morgen im Zug sitzt mir diese sympathische Frau gegenüber. Unsere Gespräche sind echt nett, aber ich kann sie doch nicht einfach fragen, ob wir uns mal treffen wollen.“
  • Manche haben auch gar keine Schwierigkeiten, neue Leute kennen zu lernen. Aber mit zunehmendem Alter hat man auch zunehmend das Gefühl, dass einem die Zeit zum Experimentieren wegläuft. Und so suchen wir oftmals nach dem perfekten Partner, der für den Rest des Lebens passen soll. Da denkt jemand dann zum Beispiel: „Die Süße gestern war echt Klasse. Aber leben möchte ich mit der auch nicht.“ Oder: „Toller Typ. Aber bei dem geht ja nur ‚Party machen‘. Das ist auf Dauer auch nichts für mich.“

Die große Schwierigkeit bei der Partnersuche besteht oftmals darin, dass es gar nicht so leicht ist, potentielle Partner kennen zu lernen.

Wie wäre es doch schön:

  • wenn man eine riesige Auswahl potentieller Partner kennen lernen könnte,
  • wenn es ganz leicht wäre, jemanden anzusprechen und näher kennen zu lernen,
  • wenn man gezielter nach einem Menschen suchen könnte, der richtig gut zu den eigenen Wünschen, Träumen und Bedürfnissen passt.

Und genau diese Möglichkeiten bietet das Kennenlernen über das Internet. In den unterschiedlichen Partnerbörsen, Dating-Portalen und Online-Partnervermittlungen trifft man auf eine große Anzahl Menschen, die ebenfalls auf der Suche sind. Dort wird es einem leicht gemacht, andere anzusprechen, und die gezielte Suche nach jemandem mit den gleichen Interessen und Lebensvorstellungen ist einfacher als auf einer Party oder bei einem Theaterbesuch.

Partnersuche im Internet? – Für mich ist das nichts …

Manch einer denkt beim Thema „Partnersuche im Internet“ vielleicht:

  • „Mir ist das zu unpersönlich.“
  • „Wer weiß, wer sich da alles rumtreibt. Wenn ich da zum Beispiel meinem Chef begegne, das wär ja so peinlich.“
  • „Ob da nicht alle nur das schnelle Abenteuer wollen?“
  • „Was denken die andern von mir, wenn ich mir meinen Partner im Internet suche?“
  • „Das ist doch nur was für Leute, die anders keinen abkriegen.“

Das sind alles verständliche und berechtigte Einwände, an denen auch etwas dran sein kann. Aber, mal ehrlich, das ein oder andere dieser Risiken gibt es auch im realen Leben. Und manchmal lohnt es sich, vielleicht etwas zu riskieren. Viele Menschen, die im Internet nach einem Partner gesucht haben, sind positiv überrascht worden und sagen zum Beispiel:

  • „Im realen Leben wären wir uns nie begegnet.“
  • „Auf ‚normalem‘ Weg wäre es sicher schwieriger gewesen, jemanden zu finden, der so gut zu mir passt.“
  • „Die Partnersuche über das Internet hat mir gezeigt, dass es da draußen so viele Menschen gibt, denen es ähnlich geht wie mir.“
  • „Beim Internet-Dating habe ich erst gemerkt, dass ich anscheinend ein echt toller Typ bin. Ich habe so viele nette Dates gehabt … das tat richtig gut.“
  • „Ich dachte immer, das ist was für Sitzengebliebene. Aber durch die tollen Menschen, die ich im Internet kennen gelernt habe, weiß ich jetzt: Das ist was für jede und jeden.“
  • „Mein Chef hat mich angeschrieben, aber das war dann eher witzig, als wir es gemerkt haben.“

Eine ganze Menge Menschen haben die Partnersuche im Internet vielleicht sogar schon ausprobiert, dabei aber negative Erfahrungen gemacht:

  • „Ich habe im Internet nur oberflächliche Leute kennen gelernt.“
  • „Da ging es immer um die schnelle Nummer.“
  • „Für mich gab es lediglich verheiratete Männer, die neben ihrer Ehe noch eine andere haben wollten. Dafür bin ich mir wirklich zu schade.“
  • „Ich suche eine Partnerin und keine willige Gespielin.“

Solche Erlebnisse sind natürlich eher abschreckend. Kann ich gut verstehen. Aber vielleicht ergeht es jemandem dabei ähnlich, wie wenn man auch sonst im realen Leben mal in einer völlig unpassenden Umgebung gelandet ist:

  • als Klassikliebhaber in einer Kneipe mit Ballermannmusik
  • als eingefleischter Single in einem Familienhotel
  • als ruheliebender Rentner in einer U-Bahn voller Achtklässler
  • als Vegetarier im Steak-Haus

So etwas oder Ähnliches hat, glaube ich, jeder schon mal erlebt.

  • Hört man deswegen auf, in den Urlaub zu fahren? Ich vermute mal nicht. Man sucht sich nächstes Mal einfach ein passenderes Hotel aus.
  • Hört man deswegen auf auszugehen? Nein, man besucht nächstes Mal ein anderes Lokal oder geht in ein Café ohne oder eine Kneipe mit dezenterer Musik.

Und ähnlich ist es beim Internet-Dating auch. Wenn Sie mal in einer für Sie unpassenden Dating-Börse nach einem Partner gesucht haben, dann machen Sie nicht den Fehler, von einer Börse auf alle zu schließen. Sondern versuchen Sie es einfach noch einmal bei anderen Anbietern. Achten Sie bei der Auswahl des Portals dann darauf, dass es zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passt. Oft hilft es schon, wenn man sich die Profile auf den unterschiedlichen Portalen ansieht. Oder Sie schauen einfach mal hier:

Dort finden Sie die allermeisten Portale beschrieben und gegenübergestellt.

Falls Sie also jetzt überlegen, ob Internet-Dating vielleicht doch etwas für Sie wäre, oder Sie ohnehin schon wild entschlossen sind, hab ich hier ein paar Anregungen für Sie, wie Sie mit der virtuellen Partnersuche starten können.

Übrigens, diese Möglichkeit des Kennenlernens ist völlig altersunabhängig. Also, auch wenn Sie jetzt denken: „Ich mit meinen 60 Jahren bin doch viel zu alt dafür.“ Das stimmt auf keinen Fall. Gerade auch für ältere Menschen kann das Internet eine richtig gute Möglichkeit sein, einen Partner zu finden. Denn wo können Sie sonst so gezielt nach einem Menschen suchen, der Ihre Interessen teilt, Ihren Humor hat oder die gleichen Reiseziele mag wie Sie?!

Sich ein oder mehrere Online-Portale oder Partnerbörsen aussuchen

Es gibt ganz unterschiedliche Partnerbörsen. Auf nahezu allen Portalen stellt man ein Foto ein und schreibt in einem Profil etwas über sich selbst. Über ein persönliches E-Mail-Postfach kann man dann angeschrieben werden und mit anderen Mitgliedern des Portals in Kontakt treten. Die meisten Suchenden sind in Kontaktanzeigenportalen und Partnervermittlungs-Portalen unterwegs.

  • Kontaktanzeigenportale: Hier stellt man seine eigene Kontaktanzeige oder sein Profil ein und kann sich die Kontaktanzeigen der anderen Mitglieder anschauen. Dabei erleichtern Suchfilter nach Region, Geschlecht, Alter usw. das Finden möglicher geeigneter Partner.
  • Partnervermittlungs-Portale: Hier steht am Anfang in der Regel ein Persönlichkeitstest, in dem zum Beispiel Vorlieben, Freizeitverhalten und Gewohnheiten abgefragt werden. Aufgrund der Testergebnisse wird man dann mit anderen Portalmitgliedern gematcht. Das heißt, dass der Anbieter prüft, mit welchen Mitgliedern man besonders gut zusammenpassen könnte. Diese werden einem auf einer Liste vorgeschlagen.

Neben diesen beiden Arten von Online-Portalen gibt es für unterschiedliche Vorlieben und Interessen noch alle möglichen speziellen Online-Börsen. Zum Beispiel so genannte Seitensprungportale oder Portale für unterschiedliche sexuelle Vorlieben. Der eine kritisiert solche Portale, der andere findet sie eine echte Errungenschaft und wieder andere stehen dem eher gleichgültig gegenüber. Aber … hey, wir sind doch alle erwachsen :-) . Und eigentlich geht es hier ja auch um was ganz anderes.

Wenn Sie mit der Partnersuche über das Internet starten möchten, schauen Sie sich doch einfach mal um. Unter

  • Kontaktanzeigen-Portale
  • Partnervermittlungen
  • finden Sie die meisten Partnerbörsen aufgelistet, beschrieben und bewertet.

    Entscheiden Sie sich dann für die Kontaktbörse, die Sie am meisten anspricht. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich zu entscheiden, ist das auch nicht so schlimm. Entscheiden Sie sich dann einfach für ein Portal, bei dem Sie den Eindruck haben, dass es ganz okay für Sie ist, und melden Sie sich dort an. Sie können sich ja jederzeit umentscheiden und wieder ein anderes Portal wählen.

    Wie geht man nun genau vor?

    Bevor wir uns nachher im Detail anschauen, wie man beim Internet-Dating vorgehen kann, kommen hier ein paar allgemeine Hinweise für die Partnersuche im Internet:

    • Bleiben Sie möglichst locker und entspannt. Denn Menschen, die entspannt und locker auf die Suche gehen, lernen mehr potentielle Partner kennen und vergrößern ihre Chancen auf eine Beziehung.
    • Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck. Wenn Sie sich unter Druck setzen oder angespannt fühlen, hilft es, sich bewusst zu machen, dass die Partnersuche im Internet fast unbegrenzte Möglichkeiten bietet. Es ist also nicht so schlimm, wenn man eine Mail mal missverständlich formuliert hat oder das Profil doch etwas zu steif geworden ist.
    • Betrachten Sie Ihre Partnersuche als Spiel oder Abenteuer. Denn dann sind Sie offen für die vielen neuen Möglichkeiten, die Ihnen die Partnersuche im Internet bietet.
    • Legen Sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage und spekulieren Sie nicht zu viel. Denn wenn Sie zu vorschnell urteilen, riskieren Sie, einen potentiell richtig gut passenden Menschen abzublocken oder auszusortieren.
    • Seien Sie ehrlich. So reizvoll kleine Notlügen auch sind – es lohnt sich nicht. Schließlich suchen Sie einen Partner. Und da wird es schwierig, später mögliche Lügen oder Geheimnisse aufzudecken, ohne etwas kaputt zu machen.

    Nach diesen kleinen Tipps vorab geht es nun ans Eingemachte:

    Wie schreibe ich mein Profil?

    Wenn Sie sich angemeldet haben, erstellen Sie Ihr Profil. Darin beschreiben Sie sich selbst und stellen sich den anderen Mitgliedern des Portals vor. Dabei geht es zum Beispiel darum, dass Sie schreiben:

    • wer Sie sind,
    • welche Interessen und Hobbys Sie haben,
    • welche Charaktereigenschaften Sie ausmachen
    • und was für Sie im Leben wichtig ist.

    Häufig bekommt man für die Hobbys und Eigenschaften eine Auswahlliste vorgegeben, aus der man die zu einem passenden Begriffe auswählen kann. Man kreuzt dann einfach an, was zu einem passt.

    In den allermeisten Fällen hat man zusätzlich die Möglichkeit, einen frei formulierten Text über sich zu schreiben oder auf bestimmte Fragestellungen mit einigen Sätzen zu antworten.

    Die größte Resonanz erzielt man mit einem Profil, das Interesse weckt, irgendwie neugierig macht und positiv und attraktiv wirkt. Aber wie geht das?

    Ein anziehendes und neugierig machendes Profil enthält nicht zu viele Informationen und ist so geschrieben, dass die Individualität des Suchenden auf positive Weise zum Ausdruck kommt. Eben so, dass Leser Ihres Profils sagen: „Das klingt ja spannend. Wer da wohl hinter steckt? Den oder die würde ich gerne kennen lernen.“

    Um diese Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, ein gutes Zusammenspiel zwischen dem WAS man über sich schreibt und dem WIE man über sich schreibt hinzubekommen. Das ist auch gar nicht so schwer, wie viele zu Anfang denken.

    Wie soll ich mich beschreiben?

    Als kleiner Tipp vorab: Vielleicht schreiben Sie Ihr Profil zunächst in Ihrem Textverarbeitungsprogramm, z. B. Word. Das hat den Vorteil, dass Sie verschiedene Fassungen Ihres Textes festhalten können. Ein Profil entsteht zumeist in mehreren Arbeitsgängen und manchmal ist es hilfreich, sich noch einmal anzuschauen, was man in einem früheren Arbeitsgang geschrieben hat. Schreiben Sie also am besten eine Fassung, und speichern Sie sie ab. Kopieren Sie sich dann den Text aus dieser Fassung wieder in ein neues Dokument, überarbeiten Sie dort den Text, den Sie wieder abspeichern und so fort, bis Sie irgendwann die Fassung haben, die Sie auf dem Online-Portal einstellen möchten.

    Wie beschreiben Sie sich nun so, dass Ihre Individualität deutlich wird, Sie nicht komplett alles über sich selbst erzählen und dabei positiv und attraktiv wirken?

    Ganz einfach, indem Sie mit sich selbst eine Art Interview führen.

    • Schreiben Sie so, wie Sie auch mit jemandem sprechen würden.
    • Sagen Sie das, was Sie in einem ersten Gespräch mit jemand Fremdem sagen würden.
    • Überlegen Sie sich dazu eine Reihe Fragen, die Sie jemandem stellen würden, den Sie zum Beispiel auf einer Party, einer Veranstaltung oder bei einer Einladung neu kennen lernen. Beispielsweise: Was machst Du so am Wochenende? Warst Du dieses Jahr schon im Urlaub? Welchen Kinofilm hast Du zuletzt gesehen? Oder was immer Sie bei einem ersten Kennenlernen gewöhnlich fragen. Schreiben Sie sich die Fragen auf. Stellen Sie sich dann selbst diese Fragen. So ähnlich, als ob Sie sich selbst interviewen würden. Beantworten Sie sich selbst diese Fragen, indem Sie mit sich selbst sprechen. Ruhig so, als würden Sie jemand anderem diese Fragen ganz real beantworten.
    • Schreiben Sie die Antworten auf, am besten genau so, wie Sie sie sprechen. Zum Beispiel: Was hast Du letztes Wochenende gemacht? „Oh ja, das war schön. Da war ich in einer Ausstellung. Erst dachte ich ja, der Künstler ist so gar nicht mein Fall. Aber dann war es supertoll. Die Bilder haben mich total berührt und ich würde mir am liebsten so ein Bild kaufen.“ Oder: „Letztes Wochenende war ich mit ein paar Freunden im Klettergarten. Das war vielleicht Klasse. War voll spannend, sich so an den Seilen längs zu hangeln. Das mach ich auf jeden Fall wieder.“

    Im nächsten Schritt überarbeiten Sie Ihren Text. Das machen Sie folgendermaßen:

    • Formulieren Sie die Sätze so um, dass sie zum einen lesbar sind und zum anderen aber auch noch an Ihr Gesprochenes erinnern. Zum Beispiel: „Am Wochenende geh ich gerne in Ausstellungen. Manchmal denk ich vorher ja, dass der Künstler nicht so mein Fall ist. Aber dann ist es häufig supertoll. Es kann passieren, dass mich die Bilder unwahrscheinlich berühren und ich mir dann am liebsten so ein Bild kaufen würde.“ Oder: „Letztens war ich mit ein paar Freunden im Klettergarten. Das war vielleicht Klasse. Ich fand es unwahrscheinlich spannend, sich so an den Seilen längs zu hangeln. Das möchte ich auf jeden Fall wieder machen.“
    • Wenn Sie auf diese Weise einen Text gebastelt haben, feilen Sie eine Weile daran herum. Formulieren Sie die Sätze um, wählen Sie andere Wörter, ändern Sie den Satzbau. Und speichern Sie vielleicht immer mal verschiedene Textfassungen ab. Manchmal ist nämlich einer der ersten Versuche doch der bessere und wenn der dann weg wäre, wäre das doch schade. Und überprüfen Sie zum Schluss Ihre Rechtschreibung.

    Bei manchen Online-Portalen stoßen Sie beim Ausfüllen des Profils auf vorgegebene Fragen. Zum Beispiel: Wie sieht für Sie der perfekte Tag aus? Was mögen Sie überhaupt nicht? Was machen Sie besonders gerne? Versuchen Sie, auch bei den Antworten auf diese Fragen so zu schreiben, wie Sie im Gespräch antworten würden. Und achten Sie am besten auch hierbei darauf, dass Sie nicht zu viel über sich erzählen. Denn Sie wollen ja Interesse wecken und neugierig machen. Fragen Sie sich dazu vielleicht immer mal wieder, was Sie vor einer größeren Gruppe Ihnen fremder Menschen sagen würden.

    Vielleicht wirkt das erst einmal etwas komisch auf Sie, wenn Sie mit sich selbst ein Interview führen. Aber probieren Sie es ruhig aus, laut mit sich zu sprechen. Denn wenn Sie so schreiben, wie Sie sprechen, bekommen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein sehr individuelles und lebendiges Profil.

    Ihr Profiltext ist fertig, wenn Sie

    • das Gefühl haben, dass Sie sich mit Ihrem Profil wohl fühlen,
    • beim Lesen den Eindruck haben: „Ja, das bin ich“,
    • nicht zu viel von sich mitteilen
    • und nicht zu wenig über sich sagen.

    Noch ein kleiner Tipp: Wenn Sie Ihr Profil eingestellt haben und den Eindruck haben, dass Sie zu wenige Reaktionen bekommen oder nur Leute kennen lernen, die Ihnen nicht gefallen, kann es helfen, das Profil noch einmal umzugestalten. Experimentieren Sie dann einfach ein wenig:

    • Und versuchen Sie mal, anders zu schreiben, indem Sie ein wenig mit Formulierungen, Satzbau und Wortwahl herumspielen.
    • Probieren Sie aus, weniger über sich zu schreiben. Manchmal können zu viele Informationen nämlich abschreckend wirken. Damit das etwas deutlicher wird, gebe ich Ihnen mal ein Beispiel: „Ich bin Kölnerin und die meisten denken dann, dass ich mit Leib und Seele Karnevalistin bin. Bin ich aber gar nicht. Die Familie meines Vaters war total jeck und die meiner Mutter hielt gar nichts davon. Ich komme eher nach meiner Mutter. Als Kind bin ich noch bei jedem Umzug begeistert mitgegangen, aber als Erwachsene mochte ich es dann nicht mehr so gerne. Seitdem ich zwanzig bin, flüchte ich zur Karnevalszeit nach Berlin, München, Wien oder in andere Großstädte.“ – Wer Interesse wecken will, schreibt vielleicht besser: „Ich bin Kölnerin, aber, oh Wunder, kein Jeck – Karneval ist nicht so mein Ding. Viel lieber mache ich über Rosenmontag Städtereisen. Zuletzt: Berlin. Als Nächstes möchte ich gerne nach Wien oder Paris fahren.“
    • Versuchen Sie vielleicht, mehr über sich zu schreiben. Ab und zu sind in einem Profil vielleicht zu beliebige und zu wenige Informationen enthalten. Zum Beispiel: „Ich mag Sonnenschein, gut gelaunte Menschen … und vielleicht bald Dich.“ Aussagekräftiger wirkt zum Beispiel: „Ich mag es, im Sonnenschein querfeldein durch den Wald zu laufen, mit gut gelaunten Menschen Spiele wie zum Beispiel Siedler, Wikinger-Schach oder Tabu zu spielen … und Frauen, die wissen, was sie wollen.“
    • Prüfen Sie, ob Ihr Profil nicht zu bedürftig wirkt. Das passiert leicht, wenn ein Mensch zu viel darüber schreibt, was er sich von einem potentiellen Partner wünscht. Klar können Sie sagen, was Sie sich für einen Mann oder eine Frau vorstellen, z. B. dass er oder sie gesellig und humorvoll sein soll. Oder ernsthaft und ruheliebend. Aber schreiben Sie keine ausführlichen Beschreibungen in der Art: „Ich wünsche mir einen Partner, der mich so nimmt, wie ich bin, und mich hält, wenn ich verzweifelt bin.“ So ein Satz wirkt eher abschreckend, weil man dann zum Beispiel denkt: „Die sucht also einen Seelentröster, aber keinen Partner.“ Oder wenn jemand schreibt: „Ich wünsche mir eine Partnerin, bei der ich mich geborgen fühlen kann und die mich trotz meines Scheiterns in den Armen hält.“ Dann denkt eine Leserin vielleicht: „Na ja, Mami wollte ich für meinen Partner eigentlich nicht spielen.“ Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Wir wünschen uns alle Partner, die in schwierigen Zeiten zu uns stehen, bei denen wir auch zeigen können, wenn wir uns schwach fühlen oder das Gefühl haben, versagt zu haben. Und in vielen Fällen bekommen wir in einer ernsthaften Partnerschaft auch einen Menschen, der uns auch in schwierigen Momenten und Zeiten beisteht. Aber wir lernen so einen Menschen bestimmt nicht schneller oder garantierter kennen, wenn wir diese Wünsche gleich bei der ersten Begegnung anbringen. Mit unserem Profil ist es ein wenig so, wie wenn wir uns mit einer Plakattafel um den Hals auf einen großen Platz stellen. Fragen Sie sich: Würde mich mit meiner Plakattafel, also meinem Profil, jemanden auf diesem Platz ansprechen? Oder: Wie würde jemand reagieren, den ich mit meinem Profil anspreche?

    Bevor Ihr Profil aber komplett ist, brauchen Sie noch ein Bild von sich.

    Das Foto

    Es gibt kaum etwas, was bei einem Profil so wichtig ist wie Ihr Foto. Das ist so, weil wir Menschen in den allermeisten Fällen sehr stark auf Äußerlichkeiten reagieren. Auch wenn wir es nicht möchten oder uns ganz sicher sind, dass uns „innere Werte“ am wichtigsten sind, so wirken Äußerlichkeiten doch sehr intensiv auf uns Menschen. Es gibt ja das Sprichwort: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das gilt auch fürs Internetdating.

    Ich behaupte: Es kann von jedem, wirklich jedem Menschen schöne Bilder geben. Es gibt Momentaufnahmen, Gesichtsausdrücke, Lachen, verträumte Blicke und Posen, die jeden Menschen zu einem unwahrscheinlich attraktiven Menschen machen.

    Versuchen Sie also nicht, irgendein Bild zu nehmen, sondern nehmen Sie sich die Zeit und wählen Sie ein Foto aus,

    • auf dem Sie gut zu erkennen sind,
    • auf dem Sie sich attraktiv finden,
    • bei dem Sie vielleicht unvermittelt lächeln, wenn Sie sich selbst darauf sehen,
    • bei dem Außenstehende vielleicht gesagt haben: „Wow, siehst Du da toll aus.“

    Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie einfach kein Bild finden, auf dem Sie sich gefallen, dann lassen Sie ansprechende Bilder von sich machen. Und sagen Sie dem Fotografen ruhig, wofür Sie die Bilder brauchen. Die meisten Fotografen haben schon öfter Bilder für die Partnersuche im Internet gemacht. Und können oftmals kompetent helfen, damit die Bilder so werden, dass sie für diesen Zweck gut geeignet sind.

    Warum ich die Sache mit den Fotos so betone? Nun, ich kenne mehrere Leute, die alleine durch den Austausch ihres Profilbildes um ein Vielfaches mehr Kontaktgesuche erhalten haben. Es mag oberflächlich sein und man mag es vielleicht traurig finden, dass wir Menschen so sind. Aber es ist nun mal so. Und wenn wir uns ohnehin nicht dagegen sträuben können, dass Fotos einen großen Einfluss auf die Partnersuche haben, macht es Sinn, diesen Umstand zum eigenen Vorteil zu nutzen. Falls Sie möchten, dass Ihr Foto nicht für alle zu sehen sein soll, ist das bei den meisten Anbietern kein Problem. Sie haben dort oftmals die Möglichkeit, Ihr Foto nur verschwommen anzeigen zu lassen. Auf dem Bild sind dann zwar Silhouette und Farben zu erkennen, man kann jedoch nicht das Gesicht scharf sehen. So bleibt man anonym, kann jedoch einen ersten Eindruck vermitteln.

    Wenn Sie Ihren Profiltext und Ihr Foto haben, stellen Sie es ein. Trauen Sie sich ruhig. Sie haben nichts zu verlieren! :-)

    Die Kontaktaufnahme

    Nun kann es mit Ihrer Online-Partnersuche losgehen. Sie haben jetzt mehrere Möglichkeiten:

    • Sie können andere Menschen anschreiben.
    • Sie können sich von anderen Menschen anschreiben lassen.

    Sie können andere Menschen anschreiben

    Wenn Sie so durch die verschiedenen Kontaktanzeigen stöbern oder Ihre Vorschlagsliste durchgehen, entdecken Sie vielleicht den ein oder anderen Menschen, der Ihnen interessant oder sympathisch vorkommt. Vielleicht möchten Sie gerne mit demjenigen in Kontakt treten. Dann fassen Sie sich ein Herz und schreiben Sie in einer kurzen Mail,

    • was Sie an seinem oder Ihrem Profil angesprochen hat,
    • was Sie interessant finden am Profil des anderen.
    • Stellen Sie Fragen, zum Beispiel danach, was hinter einem bestimmten Hobby oder Interesse steckt oder was der oder die andere daran so interessant findet.
    • Beziehen Sie sich auf Gemeinsamkeiten, indem Sie sagen, dass Sie ein bestimmtes Interesse oder Hobby ebenfalls haben.

    Wir sind ja theoretisch mittlerweile alle sehr emanzipiert. Frauen können genauso frei und selbstbestimmt handeln und umgekehrt. Aber eben nur theoretisch … die Erfahrung zeigt, dass bei der Kontaktaufnahme im Internet-Dating alte Rollenmuster noch sehr präsent sind. Frauen verhalten sich viel öfter passiv, lassen sich häufig ausschließlich anschreiben und suchen weitaus weniger aktiv den Kontakt zu Männern als umgekehrt. Deswegen:

    • Frauen, traut Euch ruhig. Viele Männer stehen drauf, wenn Frauen ihr Leben in die Hand nehmen, und dazu gehört auch, jemanden, dessen Profil man interessant findet, anzuschreiben.
    • Männer, wenn Ihr das Gefühl habt, dass Euch viel zu wenig Frauen anschreiben, liegt das nicht an Euch, sondern daran, dass Frauen immer noch erwarten, dass Männer bei der Kontaktsuche den aktiveren Part übernehmen. Da hilft meist nur eins: Aktiv werden und anschreiben, wenn Euch ein Profil anspricht.

    Sie können sich von anderen Menschen anschreiben lassen

    Wenn jemand anderes Sie anschreibt, den Sie ebenfalls interessant, sympathisch oder nett finden, versuchen Sie möglichst entspannt zu antworten..

    Fragen Sie sich hier auch wieder:

    • Was würde ich antworten, wenn ich jemanden auf einer Party kennen lernen würde?
    • Was möchte ich dem anderen von mir mitteilen?
    • Was interessiert mich an dem anderen?
    • Was spricht mich an dessen Profil an?
    • Welche Gemeinsamkeit sehe ich?

    Schreiben Sie dann Ihre Antwort und schicken Sie sie ab.

    Und was machen Sie, wenn Sie keinen Kontakt haben möchten? Wenn Sie zum Beispiel das Gefühl haben, dass die Person nicht zu Ihnen passen kann? Dann antworten Sie am besten dennoch. Wenn Sie von jemandem angeschrieben werden, hat sich die andere Person etwas dabei gedacht und vermutlich Hoffnung und Erwartung in diese Kontaktaufnahme gesetzt. Bekommt er oder sie nun keine Antwort, kann das verletzend wirken. Daher ist es einfach netter, wenn Sie auf freundliche Art und Weise mitteilen, dass Sie kein Interesse an einem Kontakt haben. Eine höflich formulierte Absage ist für die meisten Menschen leichter zu verdauen, als gar keine Rückmeldung. Zum Beispiel:

    • „Danke, dass Du mir geschrieben hast. Es tut mir leid, aber ich möchte den Kontakt nicht aufnehmen. Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du Deinen Wunschpartner findest.“
    • „Ich habe mich über Deine Mail gefreut und mir Dein Profil angesehen. Aber ich glaube es passt mit uns beiden nicht. Ich wünsche Dir hier eine erfolgreiche Suche.“
    • „Schön, dass Du mich angeschrieben hast. Du bist bestimmt ein toller Mensch, der für einen anderen genau der Richtige ist. Aber ich denke mit uns passt es leider nicht. Deswegen möchte ich den Kontakt nicht aufnehmen. Alles Gute für Dich.“

    Einen besonderen Tipp habe ich noch zum Schluss:

    Manchmal bekommt man eine Mail von jemandem, den man aufgrund einer Eigenschaft, eines bestimmten Hobbys oder einer gewissen Art zu schreiben am liebsten gleich abblocken möchte.

    Kann man machen. Man würde ja auch nie erfahren, ob es sinnvoll gewesen wäre, diesen Kontakt weiterzuverfolgen. Und es gibt ja auch noch so viele andere, bei denen man das Gefühl hat, dass sie einem viel besser gefallen. Aber es könnte auch sein, dass Sie dadurch auf einen besonders schönen oder wichtigen Kontakt verzichten. Und so vielleicht den Partner Ihres Lebens verpassen, den Sie aussortiert haben, nur weil:

    • er gerne am Ballermann Urlaub macht,
    • sie gerne Heavy-Metal-Musik hört,
    • er total sportlich ist,
    • sie einen Job hat, den Sie völlig furchtbar finden.

    Aber vielleicht spielen diese Sachen alle nicht so die Rolle.

    • Weil ein Mensch ja immer viel mehr ist als seine Hobbys.
    • Weil man bei jedem Partner die eine oder andere Sache finden wird, die einem nicht hundertprozentig gefällt.
    • Weil man den Menschen ansonsten einfach toll findet und es die ganz große Liebe ist.

    Jedenfalls bin ich schon einer Reihe von Paaren begegnet, die so oder ähnlich sagen:

    „Beinah hätte ich nicht geantwortet, weil da eine Sache in seinem Profil war, die ich völlig daneben fand. Aber heute bin ich unendlich froh, dass ich doch geschrieben habe. Irgendwas hat man ja immer, was man nicht optimal findet. Heute kann ich mit seinem Musikgeschmack gut leben.“

    Ich möchte Sie ermutigen, lieber einmal zu viel zu antworten. Abbrechen können Sie den Kontakt immer noch, aber wenn Sie es nicht versucht haben, werden Sie sich vielleicht um die Begegnung mit einem wundervollen Menschen bringen.

    Ins Gespräch kommen

    Wenn es dann zu einem ersten Mailkontakt gekommen ist, versuchen Sie, locker zu bleiben. Entspannen Sie sich und nehmen Sie sich Zeit, sich etwas besser kennen zu lernen.

    In den ersten E-Mails merkt man relativ schnell,

    • ob es Spaß macht, sich mit dem anderen zu schreiben,
    • ob man die Art des anderen mag,
    • ob man gerne mal mit dem anderen telefonieren möchte
    • oder sich am liebsten sofort treffen will.

    Manchmal hat man nach ein paar Mails das Gefühl, sich schon sehr gut zu kennen, und es kann schnell eine große Vertrautheit und Nähe entstehen. Die Mails können dann oftmals eine sehr eigene Dynamik entwickeln und bewirken, dass man sich schnell öffnet und intensiv austauscht. Vielleicht fasst man auch sehr schnell großes Vertrauen und zeigt schon beim Schreiben viel von seinen innersten Gedanken und intimsten Erlebnissen.

    Es kann sein, dass dieses Vertrauen berechtigt ist und die große Nähe nach den ersten Telefonaten und Treffen bestehen bleibt. Das kann dann ein überwältigend schönes Erlebnis sein. Es kann aber auch vorkommen, dass man bei den ersten Treffen merkt, dass die Nähe des E-Mail-Kontaktes eine Illusion war, die in der Realität keinen Bestand hat. So kann es dann zu unangenehmen und für beide vielleicht sehr enttäuschenden Erfahrungen kommen.

    • Man möchte den Kontakt vielleicht abbrechen, weil der reale Mensch einem so gar nicht liegt.
    • Man merkt, dass der andere einen unwahrscheinlich toll findet und davon ausgeht, dass man ebenso empfindet, weil man per Mail ja schon ganz vertraut war, und es fällt richtig schwer, den anderen dann zu enttäuschen.
    • Man stellt fest, dass man sich in eine Traumwelt (Haus, Kinder, Reisen, …) hineingeträumt hat, aus der es nur schwer ein Zurück gibt.
    • Man merkt zwar, dass der andere einem als realer Mensch nicht so richtig gefällt, redet sich ihn aber „schön“. Schließt vielleicht sogar einen Kompromiss, mit dem man auf Dauer gar nicht leben möchte. Indem man zum Beispiel in eine Beziehung hineinrutscht, die von vornherein keine Zukunftschance hat.

    Und um solche Situationen zu vermeiden, hilft es ungemein, darauf zu achten, sich nicht zu früh zu sehr zu öffnen. Vertrauen und Nähe braucht Zeit zu wachsen und diese Zeit kann man sich ruhig nehmen. Außerdem ist gerade dieses erste Kennenlernen und langsame Vertrautmachen die Basis für viele schöne Erinnerungen, auf die man auch nach Jahren zurückblicken kann. Deswegen kann man sich vor dem Absenden seiner Mails immer wieder fragen:

    • Würde ich das jemandem sagen, den ich vor ein paar Tagen bei einer Einladung kennen gelernt hätte und den ich zufällig in der Stadt treffen würde?
    • Könnte ich so mit einem guten Bekannten sprechen, den ich nach einem halben Jahr mal wieder treffe?
    • Möchte ich so mit jemandem sprechen, bei dem ich später feststelle, dass er in der gleichen Firma wie ich arbeitet und zufällig mit mir in der Kantine am selben Tisch sitzen könnte?
    • Würde ich das alles jemandem schreiben, der mit einer mir nicht wohlgesinnten Person befreundet ist, z. B. der zickigen Nachbarin oder dem muffeligen Schwager?

    Um solche Illusionen möglichst nicht aufkommen zu lassen oder möglichst schnell mit der Realität abzugleichen, ist es in den meisten Fällen empfehlenswert, mit dem ersten Telefonat und Treffen nicht zu lange zu warten, weil man bei einem Treffen auch immer enttäuscht werden kann. Durch den Mailkontakt ist vielleicht schon ganz viel Nähe und Vertrautheit entstanden und man ist sich sehr sicher, den anderen sehr zu mögen. Vielleicht ist man sogar schon ein wenig ineinander verliebt. Und denkt:

    • Die E-Mails sind so toll: Das ist mein Traummann.
    • Die schreibt so humorvoll: Das ist die Frau meines Lebens.
    • Wir haben genau die gleiche Denke: Wir sind das perfekte Paar.

    Um sich in jemanden auch im realen Leben zu verlieben oder mit jemandem eine Beziehung eingehen zu wollen, sind aber noch andere Faktoren wichtig:

    • Wie spricht der andere?
    • Welche Stimme, welchen Dialekt hat er oder sie vielleicht?
    • Wie riecht der andere?
    • Wie sieht die andere aus?
    • Wie bewegt sich der andere?

    Und all dies nimmt man erst wahr, wenn man sich wirklich begegnet. Deswegen ist es so wichtig, dass man miteinander telefoniert und sich trifft. Und am besten, bevor sich zu hohe Erwartungen aufbauen.

    Wenn Sie den Wunsch haben, zu telefonieren oder sich zu treffen, sprechen Sie es ruhig in Ihrer Mail an. Vereinbaren Sie am besten einen klar eingegrenzten Telefontermin (zum Beispiel: Montag um 20.00 Uhr). Sonst sitzen Sie nämlich womöglich unentwegt auf heißen Kohlen und warten auf einen Anruf. Wenn die Telefonate angenehm sind und Sie sich beide nicht miteinander langweilen, ist es vielleicht Zeit für ein erstes Treffen.

    Das erste Treffen

    Sie verabreden sich zu einem bestimmten Termin. Wenn Sie das Gefühl haben, sich schon ganz gut zu kennen, vertrauen Sie dem anderen vielleicht schon sehr. Dennoch gibt es auch bei einem oder den ersten Treffen ein paar Dinge zu beachten.

    • Treffen Sie sich am besten an einem öffentlichen Ort, denn Sie wissen nur das über den anderen, was er Ihnen gesagt hat. Und Sie wissen nicht, ob der andere wirklich so ist, wie er sich gibt.
    • Sagen Sie einer Freundin oder einem Freund vor dem Treffen Bescheid, wo und wann Sie sich treffen. Und vereinbaren Sie, dass Sie sie oder ihn nach dem Treffen informieren, wenn Sie wieder gut zu Hause angekommen sind.

    Und wie geht es dann weiter?

    Wie im „normalen Leben“ auch. Treffen Sie sich und lernen Sie sich näher kennen. Und wenn derjenige, mit dem Sie sich getroffen haben, nicht der Passende war, dann fangen Sie eben wieder von vorne an. Jetzt wissen Sie ja, wie es geht ;-)

    Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viele tolle Begegnungen und dass Sie dabei vielleicht den Menschen finden, mit dem Sie für eine sehr lange Zeit glücklich sein können.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16881-partnersuche-im-internet/feed/ 16
    Was tun, wenn andere Menschen nicht gut für mich sind? http://www.zeitzuleben.de/16877-was-tun-wenn-andere-menschen-nicht-gut-fur-mich-sind/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-tun-wenn-andere-menschen-nicht-gut-fur-mich-sind http://www.zeitzuleben.de/16877-was-tun-wenn-andere-menschen-nicht-gut-fur-mich-sind/#comments Tue, 13 Dec 2011 05:00:45 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16877

    Wir hatten es ja vorletzte Woche erst: Wenn man sich als Mensch weiterentwickelt, dann lernt man schnell, dass das, was uns in anderen aufregt, oft nur das Spiegelbild unseres Selbst ist. Wir regen uns eben oft bei anderen über das auf, was uns an uns selbst stört, was wir verdrängt haben oder was wir uns [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wir hatten es ja vorletzte Woche erst: Wenn man sich als Mensch weiterentwickelt, dann lernt man schnell, dass das, was uns in anderen aufregt, oft nur das Spiegelbild unseres Selbst ist. Wir regen uns eben oft bei anderen über das auf, was uns an uns selbst stört, was wir verdrängt haben oder was wir uns nicht erlauben. Und wenn wir das verstehen, werden wir meistens verständnisvoller und gütiger mit anderen Menschen. Und dadurch übrigens auch oft gütiger mit uns selbst.

    Es gibt aber auch die anderen Fälle: Es hat nicht immer ALLES etwas mit uns zu tun. Manchmal sind andere Menschen einfach auch nur gedankenlos, rücksichtslos, sie drücken (bewusst oder unbewusst) auf unsere wunden Punkte. Oder sie überschreiten auf irgendeine andere Art unsere Grenzen auf unschöne Weise.

    Die Kunst ist hier, zu unterscheiden:

    • Ist es mein Thema, das ich in den anderen reinprojiziere?
    • Oder ist der andere Mensch einfach auf irgendeine Art nicht gut für mich?

    Das auseinanderzuhalten ist erstaunlich schwer. Selbst für die unter uns, die sich dieser Projektionsgeschichten bewusst sind. Denn das Wissen darum schützt ja nicht 100%ig vor den eigenen blinden Flecken, die tatsächlich jeder von uns hat … und ja, das gilt auch für die Fortgeschrittensten unter uns.

    Aber gehen wir mal davon aus, dass uns jemand komisch behandelt und das Ganze in diesem Fall wirklich nichts oder nur wenig mit uns selbst zu tun hat.

    Was mache ich dann? Wie gehe ich damit um? Was tue ich, wenn Menschen auf irgendeine Art nicht gut für mich sind und ich mir ziemlich sicher bin, dass es nichts mit mir zu tun hat?

    Eine gute Möglichkeit ist hier die große Problem-Weiche: Leave it, love it or change it.

    Also entweder gehen Sie aus der Situation raus, wenn es geht (Leave it). Oder Sie lernen, die Sache zu lieben oder zumindest zu akzeptieren (Love it). Oder Sie ändern die Situation, sofern das für Sie möglich ist (Change it).

    Leave it

    Aus der Situation rauszugehen geht natürlich nicht immer. Aber oft ist genau das die beste und einfachste Lösung, auch wenn man hier manchmal den eigenen Stolz ein bisschen drosseln muss.

    Einfach der Konfliktsituation ausweichen oder dafür sorgen, dass man in Zukunft keinen Stress mehr mit dem anderen Menschen hat.

    Das gilt im Kleinen: Wenn man zum Beispiel jemanden einfach mal lässt, wenn er sich im Supermarkt vordrängelt. Oder im Größeren: Wenn meine Großtante Anni jedes Mal auf mir rumhackt, wenn ich sie besuche, dann gehe ich eben nicht mehr hin. Manche Dinge muss man sich nicht antun, auch wenn dann vielleicht das schlechte Gewissen ein bisschen knackt. Oder wenn mein Kollege Klaus mir meinen Büroalltag mit seiner passiv-aggressiven Haltung vermiest, dann bewerbe ich mich einfach um eine Stelle in einer anderen Abteilung.

    So flexibel sein wie eine Weide im Wind. Unangenehme Situationen einfach verlassen oder ihnen ausweichen. Das ist nicht grundsätzlich feige, sondern oft einfach der kluge Ausweg. Man sollte natürlich nicht immer klein beigeben. Aber man muss auch nicht jeden Kampf kämpfen.

    Noch eine Randbemerkung zu diesem Thema: Je mehr ich in mich und in meine fachliche und persönliche Weiterbildung investiere, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich mir im Leben. Das heißt, je mehr ich lerne und je mehr Dinge ich kann, desto mehr Freiheiten eröffnen sich mir im Leben.

    Wenn Sie sich in einer Situation wiederfinden, aus der Sie aus Sachzwängen nicht rauskönnen, dann kann das damit zu tun haben, dass Sie Ihre Weiterentwicklung vernachlässigt haben und deswegen zu wenig Ausweichmöglichkeiten haben.

    Das Gleiche gilt für die Investition in gute Beziehungen zu anderen Menschen. Wer ein gutes Netzwerk an Freunden, Bekannten und Kollegen hat, der hat mehr Möglichkeiten, sein Leben in eine andere Richtung zu lenken.

    Oft müssen Menschen aus finanziellen Gründen in einem Job bleiben, weil sie keine beruflichen Alternativen oder kein Netzwerk haben. Wer sich – auch neben dem Job – regelmäßig weiterbildet und seinen Wert als Arbeitnehmer auf kluge Art ständig erweitert und steigert, der investiert deswegen direkt in seine Freiheit. Je mehr interessante und nützliche Dinge ich kann und weiß, desto interessanter werde ich für andere Arbeitgeber und desto einfacher kann ich meinen Job wechseln, wenn mir irgendein Kollege meinen Arbeitsplatz vergiftet.

    Persönliches und fachliches Wachstum genau wie gute Beziehungen schaffen also Freiheit. Fragen Sie sich also vielleicht mal: Was müsste ich lernen, herausfinden, können oder wissen, um freier und flexibler im Leben zu werden und mehr Wahlmöglichkeiten zu haben? Und wie könnte ich mein Netzwerk in einem guten gebenden und nehmenden Sinne erweitern?

    Love it

    Kommen wir zur nächsten Möglichkeit, damit umzugehen, wenn mir andere Menschen nicht guttun: Love it. Für viele ist das die schwerste Aufgabe überhaupt: Dinge akzeptieren oder sogar lieben lernen, die man nicht ändern kann.

    Wobei akzeptieren nicht zwingend immer „gutheißen“ bedeuten muss. Es bedeutet eher, dass man aufhört zu kämpfen, dass man den Widerstand aufgibt, dass man sich also ergibt.

    Viele Probleme oder Konflikte lösen sich sogar in Luft auf, wenn man aufhört zu kämpfen. Nicht immer. Aber erstaunlich oft.

    Was vielen beim „Love it“ hilft, ist ein bestimmter Gedanke. Der Gedanke lautet:

    „Das ist jetzt einfach Training für mich.“

    Oder falls Sie lieber spiritueller an die Sache herangehen möchten, dann sagen Sie sich einfach: Dieser Mensch ist ein Engel, der mir geschickt wurde, um etwas Bestimmtes zu verstehen oder zu lernen.

    Sie können alles nutzen, um als Mensch dazuzulernen, um Ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln und um zu wachsen. Auch Menschen, die Ihnen das Leben schwer machen.

    Und stellen Sie sich vor, Sie würden auf Ihr Feindbild zugehen, ihm oder ihr einen dicken Kuss auf die Wange drücken und dann sagen: „Danke, dass du mir durch deine Art dabei hilfst, als Mensch zu wachsen.“

    Konflikte und zwischenmenschliche Schwierigkeiten sind auch immer Training.

    Wenn Sie das so sehen können, hören Sie automatisch auf, zu sehr zu kämpfen, und Sie können den Schwierigkeiten mit dem anderen Menschen etwas Gutes abgewinnen. Sehen Sie den Konflikt als Chance und als Möglichkeit, etwas zu lernen. Dadurch lassen Sie automatisch die Opferrolle hinter sich und übernehmen Verantwortung für sich. Und das verschiebt oft das Machtverhältnis in einem Konflikt und lässt das Beziehungsproblem oft wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

    Wie wechselt man die Perspektive und setzt sich die „Das ist Training“-Brille auf? Dazu können Sie sich Fragen wie hier stellen:

    • Was genau ist es, was ich in dieser Situation lernen soll? Was wäre der erste Schritt, um das zu lernen?
    • Was müsste ich tun, können, begreifen, verstehen, lernen, damit diese Sache hier für mich kein Problem mehr wäre?
    • Was kann ich durch diesen Menschen lernen oder trainieren?
    • Was ist das Gute an dieser Situation?
    • Inwiefern könnte mir das später helfen?

    Change it

    Die letzte Möglichkeit, mit einem unangenehmen Menschen umzugehen, ist: Change it. Also die Situation zu verändern. Denn es gibt Situationen, die man nicht verlassen kann und die so ans Eingemachte gehen, dass man sie nicht als Training umdeuten kann. In diesem Fall muss man aktiv werden und etwas ändern.

    Der erste Schritt sollte hier ein klärendes Gespräch sein. Oft muss man dafür über den eigenen Schatten springen, gerade wenn man das Gefühl hat, dass man nicht angefangen oder wirklich nichts falsch gemacht hat.

    Stolz ist hier aber komplett fehl am Platz. Wenn Sie unter einer Situation leiden, ist es Ihre Verantwortung und Aufgabe, etwas zum Besseren zu ändern. Mit Stolz bestrafen Sie nicht den anderen, sondern sich selbst, denn Sie verlängern ja auch Ihr eigenes Leiden.

    Was bei so einem Gespräch hilfreich sein kann, sind die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation. Das hilft nicht immer, aber man erhöht dadurch die Chance, dass es wirklich zu einem klärenden Gespräch kommt.

    Was Ihnen hier auch helfen kann, ist das folgende Kommunikationsprinzip:

    Versuchen Sie erst zu verstehen und erst dann verstanden zu werden.

    Das heißt, sprechen Sie den Konflikt direkt an und fragen Sie den anderen nach seiner Meinung zu der Sache. Und dann hören Sie WIRKLICH zu. Fragen Sie klärend nach. Ohne sich zu rechtfertigen. Ohne Gegenargumente zu bringen. Geben Sie Ihrem Gegenüber wirklich Raum zum Reden. Und erst, wenn Sie dessen Sicht wirklich vollkommen verstanden haben, schildern Sie Ihren Blickwinkel auf die Situation. Das hört sich so in der Theorie ganz einfach an, in der Praxis ist das natürlich eine verdammt harte Nummer. Deswegen üben Sie diese Art des Zuhörens am besten mit einem Vertrauten in einer Art Rollenspiel, bevor Sie in die reale Situation gehen.

    Oft hilft natürlich auch alles Reden nicht. Manchmal versteht man sich einfach nicht. Oder der Graben ist bereits zu tief und die Erde zu verbrannt. Oder der andere will den Konflikt partout nicht auflösen, weil er irgendeine Befriedigung oder einen Gewinn daraus bezieht.

    Dann gelten die üblichen Regeln aus den Kampfkünsten:

    Handeln Sie entschlossen, ohne zu zögern und mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen. Drohen Sie nicht, sondern handeln Sie zielgerichtet und wirksam. Tragen Sie den Konflikt so schnell, hart und mit so vielen Mitteln aus wie möglich. Ziehen Sie nicht den Kopf ein, seien Sie nicht zögerlich und hoffen Sie nicht auf Besserung, ohne dass Sie etwas tun müssen.

    Ziel ist jetzt, den Streit unter Einsatz aller Mittel so hart und so schnell wie möglich zu Ihren Gunsten zu beenden. Ich rede hier natürlich nicht von körperlicher Gewalt, auch wenn meine Beschreibung martialisch klingt. Ich meine, dass Sie all Ihre gewaltlosen Möglichkeiten konzertiert ausschöpfen:

    • den Betriebsrat
    • offene Briefe oder eine andere öffentliche Eskalation des Konflikts
    • Bilden von Bündnissen
    • Unterstützung von Kollegen oder Freunden suchen
    • sich Verbündete und Beschützer suchen
    • und, und, und …

    Wenn man alles andere versucht hat, muss man den Rücken gerade machen und kämpfen. Und dann sollte man auch versuchen, den Kampf so schnell wie möglich zu beenden, damit man selbst nicht zu viele Blessuren davonträgt.

    Dieses ganze Love it, leave it or change it muss man aber zum Glück nur relativ selten anwenden. Denn meistens hat ein Konflikt mit anderen Menschen ja doch – zumindest zu einem Anteil – mit uns selbst zu tun :-) . Aber wenn Sie sich wirklich sicher sind, dass Ihre Weste weiß ist, dann nutzen Sie vielleicht diesen 3-Satz der Persönlichkeitsentwicklung als Leitlinie für Ihr Handeln. Ich wende diese Idee ständig an und die 3 Möglichkeiten waren für mich stets ein exzellenter Ratgeber.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16877-was-tun-wenn-andere-menschen-nicht-gut-fur-mich-sind/feed/ 27
    Still (Susan Cain) http://www.zeitzuleben.de/16864-still-susan-cain/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=still-susan-cain http://www.zeitzuleben.de/16864-still-susan-cain/#comments Mon, 12 Dec 2011 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=16864 In diesem Buch geht es um introvertierte Menschen und darum, wie sich der Unterschied zwischen Introvertierten und Extrovertierten in Lebensbereichen wie zum Beispiel Gesellschaft, Politik, Partnerschaften, Wissenschaft, Familie, soziales Leben auswirkt.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Still. Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“ von Susan Cain – München: Riemann Verlag, 2011 – 448 S. – ISBN: 978-3-570-50084-2 – 19,95 €

    Ein schlichter weißer Schutzumschlag, ein Rabe und eine weiße Eule sitzen auf einer Stange und schauen sich an. Die Zurückhaltung einerseits und der Gegensatz der Vögel auf dem Buchcover andererseits passen gut zum Buchinhalt:

    In „Still“ geht es um introvertierte Menschen und darum, wie sich der Unterschied zwischen Introvertierten und Extrovertierten in Lebensbereichen wie zum Beispiel Gesellschaft, Politik, Partnerschaften, Wissenschaft, Familie, soziales Leben auswirkt.

    Als introvertiert bezeichnet die Persönlichkeitspsychologie zurückhaltende, beobachtende und reflektierende Menschen. Im Gegensatz dazu sind Menschen mit einer extrovertierten Persönlichkeitseigenschaft gesprächig und bringen sich meist schnell und gerne in Gruppen ein.

    Wie der Untertitel des Buches „Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“ bereits anklingen lässt, geht die Autorin in „Still“ der Frage nach, was gerade diese introvertierten Menschen der Welt geben können. Darüber hinaus beschreibt sie, wie das Leben Introvertierter gestaltet sein muss, damit sie sich mit ihrem gesamten Potential einbringen können. Das Buch ist sehr umfangreich und behandelt unwahrscheinlich viele Aspekte, sodass ich hier beispielhaft nur einige wenige nennen möchte:

    In den ersten zwei Teilen des Buches verbindet Susan Cain wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Lebenserfahrungen und Beobachtungen gesellschaftlicher Zusammenhänge. Sie zeigt,

    • wie unsere Welt zu einer Welt geworden ist, die Extrovertierte über Gebühr belohnt und sich damit häufig wertvolle Beiträge Introvertierter entgehen lässt,
    • am Beispiel eines Besuchs an der Harvard Business School, wie eine komplett extrovertiert orientierte Gesellschaft aussehen kann und wie introvertierte Menschen sich an so einem Ort fühlen und damit umgehen,
    • welche biologischen Unterschiede es zwischen introvertierten und extrovertierten Menschen gibt und was diese Unterschiede mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wie zum Beispiel dem Kennedy-Mythos oder wirtschaftlichen Krisen zu tun haben.

    Im letzten Drittel des Buches geht es um praktische Empfehlungen:

    • Wann macht es für einen Introvertierten Sinn, sich an die extrovertierte Welt anzupassen, und wie kann diese Anpassung auf gute Weise gelingen?
    • Wie können Introvertierte und Extrovertierte miteinander umgehen, sodass sie sich besser verstehen, zum Beispiel in der Partnerschaft oder mit Freunden und Kollegen?
    • Wie können Eltern introvertierter Kinder sich in der Erziehung verhalten, sodass ihre Kinder möglichst glücklich und zufrieden aufwachsen?

    Das Buch enthält wissenschaftliche Theorie und Forschungsergebnisse, praktische Beispiele und einen Ratgeberteil mit wertvollen Anregungen für die Lebenspraxis. Darüber hinaus ist es absolut fesselnd geschrieben. Besonders gut gefallen hat mir, dass Susan Cain sowohl die Schwierigkeiten Introvertierter in einer extrovertierten Welt beschreibt als auch aufzeigt, wie vielfältig sich Introvertierte in diese Welt einbringen können. Damit kann „Still“ meinem Eindruck nach gerade den Menschen Mut machen, die darunter leiden, introvertiert zu sein.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Still” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16864-still-susan-cain/feed/ 4
    Wenn eine Entschuldigung dazwischen steht … http://www.zeitzuleben.de/16772-wenn-eine-entschuldigung-dazwischen-steht/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wenn-eine-entschuldigung-dazwischen-steht http://www.zeitzuleben.de/16772-wenn-eine-entschuldigung-dazwischen-steht/#comments Wed, 07 Dec 2011 05:00:00 +0000 Gitte Härter http://www.zeitzuleben.de/?p=16772

    Vor einigen Jahren erzählte mir eine Kundin, dass sie mit ihrer Bürokollegin seit Monaten nicht mehr spricht. Früher hätten sie sich gut verstanden. Dann sei irgendetwas vorgefallen und die Kollegin redet seitdem nur noch das, was beruflich absolut nötig ist. Sie selbst weiß nicht, was der Auslöser war. Irgendetwas nimmt ihr die Kollegin offenbar übel. [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Vor einigen Jahren erzählte mir eine Kundin, dass sie mit ihrer Bürokollegin seit Monaten nicht mehr spricht. Früher hätten sie sich gut verstanden. Dann sei irgendetwas vorgefallen und die Kollegin redet seitdem nur noch das, was beruflich absolut nötig ist. Sie selbst weiß nicht, was der Auslöser war. Irgendetwas nimmt ihr die Kollegin offenbar übel.

    Als sie gemerkt hat, dass die Kollegin sich zurückzog, hat sie es ihr gleichgetan. Seitdem reden sie nicht mehr, obwohl sie täglich Schreibtisch an Schreibtisch arbeiten. Die Anspannung ist mit Händen zu greifen. Tag für Tag für Tag.

    • „Haben Sie die Kollegin mal darauf angesprochen?“
    • „Nein.“
    • „Einfach nicht mehr geredet?“
    • „Ja.“

    Auch wenn das ein Extremfall ist, so ist das gar nicht mal so selten. Ich habe Verwandte, die seit Jahrzehnten irgendeine Fehde pflegen, weil einer sich ungerecht behandelt fühlt und der andere sich nicht entschuldigt. So manche dicke Freundschaft geht zu Bruch, weil etwas Unausgesprochenes dazwischensteht. Manchmal weiß die andere Person gar nicht, wie ihr geschieht. Manchmal entschuldigt sie sich aus Prinzip nicht. Wieso ich??!

    Der Schritt auf den anderen zu

    Einer meiner Lieblingssprüche ist „Wo Menschen sind, da menschelt’s“. Ich mag diese Aussage, denn dieses Menscheln ist ein liebevoller Ausdruck dafür, dass wir nicht immer logisch, oft emotional und manchmal sogar irgendwie widersinnig agieren. Mitunter sind wir von etwas einfach getroffen oder ärgern uns – auch wenn die gleiche Sache uns gestern gar nichts ausgemacht hat. Manchmal trifft jemand einen wunden Punkt oder wir stellen uns stur.

    Das Miteinander ist eben nicht immer leicht.

    Wir können nicht mit einem Zauberstab winken, und andere (re)agieren so, wie wir es uns wünschen. Aber wir können zu 100 % bestimmen, wie WIR uns verhalten.

    Bevor jetzt ein Missverständnis entsteht: Damit meine ich nicht, dass wir uns immer unter Kontrolle haben. Und ich meine auch nicht, dass wir uns in jeder Minute richtig, klug und angemessen verhalten müssen! Sie werden trotz bester Vorsätze in Ihrem Leben andere immer wieder einmal verletzen, in ein Fettnäpfchen treten oder in Streit geraten. Wenn es so weit ist, ist es Ihre Entscheidung, was jetzt geschieht:

    → Machen Sie einen Schritt zurück?

    Überlassen Sie dem anderen die Reaktion? Warten Sie ab, schämen Sie sich oder grollen Sie?

    → Oder machen Sie einen Schritt auf den anderen zu?

    Tragen Sie dazu bei, dass die Sache geklärt wird und treten Sie dafür ein, dass ein gutes Miteinander wieder möglich wird?

    Ich meine: Es ist die bessere Wahl, einen Schritt auf den anderen zuzugehen. Besonders, wenn etwas zwischen Ihnen steht. Manchmal läuft das auf eine Entschuldigung hinaus.

    Bleiben Sie sich und Ihrem Anspruch an sich selbst treu

    Es gibt Situationen, in denen wir wissen, dass wir uns nicht so toll verhalten haben. Vielleicht haben Sie jemanden unabsichtlich verletzt, angelogen oder vor anderen bloßgestellt. Vielleicht aber haben Sie einfach nur unangemessen reagiert.

    Das Komplizierte beim Entschuldigen ist, dass es jede Menge Hürden gibt, warum wir uns nicht entschuldigen können, selbst wenn wir es eigentlich tun wollen.

    Ich kann mich noch gut an ein Telefongespräch erinnern, bei dem ich komplett ausgerastet bin. Die Umzugsfirma, die ich beauftragt hatte, hat mir zwei faule, völlig unfähige Leute geschickt. Der eine hat sich in den kleinen Transporter gestellt und die Kisten „koordiniert“, der andere hat sich Bilderrahmen und einzelne Blumentöpfe geschnappt, während ich meine Kisten alleine geschleppt habe. Am Schluss wollten sie mir auch noch eine Stunde mehr auf den Auftragszettel schreiben! Da ich an diesem Tag umziehen musste und so schnell niemand anderes organisieren konnte, machte ich das alles mit und rief am folgenden Tag den Chef an, um mich zu beschweren. Zunächst war ich angepisst, aber nach außen ruhig und sachlich. Als der Chef abwiegelte und mich nicht ernst nahm, wurde ich immer saurer. Schließlich schrien wir uns beide am Telefon an und knallten den Hörer auf.

    Als ich aufgelegt hatte, war ich ganz erschrocken über mich. Zum einen, weil ich normalerweise nicht so reagiere, zum anderen, weil ich wusste, dass ich inhaltlich zwar im Recht war, dass es aber niemals in Ordnung ist, sich so zu verhalten.

    Also atmete ich tief durch, griff wieder zum Hörer und sagte zur Überraschung meines Gesprächspartners: „Ich rufe an, um mich zu entschuldigen. Mein Verhalten eben am Telefon war nicht in Ordnung. Ich entschuldige mich dafür, dass ich so rumgeschrien habe.“

    Der Spediteur war völlig von den Socken, entschuldigte sich ebenfalls und nun konnten wir ein sachliches Gespräch darüber führen, was schiefgelaufen ist.

    Sie können sich vorstellen, dass ich in dieser Situation ganz gewaltig über meinen Schatten gesprungen bin. Ich fühlte mich zu 100 % im Recht, war stinksauer, weil ich überhaupt nicht ernst genommen wurde mit meiner Beschwerde – und wusste gleichzeitig, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat!

    Aber: Mein Anspruch an mich selbst ist, dass ich respektvoll mit anderen umgehen möchte. Das tue ich natürlich nicht immer. Erinnern Sie sich ans Menscheln! Aber ich kann diesen Anspruch als Maßstab für mein eigenes Tun nutzen.

    Egal was die andere Person getan hat, was inhaltlich vorgefallen ist: Wenn Sie einen klaren Anspruch an sich selbst haben, dann handeln Sie auch in Ihrem eigenen Sinn.

    So konnte ich für mein unangemessenes Verhalten einstehen und den Weg für ein konstruktives Gespräch ebnen.

    Übrigens: Andere schätzen es sehr, wenn man selbstverantwortlich handelt und über seinen Schatten springen kann.

    Sie möchten sich entschuldigen

    Wenn Sie wissen, worum es geht, und wenn Sie sich dafür entschuldigen möchten, dann ist das bereits die halbe Miete. Denn damit eine Entschuldigung beim anderen ankommt, ist besonders wichtig, dass sie ehrlich gemeint ist. Ein dahingesagtes „Sorry!“ geht eher nach hinten los.

    Damit der andere merkt, dass Sie die Entschuldigung auch meinen, braucht es nur ein paar einfache Kriterien:

    • es meinen: sich aus den richtigen Motiven heraus entschuldigen
    • wenn Sie sich persönlich entschuldigen: Blickkontakt halten oder, wenn Sie sich schämen, sagen, dass Sie dem anderen gerade nicht in die Augen sehen können
    • konkret zu sagen, wofür Sie sich entschuldigen
    • die Entschuldigung stehenlassen und nicht sofort weiterreden, sich rechtfertigen, aufrechnen oder gar das Thema wechseln

    Nun gibt es aber auch die Fälle, bei denen man merkt, dass etwas nicht stimmt – aber nicht weiß, warum. Jemand verhält sich merkwürdig, lässt deutliche Hinweise fallen, sagt, dass nichts ist, ist aber offensichtlich beleidigt. Manche Leute verfallen auch in Schweigen.

    In solchen Situationen ist es besonders wichtig, nicht passiv zu bleiben. Gehen Sie auch hier den Schritt auf den anderen zu, um die Sache zu klären. Oft reicht es, dem anderen eine kleine Redebrücke zu bauen. Tipps dazu finden Sie hier: Was tun, wenn andere Leute dichtmachen?

    Sie erwarten eine Entschuldigung

    Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt. Fühlen Sie sich ungerecht behandelt, nicht ernst genommen oder hat Sie jemand verletzt? Dann ist es ebenfalls eine gute Idee, offensiv zu werden.

    Jetzt denken Sie vielleicht: „Was?! Es ist doch bitte schön die Aufgabe des anderen, auf mich zuzugehen, wenn er sich falsch verhalten hat.“

    Ja. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen:

    → Oft merken andere nicht, dass wir uns verletzt fühlen oder sie uns gegen den Karren gefahren sind.

    Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Kollegenkreis zusammen und jemand macht eine lustig gemeinte Bemerkung, dass Sie etwas zugelegt haben. Alle lachen – Sie lachen mit, weil Sie sich keine Blöße geben möchten. In Wirklichkeit sind Sie verletzt.

    Dazu kommt, dass wir Menschen ganz unterschiedlich sind. Wenn Sie zu mir sagen: „Das und das war blöd“, dann fällt mir die Wortwahl gar nicht besonders auf, weil ich selbst so rede. Jemand anderes findet so ein Verhalten grob und verbittet sich diesen Ton.

    Oder: Sie erzählen einer guten Freundin, dass Sie Eheprobleme haben. Diese wechselt das Thema. Sie sind getroffen, weil sie Ihre Probleme ignoriert. Tatsächlich ist es aus ihrer Sicht taktvoll, nicht nachzufragen, weil sie selbst es nicht wollen würde, dass man bei so persönlichen Themen weiterbohrt.

    → So schwer wir uns selbst oft mit Entschuldigungen tun, so schwer tun sich andere auch.

    Die Hürden, die wir selbst gut kennen, haben andere natürlich auch. Manchen ist ein Fehlverhalten so unangenehm, dass sie am liebsten im Boden versinken würden. Andere bringen es nur schwer über die Lippen, sich zu entschuldigen, weil sie es mit Schwäche gleichsetzen.

    Sehr oft glaubt man auch, dass sich die Dinge von selbst erledigen, wenn man Gras drüberwachsen lässt. Oder das Aufrechnen ist der Übeltäter: Die andere Person weiß zwar, dass es was zu entschuldigen gäbe, aber Sie haben ja kürzlich auch … und darum sind Sie sozusagen quitt.

    → Wir sollten immer für uns selbst eintreten.

    Ganz unabhängig davon, ob es letztlich zu einer Entschuldigung kommt oder nicht, ist es wichtig, dass Sie Ihr Bedürfnis nach einer Entschuldigung aussprechen. Denn auf diese Weise treten Sie für sich ein, signalisieren dem anderen, dass ein Verhalten nicht in Ordnung war, und ziehen für das nächste Mal eine Grenze.

    Wenn Sie also finden, dass eine Entschuldigung angebracht ist, oder wenn Sie enttäuscht darüber sind, dass keine kommt, dann sprechen Sie den anderen auf sein Verhalten an! Nicht vorwurfsvoll oder provozierend, sondern aus Ihrer Sicht:

    Oft reicht es schon, einfach zu sagen, was Sache ist, und Sie bekommen eine Entschuldigung:

    • „Ich habe heute früh zwar mitgelacht, als du über mein Übergewicht gewitzelt hast, aber ehrlich gesagt hat mich das sehr getroffen.“ (Dann freundlich Blickkontakt halten und schweigen, bis eine Antwort kommt)

    Oder Sie sagen es klipp und klar, dass ein Verhalten so nicht geht:

    • „Sachlich haben Sie Recht: Mir hätte dieser Fehler nicht unterlaufen dürfen. Doch es ist nicht in Ordnung, dass Sie mich als dumm bezeichnen.“ (Wieder unverwandt schauen, als ob der andere jetzt was sagen muss, und so lange still sein, bis der andere das Schweigen füllt)

    Auf diese Weise treten Sie für sich ein, anstatt heimlich, still und leise zu grollen. Und Sie bauen dem anderen eine Brücke, sich zu entschuldigen, um das, was zwischen Ihnen steht, zu bereinigen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16772-wenn-eine-entschuldigung-dazwischen-steht/feed/ 11
    Pech, ich bin eben so … http://www.zeitzuleben.de/16825-pech-ich-bin-eben-so/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=pech-ich-bin-eben-so http://www.zeitzuleben.de/16825-pech-ich-bin-eben-so/#comments Tue, 06 Dec 2011 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16825

    Ich glaube, jeder von uns hat irgendein Päckchen zu tragen. Irgendetwas, unter dem man manchmal leidet; etwas, was einem das Leben öfter schwer macht; etwas, was man sich anders wünschen würde. Manche fühlen sich zum Beispiel immer von allen ausgenutzt und können nicht Nein sagen. Andere haben immer das Gefühl, irgendwie ein Außenseiter zu sein. [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ich glaube, jeder von uns hat irgendein Päckchen zu tragen. Irgendetwas, unter dem man manchmal leidet; etwas, was einem das Leben öfter schwer macht; etwas, was man sich anders wünschen würde. Manche fühlen sich zum Beispiel immer von allen ausgenutzt und können nicht Nein sagen. Andere haben immer das Gefühl, irgendwie ein Außenseiter zu sein. Ja, ich schätze mal, jeder von uns hat irgend so ein Thema, mit dem er unzufrieden ist.

    Und wenn man dann irgendwann herausfindet, dass man nicht der Einzige ist, der dieses spezielle Problem hat, dann kann das sehr wohltuend und erleichternd sein. Denn wenn andere die gleiche Geschichte am Laufen haben, dann fühlt man sich nicht mehr ganz so verkehrt oder falsch. Und geteiltes Leid ist halbes Leid.

    Ein Beispiel: Nehmen wir mal an, ich habe große Probleme, mich länger zu konzentrieren. Und ich fühle mich oft unruhig und zappelig. Und ich fange oft 100 Sachen an und bringe nichts davon zu Ende. Wenn es einem so geht, ist das im Alltag natürlich nicht so einfach, sich zu organisieren, und man bekommt vieles nicht so richtig auf die Reihe. Und darunter leidet natürlich mein Selbstvertrauen, besonders wenn ich mich mit anderen Menschen vergleiche, die gut organisiert sind.

    Und irgendwann sagt mir dann jemand: „Hey, vielleicht hast du ja ADS (Aufmerksamkeits-Defizit–Syndrom)! Das haben ganz viele andere auch, auch als Erwachsene.“ Das ist dann wahrscheinlich ein großes Aha-Erlebnis. Und sobald ich einen Namen für mein Problem oder mein Päckchen habe, kann ich viel einfacher damit umgehen.

    Ich kann mir vielleicht Literatur besorgen, Beratungsangebote in Anspruch nehmen oder ich kann mir Selbsthilfegruppen für das Thema suchen oder sogar gründen. Und vor allem kann ich Kontakt mit anderen Menschen aufnehmen, denen es genauso geht wie mir. Und dadurch kann ich vielleicht irgendwann „Ja“ zu meinem Päckchen sagen, dadurch besser damit umgehen und vielleicht sogar irgendwann aus dem Problem herauswachsen.

    Deswegen ist es so hilfreich, einen Namen für das eigene Päckchen oder Problem zu finden, weil es oft der Anfang der Heilung oder eines gesünderen Umgehens mit den eigenen Einschränkungen ist.

    Es gibt hier aber auch eine große Gefahr. Diese Gefahr besteht darin, sich selbst zu sehr mit seinem Problem zu identifizieren und sich als Mensch komplett über das Problem zu definieren.

    • Ich bin eben ein ADSler, ich kann mich nicht konzentrieren.
    • Ich bin eben ein Sozial-Phobiker, ich kann nicht gut mit Menschen umgehen.
    • Ich bin eben ein Choleriker, ich habe meine Wut halt nicht unter Kontrolle.
    • Ich habe eben Dyskalkulie, deswegen kann ich dieses Studium nicht beginnen.

    Wenn ich anfange, so zu denken, dann wird das Etikett der Krankheit oder der Problembezeichnung zu einem festen Teil des eigenen Selbstbildes. Und das ist sehr hinderlich für mein weiteres persönliches Wachstum.

    Denn Selbstzuschreibungen, die ins eigene Selbstbild gewandert sind, sind nur noch sehr schwer zu ändern. Weil wir nicht mehr daran glauben, dass wir sie ändern können. Wir denken, dass wir so SIND. Und was wir SIND, kann man eben nicht ändern.

    Wenn ich fest daran glaube, dass ich eben tief in meiner Seele ein „unpünktlicher Mensch“ bin, dann werde ich nicht versuchen, daran etwas zu ändern, selbst wenn ich deswegen ständig Schwierigkeiten bekomme. Ich kann es ja nicht ändern, denn ich BIN schließlich so.

    Womit ich nicht sagen will, dass man alles ändern kann. Das kann man nicht.

    Aber erstaunlich oft ist bei der Lösung eines Problems der Engpass in unserem Kopf und nicht in der Realität. Und wenn wir nicht daran glauben, dass wir etwas zum Besseren ändern können, dann werden wir es gar nicht erst versuchen. Deswegen ist es so wichtig, vorsichtig mit diesen einschränkenden Selbstzuschreibungen zu sein. Und es ist wichtig, sich nie, nie, nie über die eigenen Probleme zu identifizieren und diese nie zu sehr zum Zentrum des eigenen Lebens zu machen, auch wenn es schwerfällt.

    Denken Sie lieber anders über Ihre Herausforderungen nach:

    • Ja, Sie haben dieses Problem vielleicht im Augenblick, aber Sie sind nicht dieses Problem, Sie sind noch viel mehr.
    • Sie haben vielleicht im Augenblick diese Einschränkung oder dieses Problem (aber sie haben es nicht zwingend für immer)
    • Sie haben vielleicht Trainings- oder Wachstumsbedarf in einem Bereich.
    • Sie haben vielleicht NOCH nicht gelernt, wie man mit bestimmten Situationen vernünftig umgeht, aber Sie können es lernen.

    Statt zum Beispiel zu sagen „Ich bin Sozial-Phobiker“ sagen Sie lieber: „Ich habe im Augenblick noch ein paar ungünstige Muster in meinem Denken und Verhalten, aber das kann ich mit Training in den Griff bekommen.“

    Oder statt zu sagen „Ich bin ADSler und da kann man nichts machen“ sagen Sie lieber: „Ja, ich habe einige Symptome, die man als ADS deuten kann. Aber ich kann lernen, das Beste daraus zu machen, die Sache als Stärke zu begreifen und an den Einschränkungen zu arbeiten.“

    Ja, jeder von uns hat seine Probleme und Schwierigkeiten. Man könnte auch sagen, jeder hat seinen ganz persönlichen Wachstumspfad. Wenn Sie Ihre Herausforderungen als Weg vor Ihnen begreifen, dann ist es wesentlich einfacher, mit den Herausforderungen umzugehen. Und die Gefahr ist dann auch geringer, sich mit den eigenen Problemen zu sehr zu identifizieren und diese damit zu zementieren und dadurch stecken zu bleiben.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16825-pech-ich-bin-eben-so/feed/ 34
    Raus aus der Grübelfalle (Nicola Fritze) http://www.zeitzuleben.de/16828-raus-aus-der-grubelfalle-nicola-fritze/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=raus-aus-der-grubelfalle-nicola-fritze http://www.zeitzuleben.de/16828-raus-aus-der-grubelfalle-nicola-fritze/#comments Mon, 05 Dec 2011 05:00:00 +0000 Ralf J. von Einem http://www.zeitzuleben.de/?p=16828 In 27 Beispielen bekommen Sie einen konkreten Rat, wie wir scheinbar schwierige Lebenssituationen nicht nur meistern, sondern über den „inneren Dialog“ mit unseren vielen unterschiedlichen „Engelchen“ und „Teufelchen“ insgesamt zu einer positiveren Einstellung gelangen können.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Raus aus der Grübelfalle“ von Nicola Fritze – München: Südwest Verlag, 2011 – 208 S. – ISBN: 978-3-517-08661-3 – 14,99 €

    Nicola Fritze möchte uns mit ihrem Buch einen Ratgeber an die Hand geben für ein gesundes und erfülltes Leben. Sie gibt in 27 Beispielen konkreten Rat, wie wir scheinbar schwierige Lebenssituationen nicht nur meistern, sondern über den „inneren Dialog“ mit unseren vielen unterschiedlichen „Engelchen“ und „Teufelchen“ insgesamt zu einer positiveren Einstellung gelangen können.

    Wie eine gute Freundin steht „Fritze“, wie sich die Autorin im Buch selber nennt, dem Leser zur Seite und berichtet aus ihrer eigenen Erfahrung, wie eine Präsentation im Beruf glückt, trotz unerwarteter Störung, oder wie das frühmorgendliche Aufstehen aus dem Bett gelingt, obwohl wir lieber liegen bleiben möchten. Wir erhalten so Einsicht in ein breites Spektrum von Lösungswegen, die laut Autorin immer auch in uns selber zu finden sind. Es geht ihr deshalb nicht allein darum, unsere Haltung im Allgemeinen zu überdenken, sondern auch darum, Hilfe zu unserem persönlichen Weg „heraus aus der Grübelfalle“ anzubieten.

    Der Ansatz der Autorin ist praxisnah und verständlich. Jedes Beispiel beschreibt einen „inneren Dialog“ zu uns bekannten Situationen und verdeutlicht damit, welche Für und Wider durch uns bewertet und betrachtet werden müssen und können. Auf über 200 Seiten beschreibt die Autorin, wie der „innere“ Dialog der „Fritze“ vonstattengeht und liefert dem Leser damit einen einfachen Zugang zu der komplexen Themenwelt der zwischenmenschlichen Kommunikation. Es spricht der „Beschwichtiger“ mit dem „Jammerlappen“, die „Pflichtbewusste“ mit der „Gemütlichen“ inneren Stimme unserer Persönlichkeit. Eine Situation wird beschrieben, analysiert und ein positiver Weg heraus aus dem jeweiligen Dilemma entwickelt. Der Leser wird Beobachter und Moderator der Diskussion der inneren Stimmen. Und aus jedem Problem zeigt die Autorin einen positiven Ausweg auf und liefert eine Idee, wie unser eigener „innerer“ Dialog beginnen und enden könnte.

    Die Beispiele sind praxisnah und sehr persönlich ausgewählt. Der Leser lernt, wie er durch Aufmerksamkeit sich selber gegenüber und mit etwas Übung auch scheinbar Schwieriges und Unlösbares meistern kann. Ein Problem ist eine Chance, zu wachsen. Das kann ich unterstreichen. Durch die Vielzahl an Beispielen wird jeder Leser einen Rat auch für seine Situation erhalten. Fazit: lesenswert für jeden, der auf der Suche nach seinem Weg „heraus aus der Grübelfalle“ ist und sich dabei gerne an die Hand nehmen lässt.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunkt Punkt

    „Raus aus der Grübelfalle” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16828-raus-aus-der-grubelfalle-nicola-fritze/feed/ 0
    Rebellions-Poster http://www.zeitzuleben.de/16742-rebellions-poster/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=rebellions-poster http://www.zeitzuleben.de/16742-rebellions-poster/#comments Wed, 30 Nov 2011 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16742

    Es ist schön, wenn man positiv und optimistisch in die Welt schaut. Aber manchmal kommt man mit einer positiven Haltung nicht weiter. Da muss man mit der Faust auf den Tisch hauen und sagen: „Hey Freunde! Bis hierhin und nicht weiter!“ Und dabei hilft Ihnen unser Rebellions-Poster. Und so können Sie es benutzen: Schreiben Sie [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Es ist schön, wenn man positiv und optimistisch in die Welt schaut. Aber manchmal kommt man mit einer positiven Haltung nicht weiter. Da muss man mit der Faust auf den Tisch hauen und sagen:

    „Hey Freunde! Bis hierhin und nicht weiter!“

    Und dabei hilft Ihnen unser Rebellions-Poster. Und so können Sie es benutzen:

    1. Schreiben Sie in die kleinen Wolken hinein, was Sie nicht mehr hinnehmen wollen und wogegen Sie in Zukunft rebellieren werden.
    2. Dann streichen Sie die Wolken symbolisch mit einem Kreuz durch.
    3. Und dann können Sie noch neben die Wolke schreiben, wie genau Sie sich wehren werden.

    Hier ein kleines Beispiel:

    Beispiel

    Viel Spaß beim Rebellieren :-)

    Rebellions-Poster hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16742-rebellions-poster/feed/ 19
    Sind Sie ein Projektor? http://www.zeitzuleben.de/16717-sind-sie-ein-projektor/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=sind-sie-ein-projektor http://www.zeitzuleben.de/16717-sind-sie-ein-projektor/#comments Tue, 29 Nov 2011 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16717

    Wissen Sie, was eine Projektion ist? Das ist ein tiefenpsychologisches Konzept. Und wenn Sie wirklich verstanden haben, wie Projektionen funktionieren, dann gewinnen Sie deutlich mehr Einfluss über Ihre Gefühlswelt und damit auch über Ihr Leben. Also … was ist nun eine Projektion? Vereinfacht gesagt ist es eine Projektion, wenn wir anderen Menschen Eigenschaften, Schwächen oder [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wissen Sie, was eine Projektion ist? Das ist ein tiefenpsychologisches Konzept. Und wenn Sie wirklich verstanden haben, wie Projektionen funktionieren, dann gewinnen Sie deutlich mehr Einfluss über Ihre Gefühlswelt und damit auch über Ihr Leben.

    Also … was ist nun eine Projektion? Vereinfacht gesagt ist es eine Projektion, wenn wir anderen Menschen Eigenschaften, Schwächen oder Probleme zuschreiben, die wir selbst offen oder versteckt in uns tragen.

    Also wenn ich zum  Beispiel jemandem vorwerfe, dass er egoistisch ist, obwohl ich eigentlich selbst egoistisch bin. So etwas bei sich zu erkennen ist natürlich extrem schwer. Und wenn wir es schaffen, unsere eigenen Projektionen aufzudecken, gewinnen wir ein erstaunliches Stück Macht über unser eigenes Leben zurück.

    Wenn wir projizieren, übertragen wir also unsere eigenen Themen, Ängste oder Sorgen auf andere Menschen. Und das Gemeine ist, dass wir es im Normalfall nicht merken. Man nennt das übrigens auch: von sich auf andere schließen.

    Wer es zum Beispiel selbst nicht so genau mit der Wahrheit nimmt, der unterstellt anderen Menschen oft, dass sie nicht die Wahrheit sagen.

    Oder nehmen wir zum Beispiel an, ich habe Probleme mit meinem Selbstvertrauen. Und dann treffe ich auf einen Menschen, der ganz offensichtlich von seinen Fähigkeiten überzeugt ist. Dann kann es schnell passieren, dass ich diesen Menschen angeberisch, doof und unsympathisch finde. Weil ich es als unangenehm empfinde, wenn jemand offen Selbstvertrauen zeigt und sich selbst lobt. Das ist nicht o. k. Weil ich mir das ja auch nicht erlaube.

    Oder wenn ich gerade von einem Freund enttäuscht wurde, dann sehe ich überall nur noch Menschen, die nicht vertrauenswürdig sind. Und ich erzähle allen Bekannten und Freunden, dass sie sich bloß vorsehen sollen, weil man den Menschen nicht trauen kann, selbst denen, die man gut kennt.

    Oder wenn ich gerade selbst eine Diät angefangen habe, fordere ich alle anderen Menschen auch auf, dass sie doch jetzt mal auf ihre Gesundheit achten sollten.

    Oder eine Frau wurde gerade von ihrem Partner betrogen und plötzlich sieht sie bei all ihren Freundinnen Signale, dass diese ja ganz offensichtlich auch betrogen werden.

    Man sagt ja, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Übertragen auf Projektionen könnte man sagen, dass auch die Hässlichkeit mehr in unseren Augen wohnt als in der Wirklichkeit selbst. Wenn wir uns über andere aufregen, sehen wir also in erster Linie uns selbst und unsere Eigenschaften, unsere Ziele und vor allem unsere Werte. Was wir in der Welt da draußen sehen, wahrnehmen, bemerken, das sagt normalerweise mehr über uns selbst aus als über die Welt selbst.

    Das zu akzeptieren erfordert einen gewissen Mut, denn das Leben wird dadurch um einiges komplizierter.

    Wer sich den Projektionsmechanismus nicht klarmacht, kann sich hemmungslos über andere aufregen. Über die ganzen Idioten da draußen, die Menschen, die immer egoistischer oder unzuverlässiger werden, über die bösen Banker oder über die korrupten Politiker. Oder man kann lästern und über andere herziehen, dass es nur so kracht.

    Das ändert sich, sobald man versteht, dass wir alle projizieren. Dann wird vieles zwar komplizierter, weil man nicht mehr so gedankenlos über andere urteilen kann, weil man sich ja immer fragen muss: „Ist das jetzt gerade meine Projektion?“ Das heißt, man kann es sich nicht mehr so einfach machen wie vorher. Die vielleicht vorher schwarz-weiße Welt bekommt dann ein paar mehr Graustufen.

    Und dann wird man als Mensch ein Stück reifer, differenzierter und erwachsener. Und indem man sich immer öfter fragt: „Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“, gewinnt man ein großes Stück Einfluss auf die eigenen Gefühle und dadurch auch Handlungsfähigkeit zurück. Denn was direkt etwas mit mir und meiner Gedanken- und Gefühlswelt zu tun hat, kann ich einfacher beeinflussen und ändern als zum Beispiel das Verhalten anderer Menschen.

    Dazu ein Beispiel: Ich persönlich habe mich jahrelang höllisch darüber aufgeregt, dass Menschen im Supermarkt ihren Einkaufswagen mitten im Weg stehen lassen. Ich würde so etwas nie machen, weil ich das fürchterlich gedanken- und rücksichtslos finde. Bis ich irgendwann herausgefunden habe, dass ich grundsätzlich Schwierigkeiten damit habe, Menschen im Weg zu stehen oder zur Last zu fallen. Mmmhhh … interessant. Ich habe also meine eigenen inneren Einschränkungen auf andere Menschen projiziert und mich über sie aufgeregt. Seitdem ich weiß, woher es kommt, bleibe ich ganz entspannt bei Einkaufswagen, die mir im Weg stehen. Und ich habe gelernt, dass es o. k. ist, Freunden Umstände zu machen, weil das zum Geben und Nehmen zwischen Freunden dazugehört.

    In dem Augenblick, in dem man die eigenen Projektionen aufdeckt, wächst man als Mensch und man wird stärker und flexibler.

    Deswegen möchte ich Sie heute dazu einladen, sich auf die Suche nach Ihren Projektionen zu machen. Stellen Sie sich doch öfter mal die Fragen:

    • „Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“
    • „Werfe ich dem anderen gerade vor, was ich selbst in mir trage oder sogar lebe?“
    • „Oder werfe ich dem anderen etwas vor, was ich mir selbst nicht erlaube?“
    • „Oder werfe ich dem anderen etwas vor, dass er etwas hat oder kann, was ich nicht habe oder kann?“

    Wie schon gesagt: Solche Fragen zu stellen, erfordert Mut. Aber das ist es ja, was Persönlichkeitsentwicklung ausmacht. Den Mut zu haben, sich selbst besser kennenzulernen, auch wenn es manchmal nicht so schmeichelhaft ist. Denn das ist ein Schritt in Richtung emotionaler Freiheit.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16717-sind-sie-ein-projektor/feed/ 14
    Die Kunst des klaren Denkens (Rolf Dobelli) http://www.zeitzuleben.de/16724-52-denkfehler-rolf-dobelli/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=52-denkfehler-rolf-dobelli http://www.zeitzuleben.de/16724-52-denkfehler-rolf-dobelli/#comments Mon, 28 Nov 2011 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16724 Das Buch zeigt auf unterhaltsame Weise 52 systematische Denkfallen der Menschen auf.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“ von Rolf Dobelli – München: Carl Hanser Verlag, 2011 – 256 S. – ISBN: 978-3-446-42682-5 – 14,90 €

    In dem Buch „Die Kunst des klaren Denkens“ geht es um Denkfehler, auf die wir Menschen immer wieder hereinfallen. Erst wenn wir uns dieser tückischen Denkfallen bewusst werden, so der Autor Rolf Dobelli, können wir uns ihnen gegenüber wappnen. Und so zeigt er uns in diesem Buch kurz und knapp die größten Denkfallen der Menschen.

    Rolf Dobelli ist Unternehmer und Autor verschiedener Romane und hat irgendwann einmal damit begonnen, sich eine ganz persönliche Liste seiner Denkfehler zu erstellen. Nach und nach wurde dann das Interesse an seinen Notizen immer größer, bis er schließlich eine eigene Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der Schweizer SonntagsZeitung bekam, in der er seine Erkenntnisse, untermalt von interessanten Anekdoten und Studien, der breiten Öffentlichkeit vorstellte. Und so entstand nun auch dieses Buch, das uns Leser vor allzu großem Unglück schützen möchte.

    Aus dem Inhalt:

    • The Sunk Cost Fallacy
      Warum Sie die Vergangenheit ignorieren sollten
    • The Confirmation Bias
      Passen Sie auf, wenn das Wort „Spezialfall“ fällt
    • The Zero-Risk Bias
      Warum Sie für das Nullrisiko zu viel bezahlen
    • The Self-Selection Bias
      Staunen Sie nicht, dass es Sie gibt
    • The Hyperbolic Discounting
      Carpe Diem – aber bitte nur am Sonntag

    Jeweils drei Seiten gesteht er jedem der vorgestellten Denkfehler zu. So bleibt das Buch unterhaltsam und abwechslungsreich. Er stellt Studien vor, die die beschriebenen Denkfallen auch wissenschaftlich untermauern, und bietet dem Leser am Ende jedes Kapitels ein Fazit bzw. einen kleinen Rat an, wie man dieser Denkfalle in Zukunft entkommen kann.

    Einzig die überwiegend englischen Bezeichnungen der Denkfehler, wie z. B. „Die Incentive-Superresponse-Tendenz“, „The Base-Rate Neglect“ oder „The Conjunction Fallacy“ stören mich an dem Buch. Ich mag es einfach nicht gerne, wenn ich mich im Nachhinein nicht mehr erinnern kann, wie die einzelnen Denkfallen genannt werden. Da ist tatsächlich auch das Inhaltsverzeichnis nicht wirklich hilfreich, da die Kurzbeschreibung unter dem jeweiligen (englischsprachigen) Begriff ebenfalls etwas kryptisch ist.

    Ansonsten: ein wirklich interessantes Buch mit großem Aha-Effekt, an das ich sicherlich immer mal wieder denken werde.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Die Kunst des klaren Denkens” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16724-52-denkfehler-rolf-dobelli/feed/ 5
    Dankbar sein macht glücklich http://www.zeitzuleben.de/16644-dankbarkeit-macht-glucklich/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=dankbarkeit-macht-glucklich http://www.zeitzuleben.de/16644-dankbarkeit-macht-glucklich/#comments Wed, 23 Nov 2011 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16644

    Worüber haben Sie sich heute schon aufgeregt? Was hat Sie genervt? Und worüber haben Sie sich schon so richtig gefreut? Wofür waren Sie dankbar? Ich bin mir fast sicher, dass Ihnen zu den ersten beiden Fragen so ganz spontan viel mehr einfällt als zu meiner dritten und vierten Frage. Unser Alltag wird beherrscht von Routine und [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Worüber haben Sie sich heute schon aufgeregt? Was hat Sie genervt? Und worüber haben Sie sich schon so richtig gefreut? Wofür waren Sie dankbar?

    Ich bin mir fast sicher, dass Ihnen zu den ersten beiden Fragen so ganz spontan viel mehr einfällt als zu meiner dritten und vierten Frage.

    Unser Alltag wird beherrscht von Routine und Pflichten. Und viele von uns haben das Gefühl, dass sie ganz viele Stunden am Tag einfach funktionieren müssen. Alles, was da den Ablauf stört oder unseren Plänen im Wege steht, bekommt meistens viel Aufmerksamkeit von uns.

    Dann regt man sich schon morgens auf, weil der Zug mal wieder Verspätung hat. Ist gestresst, weil der Kopierer so kurz vor der wichtigen Besprechung schon wieder nicht vernünftig funktioniert. Empfindet es als Ohrfeige des Schicksals, dass beim Einkaufen gerade das ausverkauft ist, was man sich eigentlich zum Abendessen gönnen wollte. Und sitzt dann mit dem Partner am Tisch und berichtet von dem schlechten Tag und all den Ungerechtigkeiten des Lebens.

    Wahrscheinlich wird man nicht erwähnen, wie toll es war, dass man heute ausnahmsweise mal einen Sitzplatz im Zug bekommen hat. Oder dass eine Kollegin netterweise geholfen hat, den Papierstau im Kopierer zu beheben, und daraus ein nettes Gespräch entstanden ist. Oder dass das Ersatzessen eigentlich ganz gut ist … vielleicht sogar besser als der ursprüngliche Plan.

    Die positiven Dinge in unserem Leben nehmen wir oft für selbstverständlich hin und übersehen entsprechend oft das, was gut und schön ist.

    Dabei ist eine Erkenntnis der Glücksforschung, dass vor allem die Menschen glücklich sind, die das Schöne in ihrem Leben bewusst sehen und sich immer wieder vor Augen führen, wofür sie dankbar sein können.

    „Dankbarkeit ist der schnellste Weg zum Glück“

    – Barry Neil Kaufman, Psychologie-Professor

    Deshalb haben wir der Dankbarkeit auch eine ganze Ausgabe in unserem Lebensfreude-Kurs geschenkt. Und wir möchten Ihnen heute eine Übung vorstellen, die Ihnen vielleicht schon bekannt, aber einfach unschlagbar wirkungsvoll für Ihr persönliches Glücksempfinden ist.

    Das Dankbarkeits-Tagebuch

    Um in Zukunft den Fokus etwas mehr auf die schönen Dinge im Leben zu lenken, für die wir dankbar sein dürfen, braucht es eine gehörige Portion Achtsamkeit.

    Dabei kann Ihnen ein Dankbarkeits-Tagebuch helfen. Also ein Buch, in das Sie jeden Tag – möglichst abends – hineinschreiben, wofür Sie an genau diesem Tag dankbar sein dürfen.

    Wenn ich an ein „normales“ Tagebuch denke, dann sind das meistens eher Sorgen und Nöte, die mir Anlass geben, in mein Tagebuch zu schreiben. Und sobald es mir wieder gut geht und ich mir meinen Frust nicht mehr von der Seele schreiben muss, werden auch die Einträge in meinem Tagebuch weniger.

    Ihr Dankbarkeits-Tagebuch soll sich ganz bewusst von einem normalen Tagebuch unterscheiden, denn hier schreiben Sie wirklich nur die guten Dinge auf. Egal wie viele negative Dinge sonst so passiert sind.

    Das ist nicht immer einfach. Wenn man in einer wirklichen Lebenskrise steckt und das Leben gerade viel Schmerz verursacht, ist man oftmals blind für die kleinen schönen Dinge im Leben. Und doch gibt es gerade in dieser Zeit auch Dinge, für die man dankbar sein darf. Für jeden Moment, den man mit einem geliebten Menschen verbringt, der vielleicht schwer krank ist. Oder zum Beispiel für liebe Freunde, die uns zuhören und beiseite stehen, wenn wir durch schwierige Zeiten gehen. Und gerade in diesen Lebenssituationen ist es wichtig, ganz gezielt nach diesen kleinen Lichtblicken zu suchen, sie wahrzunehmen und zu schätzen.

    Und auch ohne große Lebenskrise gibt es immer etwas, womit man die positiven Dinge im eigenen Leben entwerten oder abschwächen kann. Entscheidend ist, worauf Sie sich konzentrieren wollen: auf das, was gut ist, oder auf das, warum die Sache noch nicht perfekt ist. Vielleicht sagt Ihnen das Gesetz der Anziehung etwas. Dieses Gesetz besagt, dass wir genau das anziehen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Wenn wir also z. B. immer nur unsere Aufmerksamkeit auf unseren Schmerz im Leben richten, dann ziehen wir nur noch mehr Schmerz an. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit aber auf das Positive in unserem Leben richten, dann ziehen wir umso mehr Positives an.

    Tragen Sie in Ihr Dankbarkeits-Tagebuch jeden Abend ein, wofür Sie dankbar waren.

    Um den Dingen, für die Sie dankbar sein können, auf die Spur zu kommen, können Sie sich folgende Fragen stellen:

    • Was gibt es Gutes in meinem Leben?
    • Was ist heute Schönes passiert?
    • Was würde mir fehlen, wenn ich es nicht mehr hätte?
    • Was hat mich heute zum Lächeln gebracht?
    • In welchen Bereichen geht es mir besser als anderen Menschen?
    • Was hat mir Freude gemacht?

    Und dann schreiben Sie Ihre Erkenntnisse täglich in Ihr Dankbarkeits-Tagebuch.

    Also, noch einmal ganz konkret:

    • Besorgen Sie sich ein Notizbuch, das Sie zu Ihrem neuen Dankbarkeits-Tagebuch erklären, oder drucken Sie sich dieses Formular aus unserem Lebensfreude-Kurs aus und legen Sie einen Ordner an, den Sie als Ihr Dankbarkeits-Tagebuch nutzen.
    • Vereinbaren Sie mit sich einen täglichen Termin. Am besten abends, weil Sie dann zum Ende des Tages den Fokus auf die schönen Dinge richten, die Ihnen im Laufe des Tages begegnet sind. Vielleicht können Sie es zur Erinnerung auf Ihren Nachtschrank oder auf Ihr Kopfkissen legen.
    • Beantworten Sie täglich (!) die drei folgenden Fragen:
      - Was gibt es Gutes in meinem Leben?
      - Was würde mir fehlen, wenn ich es nicht mehr hätte?
      - In welchen Bereichen geht es mir besser als anderen Menschen?
    • Und dann erfreuen Sie sich täglich an dem, was gut in Ihrem Leben ist, und lassen Sie dieses Gefühl einfach zu – egal wie viel Schlechtes es in Ihrem Leben gibt.

    Denken Sie daran: Sich auf die Dinge zu konzentrieren, für die man dankbar ist, macht uns glücklicher und zufriedener. Und deshalb kann man diese Übung gar nicht oft genug machen ;-)

    Ich wünsche Ihnen viele Momente, Menschen und Dinge, für die Sie dankbar sein dürfen – und eine ordentliche Portion Achtsamkeit, um diese Dinge auch zu erkennen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16644-dankbarkeit-macht-glucklich/feed/ 10
    Nackt im See … http://www.zeitzuleben.de/16634-nackt-im-see/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=nackt-im-see http://www.zeitzuleben.de/16634-nackt-im-see/#comments Tue, 22 Nov 2011 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16634

    Woran merkt man, dass man wirklich lebt und nicht nur existiert? Harte Frage, oder? Vielleicht sollten wir erst mal klären, was „wirklich leben“ eigentlich bedeutet? Ich persönlich meine mit Lebendigkeit, dass ich die Dinge um mich herum spüre. Den Wind auf der Haut. Das Gras unter den Füßen. Die Kälte im Gesicht. Eine Umarmung. Achtsam und bewusst. [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Woran merkt man, dass man wirklich lebt und nicht nur existiert?

    Harte Frage, oder?

    Vielleicht sollten wir erst mal klären, was „wirklich leben“ eigentlich bedeutet?

    Ich persönlich meine mit Lebendigkeit, dass ich die Dinge um mich herum spüre. Den Wind auf der Haut. Das Gras unter den Füßen. Die Kälte im Gesicht. Eine Umarmung. Achtsam und bewusst.

    Und ich meine mit Lebendigkeit, dass Sie bei sich sind und Ihre Gefühle wahrnehmen. Das Glück. Die Freude. Die Liebe. Aber auch die Wehmut, die Traurigkeit, die Angst oder den Ärger.

    Das alles gehört zu Ihnen und darf gefühlt werden. Zumindest, wenn man sich nicht in seinen Gefühlen verliert oder andere für die eigenen Emotionen verantwortlich macht.

    Wer sich dagegen von seinen Gefühlen abschneidet, sie nur noch verdrängt oder sie sich verbietet, der verschläft sein Leben und fragt sich irgendwann mit 75, ob das nun alles war.

    Ich meine mit Lebendigkeit auch, dass man mal ausbricht, aus den Routinen und der Sicherheit des Alltags. Dass man neue Dinge erlebt. Dass man den Abenteuern des Lebens einen Raum gibt. Dass man ungewöhnliche Dinge tut. Mal über seinen Schatten springt. Und auch seine Ängste überwindet, um sich zu spüren.

    Wann haben Sie das letzte Mal eine Nacht durchgemacht und morgens den Sonnenaufgang erlebt?

    Wann sind Sie das letzte Mal nackt in einem See geschwommen?

    Wann sind Sie das letzte Mal auf einen Berg gestiegen und haben ins Tal geschaut?

    Oder wann waren Sie zuletzt am Meer und haben sich den Wind ins Gesicht blasen lassen?

    Wann sind Sie das letzte Mal alleine durch die Natur gewandert?

    Wann haben Sie richtig rumgealbert und Blödsinn angestellt?

    Wann haben Sie im Restaurant laut mit Freunden gesungen (obwohl Sie nicht betrunken waren)?

    Wann sind Sie zuletzt Achterbahn gefahren, obwohl Sie sich eigentlich zuerst nicht getraut haben?

    Wann haben Sie das letzte Mal wild und hemmungslos getanzt?

    Wann waren Sie zuletzt mit Freunden einen trinken?

    Wann haben Sie das letzte Mal etwas Verrücktes getan? Etwas, was Sie normalerweise nicht tun. Etwas, was nicht ganz erlaubt war. Etwas, was man eigentlich nicht tun sollte. Etwas, was ein bisschen riskant war.

    Lebendigkeit hat etwas mit Kontakt zu tun. Mit Kontakt zum Leben, mit wirklichem Kontakt zu anderen Menschen. Und mit Kontakt zu sich und seinen Gefühlen. Es hat aber auch mit Erlebnissen und Erfahrungen zu tun. Dinge zu erleben. Abenteuer zu bestehen. Rauszugehen aus dem Sicheren und Gewohnten. Auch mal ein Risiko einzugehen. Denn dann kann man sich selbst spüren.

    Wie ist das also bei Ihnen?

    Wenn Sie auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen sollten, wie lebendig Ihr Leben ist – eine 1 steht für komplett starr und unlebendig und eine 10 steht für „voll und ganz im Fluss des Lebens und der Lebensfreude“ – was für eine Zahl würden Sie wählen?

    Haben Sie eine Zahl?

    Ok … nächste Frage:

    „Was könnten Sie tun, um einen halben Punkt weiterzukommen in Richtung 10? Also von einer 2 auf eine 2 ½ oder von 5 auf eine 5 ½ ?“

    „Und was könnten Sie dazu unternehmen? Womit sollten Sie aufhören? Was könnten Sie ändern? Und wann fangen Sie an?“

    Inspirationen können Sie sich aus der obigen Liste holen. Man muss nicht gleich nackt in den See springen. Tun Sie einfach etwas, was Sie schon immer mal machen wollten, aber schon eine Weile aufgeschoben haben.

    Oder wenn Sie gar nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, dann schauen Sie sich mal unseren Lebensfreude-Kurs an, da finden Sie viele Anregungen, um mehr Lebendigkeit und Lebensfreude in Ihren Alltag zu bringen.

    Oder vielleicht tun Sie einfach etwas, was Sie früher als Kind oder Jugendlicher gerne gemacht haben. Ich zum Beispiel war gerade seit 20 Jahren das erste Mal wieder in einer richtig großen Sauna. Und es war toll.

    Das Leben ist voller Möglichkeiten, um wieder mehr mit unserer Lebendigkeit in Kontakt zu kommen. Und Sie müssen hier nicht in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Es ist viel besser, wenn Sie langsam, aber stetig beschleunigen und Fahrt aufnehmen. In Richtung Leben.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16634-nackt-im-see/feed/ 33
    Sehnsucht (Thomas Hohensee) http://www.zeitzuleben.de/16627-sehnsucht-thomas-hohensee/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=sehnsucht-thomas-hohensee http://www.zeitzuleben.de/16627-sehnsucht-thomas-hohensee/#comments Mon, 21 Nov 2011 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=16627 Ein Buch für alle, die auf der Suche nach dem Glück oder der zeitweiligen Zufriedenheit hinter allen „Wenn doch nur …“ sind.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Sehnsucht. Die Suche nach dem vollkommenen Glück“ von Thomas Hohensee – München: dtv-Verlag, 2009 – 160 S. – ISBN: 978-3-423-24773-3 – 12,90 €

    Wenn ich dieses Ziel erreicht habe, dann kann ich mich entspannen.
    Wenn diese eine Sache doch nur anders wäre, dann wäre alles in Ordnung.
    Wenn diese Angelegenheit nicht wäre, dann könnte ich zufrieden sein.

    Haben nicht die meisten von uns schon mal so oder ähnlich gedacht? Und geglaubt oder zumindest gehofft, dass es so etwas wie ein vollkommenes Glück geben müsste? Und wenn schon nicht Glück, so doch wenigstens dauerhafte Ruhe, Zufriedenheit, Sicherheit oder Geborgenheit?

    Der ehemalige Schuldnerberater, Jurist und jetzige Life-Coach Thomas Hohensee befasst sich in dem Buch „Sehnsucht. Die Suche nach dem vollkommenen Glück“ mit dem zutiefst menschlichen Verlangen danach, dass irgendwie doch alles gut werden müsste.

    So beschreibt er anhand verschiedener Beispiele die unterschiedlichen Wege, auf denen die Menschen das endgültige und vollkommene Glück suchen:

    • Sie reisen in ferne Länder
    • Sie vermuten das Glück im Nirwana
    • Manche sind überzeugt, dass früher alles besser war
    • Andere vermuten das Glück in der Zukunft
    • Wieder andere suchen das Glück in sich selbst
    • Und die nächsten in der Gemeinschaft mit anderen Menschen

    Thomas Hohensee demonstriert im ersten Teil des Buches anhand anschaulicher Beispiele, wie z. B. der Verletzlichkeit unseres Körpers oder anhand der Aufs und Abs unserer Beziehungen, die Unvollkommenheit des Lebens. Und dass diese Unzulänglichkeit uns stets an einem konstanten Glücks- oder Zufriedenheitsgefühl hindert. Auf dem Boden der Realität angekommen, lässt er den Leser jedoch nicht allein, sondern eröffnet eine realistische und damit machbare Perspektive, dennoch ein glückliches Leben zu führen.

    Indem wir die Realität anerkennen und unser Leben als kreatives Spiel annehmen und spielen, können wir, so der Autor, in aller Unzulänglichkeit Glück und Zufriedenheit erleben.

    „Sehnsucht“ lässt sich aufgrund der interessanten und unterhaltsamen Schreibweise leicht lesen und verschafft dem Leser eine Reihe wertvoller (Selbst-)Erkenntnisse. Der Nutzen des Buches lässt sich um ein Vielfaches erhöhen, wenn man es nach dem Lesen als praktisches Arbeitsbuch verwendet. Denn Hohensee zeigt dem Leser auch hilfreiche Vorgehensweisen und praktische Anleitungen, mit denen „man in dieser unvollkommenen Welt so glücklich wie möglich werden kann“.

    Ein Buch für alle, die auf der Suche nach dem Glück oder der zeitweiligen Zufriedenheit hinter allen „Wenn doch nur …“ sind. Sie finden in diesem Buch konkretes Handwerkszeug, mit dem Sie die Unvollkommenheit des Lebens leichter aushalten und das größtmögliche Maß an Glück in Ihr Leben hineinbringen können.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Sehnsucht” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16627-sehnsucht-thomas-hohensee/feed/ 0
    Meinungsänderung http://www.zeitzuleben.de/2799-meinungsanderung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=meinungsanderung http://www.zeitzuleben.de/2799-meinungsanderung/#comments Thu, 17 Nov 2011 05:00:00 +0000 Tania Konnerth http://localhost/inpsyde/zeitzuleben/meinungsanderung/ Manchmal ist es schlau, seinen Standpunkt zu verändern...

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ein Kriegsschiff befand sich auf offener See. Die See war unruhig und Nebelschwaden erschwerten die Sicht.

    Kurz nach Anbruch der Dunkelheit meldete der Ausguck: “Licht Steuerbord voraus!”

    “Bleibt es stehen, oder bewegt es sich achteraus?” fragte der Kapitän.

    Der Ausguck antwortete: “Es bleibt, Kapitän.”

    Das Schiff befand sich also auf einem gefährlichen Kollisionskurs mit dem anderen Schiff.

    Da rief der Kapitän dem Signalgast zu: “Schicken Sie dem Schiff ein Signal: Wir sind auf Kollisionskurs, empfehlen 20 Grad Kursänderung.”

    Zurück kam das Signal: “Empfehlen Ihnen, den Kurs um 20 Grad zu ändern.”

    Der Kapitän sagte: “Melden Sie: Ich bin ein Kapitän, Kurs um 20 Grad ändern.”

    “Ich bin ein Unteroffizier,” lautete die Antwort. “Sie sollten Ihren Kurs besser um 20 Grad ändern.”

    Inzwischen war der Kapitän ziemlich wütend. Er schimpfte: “Signalisieren Sie, dass ich ein Kriegsschiff bin. Er soll den Kurs um 20 Grad ändern.”

    Prompt wurde eine Antwort zurückgeblinkt: “Ich bin ein Leuchtturm.”

    Das Kriegsschiff änderte den Kurs.

    nach Frank Koch; gefunden in
    Die sieben Wege zur Effektivität
    leicht geändert

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/2799-meinungsanderung/feed/ 2
    Raus aus der Einsamkeit http://www.zeitzuleben.de/16594-raus-aus-der-einsamkeit/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=raus-aus-der-einsamkeit http://www.zeitzuleben.de/16594-raus-aus-der-einsamkeit/#comments Wed, 16 Nov 2011 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16594

    Der Mensch ist ein soziales Tier. Wer in einer guten Partnerschaft lebt und auch noch eine ganze Reihe wirklicher, guter Freunde hat, dann hat man schon das meiste erreicht, was man für ein gutes und befriedigendes Leben braucht. Ja, wirkliches Glück erleben wir im Normalfall eher gemeinsam mit anderen. Die Realität sieht für viele von [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Der Mensch ist ein soziales Tier. Wer in einer guten Partnerschaft lebt und auch noch eine ganze Reihe wirklicher, guter Freunde hat, dann hat man schon das meiste erreicht, was man für ein gutes und befriedigendes Leben braucht.

    Ja, wirkliches Glück erleben wir im Normalfall eher gemeinsam mit anderen.

    Die Realität sieht für viele von uns allerdings anders aus. Denn in unserer Gesellschaft fühlen sich immer mehr Menschen einsam.

    • Das kann die Rentnerin sein, die alleine in ihrer Wohnung wohnt.
    • Das kann der frisch getrennte Mann sein, der sich fragt, wie er dieses Jahr wohl Weihnachten verbringt.
    • Oder das kann die 35-jährige Single-Frau sein, die zwar erfolgreich im Job ist, aber über die viele Arbeit noch keinen passenden Partner gefunden hat.
    • Genauso wie ein Paar, das nur noch nebeneinanderher lebt und keine emotionale Nähe mehr spürt. Ja, man kann sogar mit Partner einsam sein.

    Das Gefühl der Einsamkeit ist allgegenwärtig. Es gibt so viele Menschen, die sich mehr Kontakt, mehr Nähe und Miteinander wünschen. Und trotzdem scheinen all diese Menschen nicht so richtig zusammenzukommen.

    Ja, wir leben in einer Zeit, in der es schwieriger geworden ist, mit anderen Menschen Kontakt aufzubauen und zu halten. So schwierig, dass es viele von uns nicht mehr schaffen.

    Ursachen gibt es viele …

    • Der moderne Berufsalltag fordert von uns zum Beispiel Mobilität. Und jedes Mal, wenn wir an einen anderen Ort ziehen, lassen wir unsere Freunde zurück. Und Freundschaften zu erhalten ist viel einfacher, wenn die Freunde in der Nähe wohnen. An einem neuen Ort einen neuen Freundeskreis aufzubauen ist dagegen überhaupt nicht einfach. Besonders für Menschen, die sich ein bisschen schwer damit tun, neue Kontakte zu knüpfen.
    • Wir Menschen igeln uns auch immer mehr ein in unserer Wohnung. Das Stichwort heißt Cocooning. Auch dank des Internets können wir heute immer mehr Dinge von zuhause aus erledigen. Bald müssen wir bestimmt gar nicht mehr aus dem Haus. Und da lernt man dann natürlich auch keine Menschen mehr kennen. Außer vielleicht über das Internet. Aber auch hier muss man dann die Hürde überwinden und den Kontakt aufs Telefon und auf persönliche Treffen ausweiten. Denn der virtuelle Kontakt kann persönliche Nähe natürlich nicht ersetzen.
    • Meiner Vermutung nach spielt auch das Fernsehen eine Rolle. Für viele Menschen ist das Fernsehen zum Ersatz für sozialen Kontakt geworden. Man schaltet den Fernseher ein und wird mehr oder weniger gut unterhalten. Und es ist ein bisschen so, als wäre man nicht alleine. Aber auch der neueste und beste HD-Plasma-Fernseher ist natürlich kein Ersatz für menschlichen Kontakt und Nähe.

    Als Schüler oder Student ist es wesentlich leichter, neue Menschen kennenzulernen, Freunde zu gewinnen oder mögliche Liebespartner zu finden. In dieser Zeit sind die meisten von uns offener, kontaktfreudiger und unbefangener. Und im Klassenverband oder im Seminarraum kommen wir viel eher mit den Menschen in Kontakt. Dazu kommt, dass wir als Schüler und Student mehr Zeit hatten, in denen wir uns mit anderen treffen konnten. Und so haben wir oft die Freunde, die Schwester, den Bruder unserer Freunde kennengelernt. Und flups, sind wir auf die Liebe unseres Lebens gestoßen oder haben Menschen entdeckt, mit denen wir auf einer Wellenlänge schwimmen.

    Später, wenn man erst einmal mitten im Beruf steht und in den Routinen des Alltags drinsteckt, treffen die meisten von uns immer auf die gleichen Menschen. Und wenn man dann nicht bereits einen festen Freundeskreis und/oder eine Partnerschaft hat, dann wird die Wahrscheinlichkeit geringer, neue Freunde zu finden oder auf den oder die Richtige zu stoßen.

    Viele einsame Menschen glauben, es läge an ihnen, dass sie so wenig Freunde haben oder keinen Liebespartner finden.

    Sie fragen sich:

    • Stimmt etwas nicht mit mir?
    • Bin ich unsympathisch?
    • Oder bin ich einfach nicht liebenswert?

    In den meisten Fällen liegt es aber nicht an Ihnen, wenn Sie einsam sind. Es liegt oft eher an unseren Lebensumständen und an den oben beschriebenen Gründen (Anonymität unserer Gesellschaft, Berufsalltag, Einigelung, Fernsehen).

    Machen Sie sich bitte klar: Da draußen gibt es ganz, ganz, ganz viele Menschen, die auch einsam sind und die sich Kontakt und Miteinander wünschen.

    Wenn Sie einsam sind, dann sind Sie trotzdem nicht alleine, weil es ganz viele andere Menschen mit dem gleichen Problem gibt.

    Aber … es ist zum Glück nicht unmöglich, neue Menschen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Man muss sich vielleicht nur ein bisschen mehr anstrengen als früher.

    Wenn Sie auch unter Einsamkeit leiden, dann habe ich hier einige Tipps für Sie, wie Sie das Problem angehen können.

    Tipp 1: Einsamkeit ist kein Makel

    Machen Sie sich bitte klar: Einsamkeit ist kein Makel. Einsam zu sein, bedeutet nicht, dass man nicht liebenswert ist. Es ist eher ein soziologisches Massenphänomen unserer modernen, unabhängigen, oft anonymen Gesellschaft.

    Die wenigsten sind daran schuld, dass sie einsam sind. Meistens ist es einfach eine Frage der Situation und der Umstände.

    Nichtsdestotrotz ist es Ihre Aufgabe, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen, wenn Sie aus der Einsamkeit ausbrechen möchten. Egal ob Sie einen Partner suchen oder einfach Menschen, mit denen Sie etwas unternehmen können: Wenn Sie aus der Einsamkeit rauswollen, müssen Sie raus in die Welt und aktiv etwas unternehmen.

    Tipp 2: Überprüfen Sie Ihre Einstellung zu anderen Menschen

    Wenn wir Schwierigkeiten haben, mit anderen Menschen auf eine gute Art in Kontakt zu kommen, dann liegt das manchmal an unserer Einstellung.

    Zum Beispiel denkt manch einer so etwas wie: Menschen sind alle schlecht. Alle sind nur auf ihren Vorteil aus. Jeder denkt zuerst an sich.

    Wer so ein negatives Menschenbild hat, der strahlt das natürlich auch aus.

    Und wer will schon mit Menschen zu tun haben, die einem im Generalverdacht schlechte Dinge unterstellen.

    Falls Sie manchmal auch schlecht über andere Menschen denken, machen Sie sich also bitte klar, dass Menschen natürlich nicht immer nett sind, aber auch nicht immer böse. Menschen sind manchmal unglaublich selbstlos und hilfsbereit. Und andere sind egoistisch oder selbstverliebt. Und manchmal sind die Egoistischen auf einmal hilfsbereit und die bösen Menschen tun plötzlich etwas Gutes. Oder umgekehrt.

    Was ich sagen will: Wir Menschen sind nicht so eindimensional, wie viele denken. Wir alle tragen das Gute und das Schlechte in uns. Und je nachdem, wie man uns behandelt, und je nach den Umständen kommt mal das eine und mal das andere zum Vorschein.

    Machen Sie sich das bitte klar: Die meisten von uns sind gute, höfliche Menschen, die freundlich sind, wenn man sie freundlich behandelt und wenn sie nicht zu sehr unter Stress stehen.

    Wenn Sie mit dieser Einstellung durch die Welt gehen, wenn Sie also ein positives Menschenbild haben, dann wird es Ihnen leichter fallen, neue Kontakte zu knüpfen.

    Hier finden Sie übrigens einen Artikel darüber, wie Sie Ihre Einstellung anpassen können.

    Tipp 3: Gehen Sie dahin, wo andere Menschen sind

    Wenn Sie andere Menschen kennenlernen wollen, dann müssen Sie schon dahin gehen, wo andere Menschen sind.

    Muss man dazu manchmal seine Komfortzone verlassen? Ja, das muss man.

    Wenn man aus der Einsamkeit herauswill, muss man seine Bequemlichkeit und Angst vor neuen Situationen überwinden und über seinen Schatten springen.

    Dabei gibt es natürlich Orte und Situationen, die besser geeignet sind, andere Menschen kennenzulernen, als andere. In der Disko sind zwar viele Menschen, aber dort jemanden kennenzulernen ist schon eher für Fortgeschrittene. Wenn man in einen Verein eintritt oder einen Kurs besucht, kommt man deutlich leichter mit den Menschen in Kontakt. Auf einer Single-Reise auch. Oder bei einem Netzwerktreffen. Oder auf der Geburtstagsparty eines Bekannten.

    Was fallen Ihnen für Orte und Situationen ein, wo Sie neue Menschen kennenlernen können?

    Tipp 4: Feilen Sie an Ihren sozialen Fähigkeiten

    Es gibt diese bewundernswerten Menschen, die können sich mit jedem über alles unterhalten. Und bis zu einem gewissen Grad können wir diese Fähigkeit alle lernen.

    Was dabei enorm hilft, ist wieder ein positives und wertschätzendes Menschenbild (siehe Tipp 2).

    Zusätzlich braucht man ein gewisses Maß an sozialen Fähigkeiten. Dazu gehört auch die Fähigkeit, Smalltalk zu betreiben. Denn Smalltalk erfüllt eine wichtige Funktion. Er überbrückt die Zeit, bis wir uns entschlossen haben, ob wir dem anderen so weit trauen können, dass wir ihm tiefer gehende Dinge anvertrauen möchten. Das heißt, wenn man mit Menschen tief gehende Gespräche führen möchte, ist Smalltalk oft er erste, notwendige Schritt. Wenn Sie hier ein bisschen schwach sind, kaufen Sie sich ein Buch über Smalltalk und üben Sie mit dem Buch, bis Ihnen die Kunst des leichten Gesprächs leicht von der Hand geht.

    Was auch sehr hilfreich ist, ist die Fähigkeit, anderen Menschen aufmerksam zuzuhören. Und die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen. Beides können Sie üben.

    Tipp 5: Bieten Sie Menschen Kontakt an

    Oft trifft man andere Menschen, die genauso einsam sind wie man selbst. Und dann traut sich keiner, den ersten Schritt zu machen. Aus Angst vor Zurückweisung. Oder aus Angst, bedürftig zu wirken. Oder aus Angst, sich etwas zu vergeben.

    Doch damit verschenken wir die Chance, neue Freunde zu gewinnen. Wenn Sie also auf neue Menschen treffen, die Sie sympathisch finden, dann machen Sie den ersten Schritt. Trauen Sie sich. Man vergibt sich nichts, wenn man sagt: Hey, ich find dich nett, lass uns mal etwas zusammen unternehmen. Normalerweise fühlen sich Menschen von so einem offenen Angebot geschmeichelt, denn jeder mag gerne gefragt werden.

    Fragen Sie:

    • Hey, wollen wir zusammen ein Bier/einen Kaffee trinken gehen?
    • Ich gehe am Mittwoch ins Kino, willst du mitkommen?
    • Da ist diese Ausstellung des Künstlers XYZ, willst du die auch sehen?
    • Ich möchte gerne deine Lebensgeschichte hören … komm doch mal zum Essen.

    Früher im Sandkasten haben wir gefragt: „Willst du mein Freund sein?“ Diese naive Art sollten wir uns ins Erwachsenenalter hinüberretten.

    Natürlich können Sie noch ganz viele andere Dinge tun, um aus der Einsamkeit auszubrechen. Aber diese 5 Ideen sind ein guter Start.

    Fangen Sie an … denn der Mensch ist ein soziales Tier. Und wahres Glück erlebt man eher gemeinsam mit anderen als alleine.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16594-raus-aus-der-einsamkeit/feed/ 34
    Positive Psychologie – anders als ein Dauergrinsen http://www.zeitzuleben.de/16533-positive-psychologie-anders-als-ein-dauergrinsen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=positive-psychologie-anders-als-ein-dauergrinsen http://www.zeitzuleben.de/16533-positive-psychologie-anders-als-ein-dauergrinsen/#comments Tue, 15 Nov 2011 05:00:00 +0000 Michael Lüdeke http://www.zeitzuleben.de/?p=16533

    Positive Psychologie wird oft mit „positivem Denken“ verwechselt. Dabei ist beides vollkommen unterschiedlich. Die positive Psychologie ist ein junger Psychologiezweig, der sich damit beschäftigt, wie man das Wohlbefinden der Menschen auf wissenschaftliche Art und Weise vergrößern kann. Dabei geht es nicht um voreilige Versprechen und „quick fixes“, die kurzfristigen Erfolg garantieren, sondern um nachhaltige Wege [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Positive Psychologie wird oft mit „positivem Denken“ verwechselt.

    Dabei ist beides vollkommen unterschiedlich. Die positive Psychologie ist ein junger Psychologiezweig, der sich damit beschäftigt, wie man das Wohlbefinden der Menschen auf wissenschaftliche Art und Weise vergrößern kann. Dabei geht es nicht um voreilige Versprechen und „quick fixes“, die kurzfristigen Erfolg garantieren, sondern um nachhaltige Wege zu Glück und Zufriedenheit.

    Prof. Dr. Martin Seligman von der University of Pennsylvania ist Mitbegründer und Pionier der Positiven Psychologie. Er arbeitete Jahrzehnte als Psychotherapeut mit Tausenden von Menschen, die unter anderem mit starken negativen Emotionen wie z. B. Depressionen zu ihm kamen. Nach Jahren der Arbeit hatte Seligman genug davon, behindernde Bedingungen abzuschalten und Schmerzen nur zu mildern. Er wollte stattdessen fördernde Bedingungen schaffen, den Willen für eine positive Zukunft schüren, und, wenn möglich, eine permanente Heilung bei den Menschen herbeiführen, so dass sie nachhaltig und stabil glücklich sein können.

    Das ist ebenso das Ziel der Positiven Psychologie: die im Menschen innewohnende Kraft freizusetzen und nicht von äußeren Dingen wie Medikamenten abhängig zu machen, wenn es um eine höhere Lebenszufriedenheit geht.

    Bei Untersuchungen in strengen Experimental-Situationen haben die Forscher eine Handvoll Faktoren festgestellt, die Menschen nachhaltig glücklicher machen. Keiner dieser Faktoren ist wirklich überraschend. Da sie meist jedoch unbewusst bleiben und wir diese Faktoren somit nicht bewusst einsetzen und nutzen, führe ich im Folgenden einige Beispiele und Übungen auf, die schnell umzusetzen sind und zu mehr Wohlbefinden führen.

    Fünf Grundpfeiler für ein glücklicheres Leben

    Die fünf Faktoren, die für das allgemeine Wohlbefinden im Leben hauptsächlich verantwortlich sind:

    1. positive Emotionen (positive emotions): hauptsächlich das bewusste Glücksempfinden und Lebenszufriedenheit;
    2. Anteilnahme/Einsatz (engagement) und die Frage, ob man z. B. in einer Aufgabe völlig aufgeht und die Zeit beim Arbeiten vergisst;
    3. Sinn (meaning), der heutzutage gerade die 30- bis 35-Jährigen beschäftigt und zu viel mehr Selbstständigkeiten und Geschäftsgründungen führt als noch vor zehn Jahren („Mache ich das, was ich möchte, oder das, was ich muss?“, „Gibt es etwas, was größer ist als ich und dem ich diene oder beitrage?“, „Wie komme ich meinen Träumen näher?“ -> „Die vertrackte Suche nach dem Sinn“ geht dem tiefer nach);
    4. Errungenschaften (achievements/accomplishments) werden unabhängig von den anderen Faktoren verfolgt. Das Gefühl, es zu etwas gebracht und Nutzen geschaffen zu haben, ist hier essentiell und verstärkt das Glücksgefühl;
    5. positive Beziehungen (positive relationships) stehen nicht nur für eine größere Vielfalt von Perspektiven, Einfluss von anderem Gedankengut oder neuen Ideen. Positive Beziehungen haben außerdem den Effekt, in schweren Zeiten Unterstützung und überdies in freudigen Phasen Anlaufpunkte zum Mitfeiern zu bieten. Letzteres ist sogar noch wichtiger und trägt verstärkt zu besseren Beziehungen bei.

    Was können Sie tun? Praktisch, mit Ihren eigenen Händen und in den nächsten Minuten, Stunden und Tagen?

    Hier sind 5 Vorschläge von bereits bewährten Übungen für jeden der fünf Bereiche, die nachhaltig das Glückserleben und die Zufriedenheit im Leben steigern.

    1. Die Wahrnehmung positiver Emotionen

    Führen Sie ein Erfolgs-Tagebuch, in das Sie Ihre Highlights des Tages eintragen. Und auch, warum diese Highlights so aufgetreten sind.

    Um ein bisschen besser auf Ihre Erfolge und das Gute in Ihrem Leben zu kommen, können Sie sich Fragen stellen, wie z. B.

    • Was hat mich heute glücklich gemacht?
    • Was war besonders schön an diesem Tag?
    • Was habe ich heute besser gemacht als sonst?
    • Was hat jemand anderes getan, was mich gefreut hat?

    So lernen Sie, achtsamer auf die schönen Dinge in Ihrem Leben zu schauen, und können auch besser erkennen, was Sie glücklich macht.

    Für diejenigen unter Ihnen, die gerne fotografieren: Schreiben Sie auf, wann Sie sich gut fühlen, in welchen Situationen das vornehmlich passiert, und halten Sie diesen Gedanken, diese Situation mit einem Foto fest.

    Eine kleine Fotowand an der richtigen Stelle wird Sie täglich daran erinnern, was Ihnen positive Emotionen verschafft, und Sie auch motivieren, diese positiven Ereignisse weiterhin und verstärkt zu suchen.

    2. Anteilnahme und Einsatz

    Da es wesentlich einfacher ist, Dinge zu tun, die man gerne und gut macht, ist es wichtig, sich diese Stärken bewusst zu machen und sich auf sie zu konzentrieren, sie zu nutzen und, wenn möglich, täglich einzusetzen. Das lässt Sie aufgehen in dem, was Sie tun, und stärkt Ihre Fähigkeiten in diesen Bereichen weiter.

    Ich möchte Ihnen eine Möglichkeit vorstellen, wie Sie gezielt Ihre Stärken herausfinden können:

    a) Besuchen Sie www.charakterstaerken.org und füllen Sie den „Values in Action“-Fragebogen aus. Sie helfen damit nicht nur der Wissenschaft (in diesem Fall der Uni Zürich) bei der weiteren Forschung, sondern erhalten nach diesem Fragebogen auch eine Auflistung Ihrer Signaturstärken, also der Stärken, die Sie als Mensch ausmachen. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

    Anmerkung der Redaktion:
    Wenn es Ihnen unangenehm ist, den Fragebogen auf www.charakterstaerken.org auszufüllen, dann können Sie sich auch dieses Formular aus unserem Kurs “Finde deinen Kompass” vornehmen und auf diese Weise Ihre Stärken herausfinden:

    • Drucken Sie diese Seiten bitte aus.
    • Dann schätzen Sie sich selbst auf der Skala von –3 (= damit tue ich mich schwer) bis +3 (= das fällt mir leicht) ein und machen in jeder Zeile ein Kreuz.
    • Fragen Sie sich also in jeder Zeile: In welchen konkreten Situationen habe ich bewiesen, dass ich in diesem Bereich richtig gut (= +3) oder so gar nicht gut bin (= –3)?
    • Um auch die Einschätzung anderer Menschen zu bekommen, drucken Sie die Seiten des Fragebogens ein weiteres Mal (oder mehrfach) aus und lassen sich von einer Person (oder mehreren) einschätzen, die Sie gut kennt. Weisen Sie den anderen bitte darauf hin, dass seine ehrliche und ungeschminkte Meinung gefragt ist und er keine Angst haben muss, dass Sie ihm hinterher böse sind.
    • Jetzt drucken Sie die Blätter des Fragebogens ein letztes Mal aus, um eine Endeinschätzung vorzunehmen. Berücksichtigen Sie dabei bitte Ihre Selbsteinschätzung und die Fremdeinschätzungen, die Sie bekommen haben, und tragen Sie ausgehend davon jeweils bei jeder Stärke wieder einen Wert zwischen –3 und +3 in die Tabelle ein.
    • Schauen Sie sich Ihre Endeinschätzung an und suchen Sie nach den Punkten, bei denen Sie +3 oder –3 eingetragen haben. Markieren Sie Ihre wichtigsten Stärken (+3), indem Sie diese ankreuzen oder rot unterkringeln.

    Im zweiten Schritt überlegen Sie sich, wie Sie Ihre größten Stärken am nächsten Tag bzw. immer wieder einsetzen können. Tun Sie das.

    3. Sinn schaffen – Perspektivenwechsel

    In Köln arbeitend, bin ich einer wunderbaren Geschichte begegnet, die hervorragend darstellt, was den dritten Punkt, die Sinnschaffung, erklärt.

    Drei Bauarbeiter behauen einen Haufen Steine, als ein Kind vor sie tritt, einen Moment mit großen Augen auf die drei Männer schaut und den ersten dann geradeheraus fragt: „Was tust Du da?“

    „Siehst Du doch, Kleiner“, antwortet er, „ich behaue Steine.“

    Das Kind dreht sich zum zweiten Arbeiter. „Und was machst Du?“

    Seufzend antwortet der: „Ich verdiene Geld, um für meine Familie Brot zu beschaffen. Meine Familie ist groß.“

    Der Junge dreht sich weiter und fragt auch den dritten: „Und  Du? Was machst Du hier?“

    Dieser lächelt, schaut mit funkelnden Augen in die Höhe und antwortet leise: „Ich baue einen Dom.“

    Setzen Sie nur Steine aufeinander oder bauen Sie einen Dom?

    Schauen Sie sich drei Dinge aus Ihrem Alltag genauer an, die Sie oft machen, aber nicht unbedingt gerne verrichten.

    Stellen Sie sich ganz gezielt diese Fragen:

    • Wozu mache ich das?
    • Hilft es irgendjemandem auf dieser Welt, wenn ich diese Sache mache?
    • Bringt es mich persönlich weiter, diese Sache zu tun?
    • Wenn ich das nicht machen würde, welche Auswirkungen hätte das?

    Durch diese Übung soll Ihnen ganz generell etwas klarer werden, was von dem, was Sie tun, wirklich sinnstiftend ist, und was eher nicht. Viele Dinge fallen uns erst dann leichter und machen mehr Spaß, wenn wir das Gefühl haben, dass es uns oder andere Menschen weiterbringt.

    Denn zum Großen und Ganzen beizutragen macht glücklich.

    4. Errungenschaften – Ziele erreichen

    Dieser glücksfördernde Faktor ist einer, der sich in allen Lebensbereichen wiederfindet und sich deshalb auch wunderbar mit allen restlichen Punkten und Übungen aus diesem Artikel verbinden lässt.

    Überlegen Sie sich ein kleines Projekt, das zu etwas Größerem beiträgt (nein, Sie müssen keinen Dom bauen). Nutzen Sie Ihre Signaturstärke von Punkt 2, um in diesem Projekt voranzukommen. Besonders gut geeignet ist dafür natürlich ein Projekt im prosozialen Bereich. Das heißt nicht, dass Sie sich nun verpflichten sollen, täglich ehrenamtliche Arbeit zu verrichten (obwohl das natürlich auch glücklich macht). Fangen Sie klein an: Wem könnte Ihre Stärke helfen? Wie könnten Sie sich in einem ganz kleinen Rahmen nützlich machen und anderen Menschen etwas Gutes tun?

    Feiern Sie auch kleine Schritte in Richtung Ziel und genießen Sie es, zu sehen, wie Sie nicht nur helfen, sondern zu Wert beitragen, wichtig sind für die Menschen um Sie herum und dabei Freude haben!

    5. Positive Beziehungen

    Machen Sie jemandem das Geschenk, sich Zeit für sie oder ihn zu nehmen.

    Verlorenes Wissen mag durch Studieren ersetzt werden, verlorene Gesundheit durch Medizin. Verlorene Zeit ist für immer verloren. Zeit ist deshalb ein hohes Gut. Gerade für die, die Ihnen wichtig sind und Ihnen Freude bereiten.

    Wenn Sie jemandem Zeit schenken, unterstreichen Sie genau das.

    Stellen Sie sich vor, eine Freundin von Ihnen schlägt ein Treffen nicht mit den Worten „Wollen wir uns Freitag nicht mal wieder sehen?“ vor, sondern benutzt diesen Satz:

    „Es tut mir immer gut, mit Dir Zeit zu verbringen, und ich würde gerne am Freitag diese Zeit mit Dir einplanen und etwas mit Dir unternehmen. Hast Du Lust?“

    Bemerken Sie den Unterschied?

    Wie Sie diese Möglichkeiten in Ihren Alltag einweben, ist Ihrer Kreativität und Ihrem Mut überlassen. Machen Sie nicht alles auf einmal. Nehmen Sie sich eine Übung vor, auf die Sie besonders Lust haben.

    Am Ende ist eines schon jetzt gewiss: Es wird nicht nur anderen Freude bereiten.

    Helfen Sie mit: Vermehren Sie das Gute in und um uns und überlassen Sie Ihr Glück nicht dem Glück.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16533-positive-psychologie-anders-als-ein-dauergrinsen/feed/ 2
    Alles geschenkt! (Adventskalender) http://www.zeitzuleben.de/16572-alles-geschenkt-adventskalender/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=alles-geschenkt-adventskalender http://www.zeitzuleben.de/16572-alles-geschenkt-adventskalender/#comments Mon, 14 Nov 2011 05:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16572 Ein Adventskalender mit 24 bezaubernden Geschichten, Gedichten oder Gedanken

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Alles geschenkt! – Adventskalender“, herausgegeben von Andrea Langenbacher – Ostfildern: Matthias Grünewald Verlag, 2011 – 52 S. – ISBN: 978-3-7867-2889-4 – 9,90 €

    Man merkt es schon wieder in den Supermärkten: Weihnachten rückt näher. Und so haben wir vor kurzem auch diesen Adventskalender zur Besprechung auf den Tisch bekommen.

    Das Schöne an diesem Adventskalender ist, dass er sich bewusst abwendet von dem hektischen Trubel der Weihnachtszeit. Denn für viele Menschen steht der Dezember mittlerweile wie keine andere Zeit im Jahr für Geschenkefragen und Einkaufsstress. Stattdessen möchte dieser Adventskalender an all die Geschenke erinnern, die wir nicht kaufen können.

    Dafür hat die Herausgeberin Andrea Langenbacher in „Alles geschenkt!“ 24 bezaubernde Geschichten, Gedichte oder Gedanken von diversen Autoren zusammengetragen. Diese schönen Bilder und Texte sind voller Ruhe und Frieden und stimmen entsprechend ganz sanft auf die Adventszeit ein.

    Zu jedem einzelnen Adventstag gibt es ein Bild und einen zum Innehalten und Nachdenken anregenden Text. Die Themen sind unter anderem

    • Gesundheit
    • Herzenswärme
    • Begeisterung
    • Frieden
    • Erfahrungen
    • Harmonie
    • Fantasie

    Albert Einstein sagte: „Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“ Jedem, der es mit ihm hält oder sich diesen Gedanken gerne mal wieder vor Augen führen möchte, sei dieser Adventskalender wärmstens empfohlen.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Alles geschenkt” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16572-alles-geschenkt-adventskalender/feed/ 1
    Formular: Selbstmotivierung http://www.zeitzuleben.de/16523-formular-selbstmotivierung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=formular-selbstmotivierung http://www.zeitzuleben.de/16523-formular-selbstmotivierung/#comments Wed, 09 Nov 2011 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=16523

    Im gestrigen Beitrag “Gefühle – Der Schlüssel zur Selbstmotivierung” haben wir Ihnen eine Methode vorgestellt, mit der Sie Ihre Gefühle gezielt beeinflussen können. Denn wenn wir  unsere Ziele erreichen möchten, sind im Umgang mit unseren Gefühlen drei Fähigkeiten sehr wichtig: Es ist notwendig, negative Gefühle wie Angst, Wut, Unsicherheit usw. aushalten zu können. Die Psychologen [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Im gestrigen Beitrag “Gefühle – Der Schlüssel zur Selbstmotivierung” haben wir Ihnen eine Methode vorgestellt, mit der Sie Ihre Gefühle gezielt beeinflussen können. Denn wenn wir  unsere Ziele erreichen möchten, sind im Umgang mit unseren Gefühlen drei Fähigkeiten sehr wichtig:

    1. Es ist notwendig, negative Gefühle wie Angst, Wut, Unsicherheit usw. aushalten zu können. Die Psychologen nennen das Frustrationstoleranz.
    2. Es ist sinnvoll, negative Gefühle herunterregulieren zu können. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst beruhigen zu können.
    3. Es ist wichtig, dass wir uns selbst in eine positive Stimmung bringen können. Und das nennen die Psychologen Selbstmotivation.

    Bei dieser Methode geht es darum, zu erkennen, welche Strategien Sie grundsätzlich anwenden können, um Ihre negativen Gefühle auszuhalten, sich selbst zu beruhigen und positive Gefühle herstellen zu können.

    • Drucken Sie sich die beiden Blätter aus
    • Erinnern Sie sich daran, wie Sie ein Ziel bzw. Vorhaben erreicht haben.
    • Gehen Sie diese Erinnerung Schritt für Schritt durch und beantworten Sie dazu die Fragen auf dem Analyseblatt
    • Nehmen Sie sich nun die Strategieliste vor und tragen Sie hier ein, was Ihnen geholfen hat, negative Gefühle auszuhalten (Frustrationstoleranz), sich selbst zu beruhigen (Selbstberuhigung) und selbst zu motivieren (Selbstmotivierung).
    • Nutzen Sie nun diese Strategieliste als Planungsmittel für Ihre zukünftigen Vorhaben

    Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Erreichen Ihrer Vorhaben!

    Formular zur Selbstmotivierung hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16523-formular-selbstmotivierung/feed/ 1
    Gefühle – der Schlüssel zur Selbstmotivierung http://www.zeitzuleben.de/16493-gefuhle-der-schlussel-zur-selbstmotivierung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=gefuhle-der-schlussel-zur-selbstmotivierung http://www.zeitzuleben.de/16493-gefuhle-der-schlussel-zur-selbstmotivierung/#comments Tue, 08 Nov 2011 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=16493

    „Ich hab es mir schon so oft vorgenommen.“ „Schon wieder eine Woche rum und wieder hab ich es nicht geschafft.“ „Ich muss das doch endlich mal hinbekommen.“ Kennen Sie solche Gedanken auch? Sie nehmen sich etwas vor, was auch gar nicht soooo aufwändig und schwierig zu sein scheint. Und dann schaffen Sie es vielleicht doch [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Ich hab es mir schon so oft vorgenommen.“

    „Schon wieder eine Woche rum und wieder hab ich es nicht geschafft.“

    „Ich muss das doch endlich mal hinbekommen.“

    Kennen Sie solche Gedanken auch? Sie nehmen sich etwas vor, was auch gar nicht soooo aufwändig und schwierig zu sein scheint. Und dann schaffen Sie es vielleicht doch nicht, Ihr Vorhaben wirklich umzusetzen? Mir passiert das jedenfalls immer mal wieder.

    Ich habe vor gar nicht langer Zeit ein sehr interessantes und erkenntnisreiches Buch gelesen und auch hier  besprochen: Die Kunst der Selbstmotivierung. Durch dieses Buch habe ich ein ganzes Stück mehr verstanden, warum ich und so viele andere Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen. Aber ich habe nicht nur mehr verstanden, sondern mir mit Hilfe der Tipps in diesem Buch eine Methode überlegt, mit der ich besser darin werden kann, wirklich das zu erreichen, was ich mir vornehmen.

    Diese Methode beruht auf zwei der vier Denk- und Handlungsweisen der PSI-Theorie, die in dem Buch „Die Kunst der Selbstmotivierung“ beschrieben sind.

    Die PSI-Theorie geht davon aus, dass unter anderem zwei Denk- bzw. Handlungsweisen wichtig sind, damit wir unsere Vorhaben umsetzen und unsere Ziele erreichen:

    • Manchmal müssen wir planen.
    • Manchmal müssen wir einfach intuitiv sein und handeln, ohne zu sehr zu planen.

    Lassen Sie uns diese beiden Modi mal genauer betrachten.

    • Manchmal ist es wichtig, kompliziertere Abläufe zu planen.

    Zum Beispiel wenn wir dreimal die Woche Sport machen wollen, müssen wir uns überlegen, wie wir das genau hinbekommen. Wir überlegen uns: Welche Sportart mache ich, wann kann ich Sport machen, wie schaffe ich es, dass ich wirklich Sport mache und nicht doch wieder auf meinem Sofa lande?

    • Manchmal ist es sinnvoll, wenn wir einfach intuitiv handeln, ohne viel nachzudenken.

    Also wirklich loszulegen. Seine Sportsachen zu schnappen und den Sport zu machen: loslaufen, ins Fitness-Studio gehen, die Hanteln nehmen. Wenn wir uns in diesem Moment mit den ganzen Schwierigkeiten beschäftigen: Es regnet, es ziept im Rücken, im Fernsehen kommt grad heute der tolle Film … dann gehen wir nicht mehr los.

    Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, kann es hilfreich sein, auf beide dieser Denk- und Handlungsweisen zum jeweils passenden Zeitpunkt zurückgreifen zu können.

    Denn nur wenn wir, bevor wir ein Vorhaben angehen, planen, z. B. wann wir zum Sport gehen wollen, und dann auch wirklich losgehen und Sport machen – nur dann erreichen wir auch unser Ziel, dass wir nämlich in der Tat mehr Sport machen. Gelingt einem dieser Wechsel zwischen Planen und intuitivem Handeln nicht, bleibt man in der Planung einfach stecken und kann sein Ziel leider auch nicht erreichen.

    Der Einfluss der Gefühle

    Wissenschaftler haben herausgefunden, warum es vielen Menschen so schwerfällt, zum passenden Zeitpunkt zwischen z. B. Planen und intuitivem Handeln zu wechseln. Und zwar funktionieren die einzelnen Denk- und Handlungsweisen, das planerische bzw. intuitive Handeln, nämlich nur, wenn mit ihnen bestimmte Gefühle verbunden sind. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zeigen:

    • Wenn ich supergut drauf bin, also ganz viel positive Gefühle habe, ist es so gut wie unmöglich, planerisch zu denken. Und dann kann ich auch nicht überlegen, wie ich am besten vorgehe, um mein Ziel zu erreichen. Damit riskiere ich womöglich, mein Ziel nicht zu erreichen.
    • Wenn ich ganz schlecht drauf bin, also sehr negative Gefühle habe, kann ich fast gar nicht intuitiv handeln. Und kann dann meinen vielleicht sehr guten Plan leider nicht umsetzen. Denn dafür müsste ich ja intuitiv handeln.

    Um etwas zu planen, muss ich mich also auf die Schwierigkeiten konzentrieren und aushalten, dass ich dabei negative Gefühle habe. Und um intuitiv handeln zu können, also wirklich loszulegen, muss ich in einer positiven Stimmung sein.

    Kurz und sehr plakativ gesagt: Trübsalblaser machen vielleicht tolle Pläne, können sie dann aber nicht gut umsetzen. Und die ewigen Positivdenker sind oft ganz begeistert, legen los, scheitern aber an den ersten Schwierigkeiten.

    Klar ist kein Mensch immer Trübsalblaser oder Positivdenker. Die meisten von uns sind mal das eine und mal das andere. Und das ist auch in Ordnung. Weil wir nämlich beides brauchen, wenn wir unsere Ziele erreichen möchten.

    Wir brauchen also das gesamte Spektrum unserer Gefühle: die guten und die schlechten. Und zwar zu dem jeweils passenden Zeitpunkt. Wenn wir aber wirklich unsere Ziele erreichen möchten, sind im Umgang mit unseren Gefühlen drei Fähigkeiten sehr wichtig:

    1. Es ist notwendig, negative Gefühle wie Angst, Wut, Unsicherheit usw. aushalten zu können. Die Psychologen nennen das Frustrationstoleranz.
    2. Es ist sinnvoll, negative Gefühle herunterregulieren zu können. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst beruhigen zu können.
    3. Es ist wichtig, dass wir uns selbst in eine positive Stimmung bringen können. Und das nennen die Psychologen Selbstmotivation.

    Wie sieht das nun konkret aus, wenn wir ein Ziel erreichen? Nehmen wir noch einmal das Sportbeispiel von vorhin.

    Lara möchte gerne mehr Sport machen. Und jede Woche drei Mal laufen gehen. Sie stellt es sich toll vor, durch den Wald zu laufen. Und dass ihr ganzer Stress von ihr abfällt. Also zieht Lara sich ihre Sportsachen an und läuft einfach los.

    => Lara bringt sich in eine positive Stimmung. Sie freut sich und motiviert sich so selbst. => Laras Fähigkeit: Selbstmotivation

    Schon nach kurzer Zeit merkt sie ganz enttäuscht, wie wenig fit sie eigentlich ist. Sie hechelt und bekommt Seitenstechen. Lara geht erst einmal langsam weiter und überlegt, was sie tun kann.

    => Lara ist enttäuscht und hält diese negative Stimmung aus. => Laras Fähigkeit: Frustrationstoleranz

    Sie sagt sich: „Na ja, war ja klar, dass es nicht gleich nur Spaß macht. Ich geh jetzt erst einmal langsam weiter, bis es mir besser geht. Und dann laufe ich ganz langsam wieder los.“

    => Lara beeinflusst ihre Gefühle, indem sie ihre negativen Gefühle bewältigt. => Laras Fähigkeit: Selbstberuhigung

    „Wenn ich dann alle zwei Tage ein bisschen laufe und mich langsam steigere, dann werde ich in ein paar Wochen bestimmt viel entspannter durch den Wald laufen. Und dann wird es irgendwann so, wie ich es mir vorstelle.“

    => Lara bringt sich wieder in eine positive Stimmung und motiviert sich, weiterzulaufen. => Laras Fähigkeit: Selbstmotivation

    Das Tolle ist, dass jeder Mensch all diese Fähigkeiten schon kennt und hat. Wie gut wir etwas davon beherrschen, kann ganz unterschiedlich sein. Aber jeder Mensch, der

    • morgens aufsteht
    • sich die Zähne regelmäßig putzt
    • seine Wäsche wäscht
    • die Wohnung oder sein Zimmer sauber hält

    verfügt schon über Frustrationstoleranz, Selbstberuhigungsfähigkeit und Selbstmotivation. Denn (fast) jeder muss dazu seine Unlust überwinden, dieses negative Gefühl reduzieren, sich also selbst beruhigen und sich dann in eine ausreichend positive Stimmung bringen, damit er wirklich aufsteht, sich die Zähne putzt usw.

    Natürlich merken wir diese ganzen Abläufe bewusst gar nicht, wenn wir morgens aufstehen. Aber vielleicht achten Sie morgen mal ganz bewusst darauf, was in Ihnen vorgeht, wenn Sie aufgewacht sind? Und dann merken Sie womöglich, dass Sie alle drei Fähigkeiten benutzen, um in den Tag zu starten :-)

    Und was bringt uns dieses Wissen?

    Um gezielter unsere Gefühle zu beeinflussen, ist es ein guter erster Schritt, zu schauen, wodurch und wie unsere Gefühle bisher beeinflusst werden. Wie aber finden wir das heraus?

    Oft lernt man schon sehr viel über sich, wenn man beginnt, sich selbst bewusster zu beobachten. Machen Sie sich ganz gezielt auf die Suche nach der eigenen Frustrationstoleranz, Selbstberuhigungsfähigkeit und Fähigkeit zur Selbstmotivierung. Fangen Sie damit an, Ihre Gefühle bewusster wahrzunehmen. Nur dadurch entdecken Sie, wie bei Ihnen persönlich negative und positive Stimmungen entstehen. Und wenn Sie so herausfinden, wie Sie ticken, können Sie diese Mechanismen auch gezielt einsetzen.

    Aber wie geht das nun genau?

    • Sie überlegen sich eine Erfahrung, bei der Sie Ihr Ziel erreicht oder Ihr Vorhaben erfolgreich umgesetzt haben.
    • Sie analysieren diese Erfahrung Schritt für Schritt und tragen Ihre Erkenntnisse auf einem Blatt ein. Weil Sie auf diesem Blatt die Analyse Ihrer Situation festhalten, nennen wir dieses Blatt: Analyseblatt.
    • Durch diese Analyse finden Sie heraus, mit welchen Mitteln Sie in der Vergangenheit Frustrationen ausgehalten, sich selbst beruhigt und motiviert haben.
    • Die Ergebnisse dieser Analyse tragen Sie wiederum in eine Liste ein. Weil Sie auf diesem Blatt Ihre ganz persönlichen Strategien notieren, nennen wir es Strategieliste.
    • Und mit dieser Strategieliste haben Sie dann ein ganz praktisches Hilfsmittel, mit dem Sie sich zukünftig gut selbst unterstützen können. Indem Sie z. B. mit Hilfe dieser Liste Ihr Vorgehen beim Erreichen von Zielen leichter planen können.

    Und jetzt noch einmal im Detail, sodass Sie wissen, wie Sie die Übung ganz konkret ausprobieren können:

    1. Schritt: Nehmen Sie sich zwei Blätter Papier. Das eine wird Ihr Analyseblatt. Und das andere wird Ihre Strategieliste.

    2. Schritt: Entscheiden Sie sich für eine Erfahrung in Ihrer Vergangenheit, bei der Sie ein Ziel verfolgt und es auch erfolgreich umgesetzt haben. Das muss kein riesiges Ziel sein. Es geht hier ja darum, zu erkennen, welche Strategien Sie grundsätzlich anwenden, um Ihre negativen Gefühle auszuhalten, sich selbst zu beruhigen und positive Gefühle herstellen zu können. Und solche grundsätzlichen Verhaltensmuster kann man auch an recht unscheinbaren Handlungsabläufen erkennen. Deswegen ist ein kleines Ziel für diese Übung ebenso gut geeignet wie ein großes Ziel.

    Beispielsituationen können sein:

    • eine Prüfung bestanden
    • den Keller aufgeräumt
    • eine Sprache gelernt
    • eine Feier organisiert
    • ein berufliches Ziel erreicht

    Versuchen Sie sich an diese Situation so genau wie möglich zu erinnern.

    3. Schritt: Und nun gehen Sie diese Erinnerung in Ihrer Vorstellung Schritt für Schritt durch. Dazu stellen Sie sich einige Fragen. Schreiben Sie Ihre Antworten auf die Fragen dann auf das Analyseblatt, dann können Sie Ihre Erkenntnisse nachher leichter in Ihre Strategieliste übertragen.

    Beantworten Sie nun folgende Fragen:

    • Wie bin ich auf mein Ziel, mein Vorhaben gekommen?
      (z. B. die Prüfung zu machen, den Keller aufzuräumen). Diese Frage dient der Einstimmung auf die Situation.
    • Wie bin ich in eine positive Stimmung gekommen, was hat mich motiviert?
      (z. B., indem ich mir vorgestellt habe, wie toll es sein wird, wenn ich mein Ziel erreicht habe; mich an andere Ziele, die ich schon erreicht habe, erinnert habe; mir meine Lieblingsmusik angehört habe).
    • Habe ich zu irgendeinem Zeitpunkt auf meinem Weg zum Ziel negative Gefühle gehabt und wenn ja welche?
      (z. B. Angst, Wut, Enttäuschung)
    • Wie habe ich es hinbekommen, diese negativen Gefühle auszuhalten?
      (z. B., indem ich mir selbst ermutigend zugesprochen habe und zu mir gesagt habe: „Diese Gefühle gehen vorbei“, „Ach, das kenn ich ja schon“; indem ich mich bewegt habe, z. B. spazieren gegangen bin; indem ich eine Freundin angerufen habe)
    • Wie habe ich meine negativen Gefühle bewältigt?
      (z. B., indem ich beruhigend mit mir gesprochen habe: „Die Gefühle gehen vorbei, du weißt doch, woher sie kommen, es ist in Ordnung, dass du dich so fühlst“; indem ich meine Gefühle herauslasse und einfach weine oder wütend schimpfe)
    • Wie habe ich danach wieder positive Gefühle hergestellt?
      (z. B., indem ich mir vorgestellt habe, wie toll es sein wird, wenn ich mein Ziel erreicht habe; mir meine Lieblingsmusik angehört habe)

    Schritt 4: Schreiben Sie auf Ihre Strategieliste zunächst die drei Begriffe Frustrationstoleranz, Selbstberuhigung und Selbstmotivation nebeneinander auf, sodass Sie darunter noch ausreichend Platz für Notizen haben. Tragen Sie unter diesen Begriffen nun alles ein, was Ihnen in der Analyse aufgefallen ist.

    Unter den Punkt Frustrationstoleranz schreiben Sie alles, was Ihnen geholfen hat, Ihre negativen Gefühle wie Unlust, Trägheit, Angst usw. auszuhalten.

    Unter den Punkt Selbstberuhigungsfähigkeit schreiben Sie alles, was Ihnen geholfen hat, Ihre negativen Gefühle zu reduzieren.

    Unter den Punkt Selbstmotivierung schreiben Sie alles, was Ihnen geholfen hat, positive Gefühle wie z. B. Zuversicht, Freude, Begeisterung herzustellen. Oder in eine positive Stimmung hineinzukommen.

    5. Schritt: Nun haben Sie eine Liste, auf der eine ganze Reihe von Strategien stehen, mit denen Sie leichter negative Gefühle aushalten, sich selbst beruhigen und motivieren können. Diese Liste können Sie dazu benutzen, Ihre Vorhaben besser zu planen. Indem Sie sich z. B. im Vorfeld bereits überlegen, wie Sie zu welchem Zeitpunkt denken, handeln und fühlen wollen, um Ihr Ziel besser zu erreichen.

    Oder Sie können die Liste auch gebrauchen, um sich bei einem Vorhaben, das nicht so wie erwartet vorangeht, selbst zu unterstützen. Indem Sie sich dann z. B. die Liste nehmen und überlegen, welche Strategien Sie gut einsetzen können. Damit Sie mit Ihrem Vorhaben doch noch weiter vorankommen.

    Ein Beispiel

    Lara erinnert sich an ihre Lauferfahrung. Sie erinnert sich an die Situation, als sie angefangen hat zu laufen. Nach und nach geht Lara die Situation in ihrer Vorstellung systematisch durch. Dabei stellt sie sich viele Fragen zu ihrer Erinnerung. Indem sie auf diese Weise in ihrer persönlichen Erfahrung nach ihrer eigenen Frustrationstoleranz, Selbstberuhigungsfähigkeit und Selbstmotivation sucht, erkennt sie ihre ganz persönlichen Strategien, mit ihren Gefühlen umzugehen. Lara schreibt sich auf, was ihr einfällt und auffällt. Ihr Zettel sieht dann so aus:

    Strategieliste
    Frustrationstoleranz Selbstberuhigungsfähigkeit Selbstmotivation
    Mir bei Frust gesagt: „Das gehört dazu.“ Als ich wütend war, weil ich es eine Woche nicht geschafft habe zu laufen, mir immer wieder gesagt: „Es gehört dazu. Nur wenn du nicht weitermachst, bist du gescheitert. Eine Pause ist noch kein Scheitern.“ Mir vorgestellt, wie toll es sich anfühlt, durch den Wald zu laufen, wie toll ich aussehen werde, wie entspannt ich danach sein werde
    Mit meiner Freundin vereinbart, dass ich sie anrufe, wenn ich das Gefühl hab, dass ich mein Ziel sowieso nicht erreiche Mir gesagt: „O. k. Du bist jetzt wütend und enttäuscht. Aber das geht vorbei.“ Ein Foto von mir aufgestellt, auf dem ich eine ganz tolle Ausstrahlung habe und fit und sportlich wirke
    Geweint, weil ich so enttäuscht von mir war Eine Laufpartnerin gesucht
    Mir neue Sportschuhe gekauft

    Indem Lara ihre Lauferfahrung systematisch untersucht hat, ist eine sehr nützliche Liste entstanden. Lara hat jetzt schwarz auf weiß, wie sie sich bisher dazu gebracht hat, ihr Ziel zu verfolgen. Indem sie mit dieser Übung weitere Erfahrungen analysiert, erweitert sie diese Liste immer mehr.

    Die Auflistung Ihrer Strategien kann Ihnen dabei helfen:

    • Schwierigkeiten auf dem Weg zu Ihrem Ziel zu überwinden, indem Sie sie als Coaching-Instrument benutzen. Sie können sich, wenn Sie bei der Umsetzung Ihres Vorhabens stecken bleiben, z. B. Anregungen holen, wie Sie wieder weitermachen und an Ihrem Ziel dranbleiben können.
    • Sie können diese Liste benutzen, um Ihre Vorhaben im Vorhinein besser zu planen. Indem Sie sich z. B. vorher bereits Strategien überlegen, mit denen Sie zum jeweils passenden Zeitpunkt Ihre Frustrationstoleranz, Selbstberuhigungsfähigkeit und Selbstmotivation aktivieren können.

    Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen, diese kleine Übung zu machen. Und sich Ihre ganz eigene Strategieliste zusammenzustellen.

    Mit dieser Strategieliste können Sie zukünftig dann Ihren Weg zum Ziel leichter planen. Weil Sie dann nämlich im Vorhinein schon überlegen können, bei welchen Gelegenheiten Sie die jeweiligen Strategien anwenden können:

    • Für die Planungsphase, wenn Sie sich auf die Schwierigkeiten im Handlungsprozess konzentrieren müssen, können Sie sich auf Ihre persönlichen Strategien für Ihre Frustrationstoleranz und Selbstberuhigung vorbereiten. Zum Beispiel, indem Sie Sätze für beruhigende Aussagen sich selbst gegenüber vorbereiten.
    • Auf die Phase, in der es darauf ankommt, mit dem intuitiven Handeln loszulegen, können Sie sich mit Ihren persönlichen Strategien für Ihre Selbstmotivation vorbereiten. Zum Beispiel: Indem Sie sich überlegen, welche Vorstellung vom erreichten Ziel zuverlässig positive Gefühle bei Ihnen auslöst.

    Wenn Sie zukünftig mit so einer guten Vorbereitung an Ihre Vorhaben und Ziele herangehen,

    • können Sie Ihre Ziel leichter erreichen, weil Sie dann bereits auf mögliche Schwierigkeiten besser vorbereitet sind und mit diesen konstruktiver umgehen können,
    • können Sie Ihre Ziele stressfreier verfolgen, weil Sie auf die abwechselnden negativen und positiven Gefühle besser vorbereitet sind und mit ihnen gelassener umgehen können,
    • können Sie sich bei auftretenden Schwierigkeiten gut selbst coachen, weil Sie mit Ihrer Strategieliste ein sehr wertvolles Coaching-Werkzeug haben.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16493-gefuhle-der-schlussel-zur-selbstmotivierung/feed/ 6
    Gelöst, entlastet, befreit (Fred P. Gallo, Harry Vincenzi) http://www.zeitzuleben.de/16505-gelost-entlastet-befreit-fred-p-gallo-harry-vincenzi/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=gelost-entlastet-befreit-fred-p-gallo-harry-vincenzi http://www.zeitzuleben.de/16505-gelost-entlastet-befreit-fred-p-gallo-harry-vincenzi/#comments Mon, 07 Nov 2011 05:00:00 +0000 Mathias Rudolph http://www.zeitzuleben.de/?p=16505 Ein Buch für alle, die die Klopfakupressur als alternative Heilmethode praktisch an sich ausprobieren möchten.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Gelöst, entlastet, befreit.  Klopfakupressur bei emotionalem Stress“ von Fred P. Gallo und Harry Vincenzi – Stuttgart: VAK Verlag, 6. Auflage 2010 – 261 S. – ISBN: 978-3-867310-85-7 – 22,95 €

    Sie wollen ein Problem lösen ohne dabei jeden einzelnen Aspekt bis ins letzte Detail analysieren und diskutieren zu müssen? Oder noch besser: ein Problem lösen, ohne verstehen zu müssen, warum man es überhaupt hat? Genau dies versprechen uns die Psychologen und Therapeuten Fred Gallo und Harry Vincenzi in diesem Buch. Sie sind Vertreter der „Energetischen Psychologie“, die davon ausgeht, dass die meisten psychischen Probleme auf einem Energieungleichgewicht basieren. Und dass diese Probleme dementsprechend auch durch einen Energieausgleich gelöst werden können.

    Die Methode, die dafür in diesem Buch vorgestellt wird, ist die Klopfakupressur. Sie ist eine von der Akupunktur abgeleitete Technik, bei der der Energiefluss durch das Klopfen bestimmter Punkte am Körper (Meridiane) angeregt wird. Dies soll dabei helfen, bestimmte Gefühle und Einstellungen zu überwinden sowie Verhaltensmuster zu ändern. Durch das Auflösen von emotionalem Stress soll es so gelingen, selbst hartnäckige Probleme schnell zu lösen. Nebenbei soll das Klopfen auch Vitalität und Wohlbefinden steigern.

    „Gelöst, entlastet, befreit“ ist für die gezielte Selbsthilfe konzipiert. Es bietet im ersten Teil eine sehr grundlegende Einführung in das Thema Klopfakupressur. Im zweiten Teil werden für jedes Problem spezielle Selbsthilfeanleitungen und Klopf-Reihenfolgen angegeben, welche in langjähriger Praxiserfahrung ermittelt wurden. Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis verdeutlicht die Bandbreite der bearbeiteten Themen:

    • Ängste und Phobien
    • belastende Emotionen
    • Depressionen
    • Traumata und schmerzliche Erinnerungen
    • Sportliche Leistungsblockaden
    • Übergewicht
    • Alkohol, Nikotin, Glücksspiel, Drogen und Medikamente
    • Allergien und das Immunsystem etc.

    Dank des strukturierten Aufbaus lassen sich die Klopfserien je nach Problem schnell und gezielt heraussuchen. So bietet die Struktur des Buches dem Leser aufgrund ihrer Klarheit eine sehr gute Orientierung.

    In seiner Aufmachung ist das Buch allerdings sehr schlicht gehalten. Es kommt etwas trocken im Stile eines Sachbuchs daher und könnte visuell etwas anregender sein. Auch die Grafiken beschränken sich auf das Wesentliche. Das Finden der Klopfpunkte erfordert daher an manchen Stellen neben genauem Lesen auch ein wenig Übung.

    Grundsätzlich ist „Gelöst, entlastet, befreit“ insbesondere für Menschen geeignet, die alternativen Heilmethoden gegenüber sehr offen sind. Der Ansatz der „Energetischen Psychologie“ ist dabei absolut lösungsorientiert und verspricht schnelle und unkomplizierte Heilung. Alle Probleme durch Energiearbeit lösen zu wollen halte ich allerdings für unrealistisch, denn ganz so eindimensional funktioniert Problemlösung meiner Erfahrung nach nicht.

    Wer die Klopfakupressur aber gerne mal praktisch an sich ausprobieren möchte, dem ist dieses sehr anwendungsorientierte Buch nur zu empfehlen.

    Bewertung: PunktPunktPunkt-Punkt Punkt

    „Gelöst, entlastet, befreit” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16505-gelost-entlastet-befreit-fred-p-gallo-harry-vincenzi/feed/ 5
    Zwei Wölfe… http://www.zeitzuleben.de/2702-zwei-wolfe/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=zwei-wolfe http://www.zeitzuleben.de/2702-zwei-wolfe/#comments Thu, 03 Nov 2011 05:00:00 +0000 Tania Konnerth http://localhost/inpsyde/zeitzuleben/zwei-wolfe/ Was ein alter Indianer seinem Enkel erzählt...

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.

    Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: “Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend.”

    “Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?” fragte der Junge.

    “Der Wolf, den ich füttere.” antwortete der Alte.

    Quelle unbekannt,
    aus dem Englischen übersetzt

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/2702-zwei-wolfe/feed/ 3
    Lass los, was dir nicht gut tut! http://www.zeitzuleben.de/16207-loslassen-von-gefuehlen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=loslassen-von-gefuehlen http://www.zeitzuleben.de/16207-loslassen-von-gefuehlen/#comments Wed, 02 Nov 2011 05:00:00 +0000 Ingrid Hack http://www.zeitzuleben.de/?p=16207

    Gefühle spielen eine immens große Rolle im menschlichen Leben – sie bestimmen letztlich, wo es langgeht. Das Bild vom treibenden Eisberg im Ozean verdeutlicht das: Die Spitze des Eisberges, unser Verstand, kann zwar beschließen, jetzt zu dieser schönen Insel da drüben zu schwimmen – doch der größere Teil des Eisbergs (Gefühlsbereich) befindet sich unter Wasser [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Gefühle spielen eine immens große Rolle im menschlichen Leben – sie bestimmen letztlich, wo es langgeht. Das Bild vom treibenden Eisberg im Ozean verdeutlicht das: Die Spitze des Eisberges, unser Verstand, kann zwar beschließen, jetzt zu dieser schönen Insel da drüben zu schwimmen – doch der größere Teil des Eisbergs (Gefühlsbereich) befindet sich unter Wasser und wird von den momentanen Strömungen bestimmt – und die führen möglicherweise in eine ganz andere Richtung.

    Wenn ich z. B. mehr Wohlstand ansteuere, aber unbewusst zum „schmutzigen“ Geld noch zwiespältige Gefühle habe, dann wird diese Strömung mich eben nicht im Hafen der Insel des Wohlstandes vor Anker gehen lassen.

    Und hier wird vielleicht schon klar, dass solche zwiespältigen Gefühle, wie die zu „schmutzigem“ Geld, gar keine wirklichen Gefühle sind, sondern „gemustert“: Sie sind nicht realitätsangemessen und daher (in meinem Sprachgebrauch) „Emotionen“.

    Gefühle und Muster bestimmen, wo es hingeht

    Was ich also im Beispiel oben mit „Strömungen“ meine, sind alte Muster, Glaubenssätze und Programme, die wir seit unserer frühesten Kindheit mit uns herumschleppen. Sie sind oft unbewusst – entziehen sich also auch dem Verstand und der Vernunft – und zeigen sich nur an den sich wiederholenden unguten Situationen oder bei bestimmten reflexartig ablaufenden Reaktionen, die mir selbst oder meinem Gegenüber Schaden oder Leid zufügen.

    Wenn ich dann in so einer Situation daran festhalte, das haben zu wollen, was gerade nicht geht (z. B. wegen der störenden Muster und Glaubenssätze), komme ich noch mehr in Schwierigkeiten. Vielleicht strenge ich mich noch weiter vergeblich an, um mich dann doch wieder als Versager zu fühlen – oder als armes Opfer des Schicksals, was mich dann noch weiter vom Ziel abtreiben lässt. Sinnvoller wäre es, erst mal die Strömungen (sprich Muster) zu untersuchen, die mich von meinem Ziel fernhalten.

    • Vielleicht fällt Ihnen jetzt schon etwas ein, was in Ihrem Leben immer ähnlich schiefläuft? Geraten Sie z. B. immer wieder an schwierige Chefs oder an Partner, von denen Sie sich ständig kritisiert, nicht wertgeschätzt oder vernachlässigt fühlen? Oder schütten Sie im Straßenverkehr unangemessen viel Adrenalin aus? Oder geraten Sie jeden Morgen unter Druck, weil Ihr Kind schon wieder nicht in die Puschen kommt?

    Wenn Ihnen ähnliche Situationen aus Ihrem Leben eingefallen sind, dann sind Sie einigen Ihrer Muster schon auf der Spur. Sicher können Sie auch wahrnehmen, dass Sie in solchen Momenten reflexartig reagieren und Ihnen gar kein anderes Verhalten oder Fühlen zur Verfügung steht. Ein bestimmter Auslöser – und Sie gehen an die Decke oder ziehen sich gekränkt zurück … Da kann man manchmal schon neben sich stehen und den Ablauf beobachten – aber willentlich stoppen lassen sich solche Emotionen nicht. Meistens schaukelt sich die Situation noch auf, weil dann auch das Gegenüber „gemustert“ reagiert. Beide beharren auf ihrem „Rechthaben“ und fühlen sich unverstanden.

    Wenn der Sturm vorüber ist, fragt man sich, wie es wegen solch einer Kleinigkeit schon wieder zum Streit kommen konnte. Auf Dauer kosten solche durch alte Reaktionsmuster verursachten Zusammenstöße und Missverständnisse viel Energie und mindern Offenheit und Liebe.

    Wie Muster entstehen und was sie bewirken

    Emotionale Muster entstehen sehr früh in der Kindheit, manchmal schon im Mutterbauch. Wenn die Mutter aufgrund ihrer Lebenssituation erschrocken und womöglich panisch reagiert, sobald sie die Schwangerschaft bemerkt, dann überträgt sich das auf den Embryo, der in Gefühlseinheit mit ihr ist. Das Kind erlebt also beim allerersten „Gesehenwerden“ eine Ablehnung, ein Nicht-willkommen-Sein. Falls die Mutter auch an Abtreibung denkt, dann ist das Leben des Kindes bedroht. Es fühlt sich unwert, am falschen Platz, ungeliebt und als Last. Es sollte gar nicht existieren. Es macht sich ganz klein und verhält sich still, um nur nicht aufzufallen.

    • Können Sie sich vorstellen, wie sich dieses erste Trauma im späteren Leben auswirken wird?
    • Ich sehe einen Menschen, der immer auf der Hut sein muss, der sich unsichtbar macht und versucht, niemanden zu stören. Jemand, der seinen eigenen Raum nicht in Besitz nehmen kann, weil er keine Existenzberechtigung fühlt. Und wahrscheinlich wird er/sie sich sehr anstrengen, um sich mit Leistung unentbehrlich zu machen – denn einfach willkommen zu sein und geliebt zu werden, nur weil man da ist, ist ja unvorstellbar.

    Und richtig schlimm wird es, weil dieser Erwachsene immer wieder Situationen anzieht, in denen er sich nicht geliebt, fehl am Platz, abgelehnt und völlig unwichtig fühlen muss. Falls kein Wunder geschieht, gibt es erst dann eine Chance auf den sicheren Hafen einer gegenseitigen liebevollen Beziehung (oder eines erfüllenden Jobs), wenn diese uralten Emotionen geheilt und in die Lebensqualitäten zurückverwandelt worden sind, die in der Kindheit durch unglückliche Umstände verloren gingen.

    Es scheint keinen Menschen zu geben, der völlig „ungemustert“ ist, aber es gibt sehr viele Variationen und Schweregrade. Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein etwas leichteres Paket!

    Aber selbst wenn Sie nur einen kleinen Muster-Rucksack tragen, möchten Sie doch sicher wissen, welche Möglichkeiten es gibt, die heutige Realität ohne die verzerrende Brille längst vergangener schmerzlicher Erfahrungen zu betrachten. Denn tatsächlich zeigen uns unsere Augen, was wir glauben, und nicht, was wir sehen! Ganz gleich, ob das nun rosig oder rabenschwarz erscheint: „Ob Sie glauben, dass Sie etwas können, oder nicht – Sie werden in jedem Fall Recht behalten!“ (Henry Ford).

    Was können Sie tun?

    Die neuere Gehirnforschung (z. B. Prof. Dr. G. Hüther) hat gezeigt, dass unser Gehirn ein Leben lang veränderbar ist. Und zwar, sobald wir Probleme erfolgreich lösen, an denen unsere Gefühle beteiligt sind. Wenn z. B. ein Kind irgendetwas einigermaßen Schwieriges, aber Lösbares bastelt und selbst herausfinden darf, wie das geht, dann gibt das ein ungeheures Erfolgserlebnis – so stark, dass es nicht mehr auf Lob von außen angewiesen ist. Es weiß selber, dass es das richtig gut hinbekommen hat. Und dann entsteht Lust auf „mehr“, was es selber erforschen und lernen kann. (Hier ein großes Lob an die Waldorfschulen!) So kann das Gehirn weiter wachsen und sich erneuern!

    Man weiß, dass sich neue Synapsen auch dann bilden, wenn die Problemlösung in der Vorstellung – also beim Imaginieren – geschieht, weil das Gehirn zwischen realem und vorgestelltem Handeln nicht unterscheiden kann. Wesentlich dabei ist, dass das Ganze nicht nur im Denken, sondern in Verbindung mit (möglichst intensiven) Gefühlen geschieht. So kann man z. B. eine real erlebte traumatische Situation dauerhaft auflösen, wenn es gelingt, diese Erfahrung mit neuen, positiven Gefühlen zu verbinden. Jede Art von Imaginationstherapie könnte sich dafür eignen. Wenn die Veränderung von eingefleischten „Gewohnheiten“ vielleicht Monate des Daran-Arbeitens braucht, dann könnte eine entsprechende Imaginations-Übung zu einer sofortigen Erneuerung und Befreiung führen! Man fühlt sich danach wieder in seiner Mitte und der jeweiligen Situation selbstverständlich gewachsen. Wenn auftauchende Probleme nicht mehr lähmen, sondern Lust machen, sie zu lösen, dann wird das Leben wieder frisch, flexibel und spannend. Denn ohne die alten Programmierungen ist nicht mehr vorhersagbar, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten werde – außer, dass es immer die bestmögliche Antwort auf diesen konkreten Moment sein wird.

    • Was können Sie also tun, wenn Sie bemerken, wie in einer bestimmten Situation ein unangemessenes emotionales Reaktionsmuster ausgelöst wird?
    • (Erkenntlich u. a. daran, dass Sie etwas ganz persönlich nehmen, also sich verletzt oder kritisiert fühlen, Sie sich sofort rechtfertigen müssen – und jedenfalls nur noch eine einzige, reflexartig ablaufende Reaktion zur Verfügung steht, egal ob in Richtung Flucht oder Angriff! Beispiel: Sie befinden sich in einer Teamsitzung und Ihr Chef sagt etwas zu Ihnen, was Sie als Kritik und Bloßstellung erleben. In diesem Moment bemerken Sie, dass „Sich-bloßgestellt-Fühlen“ ein Muster ist …)

    Erste-Hilfe-Anleitung – so können Sie eine „gemusterte“ Reaktion mit Hilfe Ihrer Imagination schnell entmachten:

    • Spüren Sie genau hin, was für ein Gefühl da reflexartig bei Ihnen ausgelöst wird, und finden Sie einen Namen dafür. Wählen Sie den Ausdruck, der bei Ihnen die intensivste Gefühlsresonanz hervorruft, und spüren Sie dabei, wo im Körper Sie diese Reaktion fühlen können.
    • Treffen Sie die Wahl, sich JETZT von diesem Muster zu befreien! („Ich will definitiv nicht, dass dieses Muster jetzt mich und meine Reaktion bestimmt.“)
    • Ziehen Sie nun dieses Muster mit einer kleinen Handbewegung genau dort aus Ihrem Körper heraus, wo Sie es lokalisiert haben, und:
    • Vernichten Sie es! Entsorgen Sie es sofort: Zum Beispiel könnten Sie es in die Toilette werfen und runterspülen, ein Fenster öffnen und das Muster rauswerfen oder das Ganze in Papier einknüllen und in den Abfall werfen. Sie könnten auch ein schwarzes Loch im Boden erfinden, was sich nach dem Hineinkippen des Musters schnell wieder schließt … Ihrer Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Fühlen Sie dabei Ihre Entschlossenheit und genießen Sie diesen Akt der Befreiung, bis kein Fitzelchen mehr übrig ist.
    • Danach atmen Sie einmal ruhig und tief durch, fühlen dabei, wie Sie diese Körperstelle nun wahrnehmen – und stellen sich wieder der Situation. Lassen Sie sich überraschen, wie Sie das Ganze jetzt wahrnehmen und welche neuen Handlungsmöglichkeiten Ihnen nun zur Verfügung stehen.

    Mit etwas Übung werden Sie die Prozedur sehr schnell und unauffällig durchführen können. Im Zweifelsfall kann man sich kurz entschuldigen, um zur Toilette zu gehen …

    Natürlich wird das Muster dadurch nicht dauerhaft gelöscht. Dafür gibt es ausführlichere Imaginationsübungen, die auch die Entstehungsgeschichte in der Kindheit und die Transformation des alten Musters in eine neue Lebensqualität beinhalten.

    Aber vielleicht kann Ihnen diese kurze und einfache Übung helfen, sich in einer akuten Situation von einem Reaktionsmuster zu befreien, welches Ihnen sonst Schaden zugefügt oder Kummer bereitet hätte.

    Zuletzt möchte ich Ihnen für Ihren Weg Erich Kästners Worte ans Herz legen:

    „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“

    und: Es ist nie zu früh für eine neue und lebendige Gegenwart und Zukunft!

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16207-loslassen-von-gefuehlen/feed/ 11
    Was sind denn bitte Meta-Ziele? http://www.zeitzuleben.de/16448-was-sind-denn-bitte-meta-ziele/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-sind-denn-bitte-meta-ziele http://www.zeitzuleben.de/16448-was-sind-denn-bitte-meta-ziele/#comments Tue, 01 Nov 2011 05:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16448

    Wissen Sie, was ein Meta-Ziel ist? Nein? Macht nichts, wusste ich auch nicht. Dabei ist das eine höchst spannende Sache und eine kleine Änderung an Ihren Meta-Zielen kann in Ihrem Leben eine Menge bewirken. Also … ein Meta-Ziel ist ein oft unbewusstes Ziel, das in nahezu jeder Situation unsere Denk- und Verhaltensweisen steuert. Solche Ziele [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wissen Sie, was ein Meta-Ziel ist? Nein? Macht nichts, wusste ich auch nicht. Dabei ist das eine höchst spannende Sache und eine kleine Änderung an Ihren Meta-Zielen kann in Ihrem Leben eine Menge bewirken.

    Also … ein Meta-Ziel ist ein oft unbewusstes Ziel, das in nahezu jeder Situation unsere Denk- und Verhaltensweisen steuert.

    Solche Ziele nennt man im Englischen auch „Hidden Agenda“ (dt. „versteckte Tagesordnung“).

    Beispiele für solche Meta-Ziele oder unsere „Hidden Agenda“ sind:

    • Mein Ziel ist es, die Menschen um mich herum zu beeindrucken, damit sie gut über mich denken.
    • Mein Ziel ist es, auf jeden Fall meine Interessen durchzusetzen.
    • Mein Ziel ist es, andere Menschen dazu zu bringen, meiner Meinung zu sein.
    • Mein Ziel ist es, auf jeden Fall Streit zu vermeiden.
    • Mein Ziel ist es, auf jeden Fall Karriere zu machen.
    • Mein Ziel ist es, mich gut zu fühlen und Spaß zu haben.
    • Mein Ziel ist es, anderen zu helfen, damit ich mich wertvoll, wichtig und gebraucht fühlen kann.
    • Mein Ziel ist es, nicht so viel nachzudenken, damit ich nicht auf unangenehme Dinge in meinem Leben stoße.
    • Mein Ziel ist es, alles perfekt zu machen.
    • usw.

    Schauen Sie doch mal kurz in Ihren ganz normalen Alltag. Was ist z. B. im Umgang mit anderen Menschen Ihr wichtigstes Ziel, das Sie mit nahezu jeder Ihrer Handlungen erreichen wollen?

    Vermeiden Sie so gut, wie es geht, jeden Konflikt? Dann ist Ihre „Hidden Agenda“ vielleicht, die Harmonie aufrechtzuerhalten. Oder würden Sie niemals über Ihre Probleme reden? Dann ist Ihr Meta-Ziel vielleicht, anderen gegenüber keine Schwäche zuzugeben, um sich nicht verletzlich zu machen.

    Was sind also Ihre Meta-Ziele? Was ist die treibende Motivation hinter Ihren Handlungen?

    Ich habe aber noch eine Frage, die vielleicht noch spannender, ja für viele Menschen sogar ein bisschen erschreckend ist: Erreichen Sie durch Ihr Meta-Ziel eigentlich das, was Sie erreichen wollen?

    Ein Beispiel dazu: Lisa hat als Meta-Ziel, eine perfekte Mutter für ihre Kinder zu sein und alles 100%ig richtig zu machen. Was könnte das Ziel dahinter sein?

    Bei Lisa ist es Folgendes: Sie sehnt sich sehr nach Anerkennung, insbesondere von ihrer Familie, aber von anderen Menschen generell.

    Nachdem sie ihr Meta-Ziel und die dahinter stehende Motivation erkannt hat, könnte sie schauen, ob sie mit ihrem Ziel (die super-über-perfekte Mutter zu sein) auch das erreicht, was sie erreichen will. Das heißt, bekommt sie die Anerkennung ihrer Familie und anderer Menschen in dem Maß, in dem sie sie sich wünscht?

    Oder ganz allgemein gefragt: Erreiche ich mit dem, was ich tue, das, was ich erreichen will?

    Wie ist das also bei Ihnen?

    • Was sind Ihre Meta-Ziele?
    • Was wollen Sie damit erreichen? Was ist die Absicht dahinter?
    • Erreichen Sie mit dem Meta-Ziel, was Sie erreichen wollen?
    • Hilft Ihnen dieses Ziel dabei, sich glücklicher, zufriedener und erfüllter zu fühlen?

    Das sind Fragen, mit denen Sie einiges in Ihrem Leben verändern können.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16448-was-sind-denn-bitte-meta-ziele/feed/ 38
    Die Kunst der Selbstmotivierung (Julius Kuhl, Jens-Uwe Martens) http://www.zeitzuleben.de/16385-die-kunst-der-selbstmotivierung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-kunst-der-selbstmotivierung http://www.zeitzuleben.de/16385-die-kunst-der-selbstmotivierung/#comments Mon, 31 Oct 2011 05:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=16385 „Die Kunst der Selbstmotivierung“ ist ein Buch für Menschen, die sich selbst besser verstehen möchten und Lust haben, sich tiefergehend mit ihrer eigenen Motivation zu beschäftigen.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Die Kunst der Selbstmotivierung. Neue Erkenntnisse der Motivationsforschung praktisch nutzen“ von Jens-Uwe Martens und Julius Kuhl – Stuttgart: Kohlhammer, 4. Auflage 2011 – 190 S. – ISBN: 978-3-17-021686-0 – 24,90 €

    „Die Kunst der Selbstmotivierung“ kommt optisch erst einmal als typisch wissenschaftliches Fachbuch daher. Und das stimmt auch: Im Buch findet man umfassende wissenschaftliche Hintergrundinformationen zum Thema Selbstmotivation. Zugleich ist es aber auch ein praktischer Ratgeber mit vielen Anregungen und Tipps, wie man sich selbst besser motivieren und seine Ziele leichter erreichen kann.

    Die Autoren Julius Kuhl, Professor für Psychologie, und Jens-Uwe Martens, Coach und Berater, erklären die wissenschaftlichen Hintergründe zur Selbstmotivierung aus der Sicht der so genannte PSI-Theorie. Dabei verwenden sie sehr lebensnahe Beispiele, so dass man das Wissenschaftlich-Theoretische ganz konkret in seinem persönlichen Alltag wieder finden kann.

    Nach der PSI-Theorie gibt es vier verschiedene Denkweisen, die für die Selbstmotivierung und das Erreichen von Zielen wichtig sind:

    • Manchmal ist es wichtig, kompliziertere Abläufe zu planen.
    • Manchmal ist es sinnvoll, wenn wir einfach intuitiv handeln, ohne viel nachzudenken.
    • Manchmal brauchen wir einen guten Überblick. Und:
    • Manchmal ist es wichtig, dass wir uns auf Details konzentrieren.

    All diese vier Arten zu denken und zu handeln braucht man, wenn man ein etwas komplizierteres Vorhaben in die Tat umsetzen möchte. Die spannende Frage ist aber: Wie funktioniert das? Wie schafft man es, zum jeweils richtigen Zeitpunkt die genau dann wichtige und notwendige Denk- und Handlungsweise zu benutzen? Diese Fragen beantworten die Autoren in diesem Buch auf sehr verständliche Art. Und bieten damit reichlich Anregungen, wie man den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Denk- und Handlungsweisen leichter hinbekommt. Eben so, dass man sich selbst besser motivieren kann. Und auch seine Ziele leichter erreicht.

    Dazu hier ein paar Punkte aus dem Inhaltsverzeichnis

    • Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen
    • Persönliche Ziele als Motivation
    • Die Bedeutung von Bildern für die Selbstmotivation
    • Wir brauchen „erlebte“ Erfolgserlebnisse
    • Wir müssen auch Misserfolgserlebnisse ganzheitlich verarbeiten
    • Wir müssen lernen, uns Erfolgserlebnisse selbst zu geben
    • Wir müssen lernen, durchzuhalten
    • Wir brauchen Kraft und Energie
    • Wir brauchen Vorbilder
    • Wir brauchen eine Umgebung, die uns fördert
    • Wir brauchen einen persönlichen Entschluss
    • Entwicklung persönlicher Intelligenz: Sieben Methoden zur Selbstaktivierung
    • Wir brauchen ein Programm, das zu uns passt

    Ich hatte beim Lesen der „Kunst der Selbstmotivierung“ einige Aha-Erlebnisse, die mich wirklich weitergebracht haben. Die Kombination aus wissenschaftlichem Fachbuch und praktischem Ratgeber finde ich sehr gelungen. Etwas schade finde ich, dass es kein richtiges Übungsprogramm gibt, mit dem man die Erkenntnisse Schritt für Schritt in seinen eigenen Alltag übertragen kann. Aber das Buch bietet ausreichend Anregungen, so dass man sich selbst ein Übungsprogramm zusammenstellen kann. Außerdem gibt es im Online-Shop des Kohlhammer-Verlags die Möglichkeit, über einen Zugangscode aus dem Buch wirklich hilfreiche Arbeitsblätter und Übungen herunterzuladen.

    „Die Kunst der Selbstmotivierung“ ist ein Buch für Menschen, die sich selbst besser verstehen möchten und Lust haben, sich tiefergehend mit ihrer eigenen Motivation zu beschäftigen. Aufgrund der so gewonnenen Erkenntnisse, der Anregungen im Buch und der kostenlosen Materialien im Online-Shop kann man lernen, sich selbst besser zu motivieren und seine Ziele leichter zu erreichen. Da das Buch kein vorgefertigtes Trainings-Programm enthält, muss (oder darf :-) ) der Leser sich sein ganz individuelles Übungsprogramm zusammenstellen. Eben eines, das genau zu ihm passt.

    .PS: Noch zur Info: PSI-Theorie hat nichts mit Parapsychologie, Telepathie usw. zu tun, sondern ist die Abkürzung für Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen. Und die Autoren erklären das so verständlich, dass man nach dem Lesen genau weiß, was mit diesem Wortungetüm gemeint ist :-)

    Bewertung: PunktPunktPunktPunkt-Punkt

    „Die Kunst der Selbstmotivierung” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16385-die-kunst-der-selbstmotivierung/feed/ 2
    Die Angst entdeckt zu werden: Bin ich ein Hochstapler? http://www.zeitzuleben.de/16319-bin-ich-ein-hochstapler/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bin-ich-ein-hochstapler http://www.zeitzuleben.de/16319-bin-ich-ein-hochstapler/#comments Wed, 26 Oct 2011 04:00:00 +0000 Gilbert Dietrich http://www.zeitzuleben.de/?p=16319

    Es fällt mir oft schwer, Erfolg anzunehmen. Ich denke immer, dass ich früher oder später sowieso als eine Art Hochstapler entlarvt werde. Während meines Studiums fing das an. Durch eine Professorin in Berlin bekam ich die Chance, in die USA zu gehen und dort an der Brown University zu unterrichten. Bis heute frage ich mich, [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Es fällt mir oft schwer, Erfolg anzunehmen. Ich denke immer, dass ich früher oder später sowieso als eine Art Hochstapler entlarvt werde. Während meines Studiums fing das an. Durch eine Professorin in Berlin bekam ich die Chance, in die USA zu gehen und dort an der Brown University zu unterrichten. Bis heute frage ich mich, wieso die Professorin gerade mich als einen ihrer Schützlinge auserwählte. Ich saß doch nur in der Vorlesung wie hunderte andere Studenten auch. Die Zweifel verfolgten mich bis in die USA, wo ich zwar mit großer Freude Deutsch unterrichtete, aber nie das Gefühl loswurde, dass ich irgendwie zu Unrecht an diese Stelle gelangt war. Ich hatte nicht einmal Didaktik gelernt, konnte also doch gar nicht unterrichten.

    Nach Abschluss des Studiums mit meinen – wieder mal Glück gehabt – ziemlich guten Noten bekam ich dann meinen ersten Job in einem großen internationalen Internet-Konzern. Mir war klar, dass ich den Job nie ohne mein Jahr an einer US-Elite-Uni bekommen hätte. Ich konnte doch nichts! Tatsächlich denke ich bis heute, dass dieser Meilenstein im Lebenslauf mehr als alle meine Fähigkeiten mein Glück bestimmte. Eins führte zum anderen und durch den großen Internet-Konzern in meinem Lebenslauf bekam ich später den nächsten guten Job, sogar mit einem ordentlichen Karrieresprung. Hatte ich mir diesen Karrieresprung verdient? Ganz und gar nicht, denn man traute mir ja nur mehr zu, weil ich vorher bei dieser populären Firma tätig war. Und da war immer diese Frage: Was, wenn irgendwann einmal jemand entdeckt, dass mein Leben auf glücklichen Zufällen gründet und ich eigentlich gar nichts wirklich kann?

    Solche Zweifel und Ängste offenbaren ein Problem mit dem Selbstvertrauen. Schuldgefühle können entstehen wegen der Diskrepanz zwischen dem angeblich trügerisch-positiven Bild, das andere von einem haben, und der angeblich wahren und hässlichen Wirklichkeit, die man nur selbst kennt. Nicht zuletzt entsteht auch Stress daraus, dass man das positive Image gerne aufrechterhalten möchte oder muss. Schnell kommt man in eine Art Teufelskreis. Man verlangt sich selbst immer mehr ab, um sich und anderen endlich doch sein Können zu beweisen. Aber auch wenn das klappt, scheint einem wieder das Glück geholfen zu haben oder auch die Unfähigkeit der anderen, die nicht erkannt haben, dass man sich selbst wieder einmal einen Erfolg erschlichen hat.

    Viele Menschen leiden unter solchen Zweifeln. Frauen scheinen davon mehr betroffen zu sein als Männer und introvertierte Personen eher als extravertierte. Manche Betroffene gibt sogar ihre Karriere auf, weil sie den Druck aus der vermeintlichen Diskrepanz zwischen Anforderung und Können nicht mehr aushält. Andere treiben es auf die Spitze, fordern ihr Schicksal heraus und suchen die Katastrophe, um endlich erlöst zu sein. Im schlimmsten Fall gehen die Zweifel mit Scham und letztlich Angstzuständen oder Depressionen einher. Bei solchen schweren Fällen spricht man vom Impostor-Syndrom, das so stark ausgeprägt sein kann, dass man sich tatsächlich professionelle Hilfe suchen sollte.

    Ich würde sagen, bei mir ist dieses Phänomen mild ausgeprägt. Es ist eher eine stetige Verwunderung als eine panische Angst oder lähmende Zweifel. Diese Verwunderung schlägt auch manchmal in Dank um: Dank dafür, dass ich dieses Glück hatte und ab dann meine Fähigkeiten zeigen durfte. Mir ist auch klar, dass viele andere, die noch viel mehr können als ich, dieses Glück nicht hatten. Das heißt aber nicht, dass es mir nicht zusteht. Vielmehr verpflichtet es mich, mit meinem Glück sorgsam umzugehen und das Beste für mich und andere daraus zu machen.

    Wie geht man nun um mit dieser Angst, entdeckt zu werden? Wie kommt man aus den Selbstzweifeln wieder heraus und akzeptiert die Herausforderungen und Erwartungen, die andere nun einmal an uns haben?

    • Scheitern gehört dazu und ist kein Makel
      Halten Sie sich vor Augen, dass es kein Zeichen von Hochstapelei ist, wenn doch mal etwas schiefgeht. Fehler und Rückschläge gehören zum Erfolg. Ohne sie lernen wir nicht.
    • Realistisch sein
      Oft kommen die Zweifel daher, dass wir unseren eigenen Ansprüchen nicht immer genügen. Es ist ganz natürlich, dass wir nicht immer Höchstleistungen bringen können. Genießen Sie die Momente, wenn Sie Bewundernswertes geleistet haben, und loben Sie sich dafür.
    • Dankbarkeit
      Wir sollten akzeptieren, dass nicht nur eigene Fähigkeiten, sondern auch eine Portion Glück, die richtigen Kontakte und Zufälle zum Leben gehören. Glück, Fähigkeiten und harte Arbeit zusammen führen zum Erfolg. Seien Sie einfach dankbar für die Anteile am Erfolg, für die Sie selber nichts können. Freuen Sie sich über Ihr Glück.
    • Fakten
      Führen Sie sich Ihre wirklichen Erfolge vor Augen. Dagegen kann man nichts sagen, das haben Sie wirklich erreicht. Nur durch Glück allein hätten Sie es nicht geschafft. Wenn Sie damit Schwierigkeiten haben, dann stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihrem Chef sagen, dass Sie z. B. die Beförderung nur bekamen, weil Sie ihn ausgetrickst hätten. Was würde Ihr Chef jetzt sagen? Vermutlich würde er mit einer Reihe ganz handfester Gründe kommen, die in Ihren Fähigkeiten begründet liegen. Sprechen Sie diese Fakten laut aus und nehmen Sie sie an.
    • Transparenz
      Seien Sie offen und ehrlich zu Ihren Kollegen, Chefs oder Partnern. Sagen Sie – ohne sich zu demontieren – geradeheraus, wenn Sie etwas vielleicht nicht können, aber sich gerne damit beschäftigen würden. Somit entgehen Sie den Schuldgefühlen und Ängsten, dass Ihre „Unfähigkeit“ entdeckt wird. Zusätzlich bekommen Sie sogar noch Pluspunkte auf dem Vertrauenskonto, weil Sie selbstbewusst und realistisch Ihre Fähigkeiten und deren selbstverständliche Grenzen kommunizieren.
    • Authentizität
      Wenn Sie wirklich manchmal dazu neigen, andere zu blenden, um gelobt oder bevorteilt zu werden, dann machen Sie sich diese Momente bewusst und seien Sie beim nächsten Mal ganz Sie selbst, ohne jedes Blendwerk. Sie werden sehen, dass Sie trotzdem gut ankommen und Ihre wirklichen Qualitäten gesehen werden.
    • Club of Impostors
      Finden Sie andere erfolgreiche Kollegen, bei denen Sie eine Prise Bescheidenheit vermuten. Fragen Sie, ob diese Menschen nicht manchmal dieselben Ängste haben. Sie werden überrascht sein, wie verbreitet solche Zweifel sind. Willkommen im Club: Sie sind nicht allein!

    In unserer Arbeitswelt, die oft auf Wettbewerb und Hierarchien gründet, ist es auch kein Wunder, dass wir uns manchmal wie Hochstapler vorkommen. Manche der Dinge, die wir tun oder zu verantworten haben, können uns schon einschüchtern. Nicht jedem fällt es leicht, sich dem gewachsen zu fühlen und das in sie oder ihn gesetzte Vertrauen überhaupt zu verstehen. Seien Sie nett zu sich selbst und rücken Sie das alles in eine menschliche Perspektive: Andere könnten es auch nicht besser und wenigstens besitzen Sie die Tugend der Bescheidenheit und überschätzen sich nicht unmäßig. Das ist schon mal ganz sympathisch und schützt Sie vor den wirklichen Katastrophen.

    von Gilbert Dietrich

    Gilbert DietrichGilbert Dietrich ist ausgebildeter Coach und arbeitet als Personal-Manager im Internet-Business. Seine Leidenschaften sind das Schreiben, der Sport und all die schönen Dinge eines intensiven Lebens.

    Auf seinem Blog Geist und Gegenwart geht er der Suche nach dem Lebensglück aus der Perspektive von Coaching, philosophischer Praxis und Psychologie nach. Dort kann man auch mehr zum Impostor-Syndrom lesen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16319-bin-ich-ein-hochstapler/feed/ 11
    Wenn der Weg steiniger wird … http://www.zeitzuleben.de/16063-wenn-der-weg-steiniger-wird/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wenn-der-weg-steiniger-wird http://www.zeitzuleben.de/16063-wenn-der-weg-steiniger-wird/#comments Tue, 25 Oct 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16063

    Denken nach rückwärts bringt niemanden vorwärts Winfried M. Bauer Vor einiger Zeit bin ich über dieses Zitat gestolpert. Und ich fand es einfach toll. Progressiv. Nach vorne schauen. Das Vergangene hinter sich lassen. Loslassen und das Beste aus seinem Leben machen – egal was war. Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, was ich zu diesem [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Denken nach rückwärts bringt niemanden vorwärts

    Winfried M. Bauer

    Vor einiger Zeit bin ich über dieses Zitat gestolpert. Und ich fand es einfach toll. Progressiv. Nach vorne schauen. Das Vergangene hinter sich lassen. Loslassen und das Beste aus seinem Leben machen – egal was war.

    Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, was ich zu diesem Zitat Schönes schreiben könnte. Aber je länger ich dieses Zitat in meinem Kopf bewegt habe, umso schwieriger wurde es. Und dann kamen die Fragen auf: Ist das so? Es ist doch nicht alles Vergangene, ob gut oder schlecht, wertlos für den Blick nach vorne. Es ist doch auch mitunter schlau, nach rückwärts zu schauen. Zum Beispiel, weil man Erfahrungen gemacht hat und Fehler begangen hat, aus denen man lernen will und die man so nicht noch einmal begehen möchte. Oder vielleicht auch, weil man gerade an einem Punkt ist, bei dem man nicht sagen kann, ob der Weg, den man einmal eingeschlagen hat, es wert ist, weitergegangen zu werden.

    Stellen wir uns einmal vor, ich habe vor Jahren einen Weg eingeschlagen, der wunderschön war. Mit sattgrünen Wiesen am Wegesrand, tollen Blumen gesäumt, einem traumhaften Ausblick nach vorne. Und jetzt – im Hier und Jetzt – ist der Weg holpriger. Es liegen Steine im Weg und die schönen grünen Wiesen sind nicht mehr so schön, wie sie einmal waren. Und die wunderschönen bunten Blumen sieht man nur noch ab und zu. Oder auch mal gar nicht. Und der Blick nach vorne ist gerade nicht offensichtlich rosig, aber ich könnte mir vorstellen, dass es hinter dem nächsten Berg vielleicht schon wieder etwas besser aussieht …

    Vielleicht ist das ja gerade vorübergehend? Vielleicht ist das nur dem gerade fehlenden Sonnenschein geschuldet, vielleicht liegt es an dem kühlen Wind, der in letzter Zeit immer mal wieder über das Land gezogen ist? Das könnte sich doch aber auch bald wieder ändern?

    Und was macht man dann? Sollte man sich dann von den Erinnerungen an den bisherigen Weg verabschieden? Und einfach die Hoffnung aufgeben, dass der Weg wieder schöner wird? Die nächste Weggabelung nehmen und darauf hoffen, dass der neu eingeschlagene Weg wieder Richtung Sonne führt – wolkenfrei, mit bunten Blumen und sattgrünen Wiesen?

    Oder lohnt es sich, vielleicht einfach noch ein paar Steine auf dem Weg in Kauf zu nehmen? In der Hoffnung, dass es hinter dem nächsten Berg wieder schöner wird? Lohnt es sich vielleicht, die schönen Erinnerungen nicht loszulassen? Kann sich der eine Weg, der bis jetzt so schön war, denn wirklich so grundlegend und dauerhaft zum Negativen verändert haben?

    Eines wird mir aus diesem Bild klar: Stehenbleiben ist keine Option.

    Aber was ist denn nun richtig? Wie lange kann man denn noch hoffen, dass es wieder schöner wird, bis man sich wirklich von der Erinnerung verabschieden und die nächste Weggabelung nehmen sollte? Wie viele Steine lohnt es sich zu überwinden? Dass es nicht immer nur einfach ist, ist ja in Ordnung, aber wann ist die Grenze überschritten?

    Wenn man sein Leben lang nur zurückschaut und sich an den einen Weg klammert aus Hoffnung auf Besserung und aus Angst, einen neuen Weg einzuschlagen, dann ist das sicherlich verkehrt. Aber im Hier und Jetzt zu entscheiden, und nur wegen ein paar Schwierigkeiten die nächste Weggabelung zu nehmen, ist doch vielleicht auch nicht richtig? Und der Blick in die Zukunft zeigt einem ja auch nicht immer den naheliegendsten und einfachsten Weg an. Das ganz große Ziel – Glück, Zufriedenheit, Lebensfreude – und alles, was das beinhaltet, ist ganz klar im Fokus. Aber ab welchem Punkt ist denn eigentlich der Blick nach rückwärts wirklich kontraproduktiv?

    Wir alle kommen im Laufe unseres Lebens an Stellen, wo wir nicht mehr wissen, welchen Weg wir gehen sollen. Ob wir unseren bisherigen Weg besser weitergehen oder ob wir ihn besser verlassen sollten. Und das ist grundsätzlich eine der schwersten Entscheidungen, die wir als Mensch treffen müssen, ob im Beruf oder in einer Beziehung oder in sonstigen Situationen.

    Für dieses Problem gibt es wohl keine grundsätzliche Lösung. Jeder Mensch kann nur selbst entscheiden, wo seine ganz persönliche „Schmerzgrenze“ ist. Und entsprechend auch, wann das Denken nach rückwärts uns nicht mehr vorwärtsbringt.

    Vielleicht können Ihnen aber in einer solchen Situation die folgenden Fragen ein bisschen weiterhelfen …

    • Was hat sich geändert, so dass jetzt der Weg steiniger geworden ist und die schönen Blumen am Wegesrand ausbleiben?
    • Hab ich mich geändert? Hat sich das Umfeld geändert? Sind neue Faktoren dazugekommen?
    • Womit komme ich nicht mehr klar?
    • Wenn sich denn die Umstände oder ich oder die Menschen um mich herum geändert haben: Was müsste sich denn jetzt noch ändern, damit es wieder schön werden könnte?
    • Was sind das für Steine, die mir gerade im Weg liegen? Wie groß und unüberwindbar sind die Steine? Ist es vielleicht absehbar, dass sie mit der Zeit von alleine verschwinden?
    • Wie wahrscheinlich ist es, dass der Weg mit der Zeit von alleine wieder schöner wird?
    • Was von den Dingen, die sich verändert haben, liegt in meinem Einflussbereich und was nicht?
    • Was kann ich ganz persönlich dafür tun, dass der Weg wieder schöner wird? Wie kann ich selbst die Blumen zum Blühen und die Wiesen zum Ergrünen bringen? Kann ich selbst einige der Steine aus dem Weg schaffen? Wer könnte mir dabei helfen?
    • Welche verschiedenen Wege sehe ich vor mir?
    • Wie sicher ist es, dass der Weg, auf dem ich jetzt noch gehe, auch zu meinem großen Ziel führt?
    • Wie holprig müsste mein jetziger Weg noch werden, dass ich ihn ganz sicher und um jeden Preis verlassen werde?
    • Wie müsste ein neuer Weg aussehen, dass ich mir sicher genug bin, dass es sich lohnt, die Abzweigung zu nehmen?
    • Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn ich mich dafür entscheide, meinen jetzigen Weg zu verlassen? Und was wäre das Beste, was mir passieren könnte?

    Ich hoffe und wünsche Ihnen (und uns), dass diese Fragen dabei helfen können, die verschiedenen Wege etwas genauer zu beleuchten. Damit wir dann alle wohlbehalten und zufrieden bei unserem Ziel ankommen…

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16063-wenn-der-weg-steiniger-wird/feed/ 46
    Botschaften http://www.zeitzuleben.de/16310-botschaften/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=botschaften http://www.zeitzuleben.de/16310-botschaften/#comments Mon, 24 Oct 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16310 Ein umfangreiches und solides Grundlagenwerk zum Thema Kommunikation

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Botschaften. Optimale Kommunikation in allen Lebenslagen“ von Matthew McKay, Martha Davis und Patrick Fanning – München: Goldmann Arkana Verlag, 2011 – 543 S. – ISBN-13: 978-3-442-21910-0 – 12,99 €

    „Optimale Kommunikation in allen Lebenslagen“ lautet der Untertitel des Buches, das ich heute besprechen möchte. Und genau dieser Untertitel war es auch, der mich dazu bewegt hat, das Buch zu bestellen. Was ist optimale Kommunikation? Wie kann ich die Sprache und unsere Kommunikationsmittel so einsetzen, dass ich mich in allen Lebenslagen richtig ausdrücken und meinen Standpunkt vertreten kann?

    Das Buch „Botschaften“ beantwortet diese und viele weitere Fragen zur menschlichen Kommunikation in gut nachvollziehbarer Art und Weise. Die amerikanischen Autoren Matthew McKay, Martha Davids und Patrick Fanning haben mit „Botschaften“ ein umfangreiches und solides Grundlagenwerk geschaffen.

    Aus dem Inhaltsverzeichnis:

    • Grundfähigkeiten
      z. B. Richtig zuhören, sich öffnen, sich verständlich machen
    • Fortgeschrittene Fähigkeiten
      z. B. Körpersprache, Parasprache und Metabotschaften, Transaktionsanalyse
    • Konfliktfähigkeit
      z. B. Selbstbehauptungstraining, Fair streiten, Anerkennungsstrategien
    • Soziale Fähigkeiten
      z. B. Vorschnelles Beurteilen, Kontaktaufnahme, Andere beeinflussen
    • Kommunikation im Privatleben
      z. B. Kommunikation in der Partnerschaft, Kommunikation mit Kindern, Familienkommunikation
    • Kommunikation in der Öffentlichkeit
      z. B. Wie man eine Rede hält, Bewerbungsgespräche, Befragungen, Interviews

    Wie man es von einem Buch zum Thema Kommunikation auch erwarten darf, ist der Schreibstil der Autoren sehr klar und flüssig. Sie werfen nicht mit Fremdworten um sich, sondern erläutern jeden Begriff und Sachverhalt so, dass man es gut verstehen kann. Viele Beispiele helfen, die Unterschiede zwischen gelungener und misslungener Kommunikation in den einzelnen Bereichen zu verstehen.

    Da gute Kommunikation vor allem eine Trainingssache ist, enthält das Buch auch zahlreiche Übungen. Im Kapitel zur Transaktionsanalyse finden Sie z. B. Übungen, die Sie direkt im Buch bearbeiten können. Oder im Kapitel zur Körpersprache geben die Autoren Anregungen, wie man gezielt die Körpersprache von anderen Menschen im Alltag beobachten und auf diese Weise deuten lernen kann.

    Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist wie gesagt als ein Grundlagenwerk zu verstehen, das nach dem Lesen nicht einfach in einer Kiste verschwinden sollte, sondern immer mal wieder zum Nachschlagen hervorgeholt werden kann.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunkt-Punkt

    „Botschaften” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16310-botschaften/feed/ 0
    Poka Yoke – die Kunst, unnötige Fehler zu vermeiden http://www.zeitzuleben.de/16155-poka-yoke-fehler-vermeiden/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=poka-yoke-fehler-vermeiden http://www.zeitzuleben.de/16155-poka-yoke-fehler-vermeiden/#comments Wed, 19 Oct 2011 04:00:00 +0000 Stefan Pinter http://www.zeitzuleben.de/?p=16155

    Vor einigen Wochen besuchte ich in der russischen Provinz einen deutschen VW-Zulieferer. Beim Werksrundgang beeindruckten mich kleine Apparaturen mit Lichtschranken, die signalisierten, wenn falsche Schrauben oder Muttern eingesetzt worden waren. Der uns betreuende Ingenieur nannte diese Vorrichtungen Poka Yoke. Auf meine Nachfrage erklärte er, Poka Yoke (zu Deutsch: dumme Fehler vermeiden) komme aus dem Qualitätsmanagement [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Vor einigen Wochen besuchte ich in der russischen Provinz einen deutschen VW-Zulieferer. Beim Werksrundgang beeindruckten mich kleine Apparaturen mit Lichtschranken, die signalisierten, wenn falsche Schrauben oder Muttern eingesetzt worden waren. Der uns betreuende Ingenieur nannte diese Vorrichtungen Poka Yoke. Auf meine Nachfrage erklärte er, Poka Yoke (zu Deutsch: dumme Fehler vermeiden) komme aus dem Qualitätsmanagement der japanischen Automobilindustrie und sei ein Grund für die hohe Qualität und den Markterfolg japanischer Autos. Der begeisterte Techniker nannte uns sogleich eine Reihe von segensreichen Poka Yokes aus dem täglichen Leben, wie beispielsweise SIM-Karten, deren Form es unmöglich mache, sie falsch einzusetzen.

    Mir kam der Gedanke, dass unnötige Fehler ja nicht nur in technischen Systemen auftreten. Menschen produzieren am laufenden Band Fehler und könnten Poka Yokes gut gebrauchen. Sofort meldete sich mein innerer Kritiker und erinnerte mich, dass wir aus Fehlern ja hervorragend lernen können und dass es – weil Fehler unvermeidlich sind – vor allem darauf ankomme, sie als Teil des Lebens zu akzeptieren. Da hat er natürlich recht. Aber wäre es nicht toll, wenn wir die Zahl unserer dummen Fehler spürbar reduzieren und dadurch die Kraft und Energie sparen, die wir aufbringen müssen, um die Scherben danach wieder aufzukehren?!

    Also habe ich mir die Frage gestellt, welche Poka Yokes ich einsetze, um unnötige Fehler zu vermeiden.

    Meine Poka Yokes gleichen nicht denen, die in technischen Systemen installiert werden. Denn meine Fehler sind komplexer als eine zu kurze oder nicht fest angezogene Schraube. Sie resultieren aus Handlungen, an denen eine Fülle äußerer Reize und innerer Verarbeitungsprozesse beteiligt sind. Meine Fehler resultieren aus einer psychischen und mentalen Grundausstattung, die unter Druck und in unübersichtlichen Situationen ihre Grenzen hat. Dann verliere ich den Überblick, dann orientiere ich mich nicht mehr an dem, was wichtig ist, dann handle ich vorschnell und unüberlegt. Was ich brauche, sind Poka Yokes, die mir in solchen Situationen beistehen: Gewohnheiten, Symbole etc., die wie Lichtschranken funktionieren. Die keinen Aufwand erfordern und mir zuverlässig zur Verfügung stehen. Und die mir signalisieren, dass ich jetzt gerade im Begriff bin, einen unnötigen Fehler zu begehen.

    Beim Nachdenken habe ich in meinem Handeln die folgenden Poka Yokes entdeckt. Ich habe dabei festgestellt, dass Poka Yokes nicht schwierig sind. Schwer ist jedoch, sie einzuüben:

    Einstimmen/Vorab-Kontrolle

    Piloten führen vor jedem Flug einen Instrumenten-Check durch. Bobfahrer proben vor ihrem geistigen Auge die Kurvenfahrt. Hochspringer machen es ebenso. In den meisten Fällen haben wir genug Zeit, um uns auf eine Handlung vorzubereiten. Also sollten wir es auch tun. Besonders effektiv ist Vorab-Kontrolle, wenn sie als konkreter „Wenn-dann-Plan“ formuliert wird, weil sich so das gewünschte Verhalten schneller automatisiert: Wenn ich eine Veranstaltung organisiere, dann verwende ich stets eine Checkliste. Am Tag der Veranstaltung komme ich extra früh, um mir den Raum noch einmal anzuschauen. Wenn ich einen Vortrag halte, dann probe ich den Auftakt. Ich frage mich, welchen Eindruck ich den Zuhörern vermitteln will und übe dies auch. Und wenn ich ein Projekt beginne, dann verschaffe ich mir immer zuerst einen Überblick, bevor ich die Details plane. Ich stelle mir die Ergebnisse vor und die Meilensteine auf dem Weg dahin. Vorab-Kontrolle kann beides sein: der Blick auf die Details und der Überblick über das große Ganze. Entscheidend ist: Was wir schon einmal angeschaut, erfühlt und gespürt haben, unterliegt später eher unserer Kontrolle.

    Warten/Innehalten

    Noch so gute Vorbereitung kann nicht verhindern, dass das Leben unsere Pläne stört: Der Hauptredner sagt am Veranstaltungstag wegen Krankheit ab, ein Gesprächspartner fühlt sich von einer unbedachten Bemerkung persönlich angegriffen, der Projektetat wird plötzlich gekappt und das Zeitlimit verkürzt, …

    Diese Situationen erzeugen Stress und Menschen reagieren aufgrund ihres in der Evolution entstandenen Verhaltensrepertoires gern sofort. Je nach Persönlichkeit mit Flucht, Angststarre oder Angriff. Auch hier gilt: In den meisten Drucksituationen bleibt immer noch Zeit, sich eine Reaktion zu überlegen. Die Wahrscheinlichkeit unnötiger Fehler verringert sich, wenn wir zwischen mehreren Handlungsoptionen auswählen können. Der entscheidende Moment ist ein inneres STOPP, das uns vor einer spontanen Reaktion bewahrt. Innehalten und warten sind die Poka Yokes in Drucksituationen. Nur wenn wir nicht sofort handeln, geben wir Alternativen einen Raum. Dann fällt uns vielleicht ein, wer den Hauptredner ersetzen könnte. Dann parieren wir den verbalen Angriff nicht mit einer giftigen Retourkutsche. Dann nehmen wir das Projektdesign wieder in den Blick und passen es den veränderten Bedingungen an.

    Unterstützung von außen

    Ein wirksames Mittel gegen unnötige Fehler ist die Unterstützung anderer Menschen. Ein Beispiel: Ich surfe gern im Internet. Leider zu gern und verbringe allzu oft ernüchternd unproduktive Zeit vor dem Rechner. Vereinbarungen mit mir selbst, Auszeiten vom Medienkonsum zu nehmen, haben nichts gefruchtet. Also habe ich meiner Frau von meinem Vorsatz erzählt und sie um Unterstützung gebeten. Von da an konnte ich sicher sein, dass sie ebenfalls darauf achtet, dass ich die selbst gewählten Auszeiten auch einhalte. Unterstützung von außen ist effektiv, setzt aber Vertrauen voraus. Wer an Vertrauen denkt, erinnert sich sicher auch an Situationen, in denen dieses missbraucht und enttäuscht wurde. Wie können wir unter diesen Umständen von einem Poka Yoke sprechen? Wenn wir eine konkrete Bitte äußern, erhalten wir sehr schnell eine Rückmeldung, ob andere uns unterstützen. Wir können also lernen, die richtigen Personen anzusprechen. Eine weitere Erfahrung: Vertrauen ist wirkungsvoller als Misstrauen. Im Beispiel wurde mein Vertrauen nicht enttäuscht, weil ich meinerseits einen Vertrauensvorschuss leistete und meine Schwäche im Umgang mit dem Internet eingestand. Von den Menschen, die uns vertrauenswürdig erscheinen, werden wir selten enttäuscht, wenn wir ihnen gegenüber transparent und ehrlich sind und ihnen signalisieren: Ich vertraue dir.

    Ordnung/das sichere System

    Mein letztes Poka Yoke betrifft meine ganz persönliche Arbeitsorganisation. Ich bin täglich mit einer Fülle von Aufgaben und Terminen konfrontiert und muss parallel an mehreren Projekten arbeiten. Vieles ist wichtig und vieles ist dringend. Da kann es schnell geschehen, dass eine Aufgabe oder ein Termin vergessen wird. Mein Poka Yoke gegen das Überangebot an Informationen ist Ordnung. Ich habe für jede Aufgabe und jedes Projekt eine Outlook-Liste, die ich täglich aktualisiere. Ich weiß, dass sich alles, woran ich denken muss, in diesem sicheren System befindet. Außerdem nutze ich ein Ablagesystem, das im Kern aus einem Ein- und Ausgabefach, einem Themen- und einem Terminordner besteht. Wenn ich mein Tagespensum beendet habe, sieht mein Arbeitsplatz so aufgeräumt aus wie am Morgen. Alles ist an seinem Platz und alle Informationen sind abgespeichert. Äußere und innere Ordnung korrespondieren miteinander und ich mache mir keine Sorgen, dass ich etwas vergessen haben könnte.

    Diese vier Poka Yokes in meinem Leben scheinen ganz selbstverständlich zu sein. Und doch habe ich lange mit ihnen geübt, um sie so einzusetzen, dass sie mir tatsächlich Tag für Tag unnötige Fehler ersparen. Wenn ich mir nur für einen Moment vorstelle, ich müsste ohne meine Poka Yokes auskommen, dann graut es mir – und unweigerlich beginnt mein inneres STOPP zu blinken …

    Vielleicht nehmen Sie meine Erfahrungen als eine Anregung, sich auch einmal über Ihre ganz persönlichen Poka Yokes Gedanken zu machen. Worauf können Sie jederzeit und unter allen Umständen bauen? Was hilft Ihnen dabei, unnötige Fehler zu vermeiden?

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16155-poka-yoke-fehler-vermeiden/feed/ 9
    29 Geschenke (Cami Walker) http://www.zeitzuleben.de/16174-29-geschenke-cami-walker/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=29-geschenke-cami-walker http://www.zeitzuleben.de/16174-29-geschenke-cami-walker/#comments Mon, 17 Oct 2011 04:00:00 +0000 Ralf J. von Einem http://www.zeitzuleben.de/?p=16174 Ein bunter, lesenswerter Reigen über das Schenken und die Windungen, die uns das Leben bereiten kann.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „29 Geschenke – Wie ein Monat des Gebens das Leben heilen kann“ von Cami Walker – München: Integral Verlag, 2010 – 272 S. – ISBN-13: 978-3-778-79220-9 – 17,99 €

    „29 Geschenke“ ist eine Geschichte über Cami Walker, die scheitert und nahezu an der Krankheit multiple Sklerose zerbricht und die doch Ihren Weg zurück in ein den Umständen entsprechendes, lebenswertes Leben findet.

    Die romanhafte und sehr persönliche Geschichte erzählt von (zuweilen intimen) Stationen und Situationen aus dem Leben von Cami Walker und reflektiert intensiv eine Lebensphase, die von der Krankheit dominiert wird. Der Leser erfährt von einem typisch amerikanischen Lebens- und Leidensweg, gespickt von Selbsthilfegruppen, Klinikaufenthalten und im Prinzip nahezu jeder möglichen Form körperlicher und mentaler Gesundung. Das Therapiegruppen-Hopping ist hierzulande noch seltener und damit etwas befremdlich, in der Erzählung von Cami Walker aber stets unaufdringlich, glaubwürdig und selbstverständlich.

    Auf dieser Suche nach Heilung findet Cami Walker dann einen unerwarteten Schlüssel zum Weg aus der Verzweiflung, die sie zwischen Schulmedizin und Entgiftungstherapie(n) übermannte: 29 Geschenke zu machen ist der Weg, den ihr ihre beste Freundin Mbali rät.

    Den Lebensmut zurückzugewinnen und eine Reise zu beginnen, auf der die Autorin in ihrer Romanwelt viele andere Menschen und auch den Leser mitnimmt, wird das Thema des Buches: Schenken und beschenkt werden, Platz machen in der eigenen Gefühlswelt, dafür Neues annehmen können.

    Darum ranken sich die Anforderungen, die Cami an sich selbst richtet: Nicht aufzugeben, etwas zu tun, stolz zu sein, auch auf kleine Leistungen und Taten, Wünsche zuzulassen, anderen und sich zu verzeihen, bewusst zu geben und bewusst anzunehmen. Das ist ihr Schlüssel zum Selbstwert und zu der heilenden Erkenntnis, ein Teil von etwas Größerem zu sein und sein zu dürfen.

    Im letzten Teil des Buches verlässt Cami Walker die eigene Geschichte und präsentiert dem Leser die Weisheit der Südafrikanerin Mbali noch einmal geballt. Zudem einige kurze Anekdoten und Berichte anderer Menschen, die erfolgreich ihre eigene Erfahrungen mit Niederlagen, Scheitern und der Rückkehr in ein erfülltes Leben mit sich und anderen gefunden haben. Die Beispiele sind, wie die Geschichte der Autorin dieses Buches, ein bunter, lesenswerter Reigen über das Schenken und die Windungen, die uns das Leben bereiten kann.

    Die Botschaft ist deutlich und wird noch eindeutiger gezeichnet: Mbali sagt: „Heilung geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern durch unseren Austausch mit anderen.“ Und deshalb gibt es natürlich auch eine Webseite für die Transformationskraft, die Schenken bietet: www.29gifts.org schafft einen Ort für den Leser, Anregungen und Instrumente selber zu erfahren. Spätestens jetzt sind wir im Amerika 2.0 angekommen. Der Eindruck der Webseite ist Geschäftstüchtigkeit, Öffentlichkeit und Mission. Sicher nicht jedermanns Geschmack. Mir gefällt dennoch daran, dass der Kern der Botschaft haften bleibt. Die Botschaft an sich ist ein guter Grund, sich der kurzweiligen und vielseitigen Lektüre von „29 Geschenke“, z. B. an einem regenreichen Wochenende, zu stellen.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „29 Geschenke” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16174-29-geschenke-cami-walker/feed/ 0
    Ausmisten als aktive Persönlichkeitsentwicklung http://www.zeitzuleben.de/15870-ausmisten-als-aktive-personlichkeitsentwicklung/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ausmisten-als-aktive-personlichkeitsentwicklung http://www.zeitzuleben.de/15870-ausmisten-als-aktive-personlichkeitsentwicklung/#comments Wed, 12 Oct 2011 04:00:00 +0000 Birgit Medele http://www.zeitzuleben.de/?p=15870

    Geht Ihnen das auch so? Schränke voller Sachen, Schreibtisch voller Papier, Kopf voller Unerledigtem … Aber keine Sorge, Sie sind nicht allein: Im Durchschnitt besitzt jede(r) von uns ca. 10.000 Dinge – die meisten davon benutzen wir nie. Dieser Kram beschwert uns, im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei ist es ungemein befreiend, Stapel loszuwerden. Entrümpeln [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Geht Ihnen das auch so? Schränke voller Sachen, Schreibtisch voller Papier, Kopf voller Unerledigtem …

    Aber keine Sorge, Sie sind nicht allein: Im Durchschnitt besitzt jede(r) von uns ca. 10.000 Dinge – die meisten davon benutzen wir nie. Dieser Kram beschwert uns, im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei ist es ungemein befreiend, Stapel loszuwerden. Entrümpeln kann sogar helfen, unsere Träume in Erfüllung gehen zu lassen! Denn wo soll das Neue einen Platz in unserem Leben finden, wenn alles voll ist mit Altem?

    Falls Sie also ein „Ich müsste mal wieder den Keller/Speicher/Schrank … durchsortieren“-Projekt schon einige Zeit vor sich herschieben, weil Sie das als eine lästige Arbeit empfinden, kommt hier eine neue Perspektive: Dinge auszusortieren ist ein lebensveränderndes Werkzeug der persönlichen Entwicklung …

    Wer außen Ordnung schafft, schafft auch im Inneren Ordnung

    Wenn wir etwas in unserem Haushalt aufgeräumt haben, dann entsteht ein Vakuum, das wir mit Neuem füllen können. Genauso verhält es sich im Leben: Erst, wenn wir hier die Dinge aussortiert haben, die wir nicht mehr brauchen, haben wir Platz für Neues: Die Dinge, die wir wirklich brauchen. Deshalb ist im Leben genau wie im Aussortieren eine wichtige Zutat die Zielfokussierung: Wenn wir uns im Klaren darüber sind, was wir in unser Leben einladen wollen (das kann eine neue Freundschaft sein, eine berufliche Weiterentwicklung, mehr Zeit zum Lesen …), füllen wir das entstandene Vakuum nicht wieder mit mehr Papier oder mehr vom Alten, sondern mit erwünschtem Neuen. Probieren Sie’s aus: Räumen Sie mit einer klaren Vorstellung im Kopf eine Schublade aus – und staunen Sie dann einige Zeit später, was sich auch in Ihrem Leben verändert.

    Denn beim Durchsehen einer Kiste üben wir den Umgang mit großen Themen, mit tiefgreifenden psychologischen und philosophischen Konzepten: Loslassen, Entscheidungen treffen, Veränderung bewusst und konstruktiv leben, Prioritäten setzen.

    Wir machen in selbstgewähltem Tempo zaghafte erste Schritte hin zum Abschiednehmen – eine Lebenskunst, die früher oder später von uns eingefordert werden wird. Indem wir lernen, zu einer alten Tasse oder einem vergilbten Foto auf Nimmerwiedersehen zu sagen, gewöhnen wir uns an das Gefühl, das uns bei jeder Veränderung begleitet: die Trauer. Beim Abtragen von Papierstapeln arbeiten wir uns Zettel für Zettel durch zu mehr Durchblick, weg vom oberflächlichen „Wo soll ich das aufheben?“ hin zu einem tiefergehenden „Warum hebe ich das noch auf?“.

    Und anhand dieser konstanten Minischritte trainieren wir eine der essentiellsten Fähigkeiten: die Kunst, Entscheidungen zu treffen. Und bemerken dann, dass wir ihnen nicht mehr länger aus dem Weg gehen. Dass uns die Monate nicht mehr durch die Finger rinnen, dass Klarheit einzieht, wo vorher die Stapel gewohnt haben.

    Ein Beispiel:

    Christiane ist 34, hat einen 8-jährigen Sohn und ist seit 6 Monaten alleinerziehend. Als ihr Mann sich vor einem halben Jahr von ihr getrennt hat, ist für sie eine Welt zusammengebrochen. Lange fiel es ihr schwer, loszulassen, und sich wieder für das Gute in Ihrem Leben zu öffnen. In jedem Raum befanden sich Erinnerungen an ihn, die in ihr einerseits Schmerz hervorriefen und andererseits wohlige Erinnerungen. Dass es so nicht weitergehen kann, war ihr durchaus bewusst. Und sie wünschte sich, Ihre Gefühle loslassen zu können. Aber wie?

    So fing sie dann vor 2 Monaten an, in kleinen Schritten erst einmal die Dinge loszulassen, die sie materiell mit Walter verbindet. All die vielen Erinnerungen, die noch von ihrem gemeinsamen Leben zeugen.

    Eine große Aufräumaktion beginnt, im außen und im Inneren. Mit jedem Foto, das von der Wand verschwindet, mit jeder kleinen Umstrukturierung, trennt sie sich ein kleines Stück mehr von Walter. Sie lernt loszulassen und nimmt Abschied. Und nicht nur Ihre Wohnung ist es jetzt aufgeräumter, auch sie selbst ist es.

    Ja, werden Sie sich jetzt sagen, wenn das Loslassen von altem Kram so vielversprechend ist, warum lagern dann bei mir weiterhin so viele Dinge, aus denen ich schon lange „herausgewachsen“ bin?

    Kram kann eine Schutzmauer sein, die sich wie eine extra Schicht zwischen uns und den großen Fragen auftürmt und uns eine Auseinandersetzung mit all dem erspart, was sich nicht einfach wegsortieren lässt. Wenn wir ständig damit beschäftigt sind, unser Zeugs vom Keller in den Speicher und zurück zu räumen, kruschteln wir uns in einem gemütlichen Tempo durch die Tage (Wochen, Jahre …) und beschränken uns auf die relativ einfachen Fragen wo und wie (… kann ich meine Zeitschriften/Lose-Blatt-Sammlungen/Schuhe/Ordner am besten verstauen?).
    So haben wir auch keine Zeit, uns mal hinzusetzen und einer Leere ins Gesicht zu starren, mit ihren unangenehmen Fragen. „Wie kann ich mein volles Potential leben? Was sind meine großen Träume? Was möchte ich in meinem Leben wirklich erreichen?“

    Aussortieren bringt uns zurück auf den Weg, der zu einem Ziel führt. Wo uns die Wochen nicht mehr durch die Finger rutschen.

    Kleine Schritte statt Großprojekte

    Das Wichtigste ist, sich den Spaß nicht durch unrealistisch groß angelegte Projekte zu verbauen. Wenn wir zu viel auf einmal anpacken, überwältigen uns die Emotionen und die Energie reicht nur noch dazu aus, alles schnell wieder zurückzustopfen. Weil wir es nie „nur“ mit Dingen zu tun haben, sondern an jedem Stück so viele Pläne, Erinnerungen oder Hoffnungen hängen. Jeder Gegenstand erzählt eine Geschichte, ein Stück unserer Geschichte. Also nie mehr frustriert eine Riesenaktion abbrechen, stattdessen ganz klein anfangen, dann macht es auch Freude. Das Projekt in überschaubare Einzelschritte unterteilen und so erst möglich machen: nicht das ganze Regal, sondern nur ein Fach in Angriff nehmen; 20 Bücher durchsehen, einen einzigen Aktenordner, einen Karton.

    Vom Wollen zum Machen

    Wie aufräumen geht, wissen Sie selbst. Alles, was Sie dazu brauchen, sind 10 Minuten und ausreichend Motivation, um die Hürde „Anfangen“ zu nehmen. Machen Sie sich nichts vor mit vagen Versprechungen wie „Wenn ich mal Zeit habe/wenn die Kinder im Bett sind/am Wochenende räume ich den Schreibtisch auf“. Stattdessen machen Sie einen Termin mit sich selbst aus. Das vage „Irgendwann mal“ wird durch den Eintrag einer 20-minütigen Aufräum-Session im Kalender beendet. Jetzt gleich. Am Montag um 19:30 Uhr haben Sie Zeit, 20 Minuten sind machbar und der Erfolg (erster Ordner geschafft!) gibt Ihnen den Energieschub fürs nächste Projekt.

    Gönnen Sie sich die 10 Minuten, die es dauert, eine Schublade aus- und dann wieder sinnvoll einzuräumen. Sehr zu empfehlende Nebenwirkungen sind das Gefühl, den Überblick zurückzugewinnen. Im Haushalt, aber auch in Ihrem Leben. Denn ganz automatisch tauchen die ganz großen Fragen auf: Wo will ich hin in den nächsten Jahren? Was ist der erste kleine Schritt, jetzt gleich?

    Ausmisten wird verkannt – in Wirklichkeit ist das Aufräumen ein Wohlfühlgeheimtipp! Die glamouröseste, glückbringendste Beschäftigung – Sie werfen Ballast ab und gewinnen dadurch an Energie und Lebensfreude.

    Probieren Sie’s aus, am besten jetzt gleich! – Die erste Schublade freut sich darauf, mit Ihnen den ersten Schritt in eine neue Leichtigkeit des Seins zu wagen.

    Happy clearing!

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15870-ausmisten-als-aktive-personlichkeitsentwicklung/feed/ 15
    Den inneren Kritiker zähmen: eine einfache Methode http://www.zeitzuleben.de/16144-den-inneren-kritiker-zahmen-eine-einfache-methode/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=den-inneren-kritiker-zahmen-eine-einfache-methode http://www.zeitzuleben.de/16144-den-inneren-kritiker-zahmen-eine-einfache-methode/#comments Tue, 11 Oct 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16144

    Wenn wir in einer kniffeligen Situation stecken, dann kann uns ein guter Freund, ein Mentor, Coach oder manchmal sogar ein Fremder mit den richtigen Worten aus dem Sumpf unserer destruktiven Gedanken ziehen. Nur leider haben wir nicht immer einen guten Freund oder einen Coach in Reichweite, wenn wir ihn brauchen. Das ist auch gar nicht [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wenn wir in einer kniffeligen Situation stecken, dann kann uns ein guter Freund, ein Mentor, Coach oder manchmal sogar ein Fremder mit den richtigen Worten aus dem Sumpf unserer destruktiven Gedanken ziehen.

    Nur leider haben wir nicht immer einen guten Freund oder einen Coach in Reichweite, wenn wir ihn brauchen. Das ist auch gar nicht immer nötig. Denn wir können lernen, uns auch in schwierigen Situationen selbst gedanklich in eine bessere und konstruktive Richtung zu bewegen.

    Wie geht das?

    Dazu gibt es eine sehr nützliche Selbstcoaching-Technik: „das konstruktive Selbstgespräch“.

    In unserem neuen Projekt: „Innere Stärke“ lernen die Teilnehmer, wie sie dieses konstruktive Selbstgespräch bei Zweifeln, Selbstzweifeln, Durchhalteproblemen, unnötigen Sorgen und anderen negativen Mustern anwenden können, um sich selbst wieder auf eine bessere Spur zu bringen.

    Heute möchten wir anhand des Themas „innerer Kritiker“ zeigen, wie so ein konstruktives Selbstgespräch aussehen könnte.

    Hier zeigen wir Ihnen ein vorgefertigtes Selbstgespräch.

    Normalerweise sollte man sich eher sein ganz persönliches Selbstgespräch wie ein Puzzle aus konstruktiv/lösungsorientierten Bausteinen zusammensetzen, weil es dann mehr auf einen selbst zugeschnitten und wirksamer ist.

    Aber auch dieses vorgefertigte Selbstgespräch hilft in vielen Fällen, wenn man einen Anfall von Selbstkritik hat. Und Sie können es auch für Ihre Zwecke anpassen, so dass es besser für Ihre Situation passt. Seien Sie kreativ und experimentierfreudig.

    Also … drucken Sie sich das Selbstgespräch am besten aus und versuchen Sie es zu verinnerlichen, so dass Sie es sinngemäß in der Selbstkritik-Situation parat haben.

    Und vielleicht stellen Sie sich auch kurz vor, dass Sie das nächste Mal, wenn Sie sich gerade selbst fertig machen, zu sich selbst sagen …

    „STOPP … Das bringt mich doch nicht weiter … ich führe jetzt lieber ein konstruktives Selbstgespräch.“

    Dann lesen Sie sich das ausgedruckte Gespräch durch.

    So … hier ist es, das konstruktive Selbstgespräch.

    — snip —

    Das ist eine Nachricht an mich selbst ( ________ meinen Namen einsetzen) und ich schreibe zu einer kraftvollen und guten Zeit, in der ich klar sehe und einen guten und realistischen Blick auf mich habe. Und ich schreibe für eine Zeit, die ich dann vielleicht gerade für einen kurzen Augenblick als schwierig erlebe. Eine Zeit, in der ich mich frustriert oder traurig fühle oder wo ich mich über mich selbst ärgere. Was natürlich vollkommen in Ordnung ist.

    Ich lese mir das jetzt vor, weil ich einen Teil von mir gerade nicht leiden kann. Vielleicht habe ich etwas getan, was nicht so optimal war. Oder vielleicht bin ich gerade an etwas gescheitert. Oder vielleicht bin ich enttäuscht von mir selbst. Und ich fühle mich dementsprechend. Was natürlich wirklich absolut o. k. ist. Ich darf mich für einen Augenblick fühlen, wie ich mich fühle. Ich kann den Gefühlen erlauben, da zu sein. Alles ist richtig. Alles darf da sein.

    Ich will mich aber auch nicht in den Gefühlen verlieren. Ich kann sie wahrnehmen. Ich kann sie sehen. Und ich kann vielleicht auch einen Schritt neben mich machen und mich selbst beobachten, wie ich die Gefühle fühle.

    Während ich den Gefühlen erlaube, da zu sein, merke ich vielleicht auch ein klein wenig, wie sie ihre Kraft verlieren, denn wenn man aufhört zu kämpfen, dann geht es einem automatisch besser. Gerade wenn man einen Kampf kämpft, den man nicht gewinnen kann. Wenn man einen Kampf gegen sich selbst kämpft.

    Ich kritisiere mich gerade selbst und es gibt dafür bestimmt gute Gründe. Etwas ist passiert und das werfe ich mir jetzt gerade vor. Das ist normal. Das geht vielen Menschen so.

    Und wenn ich ehrlich bin, dann nützt das tatsächlich niemandem etwas, wenn ich mich selbst fertig mache. Ich mache dadurch nichts besser. Für niemanden. Es nützt den anderen da draußen nichts. Niemand hat etwas davon, wenn ich mich selbst beschimpfe und mich doof finde. Ich kann das machen. Es ist allein meine Sache. Ich darf das. Es geht niemanden etwas an. Aber es ist eben nur ein Spiel, das ich mit mir selbst und ausschließlich mit mir selbst spiele. Ein Kreisen um mich. Ohne Ergebnis. Ohne Resultate. Ich schaue nur auf das Schlechte und daraus entsteht selten etwas Gutes. Was absolut o. k. ist, wenn es das ist, was ich will. Ich kann ja tun, was ich will. Und ich sauge mir damit die Kraft aus meinen Knochen und vernichte meine eigene schöpferische Kraft. Ich mache mich damit kleiner. Ich zerstöre meine Handlungsfähigkeit, Hoffnung und meine Energie.

    Mein innerer Kritiker ist natürlich kein schlechter Teil von mir. Er will mich ganz sicher nur beschützen. Vielleicht vor Enttäuschung. Vielleicht davor nicht ausgelacht zu werden. Oder vielleicht davor, nicht abzuheben und dann tief zu fallen. Mein innerer Kritiker hat gute Gründe für das, was er tut.

    Aber er ist vielleicht auch ein bisschen wie ein Kind, das nur das Beste will und dabei genau das Gegenteil erreicht. Gut gemeint, aber nicht wirklich hilfreich.

    Tatsächlich habe ich es schon oft erlebt, dass meine Meinung und meine Stimmung von ganz vielen Faktoren abhängen. Von meinem Seelenzustand, meinem Erschöpfungsgrad, meinem Energielevel, kürzlich geschehenen Ereignissen, von meinen Hormonen oder von meiner Körperchemie. Und ich habe erlebt, dass ich an einem anderen Tag ganz anders auf die gleiche Sache schauen kann.

    Was mir an einem Tag vollkommen doof erschien, fand ich am nächsten Tag vollkommen o. k. Oder umgekehrt. Was ich heute kritisiere, finde ich vielleicht morgen schon ganz anders. Wer will es genau wissen.

    Deswegen schreibe ich heute aus der Vergangenheit an mich selbst: __________ (Mein Name), sei bitte nicht so hart zu dir. Das hast du nicht verdient. Du bist o. k., wie du bist, auch wenn du – wie jeder andere auch – deine Ecken und Kanten, deine Schwächen und wunden Punkte hast. Wie jeder andere auch eben.

    Und jetzt kannst du vielleicht mal einen tiefen Atemzug nehmen und dich selbst in Ruhe lassen. Lass deinen inneren Kritiker mal ein bisschen schlafen. Er kann ja morgen wieder etwas sagen. Für heute ist genug kritisiert.

    Danke fürs Zuhören. Und alles Gute.

    — snip —

    Wie gesagt: Vielleicht verinnerlichen Sie dieses Gespräch oder Sie drucken es aus, falten es zusammen und tragen es für den Notfall immer bei sich.

    Denn so ein gutes, konstruktives Selbstgespräch in dieser Form kann einen in Krisenzeiten sehr wirkungsvoll wieder aufrichten.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16144-den-inneren-kritiker-zahmen-eine-einfache-methode/feed/ 19
    Raus aus dem Schneckenhaus (Hans Morschitzky, Thomas Hartl) http://www.zeitzuleben.de/16130-raus-aus-dem-schneckenhaus/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=raus-aus-dem-schneckenhaus http://www.zeitzuleben.de/16130-raus-aus-dem-schneckenhaus/#comments Mon, 10 Oct 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16130 Ein nützlicher und guter Ratgeber über soziale Ängste, mit vielen Ideen und praktischen Hinweisen.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Raus aus dem Schneckenhaus. Soziale Ängste überwinden“ von Hans Morschitzky und Thomas Hartl – Ostfildern: Patmos Verlag, 2011 – 188 S. – ISBN-13: 978-3-843-60025-5 – 14,90 €

    Wenn man auf die Statistiken der Krankenversicherer schaut, dann sieht man einen unschönen Trend: Psychische Krankheiten nehmen immer mehr zu. Und die Spitzenreiter dabei sind Depression und Angststörungen. Im vorliegenden Buch geht es um eine Spielart dieser Angststörungen, um die soziale Angst, auch Sozialphobie genannt.

    Eine Sozialphobie zeichnet sich dadurch aus, dass man es als so unangenehm empfindet, unter Menschen zu sein, dass man den sozialen Kontakt am liebsten komplett vermeidet. Man hat Angst vor dem Miteinander.

    Das Buch „Raus aus dem Schneckenhaus“ teilt sich in drei Abschnitte:

    Zuerst wird das Phänomen der Sozialphobie beleuchtet. Es geht dabei um die Fragen:

    • Was genau ist eine Sozialphobie?
    • Wie äußert sich die soziale Angst?
    • Woran merkt man, dass man eine Sozialphobie hat?
    • Wie unterscheidet sie sich von einfacher Schüchternheit?

    Nach dem ersten Teil wissen Sie, was eine soziale Angst ist und was nicht. Und Sie können einschätzen, ob jemand einfach nur schüchtern ist oder ob die Schüchternheit die Grenze zur Angststörung überschritten hat.

    Im zweiten Teil des Buches zeigen die beiden Autoren die Ursachen und Entstehungsformen von sozialen Ängsten.

    • Welche Rolle spielen biologische und genetische Faktoren?
    • Inwiefern erzeugen irrationale Denkmuster und Überzeugungen Sozialphobien?
    • Welche Prägungen und Umwelteinflüsse können soziale Ängste begünstigen?

    Und im dritten Teil wird es dann praktisch und Sie finden dort ein gute umsetzbares 10 Schritte-Programm, mit dem Sie eine Sozialphobie bewältigen können.

    Das 10-Schritte-Programm orientiert sich an den erprobten Ansätzen aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die ja bei Ängsten die besten Therapieerfolge vorweisen kann.

    Unter anderem lernen Sie in dem 10-Schritte-Programm:

    • Wie man seine Aufmerksamkeit von unangenehmen Empfindungen und übertriebener Selbstwahrnehmung weglenkt.
    • Wie man seine sozialen Ängste akzeptieren kann, weil das der erste Schritt zur Bewältigung ist.
    • Wie man seine negativen Denkmuster aufdecken und ändern kann.
    • Wie man mit den Symptomen einer Sozialphobie mutig umgehen kann.
    • Und wie man die eigenen sozialen Fähigkeiten verbessern kann.

    Das Buch ist bodenständig und sehr klar und übersichtlich strukturiert. Und obwohl die beiden Autoren des Buches aus dem wissenschaftlichen Umfeld kommen, schaffen sie es, die Themen sehr verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Durch seine Selbsttests und praktischen Übungen ist „Raus aus dem Schneckenhaus“ ein nützlicher und guter Ratgeber mit vielen Ideen und praktischen Hinweisen. Das Buch ist somit auch geeignet für die Selbsttherapie. Aber auch für alle, die jemanden besser verstehen wollen, der an sozialen Ängsten leidet.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Raus aus dem Schneckenhaus” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16130-raus-aus-dem-schneckenhaus/feed/ 0
    Inspirations-Kärtchen: Selbstreflexion http://www.zeitzuleben.de/16076-inspirations-kartchen-selbstreflexion/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=inspirations-kartchen-selbstreflexion http://www.zeitzuleben.de/16076-inspirations-kartchen-selbstreflexion/#comments Wed, 05 Oct 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=16076

    Wir haben mal wieder ein paar Inspirations-Kärtchen zusammengestellt Die neuen Kärtchen zielen darauf, dass Sie sich ein bisschen besser kennen- und verstehen lernen. Denn wenn man sich selbst und sein Handeln bewusster hinterfragt, dann verhilft das zu mehr Selbstbewusstsein. Und in der Folge können wir dann auch bewusster und vielleicht besser mit anderen Menschen, mit [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wir haben mal wieder ein paar Inspirations-Kärtchen zusammengestellt :-)

    Die neuen Kärtchen zielen darauf, dass Sie sich ein bisschen besser kennen- und verstehen lernen. Denn wenn man sich selbst und sein Handeln bewusster hinterfragt, dann verhilft das zu mehr Selbstbewusstsein. Und in der Folge können wir dann auch bewusster und vielleicht besser mit anderen Menschen, mit schwierigen Dingen und kritischen Ereignissen umgehen.

    Sie finden hier eine PDF-Datei mit 9 kleinen Kärtchen.

    • Drucken Sie die Datei aus (am besten auf einem festeren Papier).
    • Schneiden Sie die Kärtchen aus.
    • Legen Sie sich einen Stapel auf Ihren Schreibtisch, Ihren Küchentisch oder in Ihr Portemonnaie.
    • Schauen Sie im Laufe des Tages öfter mal auf die Kärtchen und lassen Sie sich überraschen, was passiert.

    Viel Spaß mit den Kärtchen.

    Inspirations-Kärtchen hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16076-inspirations-kartchen-selbstreflexion/feed/ 2
    Phantasiereise für mehr Selbstvertrauen http://www.zeitzuleben.de/16000-phantasiereise-fur-mehr-selbstvertrauen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=phantasiereise-fur-mehr-selbstvertrauen http://www.zeitzuleben.de/16000-phantasiereise-fur-mehr-selbstvertrauen/#comments Tue, 04 Oct 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=16000

    In einigen Tagen starten wir unser neues Projekt. Es wird bei dem Projekt um die Themen gehen, die sehr viele von Ihnen laut unserer letzten großen Umfrage sehr beschäftigen. Die Themen lauten: Selbstvertrauen und Selbstwert. Der Psychologe Nathaniel Branden hat einmal gesagt: „80% unserer Probleme haben ihre Ursache in einem unzureichenden Selbstwertgefühl.“ Das deckt sich [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    In einigen Tagen starten wir unser neues Projekt. Es wird bei dem Projekt um die Themen gehen, die sehr viele von Ihnen laut unserer letzten großen Umfrage sehr beschäftigen.

    Die Themen lauten: Selbstvertrauen und Selbstwert.

    Der Psychologe Nathaniel Branden hat einmal gesagt:

    „80% unserer Probleme haben ihre Ursache in einem unzureichenden Selbstwertgefühl.“

    Das deckt sich tatsächlich mit meiner Erfahrung und mit meinen Beobachtungen. Deswegen wollen wir mit unserem neuen Projekt auch hier ansetzen.

    Aber genauso wichtig für ein erfülltes und gutes Leben ist es, dass wir Vertrauen in uns selbst und unsere Fähigkeiten haben. Selbstvertrauen … wenn man es hat, kann man zuversichtlich und kraftvoll durchs Leben gehen. Hat man es nicht, wird das eigene Leben oft von der Angst und dem Mangel regiert.

    Und zum Glück kann man beides – Selbstwert und Selbstvertrauen – trainieren, stärken und aufbauen.

    Und genau darum geht es demnächst bei uns. Unser neues Vorhaben hat bei uns den Codenamen „Projekt: Innere Stärke“. Ja, wir mögen es dieses Jahr ein bisschen dramatisch :-)

    Heute habe ich schon mal einen kleinen Appetithappen aus dem Projekt für Sie …

    Es ist eine Übung zum Anhören. Es ist eine kleine Reise zu dem, was für alle von uns möglich ist.

    Ich wünsche Ihnen viel Spaß damit.

    (Wenn Sie die Datei auf Ihrem Computer speichern möchten, klicken Sie einfach mit der linken Maustaste auf den folgenden Link und dann “Ziel speichern unter” anwählen. Es sind ca. 9 MB, könnte also etwas Zeit in Anspruch nehmen.)

    Phantasiereise  Selbstwert und Selbstvertrauen herunterladen

    Übrigens: Unser Projekt startet in ca. zwei Wochen und ab nächsten Montag verschicken wir einige Vorbereitungs-E-Mails, die einen gut auf das neue Projekt einstimmen und eine gute Grundlage für das Thema „Selbstvertrauen und Selbstwert“ bietet.

    Wenn Sie Lust haben, melden Sie sich doch einfach für den Vorbereitungs-Verteiler an (ist kostenlos).

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/16000-phantasiereise-fur-mehr-selbstvertrauen/feed/ 4
    Entspannt wie ein Buddha (Thomas Hohensee) http://www.zeitzuleben.de/15985-entspannt-wie-ein-buddha-thomas-hohensee/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=entspannt-wie-ein-buddha-thomas-hohensee http://www.zeitzuleben.de/15985-entspannt-wie-ein-buddha-thomas-hohensee/#comments Mon, 03 Oct 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15985 Thomas Hohensee zeigt mit seinem Buch „Entspannt wie ein Buddha“ verschiedenste Wege auf, um zu mehr Gelassenheit zu kommen und über den Dingen zu stehen.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Entspannt wie ein Buddha. Die Kunst, über den Dingen zu stehen“ von Thomas Hohensee – München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011 – 158 S. – ISBN-13: 978-3-423-24836-5 – 12,90 €

    Stress, Angst, Sorgen und Ärger machen uns mitunter das Leben schwer. Aber wie geht man mit den Anforderungen der Gesellschaft, belastenden Situationen und bedrückenden Gedanken am besten um?

    Thomas Hohensee, Lifecoach und Autor, zeigt mit seinem Buch „Entspannt wie ein Buddha“ verschiedenste Wege auf, um zu mehr Gelassenheit zu kommen und über den Dingen zu stehen. Man würde nun meinen, dass er sich dem Titel entsprechend vor allem auf Meditation und weitere Entspannungsverfahren beschränkt. Dem ist aber nicht so. Und genau das macht das Buch meiner Meinung nach sehr wertvoll.

    So bezieht er sich gleich zu Anfang des Buches auf die Biofeedback-Forschung, laut der eine bestimmte Gehirnwellenfrequenz (Alphawellen) mit wacher, entspannter Aufmerksamkeit gleichzusetzen ist. Dazu stellt er dem interessierten Leser Übungen vor, mit denen man diesen Zustand (mit einigem Training) gezielt erreichen kann.

    In den Kapiteln „Das Denken entspannen“ und „Das wahre Leben“ geht es dann aber vor allem darum, wie man gelassener mit sorgenvollen Gedanken und Ängsten umgehen kann. Dazu stellt er die kognitive Verhaltenstherapie und die „Acceptance and Commitment Therapy“ vor. Er erklärt kurz und anschaulich, welche Grundsätze hinter diesen Therapieformen stehen, und zeigt, warum sie tatsächlich zu einem entspannteren Umgang mit negativen Gedanken führen können. Dabei geht er zwar nicht allzu sehr in die Tiefe (was ich persönlich von einem Buch mit diesem Titel und Umfang auch nicht erwarten würde), aber er verweist bei näherem Interesse auf seine Buchempfehlungen im Anhang.

    Wer sich gerade durch den Buchtitel und das enthaltene „Buddha“ angesprochen fühlt, dem sei gesagt, dass es hier eben nicht ausschließlich um Buddhas Lehren geht. Zwar gibt es auch ein Kapitel, in dem Buddhas Leben vorgestellt wird und auch seine vier Wahrheiten, aber letztlich ist das Buch eben doch eher so etwas wie ein Buffet an Möglichkeiten, mit denen man sich Gelassenheit verschaffen kann. Und da ist Buddhas Weg eben nur eine Möglichkeit von mehreren.

    Ganz besonders gut finde ich, dass Thomas Hohensee die verschiedenen Mittel und Wege aufzeigt, ohne dem Leser etwas aufdrängen zu wollen. Er bleibt objektiv. So zeigt er in einem Kapitel zum Beispiel anhand von Studien auf, „Warum EFT, EMDR, BSFF & Co tatsächlich helfen“, sagt aber gleichzeitig, dass die Methoden auf ihn vollkommen verrückt wirken – aber was er davon persönlich halte, sei nebensächlich: Wer heile, habe recht. Das macht das Buch und den Autor sehr sympathisch und authentisch.

    Wer nur Entspannungsmöglichkeiten im Sinne von progressiver Muskelentspannung, autogenem Training und anderen Methoden sucht, der wird vom Buch enttäuscht sein. Wer sich erhofft, ein ganzes Buch über Buddha und seine Lehren zu finden, wird enttäuscht sein. Wer wirklich große Probleme hat und am Leben leidet, der wird auch enttäuscht sein, denn er bekommt hier eher Empfehlungen zum Weiterlesen. Uneingeschränkt empfehlenswert ist es aber für jeden, der einfach mal ein paar Möglichkeiten kennenlernen möchte, den alltäglichen Widrigkeiten des Lebens gelassener entgegenzutreten.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Entspannt wie ein Buddha” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15985-entspannt-wie-ein-buddha-thomas-hohensee/feed/ 1
    Formular: Wunde Punkte und Wachstum http://www.zeitzuleben.de/15956-formular-wunde-punkte-und-wachstum/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=formular-wunde-punkte-und-wachstum http://www.zeitzuleben.de/15956-formular-wunde-punkte-und-wachstum/#comments Wed, 28 Sep 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15956

    Passend zum Beitrag „Wunde Punkte und was wir aus ihnen lernen können“ haben wir Ihnen hier ein Formular gebastelt, mit dem Sie Ihre ganz persönlichen wunden Punkte einmal systematisch „bearbeiten“ können. Denn in unserem Schmerz und in unseren wunden Punkten steckt ein großes Potential für unsere persönliche Entwicklung. Aus unseren Verletzungen können wir viel über uns [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Passend zum Beitrag „Wunde Punkte und was wir aus ihnen lernen können“ haben wir Ihnen hier ein Formular gebastelt, mit dem Sie Ihre ganz persönlichen wunden Punkte einmal systematisch „bearbeiten“ können.

    Denn in unserem Schmerz und in unseren wunden Punkten steckt ein großes Potential für unsere persönliche Entwicklung. Aus unseren Verletzungen können wir viel über uns selbst und unseren Weg erfahren.

    Ich weiß, das klingt einfacher, als es ist. Aber damit unser Schmerz nicht immer unerträglicher wird und uns alle Liebe und Lebendigkeit im Leben raubt, hilft es, wenn wir ihn einmal an die Oberfläche holen. Und ihn einmal genau betrachten und ausleben. Um ihn dann loszulassen und Frieden mit uns und unserem Leben schließen zu können.

    Vielleicht können Ihnen die Fragen, die ich Ihnen mit diesem Formular gebe, dabei helfen, Ihre wunden Punkte mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Vielleicht können Sie in ihnen etwas Nützliches und Wertvolles entdecken. Und so aus den Lektionen lernen, die in unseren Erfahrungen versteckt sind.

    Formular Wunde Punkte hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15956-formular-wunde-punkte-und-wachstum/feed/ 7
    Wunde Punkte und was wir aus ihnen lernen können http://www.zeitzuleben.de/15937-wunde-punkte-und-was-wir-aus-ihnen-lernen-konnen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wunde-punkte-und-was-wir-aus-ihnen-lernen-konnen http://www.zeitzuleben.de/15937-wunde-punkte-und-was-wir-aus-ihnen-lernen-konnen/#comments Tue, 27 Sep 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15937

    Ich hatte eine ziemlich beschissene Kindheit. Und wissen Sie was? Ich bin heute froh darüber. Denn wenn mir das Leben nicht in frühen Jahren so viele harte Brocken serviert hätte, dann wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Was ich zu meinem großen Glück im Laufe der Zeit gelernt habe, ist, dass in unserem [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ich hatte eine ziemlich beschissene Kindheit. Und wissen Sie was? Ich bin heute froh darüber. Denn wenn mir das Leben nicht in frühen Jahren so viele harte Brocken serviert hätte, dann wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

    Was ich zu meinem großen Glück im Laufe der Zeit gelernt habe, ist, dass in unserem Schmerz unser Entwicklungspfad liegt. In unseren wunden Punkten liegt Weisheit. Aus unseren Verletzungen können wir mehr über uns selbst und unseren Weg erfahren als aus allen Büchern und Seminaren zusammen.

    Aber dazu müssen wir lernen, unseren Schmerz und unsere wunden Punkte als etwas Gutes, Nützliches und Wertvolles anzunehmen. Nur so können wir Frieden mit uns selbst machen und nur so können wir die Lektionen lernen, die in unseren Erfahrungen versteckt sind.

    Viele Menschen gehen einen anderen Weg: Sie verdrängen. Sie betäuben sich. Sie lenken sich ab. Sie tun alles, um bloß nicht in Kontakt mit dem zu kommen, was sie letztlich als Mensch wachsen lassen würde. Ich habe das auch lange Zeit getan. Und man zahlt einen fiesen Preis dafür. Denn man wird mit der Zeit immer stumpfer, starrer und unbeweglicher, bis oft die ganze Lebendigkeit und Liebe aus dem eigenen Leben gewichen ist.

    Es ist deswegen wichtig, sich den Schmerz zu erlauben, ihn zu spüren und ihn auszusprechen und letztlich dann loszulassen. Sonst wächst er wie ein Geschwür in einem.

    Nicht dass Sie mich falsch verstehen: Ich bin kein Freund davon, jede Verletzung und jeden wunden Punkt zu Tode zu analysieren. Verstehen und Aussprechen heilen eine Wunde nicht automatisch. Manchmal passiert das. Oft aber auch nicht. Das wissen viele Menschen, die jahrelang zur Psychoanalyse gegangen sind, denen es aber trotzdem nicht besser geht.

    Aber Hinspüren, Hinschauen und Akzeptieren ist oft der notwendige Anfang für einen Heilungs- und Wachstumsprozess. Wir müssen uns trauen, hinzuschauen. Wir müssen uns erlauben, in Kontakt mit unserem Schmerz zu kommen.

    Ich weiß nicht, ob das Sinn für Sie macht.

    Falls ja, dann möchte ich Sie jetzt einmal kurz zu einer kleinen Übung einladen. Machen Sie doch einmal Folgendes:

    Schritt 1: Nehmen Sie bitte ein Stück Papier und einen Stift zur Hand. Oder machen Sie ein neues Dokument in Ihrer Textverarbeitung auf.

    Schritt 2: Jetzt überlegen Sie sich bitte einen wunden Punkt in Ihrem Leben, den Sie im Augenblick als schmerzhaft erleben. Oder etwas, womit Sie sehr unzufrieden sind. Oder eine Sache, die Sie verletzt hat. Oder einen Menschen, der Sie verletzt hat. Oder eine wiederkehrende Situation, wo Sie mit Ihrem eigenen Erleben und Verhalten sehr unzufrieden sind.

    Aber wählen Sie hier bitte nicht gleich Ihr großes Lebensdrama. Wenn Sie in diese Richtung gehen wollen, fangen Sie bitte zum Üben mit einer kleineren Nummer an.

    Wichtig: Falls Sie in Psychotherapie sind, sprechen Sie bitte erst mit Ihrem Therapeuten oder Ihrer Therapeutin, ob diese Übung für Sie sinnvoll ist.

    Geben Sie der Sache bitte einen Namen und schreiben Sie das Thema stichpunktartig auf. Zum Beispiel „Stress mit meinem Vater“ oder „Meine Kollegen sind unfreundlich“ oder „Unwohlsein unter Menschen“ oder „Einsamkeit“.

    Schritt 3: Und jetzt sagen Sie sich bitte:

    „Auch wenn es mir vielleicht schwerfällt. Ich erlaube mir für einen kurzen Augenblick, den Schmerz und die Verletzung zu spüren, nur so stark, wie ich es aushalte. Aber der Schmerz darf einmal gefühlt werden, für einen kurzen Augenblick. Ich erlaube mir das. Der Schmerz ist sowieso da und wirkt in meinem Inneren und frisst meine Energie weg. Also lasse ich ihn einmal kurz an die Oberfläche. Ich stelle mir vor, mein Schmerz ist in einem Dampfkochtopf gefangen und ich lasse ein wenig Dampf ab, damit der Druck geringer wird.“

    Geben Sie sich dazu vielleicht ein oder zwei Minuten und beobachten Sie sich dabei selbst.

    Und? Hat es geklappt?

    Ging es?

    Wie haben Sie es erlebt?

    Wie war es?

    Schreiben Sie Ihre Gedanken und Erfahrungen ruhig auf. Wenn wir etwas niederschreiben, bekommt es mehr Gewicht, Klarheit und Bedeutung. Nutzen Sie das.

    Schritt 4: Weiter geht es. Beantworten Sie bitte jetzt die Frage:

    „Welches Ihrer Bedürfnisse wird durch die schmerzhafte Situation missachtet?“

    Denn Schmerz entsteht oft, wenn eines unserer Bedürfnisse nicht erfüllt wird. Zum Beispiel unser Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit, Anerkennung, danach, Teil von etwas zu sein, nach Miteinander, Intimität, gesehen werden wollen, Harmonie, Sicherheit, Schutz, Macht, Selbstverwirklichung.

    Überlegen Sie bitte und schreiben Sie die missachteten Bedürfnisse auf.

    In dieser Frage liegt pures Gold.

    Zum einen bekommen Sie so mehr Klarheit, was den Schmerz eigentlich verursacht.

    Und falls ein Klärungsgespräch mit jemandem ansteht, können Sie Ihren Punkt besser rüberbringen, weil Sie klarer sehen, was los ist.

    Oder wenn Sie herausgefunden haben, welches Ihrer Bedürfnisse hier nicht erfüllt wird, können Sie eventuell dafür sorgen, dieses Bedürfnis auf anderen Wegen zu erfüllen. Sie können also Verantwortung für sich übernehmen und sich selbst das geben, was andere Ihnen vielleicht nicht geben können oder wollen.

    Oder Sie entscheiden sich, dass Sie sich vielleicht andere Menschen oder eine andere Umgebung suchen müssen, wo Ihre Bedürfnisse besser erfüllt werden können.

    Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse und Ihren notwendigen Handlungsbedarf bitte auch wieder auf. Es lohnt sich, die Übung schriftlich zu machen, sonst verdunsten die Erkenntnisse sofort wieder.

    Schritt 5: Können Sie noch? Dann noch eine Frage, die Ihren wunden Punkt vielleicht in einem anderen Licht erscheinen lässt. Fragen Sie sich:

    „Gibt es etwas ganz kleines, was dieser Schmerz positives in meinem Leben verursacht hat? Was könnte das sein?“

    Denn nichts im Leben ist zu 100 % gut oder zu 100 % schlecht. Jedes Ereignis hat gute und schlechte Seiten.

    So bringt auch jeder wunde Punkt und jede Verletzung gute Dinge mit sich, auch wenn wir das oft erst sehr viel später erkennen.

    Menschen, die ernsthaft krank werden, sagen zum Beispiel oft im Nachhinein, dass ihre Krankheit ein Glücksfall war, weil sie so gezwungen waren, ihr Leben zu hinterfragen.

    Was könnte also an Ihrem wunden Punkt das Gute sein?

    • Was ist daraus Gutes entstanden?
    • Was mussten Sie deswegen lernen?
    • Wo sind Sie deswegen gewachsen?
    • Wen haben Sie deswegen kennengelernt?
    • Welche positiven Lebensumstände hätte es sonst nie gegeben?

    Wenn Sie ehrlich und ohne Zynismus nach dem Geschenk in Ihrem wunden Punkt suchen, fällt es Ihnen leichter, Ihren Frieden mit der schmerzhaften Situation zu machen. Und Frieden und Akzeptieren sind eben oft der erste Schritt, um eine Sache komplett hinter sich zu lassen.

    Deswegen suchen Sie in diesem 5. Schritt bitte nach den Geschenken in Ihrem Schmerz.

    Schreiben Sie die Geschenke bitte auf.

    Und wenn alles glattgegangen ist, hat sich Ihre Empfindung zu Ihrem wunden Punkt schon ein klein wenig geändert. Wiederholen Sie diese Übung ruhig ein paar Mal und Sie werden vielleicht bemerken, dass die Last immer weiter von Ihnen abfällt und Sie diesen wunden Punkt vielleicht schon bald loslassen können.

    Das war es auch schon. Ich hoffe, diese kleine Übung hat Sie ein kleines Stück weitergebracht.

    Zugegeben: Es erfordert ein bisschen Mut, sich dem eigenen Schmerz zu stellen. Aber der Weg zum Glück führt eben oft durch die Angst hindurch.

    Also trauen Sie sich bitte.

    Denn im Schmerz liegt Weisheit und Ihre Aufgabe ist es vielleicht, diese Weisheit zu entdecken und zu wachsen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15937-wunde-punkte-und-was-wir-aus-ihnen-lernen-konnen/feed/ 23
    Sorry! (Gitte Härter) http://www.zeitzuleben.de/15929-sorry-gitte-harter/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=sorry-gitte-harter http://www.zeitzuleben.de/15929-sorry-gitte-harter/#comments Mon, 26 Sep 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15929 Ein gut lesbarer Praxis-Ratgeber zum Thema Entschuldigen.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Sorry! Entschuldigungen aussprechen, annehmen, ablehnen“ von Gitte Härter – Offenbach: Gabal-Verlag, 2011 – 160 S. – ISBN-13: 978-3-86936-246-5 – 17,90 €

    Würden Sie sich gerne bei jemandem entschuldigen, wissen aber nicht, wie? Oder warten Sie vielleicht selbst noch auf eine Entschuldigung? Dann wird Ihnen das Buch „Sorry!“ von Gitte Härter ganz bestimmt weiterhelfen!

    Ganz ehrlich, ich war schon etwas gespannt, wie man über das Thema „Entschuldigen“ so viel schreiben kann, dass es ein ganzes Buch füllt, ohne langweilig zu werden. Aber Gitte Härter hat ja Recht: Entschuldigungen haben einen hohen Stellenwert! Sich zu entschuldigen bedeutet, die Verantwortung für sich und seine Taten zu übernehmen. Es bedeutet, differenziert hinzusehen und den Schmerz oder die Enttäuschung, die man erzeugt hat, ernst zu nehmen, und es bedeutet, offen auf andere zuzugehen und sein Bedauern darüber zu bekunden. „Wer sich entschuldigt, handelt verantwortlich.“ Letztlich entscheidet das über ein harmonisches Miteinander im Berufs- und Privatleben.

    Und nach dem Lesen kann ich auch sagen, dass auf den 160 Seiten, die das Buch umfasst, kein unnützes Wort steht. Denn in „Sorry!“ finden Sie nicht nur Argumente für und gegen das Entschuldigen an sich. Gitte Härter geht mit ihrem Buch tiefer. Sie zeigt zum Beispiel,

    • warum es uns manchmal schwerfällt, uns zu entschuldigen, und wie man trotzdem die Bereitschaft dazu herstellen kann,
    • wie man sich richtig entschuldigt. Denn dazu gehören neben der richtigen Ausdrucksweise, den richtigen Motiven und der richtigen Umgebung noch viele weitere Erfolgsfaktoren,
    • wie man damit umgehen kann, wenn man selbst noch eine Entschuldigung erwartet, und auch
    • welche Gründe dafür sprechen, eine Entschuldigung abzulehnen.

    „Sorry!“ ist ein wirklich gut lesbarer Ratgeber geworden. Die einzelnen Kapitel sind sehr gut und übersichtlich strukturiert und die vielen Beispiele verdeutlichen gut die Schwierigkeiten, die beim Entschuldigen (oder auch Nicht-Entschuldigen) auftreten können. Übungen und „Selbstchecks“ dienen dazu, das eigene „Entschuldigungsverhalten“ zu reflektieren und letztlich natürlich auch zu verbessern. Dabei helfen wiederum die vielen Tipps und Anleitungen, die das Buch zu bieten hat …

    Ralf würde vermutlich sagen: „Eine runde Sache“. Ich auch.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Sorry!” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15929-sorry-gitte-harter/feed/ 0
    Abschied http://www.zeitzuleben.de/15878-abschied/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=abschied http://www.zeitzuleben.de/15878-abschied/#comments Sun, 25 Sep 2011 03:50:00 +0000 Tania Konnerth http://www.zeitzuleben.de/?p=15878

    Ein herzliches Hallo an Sie alle! Sie haben nun eine Weile nichts Aktuelles von mir gelesen und manch einer hat sich – und auch uns – schon gefragt, wo eigentlich Tania abgeblieben ist. Ich habe mich am Anfang dieses Jahres aus „Zeit zu leben“ zurückgezogen. Nach 12 Jahren hatte ich das Gefühl, mal etwas anderes [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ein herzliches Hallo an Sie alle!

    Sie haben nun eine Weile nichts Aktuelles von mir gelesen und manch einer hat sich – und auch uns – schon gefragt, wo eigentlich Tania abgeblieben ist.

    Ich habe mich am Anfang dieses Jahres aus „Zeit zu leben“ zurückgezogen. Nach 12 Jahren hatte ich das Gefühl, mal etwas anderes machen zu müssen, und es steht ja immer noch mein großer Traum aus, Schriftstellerin zu werden, also literarisch zu schreiben und Romane zu veröffentlichen. Und da auch Ralf Lust hatte, die Verantwortung für „Zeit zu leben“ ganz zu übernehmen, entschieden wir uns zu diesem Schritt. Er holte sich dann tatkräftige Unterstützung durch Judith und Nicole, die inzwischen die Seele von „Zeit zu leben“ maßgeblich und erfolgreich mitgestalten.

    Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass die Entscheidung richtig war, so dass ich nun auch offiziell Abschied nehmen möchte von diesem wundervollen Projekt, das ich mitgegründet, aufgebaut und über so viele Jahre gepflegt habe. Es steckt viel von mir in „Zeit zu leben“ und so ist mit diesem Schritt natürlich auch eine große Portion Melancholie verbunden. Der offizielle Abschied passt also gut zu dem beginnenden Herbst, in dem auch die Natur ganz viel loslässt, um dann später im Frühling neu austreiben zu können.

    Ich werde mich nun noch konsequenter dem literarischen Schreiben widmen und noch mehr Energie in mein anderes Herzensprojekt „Wege zum Pferd“ stecken.

    Wenn Sie Lust haben, auch weiterhin Neues von mir zu lesen und sich vielleicht von meinen Fotografien, Texten und Gedanken begleiten und inspirieren zu lassen, dann lade ich Sie ein, meine neue Webseite zu besuchen:

    http://www.taniakonnerth.de

    Sie können sich dort auch gleich in den Newsletter eintragen, mit dem ich Sie immer auf dem Laufenden halten werde.

    Ich freue mich auf Sie,

    Tania Konnerth

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15878-abschied/feed/ 81
    MP3-Suggestionsformeln: Intuition trainieren http://www.zeitzuleben.de/15854-mp3-suggestionsformeln-intuition-trainieren/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=mp3-suggestionsformeln-intuition-trainieren http://www.zeitzuleben.de/15854-mp3-suggestionsformeln-intuition-trainieren/#comments Wed, 21 Sep 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15854

    Siehe auch: Interview: Bauchentscheidungen und die Macht der Intuition Unser Verstand ist ein wunderbares Werkzeug, um Zahlen zu berechnen, um Probleme zu lösen oder um Ideen zu finden. Wenn es aber um Entscheidungen geht, bei denen es viele Einflussfaktoren gibt, da ist unser Verstand überfordert. Da ist es besser, auch das eigene Bauchgefühl mit einzubeziehen. [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Unser Verstand ist ein wunderbares Werkzeug, um Zahlen zu berechnen, um Probleme zu lösen oder um Ideen zu finden. Wenn es aber um Entscheidungen geht, bei denen es viele Einflussfaktoren gibt, da ist unser Verstand überfordert. Da ist es besser, auch das eigene Bauchgefühl mit einzubeziehen.

    Das fällt vielen Menschen aber sehr schwer. Zum einen, weil sie keinen Zugang zu ihrer Intuition haben. Weil sie zu verstandesorientiert sind. Oder weil sich selbst und ihrer inneren Stimme nicht vertrauen.

    Wollen Sie Ihre Intuition aufbauen und stärken? Dann schauen Sie sich doch einmal unsere kostenlosen Autosuggestionsformeln zum Thema Intuition an.

    Dabei habe ich die einzelnen Suggestionsformeln jeweils in einer eigenen MP3-Datei verpackt. So können Sie sich aus den verschiedenen Formeln Ihr ganz individuelles Formel-Paket zusammenstellen.

    Am einfachsten geht das, indem Sie auf Ihrem MP3-Player eine Playliste erstellen und dann die MP3-Dateien in der von Ihnen gewünschten Reihenfolge hintereinandersortieren. Falls Sie eine der Formeln mehrmals hintereinander hören wollen, können Sie die entsprechende MP3-Datei kopieren und mehrmals in der Playliste verwenden.

    Hier können Sie die ZIP-Datei mit allen Suggestionsformeln herunterladen.

    Die Mp3-Suggestionen hier herunterladen

    Wie erstellt man sich selbst Suggestionsformeln?

    Das geht ganz einfach:

    • Sie schreiben sich einige positive und unterstützende Sätze auf (z.B. „Ich erlaube mir, immer produktiver zu werden“ oder „Ich kann mehr schaffen“ oder „Meine Schaffenskraft kann größer werden!“. Hinweise für die Formulierung der Formeln finden Sie in unserem Artikel über Affirmationen.)
    • Sie schließen ein Headset oder ein Mikrofon an Ihren Computer an.
    • Sie lesen sich Ihre Formeln vor und nehmen sich dabei auf und anschließend speichern Sie das Ganze als MP3. Ein kostenloses Programm, mit dem Sie Ihre Stimme aufnehmen und als MP3 speichern können, finden Sie hier: Audacity.
    • Sie übertragen die MP3-Datei dann auf Ihren iPod/MP3-Player/Ihr Handy.
    • Sie hören sich die Suggestionsformeln ein- oder zweimal pro Tag mindestens 30 Tage lang an.

    Für Technikfragen zu Audacity oder zu Ihrem MP3-Player wenden Sie sich bitte an die Bedienungsanleitung, Frau Google oder an den Technikexperten Ihrer Wahl :-)

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15854-mp3-suggestionsformeln-intuition-trainieren/feed/ 3
    Interview: Bauchentscheidungen und die Macht der Intuition http://www.zeitzuleben.de/15557-interview-bauchentscheidungen-und-die-macht-der-intuition/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=interview-bauchentscheidungen-und-die-macht-der-intuition http://www.zeitzuleben.de/15557-interview-bauchentscheidungen-und-die-macht-der-intuition/#comments Tue, 20 Sep 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15557

    Wir müssen in unserem Leben ständig Entscheidungen treffen: Ob es nun ganz banal die allmorgendliche Kleidungsfrage ist, die Entscheidung, was wir am Wochenende unternehmen, oder eine so gravierende Entscheidung, wie z. B. eine Familie zu gründen. Ständig wägen wir ab, stellen pro und kontra einander gegenüber und kommen dann im besten Fall auch zu einer Entscheidung. [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wir müssen in unserem Leben ständig Entscheidungen treffen: Ob es nun ganz banal die allmorgendliche Kleidungsfrage ist, die Entscheidung, was wir am Wochenende unternehmen, oder eine so gravierende Entscheidung, wie z. B. eine Familie zu gründen. Ständig wägen wir ab, stellen pro und kontra einander gegenüber und kommen dann im besten Fall auch zu einer Entscheidung.

    Aber manchmal geht es auch ganz schnell, ohne kompliziertes Abwägen. Und ab und zu treffen wir sogar eine Entscheidung, die eigentlich gegen unsere Berechnungen von Für und Wider spricht.

    Über genau diese Art von Entscheidungen haben wir ein kurzes Interview mit einem echten Experten geführt: Prof. Dr. Gigerenzer ist der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. soziale Intelligenz, Risikoverhalten und Entscheidungstheorie. Und sein Buch „Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ kann man als Plädoyer verstehen, öfter mal auf seinen Bauch zu hören und seiner Intuition zu folgen. Also fragen wir den Experten …

    Herr Prof. Dr. Gigerenzer, was ist denn nun genau Intuition?

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer:

    Intuition ist gefühltes Wissen. Ein Gefühl, das sich durch 3 Dinge auszeichnet:

    1. Es ist sehr schnell im Bewusstsein,
    2. Wir wissen nicht, warum dieses Bauchgefühl plötzlich da ist, und
    3. Es lenkt viele Entscheidungen in unserem Leben.

    Intuition ist unbewusste Intelligenz und sagt uns, was wir machen sollen.

    Ist es denn Zufall, wenn eine intuitive Entscheidung gut und richtig war?

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer:

    Nein, keineswegs. Intuitive Entscheidungen führen verblüffend oft zu genauso guten Ergebnissen wie rationale Entscheidungen.

    Wenn wir zu 100 % rational entscheiden möchten und ganz sichergehen möchten, dass die Entscheidung richtig ist, dann müssten wir ja alle Faktoren in unsere Entscheidung einbeziehen. Das ist mit unserem begrenzten Verstand und auch mit unserer begrenzten Zeit aber gar nicht möglich. Dazu kommen die Einflüsse unserer Umwelt, die unberechenbar sind.

    Zwei Beispiele:

    Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten sich zwischen zwei Männern entscheiden. Sie könnten jetzt für beide Männer eine Liste erstellen, mit Pro und Kontra, könnten diese einzelnen Gründe gewichten und am Ende schauen, welcher der beiden Männer „gewonnen hat“. Aber können Sie diese Fakten mit Sicherheit sagen? Und können Sie voraussehen, wie dieser Mann dann in Zukunft tatsächlich sein wird? Wenn z. B. Treue ein wichtiger Faktor war, der dazu geführt hat, dass dieser Mann gewonnen hat, wer sagt Ihnen, dass er auch in Zukunft treu sein wird?

    -

    Wenn Sie in Ihrer Firma aufgrund der Zahlen und Fakten, die Ihnen vorliegen, entschieden haben, einen bestimmten Kurs zu fahren, damit die Umsatzzahlen besser werden: Können Sie denn sicher voraussagen, wie sich der Markt entwickeln wird, und entsprechend, ob durch diese Entscheidung die Umsätze wirklich steigen werden? Vermutlich nicht.

    Eine Entscheidung basiert zumeist nur auf einem guten Halbwissen. Die Intuition, die eine Art unbewusste Intelligenz ist, kann uns gerade dann ein guter Wegweiser sein.

    Ein Beispiel aus meinem Buch “Bauchentscheidungen” verdeutlicht: Manchmal ist weniger mehr.

    Welche Stadt hat mehr Einwohner: Detroit oder Milwaukee?

    Wenn Sie diese Frage einmal in Ihrem Bekanntenkreis stellen, dann werden vermutlich die meisten Ihrer Bekannten sagen, dass Detroit die Stadt ist, die mehr Einwohner hat. Und das ist vollkommen richtig. Aber sicherlich kann Ihnen keiner Ihrer Bekannten die genaue Anzahl der Bewohner einer dieser Städte nennen. Sie entscheiden intuitiv.

    Herr Prof. Gigerenzer hat diese Frage zusammen mit einem Kollegen in einer Studie zunächst amerikanischen Studenten vorgelegt, dann deutschen Studenten. Die amerikanischen Studenten hatten zu 60 % die richtige Antwort gegeben. Bei den deutschen Studenten haben fast alle richtig geantwortet.

    Aber warum „wussten“ es die deutschen Studenten besser?

    Das Grundprinzip der Intuition besteht meiner Ansicht nach aus zwei Elementen:

    1. aus einfachen Faustregeln.
      Das sind Regeln, die uns nicht immer bewusst sind, die sich aber über lange Zeit bewährt haben.
    2. aus evolvierten Fähigkeiten.
      Das sind Fähigkeiten, die auf unserer evolutionären Erfahrung basieren: das Wiedererkennungsgedächtnis, Nachahmung, Sprache usw.

    Den amerikanischen Studenten waren beide Städte bekannt und sie hatten viel mehr Informationen über Milwaukee und Detroit.

    Den meisten deutschen Studenten war nur Detroit ein Begriff. Sie haben von Detroit schon einmal gehört. Milwaukee war kaum einem der deutschen Studenten bekannt.

    Deshalb mussten sich die deutschen intuitiv entscheiden. Und dieser Intuition lag folgende Faustregel zu Grunde: Halte dich an das, was du kennst.

    Auf das Beispiel angewandt, bedeutete das für die deutschen Studenten: „Wenn du den Namen der einen Stadt, aber nicht den der anderen Stadt wiedererkennst, dann schließe daraus, dass die wiedererkannte Stadt mehr Einwohner hat.“ Weil wir Menschen im Laufe der Evolution ein Wiedererkennungsgedächtnis (evolvierte Fähigkeit) aufgebaut haben, können wir diese Faustregel nutzen.

    Letztlich wussten die amerikanischen Studenten zu viel, um die oben vorgestellte Faustregel anzuwenden. Beide Städte wurden wiedererkannt, nicht nur eine. Und so mussten sie die Informationen, die sie über beide Städte hatten, abwägen und eine Entscheidung treffen.

    Intuition ist eben eine andere Art von Intelligenz: Sie zieht ihre Schlüsse aus Faustregeln, die sich im Laufe der Evolution bewährt haben: „Halte dich an das, was du kennst“, „Mach das, was das letzte Mal erfolgreich war“, „Ein einziger guter Grund reicht“.

    Lässt sich Intuition trainieren?

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer:

    Natürlich. Indem wir lernen, unserer Intuition und den dahintersteckenden Faustregeln zu vertrauen, aber auch lernen, wann wir ihr vertrauen können.

    Es gibt Menschen, denen fallen die kleinsten Entscheidungen sehr schwer. Weil sie nach der perfekten Lösung suchen. Sie handeln entsprechend nicht intuitiv. Diese Menschen nennt man Maximierer.

    Wenn ein Maximierer die perfekte Hose finden möchte, dann möchte er jede einzelne Hose, die im Geschäft ist, anprobieren. Alle Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Und in den nächsten Laden gehen und dort auch noch jede einzelne Hose anprobieren und diese dann miteinander vergleichen.

    Und selbst, wenn er sich dann mal entschieden hat: Er weiß, dass es noch etliche Millionen anderer Hosen gibt, und wird niemals so richtig zufrieden mit seiner Entscheidung sein. Weil er eben nicht sicher sein kann, dass es die richtige Entscheidung war.

    Maximierer zappen so lange durch das Fernsehprogramm auf der Suche nach der Sendung, die gerade die beste ist, bis sie am Ende gar nichts richtig gesehen haben.

    Dem entgegen stehen die Satisficer. Satisficer nennt man diejenigen, die ihre Suche begrenzen und sich schnell mit der ersten Möglichkeit zufriedengeben, die „gut genug“ ist.

    Wenn eine Hose passt und hübsch ist, dann nehmen sie diese – und es ist ihnen egal, ob es irgendwo auf der Welt noch eine Hose gibt, die besser ist. Und wenn sie den Fernseher anschalten und ein Programm finden, das ihnen interessant erscheint, dann geben sie sich damit zufrieden.

    Satisficer handeln hier intuitiv – nämlich nach der Faustregel „Take the best“: Ein einziger guter Grund reicht.

    Und genau hier lässt sich Intuition trainieren. Suchen Sie nach dem einen guten Grund. Fangen Sie bei kleinen Entscheidungen an, wie z. B. dem Hosenkauf, und hören Sie auf zu suchen, wenn Sie den einen guten Grund gefunden haben, der für ein Modell spricht. Hören Sie dann einfach auf, weiterzusuchen.

    Geben Sie sich beim Fernsehen nicht stundenlang dem Zappen hin, sondern finden Sie den einen guten Grund, der für die eine Sendung und gegen die andere Sendung spricht, und dann bleiben Sie dabei.

    Trainieren Sie Ihre Bauchentscheidungen also ruhig erst mal an den unbedeutsamen Kleinigkeiten. So können Sie lernen, ein Gespür für Ihr Bauchgefühl zu bekommen. Und auch, dass Sie Ihren Bauchentscheidungen vertrauen können.

    Übrigens hat es noch weitere Auswirkungen, wenn Sie es schaffen, von einem Maximierer zu einem Satisficer zu werden. In einer Studie konnte man auch feststellen, dass Maximierer oftmals an Depression, Perfektionismus, Reue und Selbstvorwürfen leiden. Satisficer sind hingegen optimistischer, haben eine höhere Selbstachtung und sind zufriedener mit ihrem Leben.

    Würden Sie denn grundsätzlich jedem empfehlen, immer aufgrund eines Bauchgefühls zu entscheiden?

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer:

    Nein. Man muss lernen, wann man sich auf sein Gefühl verlassen kann, und wann man besser nachdenkt.

    Zum einen kann nicht jeder aufgrund eines Bauchgefühls entscheiden. Ein gesundes Halbwissen ist gut für intuitive Entscheidungen, richtig. Aber wer kein Wissen hat, sollte sich nicht unbedingt auf seine Intuition verlassen – vermutlich wird er überhaupt keine intuitive Eingebung bekommen.

    Am besten sind intuitive Entscheidungen, die von Menschen mit großer Erfahrung gefällt werden. Zum Beispiel von einem Manager, der eine berufliche Entscheidung treffen muss. Er hat genug berufliches Wissen verinnerlicht, um wichtige Entscheidungen intuitiv zu treffen.

    Außerdem muss man zwischen guten und schlechten Intuitionen unterscheiden.

    Als man vor vielen Jahrhunderten noch in kleinen Gruppen lebte, war der Tod eines einzelnen Mitglieds bedrohlich für die gesamte Gruppe. Diese Angst hat bis heute überlebt: Überall dort, wo viele Menschen sterben könnten, greift der Angstmechanismus von damals. Alltägliche Risiken werden hingegen oftmals unterschätzt.

    So ist auch eine Angst, wie z. B. Flugangst, eine Form von Intuition. Eine unbewusste Intelligenz, die uns vor Risiken warnen möchte.

    Diese Flugangst ist aber sozusagen eine Art schlechte Intuition, weil sie auf Wissen basiert, das heute überholt ist, mitunter auch falsch. Nämlich, dass das Fliegen ein großes Risiko ist, weil bei einem Absturz viele Menschen sterben können. Diese schlechte Intuition lässt außer Acht, dass es statistisch gesehen ungefährlicher ist, mit einem Flugzeug zu fliegen, als zum Beispiel mit einem Auto zu fahren.

    Danke, Prof. Gigerenzer, dass Sie sich Zeit genommen haben, kurz mit uns über das Thema Intuition und „Bauchentscheidungen“ zu sprechen.

    Allen Lesern, die sich für das Thema interessieren, können wir zum Weiterlesen das Buch „Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ von Prof. Dr. Gigerenzer empfehlen.

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer

    Prof. Dr. Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, ist habilitierter Psychologe. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Modelle begrenzter Rationalität, soziale Intelligenz, ökologische Rationalität, Risikoverhalten und Entscheidungstheorie.

    Prof. Dr. Gerd Gigerenzer hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, u. a. den renommierten Preis der American Association for the Advancement of Science (AAAS) im Bereich Verhaltenswissenschaften. In diesem Jahr wurde er mit dem Communicator Award ausgezeichnet, einem Preis für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Forschungsarbeiten einem breiten Publikum vielfältig, originell und kreativ nahebringen und sich darüber hinaus um den immer notwendigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verdient machen.

    Seine populärwissenschaftlichen Bücher „Das Einmaleins der Skepsis“ und „Bauchentscheidungen – Die Intelligenz des Unbewussten“ wurden in 18 Sprachen übersetzt.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15557-interview-bauchentscheidungen-und-die-macht-der-intuition/feed/ 2
    Erfolgreich mit Selbstbewusstsein (Annette Auch-Schwelk) http://www.zeitzuleben.de/15787-erfolgreich-mit-selbstbewusstsein-annette-auch-schwelk/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=erfolgreich-mit-selbstbewusstsein-annette-auch-schwelk http://www.zeitzuleben.de/15787-erfolgreich-mit-selbstbewusstsein-annette-auch-schwelk/#comments Mon, 19 Sep 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15787 „Erfolgreich mit Selbstbewusstsein“ ist ein Trainingsbuch für jeden, der sich und sein Leben reflektieren möchte.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Erfolgreich mit Selbstbewusstsein. Das ‚Ich bin Ich‘ Prinzip“ von Annette Auch-Schwelk – Freiburg: Haufe-Verlag, 2011 – 224 S. – ISBN-13: 978-3-648-01143-0 – 24,80 €

    Stellen Sie sich mal vor, Sie stehen vor einer Leinwand mit einem weißen Blatt Papier und sollen ein Bild von sich selbst malen. Wie würde Ihr Bild wohl aussehen? Welche Farben würden dieses Bild ausmachen, und in welcher Menge wären welche Farben vorhanden? Wie komplex oder wie einfach wäre Ihr Bild gezeichnet?

    Annette Auch-Schwelk möchte Ihnen mit ihrem Buch „Erfolgreich mit Selbstbewusstsein“ die Farben für Ihr Bild an die Hand geben. Und mit den Tipps, Übungen und Methoden aus diesem Buch gibt sie Ihnen das Werkzeug an die Hand, um das Bild malen zu können.

    Letztlich geht es in diesem Trainingsbuch darum, dass Sie sich am Ende besser kennen als zuvor – sich Ihres Selbst bewusst werden. Dass Sie wissen, was Sie als Menschen auszeichnet, was Sie brauchen, um glücklich zu sein und sich selbst besser annehmen zu können. Denn das, so die Autorin, ist die Voraussetzung dafür, dass Sie ein erfolgreiches Leben führen können – wie auch immer Sie das Wort „Erfolg“ dabei definieren.

    Das Training, das Annette Auch-Schwelk in diesem Buch anbietet, besteht aus folgenden Bausteinen (bzw. Farben):

    • Selbsterkenntnis
    • Selbstsicherheit
    • Selbstvertrauen
    • Selbstwert
    • Selbstmotivation
    • Selbstgelassenheit
    • Selbstverantwortung
    • Selbstbestimmung
    • Selbstliebe

    In gut lesbarer Sprache, mit vielen Anregungen und Beispielen zeigt Ihnen die Autorin zu jedem dieser Bausteine Methoden und Übungen, mit denen Sie sich besser kennen lernen können. Ganz besonders schön finde ich dabei auch die vielen kleinen Geschichten und Zitate, mit denen Annette Auch-Schwelk die Kapitel angereichert hat.

    „Erfolgreich mit Selbstbewusstsein“ ist ein Trainingsbuch und auf jeden Fall spannend für jeden, der sich und sein Leben reflektieren möchte. Sie können es als umfangreiche Sammlung an Informationen und Methoden nutzen, mit denen Sie einen besseren Einblick in Ihr Inneres bekommen. Sie können aber auch gleich mit den Übungen loslegen und das Buch wie einen richtigen Kurs nutzen. In jedem Fall lohnt es sich ;-)

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Erfolgreich mit Selbstbewusstsein” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15787-erfolgreich-mit-selbstbewusstsein-annette-auch-schwelk/feed/ 1
    Der Stuhl http://www.zeitzuleben.de/15453-der-stuhl/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=der-stuhl http://www.zeitzuleben.de/15453-der-stuhl/#comments Thu, 15 Sep 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15453

    Du siehst diesen Stuhl da. Sag mir, wer dir zum ersten Mal gesagt hat, dies sei ein Stuhl. Ich kann es nur vermuten. Meine Eltern. Weißt du, wo der Baum stand, der für diesen Stuhl sein Holz lieferte? Ich weiß es nicht. Wer den Baum anpflanzte? Ich weiß es nicht. Wie lange der Baum brauchte, damit [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Du siehst diesen Stuhl da. Sag mir, wer dir zum ersten Mal gesagt hat, dies sei ein Stuhl.

    Ich kann es nur vermuten. Meine Eltern.

    Weißt du, wo der Baum stand, der für diesen Stuhl sein Holz lieferte?

    Ich weiß es nicht.

    Wer den Baum anpflanzte?

    Ich weiß es nicht.

    Wie lange der Baum brauchte, damit daraus Nutzholz werden konnte?

    Ich weiß es nicht.

    Wer den Baum fällte?

    Ich weiß es nicht.

    Wer den Baum zum Stuhl verarbeitete?

    Ich weiß es nicht.

    Wer den Stuhl hierher lieferte, wo er jetzt steht?

    Ich weiß es nicht.

    Wenn man diesen Stuhl nun in seine Teile zerlegt, ist es schon schwieriger, ihn gleich als solchen wiederzuerkennen. Wenn daraus dann Sägespäne entstehen und man das immer weiter betreibt, bis aus der Materie Atome werden. Was weißt du dann noch von dem Stuhl, was sein Ganzes ausmacht?

    Eigentlich nichts.

    Und was lernst du daraus?

    Dass ich vom Ganzen, was das Wesentliche ausmacht, nichts weiß.

    Gut. In diesem Wissen begegne dir selbst und allem Anderen …………..

    Von Manfred Fischer

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15453-der-stuhl/feed/ 6
    Erfolg … was soll das eigentlich? http://www.zeitzuleben.de/15743-erfolg-was-soll-das-eigentlich/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=erfolg-was-soll-das-eigentlich http://www.zeitzuleben.de/15743-erfolg-was-soll-das-eigentlich/#comments Wed, 14 Sep 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15743

    Im Beitrag „80.000 Stunden“ schildert der Trainer Jörg Weisner selbstbewusst seine Erfolgsgeschichte. Und in den Kommentaren wurde dieser Beitrag kontrovers diskutiert, was uns tatsächlich überrascht hat. Und wir sind in der Redaktion ins Diskutieren geraten. Die Frage, bei der wir letztlich gelandet sind, lautet: Was ist eigentlich Erfolg? Das Wörterbuch sagt dazu Folgendes: Er·fọlg der [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Im Beitrag „80.000 Stunden“ schildert der Trainer Jörg Weisner selbstbewusst seine Erfolgsgeschichte. Und in den Kommentaren wurde dieser Beitrag kontrovers diskutiert, was uns tatsächlich überrascht hat.

    Und wir sind in der Redaktion ins Diskutieren geraten. Die Frage, bei der wir letztlich gelandet sind, lautet: Was ist eigentlich Erfolg?

    Das Wörterbuch sagt dazu Folgendes:

    Er·fọlg der <Erfolgs (Erfolges), Erfolge> (↔ Misserfolg)

    die Tatsache, dass eine Anstrengung zu einem guten Ergebnis führt und Anerkennung findet

    Aber was meinen Sie?

    • Ist Erfolg sexy?
    • Ist Erfolg einfach nur das, was auf meine Handlung folgt?
    • Ist Erfolg ein Luxus-Auto vor der Tür?
    • Ist Erfolg etwas, was man lieber nicht zeigen sollte, um die Neider nicht zu provozieren?
    • Oder ist Erfolg, wenn man schafft, was man sich vorgenommen hat?

    Helfen Sie uns doch bitte mal weiter … was ist Erfolg in Ihren Augen? Und warum ist es so schwer, ihn zu haben oder ihn bei anderen zu ertragen?

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15743-erfolg-was-soll-das-eigentlich/feed/ 144
    Introvertiert glücklich? http://www.zeitzuleben.de/15387-introvertiert-glucklich/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=introvertiert-glucklich http://www.zeitzuleben.de/15387-introvertiert-glucklich/#comments Tue, 13 Sep 2011 04:00:00 +0000 Gilbert Dietrich http://www.zeitzuleben.de/?p=15387

    Ich bin introvertiert und das macht es mir nicht immer leicht. Ich bin schnell erschöpft, wenn ich unter Leuten bin, in Gesprächen finde ich manchmal nur schwer die offensichtlichsten Wörter oder Namen, und Gesprächspartner wundern sich schon mal über meinen ausweichenden Blick, wenn ich mit ihnen rede. Ich brauche viel Zeit mit mir allein, um [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ich bin introvertiert und das macht es mir nicht immer leicht. Ich bin schnell erschöpft, wenn ich unter Leuten bin, in Gesprächen finde ich manchmal nur schwer die offensichtlichsten Wörter oder Namen, und Gesprächspartner wundern sich schon mal über meinen ausweichenden Blick, wenn ich mit ihnen rede. Ich brauche viel Zeit mit mir allein, um ausgeglichen und glücklich zu sein. Es fällt mir schwer, in Gruppensituationen überhaupt etwas zu sagen, und wenn ich mich unter Druck gesetzt fühle, setzt mein Verstand schon mal total aus. Oft komme ich gar nicht hinterher, denn ich brauche länger, um alles zu durchdenken, während andere große Reden schwingen. Ich gehe Partys aus dem Weg und ich nehme im Büro selten den Fahrstuhl, um dem Smalltalk auszuweichen. Ich bin anders. Und wenn man der Statistik glauben darf, dann ist das jeder Fünfte von Ihnen auch.

    Wo bekommen Sie Ihre Energie her?

    Der Begriff „introvertiert“ steht dem Begriff „extravertiert“ entgegen. Der Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie C. G. Jung hat diese zwei Eigenschaften als wichtigste Faktoren in seine Persönlichkeitspsychologie eingeführt.

    Introvertierte Menschen beziehen ihre Energie aus sich selbst heraus und richten ihre Energien auch gern nach innen. Sie bevorzugen eine „minimal-stimulierende“ Umwelt, weil sie eine niedrige Reizschwelle haben. Hirnphysiologisch geht das darauf zurück, dass ihre Synapsen eine größere Sensibilität und Konnektivität aufweisen. Introvertierte Personen haben auch in Entspannungsphasen mehr Hirnaktivität und die Blutzirkulation in ihren Hirnen ist komplizierter. Mit anderen Worten, in den Köpfen der Introvertierten passiert einfach mehr. Sie kriegen mehr mit und selbst bei geringer Stimulanz geht im Oberstübchen überall das Licht an. Der Nachteil: Sie verbrauchen bei entsprechender Stimulanz mehr Energie, sind schneller erschöpft und benötigen länger, alle Daten zu verarbeiten. Sozial äußert sich das dann oft in Zurückgezogenheit und Schweigsamkeit. Anders als extravertierte Menschen benötigen sie jedoch auch nicht so viele Reize, um glücklich und zufrieden zu sein. Sie langweilen sich seltener und fühlen sich kaum einsam. Zu vielen anderen Stärken von Introvertierten, die seit C. G. Jungs Grundlegung immer wieder beschrieben werden, komme ich weiter unten im Text.

    Introvertiert und das ist gut so!

    In unserer lauten Vollgasgesellschaft kommen die introvertierten Personen schnell mal unter die Räder. Die heutige Welt gehört den extravertierten Machern, den risikofreudigen Entscheidern, den redegewandten Netzwerkern, die auf den After-Work-Partys neue Partner und Klienten angeln. Sie gehört eher nicht den kontaktscheuen Stubenhockern, den Leseratten und Teetrinkern. Das sollte man jedenfalls denken, wenn man die Lautstärke und Präsenz der einen vergleicht mit der Zurückhaltung und Unscheinbarkeit der anderen. Ganz so ist es aber nicht. Eine erfolgreiche Gesellschaft braucht alle Sorten von Menschen: risikofreudige und vorsichtige, tatkräftige und planende, eben extravertierte und introvertierte. Am allerwichtigsten ist jedoch, dass sich introvertierte Menschen selbst als das erkennen, was sie sind. Denn schnell wird man als Einzelgänger oder schüchtern abgestempelt und an den Rand gedrängt. Am Ende denkt man, etwas stimmt mit einem selbst nicht. Großer Quatsch. Vielmehr sind Sie etwas Besonderes, machen Sie das Beste daraus. Hier sind ein paar Tipps, die mir geholfen haben:

    Laden Sie Ihre Batterien auf

    • Hören Sie auf Ihren Körper und ziehen Sie sich mit gutem Gewissen zurück. Sie brauchen die Ruhe und Abgeschiedenheit, um Ihre Batterien aufzuladen.
    • Gehen Sie irgendwohin, wo Sie ungestört einen Tee oder Kaffee trinken können, blättern Sie in einem Magazin und erholen Sie sich. Danach geht es Ihnen wieder gut und Sie sind fit für das Meeting oder die Party, zu der Sie sich durchgerungen haben.
    • Erlauben Sie sich, ohne große Erklärung in Meetings oder auf der Party die Beobachterrolle einzunehmen, die Ihnen ohnehin liegt. Das ist völlig in Ordnung und hilft Ihnen, sich zu orientieren und Energie zu tanken, um dann auch wieder aktiv dabei zu sein.

    Bereiten Sie sich vor

    • Egal ob Sie zu einem Meeting gehen müssen oder die Party wirklich nicht absagen konnten, bereiten Sie sich vor! Wer kommt? Worum geht es? Was kann ich beitragen? Damit nehmen Sie sich die Angst, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen oder tun sollen.
    • Denken Sie auch an die schönen Momente, die Sie auf der Party und sogar im Meeting erleben werden. Vielleicht werden Sie auf der Party einen alten Freund wiedersehen und etwas Leckeres essen. Denken Sie an einen Erfolg, über den Sie im Meeting berichten können.
    • Identifizieren Sie einen Freund oder guten Kollegen im Voraus, an den Sie sich während der ersten schweren Minuten halten können. So haben Sie nicht das unangenehme Gefühl, allein in der Gegend rumstehen zu müssen.
    • Wenn Sie eine Präsentation geben oder eine Verhandlung führen müssen, dann üben Sie vorher, spielen Sie Szenarien durch, antizipieren Sie mögliche Gegenargumente und Ihre eigene Reaktion darauf. Sie gehen dann sicherer in die Situation.
    • Denken Sie sich einen Fluchtplan aus und halten Sie sich daran. Verlassen Sie die Party oder das Meeting selbstbewusst und ohne viel Rechtfertigung.

    Über den eigenen Schatten springen

    • Sagen Sie einfach mal das, was Ihnen auf der Zunge liegt. Auch in Meetings, auf die Sie nun vorbereitet sind.
    • Machen Sie mal etwas ganz spontan, überraschen Sie sich selbst. In Maßen bringt Abwechslung eine Menge Spaß.
    • Denken Sie hinterher nicht drüber nach. Alles ist gut. Anders, als wir befürchten, ruiniert es nicht sofort den Ruf, wenn etwas nicht hundertprozentig durchdacht war.
    • Als introvertierte Person schätzen Sie Harmonie und es kann Ihnen schwerer fallen, Konflikte zu ertragen und für Ihre Ideen zu kämpfen. Tun Sie es trotzdem immer dann, wenn es wirklich wichtig ist. So denkt niemand, Ihnen sei alles egal oder sie hätten kein Durchsetzungsvermögen.

    Stärken bewusst nutzen

    Seit C. G. Jung werden introvertierten Menschen verschiedene Eigenschaften und Fähigkeiten zugesprochen. Nutzen Sie diese charakteristischen Stärken und Talente für sich.

    • Sie haben eine enorme Beobachtungsgabe, viel Empathie und Menschenkenntnis – bringen Sie das zum Nutzen Ihrer Mitmenschen in Familie, Freundeskreis und Arbeit ein.
    • Sie schreiben wahrscheinlich gut und lesen viel. Ihre Mitmenschen wollen das wissen und bewundern Ihre Intelligenz. Teilen Sie Ihr Wissen mit.
    • Sie sind verlässlich und was Sie tun ist immer durchdacht, man nimmt Sie ernst und schätzt Ihre Gesellschaft. Setzen Sie das bewusst und auch mal strategisch im Beruf ein.
    • Ihre Mitmenschen sind beeindruckt von dem, was Sie alles mitkriegen. Gehen Sie nicht davon aus, dass alle anderen sehen, was Sie selbst sehen. Ihre Mitmenschen brauchen Ihren Daten-Input, um zu den richtigen Entscheidungen zu kommen.
    • Sie denken sehr assoziationsreich und wirken daher kreativ auf andere. Spielen Sie das bewusst aus, Ihre extravertierten und manchmal auch weniger originellen Gesprächspartner werden erstaunt sein.
    • Ihre Freunde und Bekannten lieben außerdem, dass Sie auch mal zuhören und nicht einer von denen sind, die sich selbst am liebsten reden hören. Spielen Sie das aus, suchen Sie sich Beschäftigungen, in denen es auf solche Stärken ankommt.

    Offen zu Besonderheiten stehen

    • Denken Sie nicht, dass alle Menschen von sich aus versuchen werden, Sie mit Ihren Besonderheiten zu verstehen. Auf manche wirken Sie schlicht zurückgezogen, vielleicht sogar arrogant. Klären Sie Freunde und Kollegen auf! Erzählen Sie vom Gegensatz der Temperamente. Das sind interessante Themen, die immer Zuhörer finden werden.
    • Gehen Sie auch spontan offen mit Ihrer Besonderheit um, z.B. indem Sie andere wissen lassen, dass Sie etwas Zeit benötigen, um das Gesagte zu verarbeiten, oder indem Sie offen sagen, dass soziale Interaktion Sie erschöpft und Sie ein paar ruhige Minuten benötigen.
    • Erklären Sie Freunden, warum Sie sich lieber mit wenigen und Ihnen besonders wichtigen Menschen in einem ruhigen Umfeld treffen. Die betroffenen Freunde werden sich geehrt fühlen.

    Herausforderungen bewusst annehmen

    • In Meetings schreiben Sie Notizen für sich selbst, das hilft Ihnen, konzentriert bei der Sache zu bleiben und später ganz ohne Druck das Gesagte noch einmal Revue passieren zu lassen.
    • Reden Sie langsam und – um sich nicht zu verzetteln – bleiben Sie bei Ihrem Hauptpunkt: Was ist die wichtigste Information, die Ihre Partner aus dem Gespräch mitnehmen sollen?
    • Da Sie sehr assoziationsreich und sprunghaft denken, versuchen Sie beim Reden, die anderen bei sich zu behalten, indem Sie Ihren Gedanken strukturiert von Anfang bis Ende formulieren. Andernfalls können Sie konfus wirken.
    • Stellen Sie bewusst Augenkontakt her, wenn Sie sprechen, auch wenn es nur kurz ist. Spiegeln Sie das Verhalten Ihres Gegenübers. Nicken Sie und fragen Sie nach, ob Ihre Gesprächspartner verstanden haben oder Fragen und Ergänzungen dazu haben.

    Laut Statistik fallen die meisten von Ihnen nicht in die Kategorie der deutlich introvertierten Persönlichkeiten. Aber wenn Sie drüber nachdenken, dann fallen Ihnen gleich Verwandte, Freunde und Kollegen ein, die eher ruhig sind und sich gerne zurückziehen. Geben Sie diesen manchmal etwas besonderen Mitmenschen eine Chance! Lassen Sie ihnen die Zeit, auf das, was Sie selbst sagen, durchdacht zu reagieren. Wo gibt es das noch, dass man Ihnen zuhört und das Gesagte so ernst nimmt? Lassen Sie diese Menschen auch ausreden und fallen Sie ihnen nicht ins Wort, auch wenn es mal länger dauert. Und geben Sie diesen Menschen Raum und Zeit, sich zu konzentrieren und zu erholen. Wir alle profitieren von der Diversität unserer Temperamente. Wir sollten das schätzen und uns gegenseitig als Menschen mit zwar verschiedenen, aber liebenswerten Eigenarten erkennen und ergänzen.

    von Gilbert Dietrich

    Gilbert Dietrich
    Gilbert Dietrich ist ausgebildeter Coach und arbeitet als Personal-Manager im Internet-Business. Seine Leidenschaften sind das Schreiben, der Sport und all die schönen Dinge eines intensiven Lebens.

    Auf seinem Blog Geist und Gegenwart geht er der Suche nach dem Lebensglück aus der Perspektive von Coaching, philosophischer Praxis und Psychologie nach. Apropos: Wer mehr zur Introversion lesen will, der findet auf Geist und Gegenwart einige weiterführende Artikel dazu.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15387-introvertiert-glucklich/feed/ 47
    Fantastisch (Neil Pasricha) http://www.zeitzuleben.de/15726-fantastisch-neil-pasricha/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=fantastisch-neil-pasricha http://www.zeitzuleben.de/15726-fantastisch-neil-pasricha/#comments Mon, 12 Sep 2011 04:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=15726 Dieses unterhaltsame und inspirierende Buch zeigt 1.000 alltägliche Dinge, die uns glücklich machen

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Fantastisch. 1000 alltägliche Dinge, die uns glücklich machen.” von Neil Pasricha – München: Kailash-Verlag, 2010 – 319 S. – ISBN-13: 978-3-424-63037-4 – 16,99 €

    Vielleicht kennen Sie das auch: Der Tag rauscht vorbei. Es gibt viel zu denken und zu erledigen und irgendwie ist man ganz schön ernsthaft bei der Sache. Manchmal wünsche ich mir dann eine Art Bonbontüte, in die ich greifen kann, wenn ich für einen Moment alles vergessen will und mich unbeschwert fühlen möchte.

    Das Buch „Fantastisch. 1000 alltägliche Dinge, die uns glücklich machen“ ist für mich mittlerweile zu so einer Tüte geworden. Immer wieder, wenn ich darin lese, hat das Buch den Effekt, dass ich mich für einen Moment unbeschwert und leicht fühlen kann. Der Autor Neil Pasricha versammelt in seinem Buch auf jeweils ein bis zwei Seiten Erlebnisse, die die meisten von uns kennen und mit denen viele von uns ein ganz besonderes Wohlbehagen verbinden:

    • der Duft frischer Brötchen
    • wenn Du in der Tasche Deines alten Mantels Geld findest
    • eine grüne Welle erwischen
    • wenn Du aufwachst, bevor Dein Wecker klingelt, und zufrieden feststellst, dass Du noch weiterschlafen kannst
    • die Plastikschutzfolie von einem neuen technischen Gerät abziehen

    Alles Dinge, bei denen manch einer unwillkürlich lächeln muss. Die in dem Buch erzählten Augenblicke knüpfen an früher Erlebtes an. Es sind Momente, die sicher ganz viele Menschen kennen und als schön empfinden. So etwas wie kollektive Wohlfühlmomente vielleicht. Erinnern Sie sich daran, wie es ist, eine Luftpolsterfolie knallen zu lassen oder wenn der Duft von frischgeschnittenem Gras durchs Fenster weht? Ist das dann nicht wirklich ein „fantastischer“ Augenblick?

    Neil Pasricha erzählt von diesen Erlebnissen so unmittelbar und lebendig, dass ich den Ellenbogen in der Seite fast spüre: „Weißt Du noch …? War das nicht toll …?“ Und innerlich nicke ich und denke: „Oooh, ja. Das war … schön, bewegend, lustig, …“

    In dem Moment, wenn ich an so einen Augenblick denke, ist das Gefühl wieder da. Ich finde es toll, an vermeintlich unscheinbare Erlebnisse erinnert zu werden und sofort dieses ganz spezielle wohlige Gefühl zu haben. Solche Momente kennt vielleicht jeder. Aber die Kunst besteht oftmals darin, sich auch an sie zu erinnern. Und dabei hilft dieses Buch ungemein. Vor allem, wenn man es so liegen hat, dass man immer mal hineinschauen kann.

    In den vergangenen Wochen habe ich hin und wieder in dem Buch gelesen und dadurch eine ganze Reihe zusätzlicher Wohlfühlmomente erlebt. Nach einiger Zeit konnte ich bei mir noch einen interessanten Nebeneffekt feststellen. Es veränderte sich dadurch etwas in meiner Wahrnehmung. Ich habe festgestellt, dass mir immer mehr Erlebnisse auffallen, die für mich persönlich „fantastische“ Momente sind: der Geruch, wenn ich im Baumarkt bin. Ein Lieblingslied im Radio, das genau dann endet, wenn ich vor der Haustür stehen bleibe. Im Bett zu liegen und an den Wolken vor dem offenen Fenster zu sehen und am Donnern zu hören, wie sich ein Gewitter zusammenbraut. Ich persönlich sammle also immer mehr fantastische Momente in meiner Bonbontüte, in die ich zwischendurch immer wieder hineingreifen kann.

    „Fantastisch. 1000 alltägliche Dinge, die uns glücklich machen“ ist ein unterhaltsames, inspirierendes Buch. Nicht unbedingt zum Ineinsdurchlesen geeignet. Dann besteht die Gefahr der Übersättigung. Aber wohldosiert eine echte Bereicherung. Es ist ein schönes Geschenk für fast jedermann und auf jeden Fall langlebiger als eine Pralinenschachtel, die im ersten Moment vielleicht einen ganz ähnlichen Effekt haben kann. Etwas schade finde ich, dass es kein Register zum Wiederfinden der Lieblingserlebnisse gibt. Aber mal ehrlich: Welche Bonbontüte hat schon ein Register :-)

    Bewertung: PunktPunktPunktPunkt-Punkt

    „Fantastisch” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15726-fantastisch-neil-pasricha/feed/ 1
    Special: Kommunikation http://www.zeitzuleben.de/15684-special-kommunikation/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=special-kommunikation http://www.zeitzuleben.de/15684-special-kommunikation/#comments Wed, 07 Sep 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15684

    Wenn man ein erfolgreiches Leben führen möchte, dann hilft es enorm, wenn man gut kommunizieren kann. Zum Beispiel, wenn man mit anderen Menschen grundsätzlich gut auskommen möchte, wenn man Konflikte mit anderen Menschen hat oder wenn man andere Menschen von sich bzw. seinen Interessen überzeugen möchte. Und weil wir zu diesem Thema schon viel geschrieben [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Wenn man ein erfolgreiches Leben führen möchte, dann hilft es enorm, wenn man gut kommunizieren kann. Zum Beispiel,

    • wenn man mit anderen Menschen grundsätzlich gut auskommen möchte,
    • wenn man Konflikte mit anderen Menschen hat oder
    • wenn man andere Menschen von sich bzw. seinen Interessen überzeugen möchte.

    Und weil wir zu diesem Thema schon viel geschrieben haben und auch viele Bücher vorgestellt haben, die sich mit der zwischenmenschlichen Kommunikation beschäftigen, möchten wir Ihnen mit diesem „Special: Kommunikation“ mal einen Überblick darüber geben.

    Wie gut ist Ihre Kommunikation?

    Was bedeutet das denn nun: gut kommunizieren? Was ist richtig und wichtig im kommunikativen Miteinander? Wir haben uns mal darüber Gedanken gemacht und die für uns wichtigsten Kriterien für eine gelungene Kommunikation in einer Checkliste zusammengetragen.

    Mit der Checkliste können Sie sich selbst überprüfen, aber auch ein paar Anregungen finden, an welcher Stelle Sie Ihre Kommunikation noch verbessern können.

    Grundsätzliches zur Kommunikation

    Miteinander zu reden ist oftmals sehr kompliziert, weil so viele verschiedene Aspekte eine Rolle spielen. Um erfolgreich zu kommunizieren, ist es deshalb hilfreich, sich an einigen Rahmenbedingungen und Eckpfeilern zu orientieren. Aber welche können das sein? Wie kann ich Gespräche so vorbereiten und gestalten, dass sie für alle Gesprächspartner erfolgreich verlaufen? Welche Grundhaltung ist nützlich, wenn ich auf Augenhöhe mit Anderen kommuniziere? Und was ist mit meinem wichtigsten Kommunikationsmittel, der Sprache? In den folgenden Beiträgen finden Sie Ideen und Hintergründe zu den Rahmenbedingungen in der Kommunikation.

    Buchtipps:

    Kommunikation in der Partnerschaft

    Gute Kommunikation ist in einer Partnerschaft das A und O. Dass man als Partner viel miteinander redet, ist eigentlich selbstverständlich. Aber gerade für eine gesunde Partnerschaft spielt es auch eine Rolle, wie man sich verständigt: Welche Wortwahl benutze ich, wenn es zu Konflikten kommt? Wie gelingt eine einfühlsame Kommunikation, zu der vor allem auch das Zuhören gehört? Und was kann man tun, wenn man wirklich mit der Zeit immer weniger miteinander spricht? Unsere Beiträge dazu können Ihnen vielleicht den ein oder anderen Impuls geben …

    Buchtipps:

    In schwierigen Situationen

    Worte können wie Waffen sein. Und entsprechend ist gerade bei einem Streit, bei Provokationen oder bei Kritik die richtige Wortwahl sehr entscheidend. Vielleicht möchten Sie jemanden kritisieren, ohne ihm weh zu tun. Vielleicht sind Sie in der Situation, dass jemand Sie verbal attackiert. Oder vielleicht haben Sie auch das Gefühl, dass jedes Gespräch unmöglich ist, weil man Ihnen einfach nicht richtig zuhört. Eine Auswahl unserer Beiträge dazu finden Sie hier:

    Buchtipps:

    Vor anderen Menschen reden

    Gerade das Sprechen vor Anderen fällt vielen von uns schwer. Da steht man wie auf dem Präsentierteller da und muss andere Menschen überzeugen. Dabei gibt es Möglichkeiten, der sogenannten Redeangst zu begegnen. Wie das durch eine gute Vorbereitung gelingen kann und was sonst noch hilfreich sein könnte, wenn man erfolgreich vor anderen Menschen sprechen möchte (oder muss), erfahren Sie in diesen Beiträgen:

    Buchtipps:

    Kommunikation mit sich selbst

    Wir kommunizieren auch mit uns selbst. Und das nicht nur in Selbstgesprächen, wenn wir mal einsam sind. Nein, in Gedanken senden wir uns ständig Botschaften. Und oftmals sind diese Botschaften negativ besetzt. Wir bewerten uns und schimpfen mit uns selbst: „Na toll, das hat ja mal wieder nicht geklappt“, „Mann, bin ich doof“, „Ich bin nicht hübsch genug“. Und diese Nachrichten haben in der Folge auch einen großen Einfluss auf unsere Gefühle: Sie lösen z. B. Selbstzweifel, Entmutigung und grundsätzliche Unzufriedenheit mit sich selbst aus. Wie Sie besser mit sich selbst kommunizieren können und welche Auswirkungen das auf Ihr gesamtes Leben haben kann, zeigen wir unter anderem in folgenden Beiträgen:

    Buchtipps:

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15684-special-kommunikation/feed/ 1
    Eine Frage, eine Antwort … 80.000 Stunden http://www.zeitzuleben.de/15496-eine-frage-eine-antwort-weisner/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=eine-frage-eine-antwort-weisner http://www.zeitzuleben.de/15496-eine-frage-eine-antwort-weisner/#comments Tue, 06 Sep 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15496

    In unserer neuen Rubrik „Eine Frage – eine Antwort” haben wir dieses Mal den Business-Coach und Trainer Jörg Weisner befragt: Wenn Sie einmal auf Ihr Leben zurückblicken: Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Ihr Leben? und die folgende Antwort bekommen: Das weiß ich noch ganz genau. Ich war in einer [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    In unserer neuen Rubrik „Eine Frage – eine Antwort” haben wir dieses Mal den Business-Coach und Trainer Jörg Weisner befragt:

    Wenn Sie einmal auf Ihr Leben zurückblicken: Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Ihr Leben?

    und die folgende Antwort bekommen:

    Das weiß ich noch ganz genau. Ich war in einer Bank als Anlageberater beschäftigt. Es war Mitte Juni, ich war drei Monate zuvor 27 Jahre alt geworden. Der Job brachte mir Spaß. Banklehre mit 1 abgeschlossen, dann in die Wertpapierabteilung. Nach kurzer Zeit Gehaltserhöhung und Handlungsvollmacht. Die Bankakademie besuchte ich am Wochenende. Alle hielten mich für den geborenen Banker. Der weitere Karrierepfad schien vorgezeichnet.

    Und dann kam dieser Mittwochnachmittag, kurz vor fünf. Der Schalter war schon seit 13.30 geschlossen. Die meisten Kollegen waren auch schon gegangen. Ich genoss die Ruhe in der Bank und schaute mir die Börsenentwicklungen einiger Kundenpapiere an. Vor mir sah ich die Charts der Aktienkurse der letzten Jahre. Wie würde sich der Kurs wohl in den nächsten 5, vielleicht sogar 10 Jahren entwickeln?

    Plötzlich gingen meine Gedanken in eine ganz andere Richtung. Auch in Richtung Zukunft, aber nicht mehr auf die Aktien bezogen, sondern auf mich. Ganz persönlich.

    Wie wird sich mein persönlicher Kurs entwickeln? Was könnte ich in der Bank erreichen? Filialleiter einer großen Filiale wie Kiel? Das sollte machbar sein. Und wie viele Stunden hätte ich wohl noch zu arbeiten, bis ich die Rente bei der Bank einreichen könnte? 80.000 Stunden!

    Genau diese Antwort veränderte mein Leben.

    Die 80.000 Stunden gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Was sollte ich mit diesen vielen Stunden anfangen? So viel Spaß mir der Beruf in der Bank auch brachte, war es das wert???

    Drei Wochen später legte ich meinem Chef die Kündigung auf den Tisch. „Mit Betriebswirten kann man doch die Straße pflastern“, war sein etwas verärgerter Kommentar.

    Der erste Schritt war getan. Schnell hatte ich mich entschieden, doch noch zu studieren. Und mein Vater hat mich bei dieser Entscheidung unterstützt: „Wenn es finanziell für Dich eng wird, dann kriegen wir das schon hin.“

    Anfang Oktober war Studienbeginn, am 3. Oktober verstarb mein Vater vollkommen unerwartet an einem Herzinfarkt. Neben dem Schock und der Trauer war damit auch mein finanzielle Sicherheit dahin. Bafög allein reichte nicht aus. Also was tun?

    Sich selbst beweisen

    Einer unserer Dozenten aus der Bankakademie war Unternehmensberater. Promovierter Wirtschaftsingenieur. Er konnte sehr begeisternd über seine Existenzgründungsberatungen erzählen und uns BWL wirklich zum Anfassen nahebringen. Ich nahm meinen Mut zusammen und sprach ihn an: „Ich möchte gern bei Ihnen ein Praktikum absolvieren.“ „Da kostet nur meine Zeit und mein Geld, daran habe ich kein Interesse“, kam umgehend die Abfuhr.

    Und jetzt kam mir der rettende Einfall: „Ich dachte als Volontär. Ich arbeite für Sie kostenlos und wenn Sie merken, dass ich Ihnen Geld einbringen kann, dann geben Sie mir etwas ab, wo ist das Risiko?“ Er überlegte nur kurz: „Einverstanden, dann kommen Sie morgen vorbei und fangen Sie an.“

    Der nächste Tag war ein Sonntag und so begann ich an einem Sonntag meine neue Karriere als Berater. Nach einem Monat bot mir mein Chef 12 DM pro Stunde, nach einem halben Jahr Einarbeitungszeit erhöhte er auf 18 DM und nach einem weiteren halben Jahr auf 27 DM. Damit verdiente ich nach einem Jahr freiberuflicher Tätigkeit mehr als vorher in der Bank. Und ich konnte mich austoben, wie ich wollte. Ich habe in den vier Jahren parallel zum Studium über 50 Gründungsberatungen durchgeführt. Die für mich ideale Ergänzung zum BWL-Studium.

    Ein etwas anderer Bewerbungsweg

    Etwa ein Jahr vor meinem Examen stellte sich eine der großen fünf Wirtschaftsprüfungsfirmen an der Uni vor. Sie warben um Absolventen. Ich sprach einen der Partner an. „Wann sind Sie fertig mit Ihrem Studium?“ „In ca. einem Jahr“, antwortete ich. „Dann dürfen Sie sich noch nicht bei uns bewerben. Wir akzeptieren nur Bewerber ein halbes Jahr vor Abschluss.“ Wieder so eine spontane Abfuhr. „Kann ich mich denn informieren, wie es bei Ihnen so abläuft?“ „Ja, das können Sie.“ Wir vereinbarten einen Termin in Hamburg. Der Partner widmete sich mir eine ganze Stunde. Am Ende des Gespräches reichte ich ihm eine Mappe über den Tisch, mit meinem Lebenslauf und einigen Referenzen aus der Beratung. „Sie dürfen sich nicht bewerben“, war seine Reaktion. „Das tue ich auch nicht. Ich möchte nur sehen, was Sie davon halten. Das ist keine Bewerbung!“, antwortete ich grinsend.

    Er war inzwischen so neugierig geworden, dass er mich bat, eine halbe Stunde zu seinem Kollegen zu gehen, während der Zeit würde er sich meine Unterlagen ansehen. Danach rief er mich wieder herein: „Ich würde Sie gern einstellen, darf es aber noch nicht. In einem halben Jahr können Sie von mir den Vertrag haben.“ Ich hatte meine erste Zusage. Ohne Abschlusszeugnis, nur aufgrund meines Auftretens, meiner Erfahrungen und meines Mutes, eben nicht den typischen Bewerbungsweg einzuhalten. Gegen Ende meines Studium wollte mich der Unternehmensberater dann auch als Partner einstellen. Ich fühlte mich aber noch zu jung und wünschte mir noch mehr Managementerfahrung.

    Prioritäten gesetzt

    Mein alter Chef aus der Bank lud mich zum Gespräch ein. Er schlug mir einen interessanten Posten in Kiel vor. Da ich ja bereits eine Zusage von der großen Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft in petto hatte, konnte ich locker und entspannt auftreten. Parallel zu den Kielern lud mich die Zentrale in Frankfurt zur Vorstellung ein. Dort bot man mir einen Posten ähnlich einem Vorstandsassistenten an. Von den Karrierechancen her sehr interessant. Aber ich hätte nach Frankfurt umziehen müssen. Mein Sohn war geboren. Meine Familie lebte am Selenter See. Das alles gegen mehr Geld und Frankfurt eintauschen? Nein! Ich blieb in Kiel und fing als Firmenkundenbetreuer wieder bei der Bank an, bei der ich damals gekündigt hatte. Mein Plan war, mich nach drei Jahren von einem Kunden abwerben zu lassen.

    Das passierte aber schon nach drei Wochen. Durch das freie Arbeiten in der Beratung – auch wenn das zum Teil sehr viele Stunden waren – hatte ich mich an eine Freiheit gewöhnt, die mir die Bank nicht mehr bieten konnte. Also kündigte ich zum zweiten Mal.

    Meine nächste Station war ein inhabergeführter Handelsbetrieb, in dem ich als Finanzchef und Verwaltungsleiter eingestellt wurde. Nach fünf Jahren wirkte ich beim Verkauf dieses Unternehmens maßgeblich mit und ging dann wieder in die Beratung zurück.

    Aus anfänglicher konzeptioneller Beratung wurden dann immer mehr Workshops und Seminare. Und das jetzt schon seit mehr als zwanzig Jahren, trotz vieler Höhen und Tiefen aber immer mit viel Spaß dabei. Und das alles dank der einen Erkenntnis: 80.000 Stunden.

    Die Bereitschaft, auch umsonst zu arbeiten, öffnete mir die Tür zu der ersten Unternehmensberatung. Das Ausscheren aus dem üblichen Bewerbungsverfahren verschaffte mir die Zusage von der großen Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft und damit die Freiheit, entspannt mit weiteren potentiellen Arbeitgebern verhandeln zu können.

    Ich glaube, dieses entspannte Auftreten zusammen mit dem Wunsch, wirklich nur das zu tun, was mir auch Freude bringen würde, war mein Erfolgsrezept. Und ist es auch noch heute, wenn es um neue Kundenaufträge geht. Klar, ich brauche neue Aufträge. Aber nicht um jeden Preis. Und nicht von jedem Kunden. Je verkrampfter ich auftrete, je geringer sind die Chancen, dass ich den Job bzw. den Auftrag bekomme. Es sieht wie ein Paradoxon aus. Je weniger ich an dem speziellen Job hänge, je größer ist die Chance, ihn zu bekommen.

    Beide Seiten haben die Möglichkeit, zu prüfen, ob sie zueinander passen. Wie beim Flirten. Wenn ich unbedingt eine Freundin suchte, wurde es schwierig. Wenn ich loslassen konnte und mich einfach auf das Gegenüber einlassen konnte, ging es viel, viel leichter und machte auch noch mehr Spaß.

    Für mich ist die innere Freiheit verbunden mit der Ausrichtung auf die Freude an der Tätigkeit langfristig am erfolgreichsten.

    Jörg Weisner

    Jörg Weisner

    Jörg Weisner arbeitet seit über zwanzig Jahren als Trainer und Coach mit Unternehmern, Selbständigen und Führungskräften.

    Seine Philosophie hat er in seinem ersten Buch Job & Joy zusammengefasst, welches durch das gleichnamige Job & Joy Blog ergänzt wird.

    In seinem zweiten Buch „Vergiss Selbstdisziplin, erfolgreiche Gewohnheiten bringen Dich voran“ beschreibt er eine verblüffend einfache Methode, genau diese aufzubauen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15496-eine-frage-eine-antwort-weisner/feed/ 34
    Ich denke, also spinn ich (Daniel Rettig, Jochen Mai) http://www.zeitzuleben.de/15629-ich-denke-also-spinn-ich/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ich-denke-also-spinn-ich http://www.zeitzuleben.de/15629-ich-denke-also-spinn-ich/#comments Mon, 05 Sep 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15629 Daniel Rettig und Jochen Mai haben in diesem Buch über 100 psychologische Effekte, Zusammenhänge und Phänomene zusammengetragen, die zeigen, wie wir Menschen ticken.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Ich denke, also spinn ich“ von Daniel Rettig und Jochen Mai – München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011 – 384 S. – ISBN-13: 978-3-423-24873-0 – 14,90 €

    Ich liebe wissenschaftliche Studien, die untersuchen, wie wir Menschen ticken. Und deswegen hat mir das vorliegende Buch auch Freude gemacht. Denn die beiden Journalisten Daniel Rettig und Jochen Mai haben in „Ich denke, also spinn ich“ über 100 psychologische Effekte, Zusammenhänge und Phänomene zusammengetragen.

    Zum Beispiel zeigen die beiden, dass intelligente Männer treuer sind als weniger intelligente Männer (was übrigens für Frauen nicht gilt). Oder sie erklären uns, warum wir immer am Wochenende krank werden und nicht während der Woche. Oder sie zeigen uns, warum es eine gute Sache ist, oft zu lächeln, und dass ein Dauerlächeln dagegen depressiv machen kann.

    Viele der vorgestellten Phänomene sind einfach nur amüsant zu lesen. Andere dagegen helfen uns, bessere Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel gibt es da den Confirmation-Bias. Dieses Phänomen beschreibt, dass wir Menschen uns sehr, sehr schwertun, von einer bestehenden Meinung abzurücken, weil wir aus Selbstschutz unserer Meinung zuwiderlaufende Fakten einfach unbewusst ausblenden und übersehen. Und so bleiben wir bei unseren oft falschen Überzeugungen und treffen ausgehend davon schlechte Entscheidungen. Und wenn man sich dessen bewusst ist, kann man dagegensteuern.

    Die Autoren zeigen uns auch, wie die Werbeindustrie oft Schwächen unseres Gehirns ausnutzt, um Produkte einfacher zu verkaufen. Hier gilt auch: Wenn man diese Schwächen kennt, kann man die Mechanismen der Werbung einfacher erkennen und Gegenmaßnahmen treffen.

    Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem vielseitigen Inhalt.

    Es lohnt sich also, sich damit zu beschäftigen, wie wir Menschen ticken, weil Bewusstheit oft der erste, notwendige Schritt ist, wenn wir etwas ändern wollen. Wobei das Buch nach meinem Geschmack ruhig auch noch ein bisschen praktischer hätte sein dürfen. Manchmal hätte das Buch gerne noch Handlungsanweisungen enthalten können, wie man das Wissen um die ganzen Phänomene im Alltag für sich nutzt. Manchmal hätte ich mir auch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

    Ansonsten ist das Buch locker und lesbar geschrieben und macht Spaß. Es macht einen auch ein bisschen demütig, weil man sich eingestehen muss, wie viele Dinge unser Verhalten und Denken beeinflussen, ohne dass wir es mitbekommen. Oder hätten Sie gedacht, dass die meisten Menschen in einem gelbgestrichenen Raum unbewusst mehr essen als in einem blauen Raum?

    Bewertung: PunktPunktPunktPunkt-Punkt

    „Ich denke, also spinn ich” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15629-ich-denke-also-spinn-ich/feed/ 1
    Motivations-Poster http://www.zeitzuleben.de/15451-motivations-poster/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=motivations-poster http://www.zeitzuleben.de/15451-motivations-poster/#comments Wed, 31 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15451

    Ob wir ein Ziel erreichen oder einen Vorsatz verwirklichen können, das ist oft eine Frage der Motivation. Dummerweise ist Motivation nichts, was man einfach ein- oder ausknipsen kann. Nein, so einfach ist es nicht. Was wir aber machen können, ist, unsere Motivation zu stärken. Durchhaltevermögen, Willenskraft und innere Stärke sind Fähigkeiten, die wir trainieren können. Und genau für diesen Zweck [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ob wir ein Ziel erreichen oder einen Vorsatz verwirklichen können, das ist oft eine Frage der Motivation. Dummerweise ist Motivation nichts, was man einfach ein- oder ausknipsen kann. Nein, so einfach ist es nicht.

    Was wir aber machen können, ist, unsere Motivation zu stärken. Durchhaltevermögen, Willenskraft und innere Stärke sind Fähigkeiten, die wir trainieren können.

    Und genau für diesen Zweck können Sie das Motivations-Poster verwenden.

    1) Schreiben Sie Ihren Vorsatz oder Ihr Ziel in die Wolke in der Mitte.

    2) Ergänzen Sie die Gründe, warum Sie Ihren Vorsatz und Ihr Ziel erreichen wollen.

    Fragen Sie sich hier:

    „Welche persönlichen, beruflichen oder finanziellen Gründe gibt es, dieses Ziel zu erreichen?“

    Und fragen Sie sich auch:

    „Was passiert, wenn ich es nicht erreiche und wenn alles so bleibt wie bisher? Wo stehe ich dann in 10 Jahren?“

    3) Nehmen Sie sich Ihr ausgefülltes Poster dann oft vor, idealerweise täglich. Dadurch lenken Sie immer wieder Ihren Fokus auf Ihren Willen und auf Ihre Entschlossenheit. Und dadurch werden Sie stärker.

    Probieren Sie es einmal aus.

    Motivations-Poster hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15451-motivations-poster/feed/ 3
    Tipps für Arbeitsuchende http://www.zeitzuleben.de/15395-tipps-fur-arbeitssuchende/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=tipps-fur-arbeitssuchende http://www.zeitzuleben.de/15395-tipps-fur-arbeitssuchende/#comments Tue, 30 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15395

    Letztes Jahr haben wir uns hier bei „Zeit zu leben“ dazu entschlossen, unser Team größer zu machen. Also habe ich Stellenanzeigen geschrieben und geschaltet, mir ein Auswahlverfahren ausgedacht und viele Gespräche mit möglichen Mitarbeitern geführt. Bisher dahin hatte ich nur die umgekehrte Erfahrung. Nach meinem Studium war ich selbst der Bewerber und habe mich zweimal [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Letztes Jahr haben wir uns hier bei „Zeit zu leben“ dazu entschlossen, unser Team größer zu machen. Also habe ich Stellenanzeigen geschrieben und geschaltet, mir ein Auswahlverfahren ausgedacht und viele Gespräche mit möglichen Mitarbeitern geführt.

    Bisher dahin hatte ich nur die umgekehrte Erfahrung. Nach meinem Studium war ich selbst der Bewerber und habe mich zweimal um eine Anstellung bemüht. Und heute, 14 Jahre später, fand ich mich plötzlich auf der anderen Seite des Tisches wieder. Nun war es meine Aufgabe, Menschen auszuwählen, die menschlich und fachlich gut zu uns passen.

    Ich sage Ihnen, das war aufregend und bedrückend zugleich. Aufregend, weil ich viele nette und interessante Menschen kennengelernt habe. Es war aber auch bedrückend, weil ich ganz nah mitbekommen habe, wie viele Menschen darunter leiden, keine Arbeit zu haben, und wie viele Menschen es gibt, die schon lange auf der Suche sind oder sich von einem 400-EUR-Job zum nächsten hangeln. Und ich sage Ihnen auch: Menschen abzusagen ist keine schöne Aufgabe.

    Damals habe ich mich das erste Mal gefragt, was ich persönlich heute als Arbeitssuchender tun würde, wenn ich trotz längerer Suche keine Anstellung bekommen würde. Seitdem gärt das Thema in mir und ich will meine Gedanken heute endlich mal aufschreiben.

    Zwei Welten prallen aufeinander

    Das Thema Arbeitssuche ist hochemotional. Es geht um wesentlich mehr, als nur einen Job zu finden.

    • Zum Beispiel geht es hier um die eigene Identität, also auch um die Frage: Bin ich ein Gewinner oder ein Verlierer in dieser Gesellschaft?
    • Es geht um den eigenen Selbstwert: Was bin ich wert, wenn niemand mich will?
    • Es geht um Status und Anerkennung.
    • Und es geht um die finanzielle Existenz und die vielen Ängste, die sich darum ranken.

    All diese Dinge spielen eine Rolle, während man auf der Suche nach einer Beschäftigung ist.

    Und das Gemeine ist: Den Arbeitsmarkt als ganzen kümmern diese Faktoren nicht die Bohne.

    Denn der Arbeitsmarkt ist ein abstraktes Gebilde, bestehend aus Angebot und Nachfrage, selbst wenn es dabei um Menschen geht. Mitgefühl, Moral und Ethik sind dem Arbeitsmarkt eher egal.

    So prallen menschliche Angst und Verletzlichkeiten auf die kühle Rationalität eines Gebildes, das keine Gefühle kennt, sondern nur die Wirkprinzipien eines abstrakten Systems.

    Nun sind Angst und Verletzlichkeit leider noch nie die besten Ratgeber gewesen. Deswegen vermute ich, dass man als Arbeitssuchender besser fährt, wenn man die ganzen Gefühle mal für einen Augenblick außen vor lässt und den Arbeitsmarkt ganz sachlich betrachtet.

    Die Sache mal ganz sachlich betrachtet

    Also … auf dem Arbeitsmarkt gibt es Angebot und Nachfrage. Die Nachfrager (= die Arbeitgeber) fragen ein Produkt nach (= die Arbeitskraft) und Arbeitnehmer liefern dieses Produkt.

    Und natürlich ist kein Mensch ein „Produkt“ oder eine Ware. Ein Mensch ist ein Wesen, mit Gefühlen, Wünschen, Sorgen und vielem mehr. Wir haben alle ein Recht auf Würde und Respekt. Die Arbeitskraft eines Menschen als Ware zu sehen ist reduziert und auch ein klein wenig respektlos. Das ist mir bewusst.

    Lassen Sie uns aber trotzdem einmal kurz Ihre Arbeitskraft als abstraktes Produkt begreifen. Ich meine das nicht respektlos – es ist auf diese Weise nur einfacher umzudenken und den Arbeitsmarkt besser zu verstehen. Denn nur wenn Sie den Arbeitsmarkt so sehen, wie er wirklich ist, können Sie tun was notwendig ist, um eine neue Arbeit zu finden.

    Denn wenn Sie mit Ihrer Arbeitssuche nicht weiterkommen, dann fehlt Ihnen offensichtlich etwas. Oft ist das ein neuer Blickwinkel und eine neue Denkweise. Und diese neue Denkweise möchte ich Ihnen hier vorstellen.

    Es gibt also Menschen, die haben plötzlich aus den verschiedensten Gründen ein Problem damit, ihr Produkt (= ihre Arbeitskraft) in diesem Markt zu vermieten.

    Und als Betreiber eines Unternehmens weiß ich: Wenn ich Schwierigkeiten habe, mein Produkt auf dem Markt zu verkaufen, dann hilft es nichts, dem Markt die Schuld zu geben.

    Der Markt ist, wie er ist, und er ändert sich nicht für mich. Wenn ich versuche den Markt zu ändern, kämpfe ich einen Kampf, den ich nicht gewinnen kann. Also kann ich nur über mich, mein Marketing oder über mein Produkt selbst nachdenken. Alles andere ist ein Kampf gegen Windmühlen, es sei denn, ich will in die Politik gehen oder eine Revolution anzetteln.

    Welche Rolle spielt das Selbstmarketing bei der Arbeitssuche?

    Das Marketing eines Arbeitssuchenden besteht aus seinen Bewerbungsunterlagen und seinem persönlichen Auftreten. Daran kann es sicher liegen, wenn man sein Produkt Arbeitskraft nicht an den Mann bekommt.

    Ein Marketingproblem könnte es aber auch sein, wenn ich meine Arbeitskraft der falschen Zielgruppe anbiete, wenn ich mich also bei den falschen Unternehmen bewerbe, obwohl andere Unternehmen mich gerne nehmen würden.

    Ein weiteres Marketingproblem könnte es sein, dass ich als Arbeitnehmer nicht genug „genetzwerkt“ habe, so dass mir im entscheidenden Augenblick die richtigen Kontakte fehlen.

    Das ist die Marketing-Seite und diese lässt sich oft relativ einfach korrigieren. Hier hilft oft ein bisschen Feedback von Freunden oder Experten und natürlich die Bereitschaft, sich ein bisschen anzupassen an die Wünsche und Bedürfnisse des Arbeitsmarktes.

    Welche Rolle spielen meine Qualifikationen?

    Kommen wir zum nächsten Punkt, dem Produkt an sich, also meiner Arbeitskraft.

    Wenn mein Marketing ordentlich ist und sich mein Produkt nicht verkauft, dann stimmt offensichtlich etwas mit meinem Produkt an sich nicht. Und mit meinem Produkt meine ich ganz sachlich wieder NICHT mich als gesamten Menschen, sondern nur meine Arbeitskraft.

    Zu meiner Arbeitskraft gehören meine fachlichen Fähigkeiten. Dazu kommen meine persönlichen Fähigkeiten, wie beispielsweise mein Kommunikationsverhalten, meine Verlässlichkeit oder mein Engagement.

    Das alles ist mein Produkt. Und es könnte sein, dass dieses Produkt im Augenblick niemand einkaufen möchte, weil

    • ich die falschen fachlichen Fähigkeiten habe,
    • weil ich nicht engagiert oder verlässlich genug wirke oder weil mein Kommunikationsverhalten abschreckt
    • oder vielleicht auch nur, weil es zu viele andere gibt, die die gleichen Fähigkeiten haben wie ich oder die in meinem Fachgebiet einfach besser sind als ich.

    Natürlich spielen bei meinem Produkt auch meine Ausbildung und Diplome als Bescheinigungen meiner fachlichen Fähigkeiten eine Rolle.

    Und leider geht es in letzter Zeit auch verstärkt um mein Alter. Sagen wir, wie es ist: Mit 25 Jahren findet man bei gleicher Qualifikation heute einfacher eine Arbeit als mit 55 Jahren. Deswegen gilt leider: Je älter man ist, desto größer müssen die fachlichen und persönlichen Fähigkeiten sein. Und desto wichtiger ist Vitamin B. Auch das kann man als unfair beklagen, aber die Realität sieht leider trotzdem so aus. Je älter man wird, desto besser muss man sein, sonst hat man einen Wettbewerbsnachteil im Arbeitsmarkt.

    Und was kann man nun tun?

    Das war soweit die Analyse der Situation. Kommen wir zu den Lösungsansätzen. Hier muss ich auch wieder ganz nüchtern und sachlich bleiben, damit ich mich nicht in meinem Frust und meiner Verletztheit verheddere.

    Also: Was mach ich nochmal als Anbieter eines Produkts, wenn ich merke, dass die Verkaufszahlen schlecht sind?

    Zuerst einmal: keine Panik. Es nicht persönlich nehmen. Sondern nachdenken. Dann Lösungsansätze überlegen und abwägen. Und dann loslegen.

    Was sind also meine Möglichkeiten?

    Ich gebe auf …

    Eine Möglichkeit, wie man mit der Situation umgehen kann: Man nimmt das Produkt vom Markt. Das würde hier bedeuten: Langzeitarbeitslosigkeit. Das ist aber eigentlich keine Lösung. Das würde bedeuten, die Hoffnung aufzugeben. Und Sie dürfen niemals, niemals, niemals die Hoffnung aufgeben. Also vergessen Sie diese Lösung ganz schnell wieder. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    Ich verbessere mein Marketing

    Der nächste Lösungsansatz: Ich verbessere das Marketing für mein Produkt. Ich überlege also, wie ich meine Arbeitskraft besser verkaufen kann.

    Also los … Am Anfang jedes guten Marketings steht die Marktforschung.

    Dazu gehört,

    • mein Produkt (also meine Arbeitskraft) genau zu untersuchen und
    • meine Zielgruppe genauer zu betrachten (also meine potenziellen Arbeitgeber).

    Selbstanalyse: Zuerst überlege ich mir deswegen, was ich besonders gut kann, wo ich besser bin als die anderen und wo ich meiner Zielgruppe (also meinen möglichen Arbeitgebern) den besten Nutzen bieten kann.

    Hier ist es wichtig, lange und gründlich zu überlegen und auch Menschen zu fragen, die mich gut kennen. Denn was unsere Stärken angeht, sind die meisten von uns oft betriebsblind, deswegen hilft ein Blick von außen.

    Hier stelle ich mir auch außergewöhnliche Fragen wie:

    • Wie könnte ich einem potenziellen Arbeitgeber dabei helfen, Geld, Material oder Zeit einzusparen?
    • Wie könnte ich einem potenziellen Arbeitgeber dabei helfen, zusätzliches Geld zu verdienen?
    • Welche Probleme haben Arbeitgeber in meiner Branche? Wie könnte ich dazu beitragen, sie zu lösen?

    Wie viele kleine Handwerksbetriebe haben zum Beispiel ein absolut katastrophales Mahnwesen und verlieren dadurch ständig einen Teil ihrer Erträge oder geraten in finanzielle Engpässe durch zu späte Zahlungen, nur weil sie an dieser Ecke schlecht organisiert sind. Aber welcher kaufmännische Angestellte bewirbt sich bei einem Handwerksbetrieb mit der Aussage „Ich kann Ihr Mahnwesen so organisieren, dass Sie weniger Zahlungsausfälle und Ihre Einnahmen doppelt so schnell auf Ihrem Konto haben“?

    Unternehmen kaufen meine Arbeitskraft ein, damit ich ein bestimmtes Problem für sie löse. Und je mehr ich deutlich mache, dass ich viele Probleme lösen kann, desto größer sind meine Chancen.

    Aber bei den meisten steht im Lebenslauf: Excel-Kenntnisse. Aber wen interessiert das? Das können 100 Mio. andere Menschen auch.

    Deswegen ist die folgende Frage so wichtig: Was kann ich, was die anderen nicht können? Oder was kann ich lernen, um mich von den anderen abzuheben?

    Zielgruppenanalyse: Als Nächstes schaue ich mir meine Zielgruppe, also meine potenziellen Arbeitgeber, an.

    Hier ist es sinnvoll, sich mit der Welt, den Themen, den Problemen, Wünschen und Bedürfnissen der potenziellen Käufer meiner Arbeitskraft zu beschäftigen. Was beschäftigt also meine Arbeitgeber? Was erwarten sie von einem Arbeitnehmer ganz allgemein? Was erwarten sie von einem Mitarbeiter in meinem Berufsfeld? Welche Probleme haben meine Wunschunternehmen gerade? Was wird gerade in eingängigen Fachmagazinen diskutiert? Was kann man in der Lokalpresse über die Unternehmen lesen, die mich interessieren?

    Je mehr ich über meine Wunschunternehmen weiß, desto besser kann ich mich auf sie und ihre Bedürfnisse einstellen.

    Zusätzlich kann ich mir auch Gedanken machen, was den Einkäufer meiner Arbeitskraft beschäftigt. Also den Menschen, der letztlich entscheidet, ob ich den Job bekomme oder nicht.

    Das kann ein Projekt- oder Abteilungsleiter sein. Oder ein Personalreferent. Oder ein Personalsachbearbeiter. Oder der Chef selbst. Wer entscheidet bei welchem Unternehmen über die Einstellungen? Und was beschäftigt diesen Entscheider wiederum?

    Denn machen Sie sich bitte eines klar: Auch die Menschen, die andere Menschen einstellen, sind wiederum nur ganz normale Menschen mit Zielen, Problemen, Wünschen und Bedürfnissen. Und je besser Sie diesen Entscheider kennen, desto eher können Sie eine Brücke bauen.

    Zugegeben: Sich solche Fragen zu stellen ist natürlich anstrengend. Man muss recherchieren, in die Bibliothek gehen, Menschen interviewen, die wissen, was meinen potenziellen Arbeitgeber interessiert. Aber als Arbeitssuchender habe ich vor allem eine Sache: Zeit. Und die kann ich nutzen.

    Aber wenn ich mich aus der Masse meiner Mitbewerber positiv abheben will, muss ich mich anstrengen. Wenn ich tue, was alle anderen auch tun, die keine Stelle finden (also Massenbewerbungen rausschicken), dann bekomme ich auch genau das Gleiche, was die anderen auch bekommen. Also keine Anstellung.

    Also muss ich es anders machen.

    All diese Überlegungen zu mir selbst und zu meinem Wunscharbeitgeber fließen dann in meine Aktivitäten ein. Wenn ich ausreichend überlegt und geforscht habe, kann ich meine Zielunternehmen besser anschreiben und kann im Gespräch einfacher überzeugen, weil ich mehr weiß und besser auf meine Gesprächspartner eingehen kann.

    Außerdem werden Ihre Gesprächspartner merken, dass Sie bereit waren, richtig Zeit und Arbeit in Ihre Bewerbung zu investieren. Und das kommt gut an, denn es zeigt Arbeitswillen und Engagement.

    Das Produkt verbessern

    Alles Marketing hilft natürlich nichts, wenn mein Produkt nicht mehr wettbewerbsfähig ist oder es zu viele Mitbewerber in meinem Markt gibt, die das Gleiche anbieten. Dann hilft nur noch eines:

    Ich muss mich selbst neu erfinden.

    Viele Menschen lassen sich in dieser Situation umschulen und machen eine Weiterbildung. Das ist ja auch sinnvoll. Wenn die eigene Arbeitskraft nicht mehr gesucht wird, muss man zu einem neuen Produkt werden, das bessere Verkaufschancen hat. Also gilt es, neue Dinge zu lernen, mit denen man bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat.

    Viele Menschen verlassen sich hier allerdings auf das Weiterqualifizierungs-System, bestehend aus der Arbeitsagentur und den vielen, vielen Weiterbildungsträgern, die mehr oder weniger gute und nützliche Weiterbildungsmaßnahmen anbieten.

    Und sie merken dann hinterher, dass sie zwar ein Zertifikat und eine neue Zeile in ihrem Lebenslauf haben, aber immer noch nicht öfter zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden.

    Mein Rat an dieser Stelle:

    • Nutzen Sie Umschulungsmaßnahmen, aber verlassen Sie sich nicht alleine auf die Weiterbildungsträger. Es ist IHRE Verantwortung, dass Sie nach der Weiterbildung am Arbeitsmarkt bessere Chancen haben. Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und kümmern Sie sich mit all Ihrer Einsatzkraft.
    • Versuchen Sie, das Beste aus Ihrer Weiterbildung zu machen und nicht nur den Schein zu bekommen. Nehmen Sie sich vor, ein Experte in Ihrem Gebiet zu werden. Investieren Sie 100 % in die Sache.
    • Ergänzen Sie Ihre Weiterbildung/Umschulung durch ein Selbststudium. Besorgen Sie sich zusätzliche Literatur. Surfen Sie im Internet. Definieren Sie sich neben Ihrer Weiterbildung ein praxisrelevantes, selbstgewähltes Trainingsprojekt, bei dem Sie die Inhalte Ihrer Weiterbildung ausprobieren. Nur wenn Sie die Inhalte Ihrer Weiterbildung anwenden, können Sie herausfinden, wo Ihr Wissen Lücken hat, und Ihre Ausbilder darauf ansprechen.
    • Beginnen Sie schon bei Beginn Ihrer Weiterbildungsmaßnahme damit, Kontakt zu möglichen Arbeitgebern aufzunehmen. Fragen Sie diese sehr konkret, welche Fähigkeiten am meisten in der Wirtschaft gesucht und gebraucht werden.
    • Spezialisieren Sie sich von Anfang an auf einen Teilbereich Ihrer Weiterbildung, der in der Wirtschaft am meisten gesucht wird. Wenn man sich 6–12 Monate intensiv mit einem Thema beschäftigt, kann man auf einem engumrissenen Gebiet zum Experten werden.

    Ja, ich weiß, auch das klingt alles anstrengend. Aber wenn Sie schon eine Weiterbildung machen, dann soll doch auch was dabei herauskommen, oder? Sie machen das ja nicht, um Energie zu sparen, sondern um Ihre Situation zu verbessern. Und je mehr wir investieren, desto mehr bekommen wir meistens heraus.

    Zusätzlich zur fachlichen Weiterbildung können Sie natürlich auch an Ihrer Persönlichkeit arbeiten. Denn soziale Kompetenzen, emotionale Intelligenz, Kommunikationsfähigkeiten, Selbstorganisation und die Bereitschaft, sich anzustrengen und Verantwortung zu übernehmen, sind heute oft unausgesprochene Voraussetzungen, um einen guten Job zu bekommen.

    Und wenn Sie hier Defizite haben, dann haben Sie auch ein Problem. Dann ist Ihr Produkt Arbeitskraft nicht so gut, wie es sein könnte. Und oft scheitert es nicht an der eigenen Qualifikation, sondern daran, dass man soziale oder emotionale Defizite hat. Aber um all das zu verbessern, finden Sie ja bei uns auf der Seite genug Hinweise.

    Noch einmal zusammengefasst:

    • Betrachten Sie die ganze Sache mit der Arbeitssuche so neutral und sachlich wie möglich, auch wenn es schwer fällt. Der Arbeitsmarkt ist in vielerlei Hinsicht hart, aber es nützt nichts, in Kategorien wie fair/unfair zu denken. Damit verschwenden Sie nur Ihre Energie. Konzentrieren Sie sich lieber auf den Bereich, in dem Sie wirklich etwas ändern und bewegen können: Und das sind Sie selbst.
    • Die meisten Menschen machen sich einfach zu wenig Gedanken und tun das, was alle anderen auch machen. Ja, so ticken wir Menschen eben. Wir schauen, wie es die anderen machen, und machen es nach. Aber diejenigen zu kopieren, die auch keinen Erfolg haben, ist eine denkbar schlechte Idee. Deswegen: Machen Sie es anders. Seien Sie einfallsreich und außergewöhnlich. Stellen Sie sich andere Fragen als die anderen. Beschreiten Sie Wege, die die anderen nicht gehen. Heben Sie sich von der Masse ab.
    • Und engagieren Sie sich. Engagement und Einfallsreichtum zahlen sich in vielen Fällen aus. Oft müssen Sie in Vorleistung gehen, bevor Sie etwas zurückbekommen. Das ist das Los derer, die ihren Fuß in die Tür bekommen wollen. Man muss hier aufpassen, dass man nicht ausgenutzt wird. Aber auf lange Sicht zahlt es sich meistens aus, wenn man bereit ist, mehr zu geben, als zu nehmen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15395-tipps-fur-arbeitssuchende/feed/ 12
    Das Leben annehmen (Matthias Wengenroth) http://www.zeitzuleben.de/15502-das-leben-annehmen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-leben-annehmen http://www.zeitzuleben.de/15502-das-leben-annehmen/#comments Mon, 29 Aug 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15502 Ein Praxisführer zur Akzeptanz- und Commitmenttherapie, der zeigt, wie man besser durchs Leben kommt

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Das Leben annehmen. So hilft die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)“ von Matthias Wengenroth – Bern: Huber Verlag, 2008 – 301 S. – ISBN-13: 978-3-456-84512-8 – 19,95 €

    „Das Leben annehmen“ von Matthias Wengenroth ist ein Praxisführer zur Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT). Und bevor Sie jetzt direkt abwinken, weil Sie keine Therapie brauchen: Das Buch ist nicht nur etwas für Menschen in Krisensituationen. Es zeigt vielmehr eine Philosophie, mit der man einfach besser durchs Leben kommt.

    Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie ist eine von der klassischen Verhaltenstherapie abgeleitete Therapieform. Sie geht davon aus, dass das Leiden der Menschen oftmals mit ihren Gefühlen und Denkmustern zusammenhängt. Und der Mensch ist bestrebt, negative Gedanken und Gefühle korrigieren oder abschaffen zu wollen. Zum Beispiel, indem er sich nicht mehr in Situationen begibt, die diese negativen Gefühle auslösen. Das führt laut Wengenroth dann aber dazu, dass man nicht mehr frei sein kann und in seinem Leben immer mehr Einschränkungen zulässt. Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie lehrt deshalb, diese Gefühle und Gedanken anzunehmen, so, wie sie sind, und uns nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Sie sind „nur“ ein Gefühl oder ein Gedanke – und unsere Gedanken und Gefühle spiegeln ja nicht immer genau die Realität wider.

    Matthias Wengenroth stellt in seinem Buch verschiedenste Wege vor, diesen ersten Schritt der Akzeptanz umzusetzen. Er stellt dazu mehrere Achtsamkeits-Übungen vor, mit denen wir unsere Gedanken und Gefühle aus der Distanz und aus einem anderen Blickwinkel heraus wahrnehmen können – und auf diese Weise auch lernen können, sie loszulassen. Denn erst, wenn wir achtsam sind und den gegenwärtigen Moment stärker erleben, dann erleben wir auch, dass unsere Gedanken und Gefühle sich ständig wandeln. Und wir lernen, gelassen und wohlwollend mit dem umzugehen, was wir in uns vorfinden. So verlieren unsere Gedanken die Macht über uns und wir ebnen den Weg zu mehr Zufriedenheit, Lebendigkeit und Freiheit in unserem Leben.

    Auch den Weg zu diesem besseren und selbstbestimmten Leben zeigt Matthias Wengenroth in seinem Buch auf. Die Grundlage für ein solches Leben ist ihm zufolge, sich seiner Werte im Leben bewusst zu werden und diese dann stetig zu verfolgen. Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie beinhaltet außerdem, dass man zu diesen Werten ein Commitment abgibt: einen festen Vorsatz, die eigene Wertevorstellung so gut wie möglich umzusetzen und auch bei Rückschlägen immer aufrechtzuerhalten. Denn wenn wir uns diesem festgelegten Ziel mit aller Kraft verschreiben, können wir unser Verhalten darauf abstimmen und unserem Leben eine selbstbestimmte Richtung geben.

    „Das Leben annehmen“ ist ein wirklich hilfreiches und kraftgebendes Buch. Matthias Wengenroth hat es ganz ausgezeichnet geschafft, die Essenzen der Akzeptanz- und Commitmenttherapie für jeden verständlich aufzubereiten. Das Buch ist unterhaltsam und liebevoll geschrieben. Ganz besonders schön finde ich die zahlreichen Übungen und die guten Beispiele und Erklärungen dazu. Ein rundum gelungenes Buch – nicht nur für Menschen, die am Leben leiden.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Das Leben annehmen” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15502-das-leben-annehmen/feed/ 1
    Sind wir Sklaven der Wirtschaft? http://www.zeitzuleben.de/15083-sind-wir-sklaven-der-wirtschaft/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=sind-wir-sklaven-der-wirtschaft http://www.zeitzuleben.de/15083-sind-wir-sklaven-der-wirtschaft/#comments Wed, 24 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15083

    Neulich hatten wir einen Kommentar zu unserem Beitrag zum Thema „Work-Life-Balance“, der lautete so: „Sind das nicht alles Luxusprobleme? [...] Wir sind alle nur Sklaven der Wirtschaft. [...]“ Ich mochte diesen Kommentar. Nicht weil ich ihn so pauschal für richtig halte. Dafür ist mir der Kommentar ein bisschen zu schwarz-weiß. Ich mag diesen Gedanken, weil [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Neulich hatten wir einen Kommentar zu unserem Beitrag zum Thema „Work-Life-Balance“, der lautete so:

    „Sind das nicht alles Luxusprobleme? [...] Wir sind alle nur Sklaven der Wirtschaft. [...]“

    Ich mochte diesen Kommentar. Nicht weil ich ihn so pauschal für richtig halte. Dafür ist mir der Kommentar ein bisschen zu schwarz-weiß. Ich mag diesen Gedanken, weil er einen unsere „normale“ Welt mal kurz von oben betrachten lässt.

    Damit meine ich Folgendes:

    Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der es eine ganze Menge von Spielregeln gibt. Es gibt jede Menge Dinge,

    • die man eben so tut,
    • die man eben nicht tut oder
    • die man nicht tun darf.

    Und nicht alle diese Regeln sind logisch oder hilfreich, wenn man ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen will. Trotzdem hinterfragen viele Menschen diese Regeln und Konventionen gar nicht, sondern laufen einfach mit der Masse mit. Und damit nutzen viele Menschen gar nicht ihr vollständiges Potenzial an Möglichkeiten.

    Aber wie sagte Albert Einstein mal so schön:

    „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“

    Aber lassen Sie mich auf den Kommentar von oben zurückkommen:

    Sind wir wirklich manchmal Sklaven der Wirtschaft? Wo und wann nimmt uns „die Wirtschaft“ unsere Freiheit, nutzt uns aus und schränkt uns ein?

    Was meinen Sie?

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15083-sind-wir-sklaven-der-wirtschaft/feed/ 62
    Die Happyness-Falle http://www.zeitzuleben.de/15378-die-happyness-falle/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-happyness-falle http://www.zeitzuleben.de/15378-die-happyness-falle/#comments Tue, 23 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15378

    Sie wissen ja, dass wir uns hier bei „Zeit zu leben“ viel damit beschäftigen, wie man Glück und Zufriedenheit ins eigene Leben einladen kann. Und heute möchte ich mal über eine der Gefahren auf diesem Weg schreiben: Die sogenannte Happyness-Falle. In diese Falle gerät man, wenn man sich selbst zu viel Druck macht, glücklich und [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Sie wissen ja, dass wir uns hier bei „Zeit zu leben“ viel damit beschäftigen, wie man Glück und Zufriedenheit ins eigene Leben einladen kann.

    Und heute möchte ich mal über eine der Gefahren auf diesem Weg schreiben:

    Die sogenannte Happyness-Falle.

    In diese Falle gerät man, wenn man sich selbst zu viel Druck macht, glücklich und zufrieden sein zu müssen. Viele Menschen denken: „Ich muss mich glücklich fühlen. Ich sollte doch gut drauf sein. Ich muss. Ich muss. Ich muss.“ Und wenn man dann trotzdem schlecht drauf ist, dann fühlt man sich schuldig. Da kennt man all diese Methoden und Ideen und man ist trotzdem mies drauf. Wie doof ist das denn?

    Wenn Ihnen das auch manchmal so geht, stecken Sie in der Happyness-Falle. Und dieser Happyness-Druck wird von vielen Seiten angefeuert.

    Von allen Werbeplakaten lächeln einen glückliche Menschen an. Schaut man mal traurig in die Welt, wird man gleich von allen Kollegen oder Freunden gefragt, ob etwas nicht in Ordnung ist. Oder man wird aufgemuntert.

    Man bekommt ein richtig schlechtes Gewissen, wenn man mal schlecht drauf ist.

    Wahrscheinlich sind wir hier bei „Zeit zu leben“ auch ein Teil dieses Problems, weil wir Sie ja auch dazu ermuntern, sich um Ihr Glück zu kümmern. Deswegen schreibe ich heute darüber, weil ich das ganze mal etwas gerade rücken möchte …

    Also … fürs Protokoll:

    Schlecht drauf oder traurig zu sein ist selbstverständlich ganz normal.

    Unsere Psyche ist nun mal ständig damit beschäftigt, Dinge zu verarbeiten, und ein Abfallprodukt ist dabei auch, dass man mal unangenehme Gefühle hat.

    Oft habe ich auch körperlich nicht gut für mich gesorgt. Ich habe vielleicht

    • nicht genug oder zu viel gegessen,
    • zu wenig Pausen gemacht,
    • zu wenig geschlafen oder
    • mich zu wenig bewegt.

    All das kann zu Stimmungstiefs führen.

    Was ja auch grundsätzlich kein Problem ist.

    Ein Problem wird das erst, wenn ich mich selbst deswegen fertig mache, dass ich nicht glücklich bin, wo es mir doch eigentlich so gut geht und wo ich doch gut drauf und leistungsfähig sein will.

    Und hier geraten viele tatsächlich in eine Abwärtsspirale hinein.

    1) Ich fühle mich komisch, down oder traurig.

    2) Ich mache mich selbst fertig, weil es mir doch eigentlich gut geht und ich trotzdem nicht gut drauf bin. Ich bin deswegen unzufrieden mit mir und mag mich nicht mehr leiden.

    3) Weil ich mich nicht leiden kann, fühle ich mich noch schlechter, und das macht mich noch unzufriedener mit mir.

    4) Und so geht es dann weiter.

    Die Endstation lautet dann oft ein dauerhaftes Stimmungstief oder im Extremfall: Depression.

    Die meisten Menschen kommen aber relativ einfach aus dieser Happyness-Falle hinaus. Denn was unangenehme Gefühle angeht, gibt es ein lustiges Paradox:

    Je mehr man schlechte Gefühle achtsam und bewusst wahrnimmt und sie da sein lässt, ohne ihnen zu große Aufmerksamkeit zu widmen, desto eher verschwinden die schmerzlichen Gefühle wieder von alleine.

    Wenn man sich dagegen gegen schlechte Gefühle wehrt oder diese verdrängt, dann stärkt man diese nur und hält sie länger fest als notwendig.

    Der Trick ist, „Ja“ zu den eigenen Gefühlen zu sagen, auch zu den unangenehmen Empfindungen. Dann gehen diese Gefühle in den meisten Fällen auch wieder.

    Es funktioniert einfach nicht besonders gut, wenn man sich zum Ziel setzt, sich nahezu immer gut zu fühlen. Das ist so ähnlich, als wenn jemand zu einem sagt: „Sei doch mal spontan!“ oder „Sei doch mal kreativ!“ Bestimmte Dinge kann man nicht direkt erreichen.

    Man kann nur geeignete Umstände schaffen und hilfreiche Dinge tun. Genauso ist das mit dem „Glücklichsein“.

    Viele Glücksmomente zu erleben ist vielmehr ein Nebenprodukt eines gut gelebten Lebens.

    Und zu einem gut gelebten Leben gehören meiner Meinung nach Dinge wie:

    • Zu wissen, was einem wichtig ist, und sein Leben an diesen Werten auszurichten, also die eigenen Werte zu leben.
    • Eine gute Balance zwischen Anstrengung auf der einen Seite und auf der anderen Seite Loslassen, Feiern und Erholung hinzubekommen.
    • Sich um sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. (Die körperlichen Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen, Erholung und Sex. Aber genauso die seelischen Bedürfnisse wie zum Beispiel angenommen zu werden, Erfolg, Liebe, Abenteuer, Anerkennung oder Neugier)
    • Etwas für andere zu tun.
    • Achtsam zu sein.
    • Den eigenen Fokus immer wieder auf die guten Dinge im eigenen Leben zu lenken.
    • Eine Familie und Freunde zu haben, die es wirklich gut mit einem meinen.
    • Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst.
    • Einen Sinn oder eine Aufgabe zu haben.
    • Und das alles auf eine möglichst entspannte Art :-)

    Wenn Sie sich also öfter glücklich und zufrieden fühlen wollen, dann trainieren Sie am besten, unangenehme Gefühle achtsam auszuhalten, sie stehen zu lassen und ihnen aber auch nicht zu große Bedeutung beizumessen. Jeder fühlt sich mal schlecht und wenn man die Gefühle einfach aushält und durch sich durchfließen lässt, dann verschwinden sie meistens auch wieder.

    Zusätzlich können Sie kleine Schritte gehen und die Dinge in Ihrem Leben stärken, die uns Menschen normalerweise glücklich machen. Also den Fokus auf Dankbarkeit und Freundschaft richten, die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und erfüllen, etwas für andere tun usw.

    Wenn Sie so vorgehen, geraten Sie nicht so leicht in die Happyness-Falle und kommen immer mehr zu einem gut gelebten Leben.

    Und als Nebenprodukt werden Sie sich wahrscheinlich öfter zufrieden und glücklich fühlen.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15378-die-happyness-falle/feed/ 8
    Bauchentscheidungen (Gerd Gigerenzer) http://www.zeitzuleben.de/15300-bauchentscheidungen-gerd-gigerenzer/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bauchentscheidungen-gerd-gigerenzer http://www.zeitzuleben.de/15300-bauchentscheidungen-gerd-gigerenzer/#comments Mon, 22 Aug 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15300 Das Buch „Bauchentscheidungen“ ist ein Plädoyer dafür, dass man öfters einmal auf seinen Bauch hören sollte.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ von Gerd Gigerenzer – München: Goldmann-Verlag, 2008 – 284 S. – ISBN-13: 978-3-442-15503-3 – 8,95 €

    Das Buch „Bauchentscheidungen“ ist ein Plädoyer dafür, dass man öfters einmal auf seine Intuition hören sollte. Dafür sprechen die vielen anschaulichen und verblüffenden Studien, die der Autor Gerd Gigerenzer in diesem Buch aufgeführt hat. Denn diese Studien beweisen, dass unsere intuitiven Entscheidungen in der Regel genauso gut sind wie die Entscheidungen, die wir durch rationale Berechnungen von Für und Wider treffen. Ja, manchmal ist es sogar hilfreich, möglichst wenig zu wissen und deshalb auf seinen Bauch hören zu müssen.

    Gigerenzer zeigt in diesem Buch, dass Intuition – genau wie Logik – etwas ist, was im Kopf stattfindet: kein Gefühl, sondern unbewusste Intelligenz. Denn die Entscheidungen, die wir als intuitiv bezeichnen, basieren auf ganz einfachen Faustregeln, die wir unbewusst zu Rate ziehen. Entsprechend können wir unsere Intuition trainieren, indem wir uns dieser Faustregeln bewusst werden und sie dann auch richtig anwenden.

    Aus dem Inhalt:

    • Wie Intuition funktioniert
    • Weniger ist (manchmal) mehr
    • Warum gute Intuitionen nicht logisch sein müssen
    • Ein einziger guter Grund reicht

    Dr. Gerd Gigerenzer ist der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Sein Buch „Bauchentscheidungen“ wurde 2007 als Wissenschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet. Und das meiner Meinung nach ganz zu Recht: Denn Gigerenzer hat es in diesem Buch geschafft, wissenschaftlich fundiertes Wissen in verständlicher Sprache darzustellen.

    Das Buch ist rundum gelungen: informativ, unterhaltsam, nachdenklich stimmend. Und ich würde es nicht nur denjenigen empfehlen, die sich ganz grundsätzlich für Intuition interessieren. Jeder, der in seinem Leben privat oder beruflich viele Entscheidungen zu treffen hat, kann von den Erkenntnissen in diesem Buch profitieren.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Bauchentscheidungen” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15300-bauchentscheidungen-gerd-gigerenzer/feed/ 2
    Der Redenplaner http://www.zeitzuleben.de/15088-der-redenplaner/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=der-redenplaner http://www.zeitzuleben.de/15088-der-redenplaner/#comments Wed, 17 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15088

    „Kannst du morgen mal eine Präsentation zu dem Thema machen?“ Diese Frage erwischt viele Menschen im Berufsleben kalt. Sie schlucken dann vielleicht und antworten „Ähhhh, ja, klar“, weil Sie ja auch im Beruf vorankommen wollen. Und dann werden plötzlich die eigenen Hände kalt und es sammeln sich Schweißtropfen auf der Stirn. Die Angst bekommt man [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Kannst du morgen mal eine Präsentation zu dem Thema machen?“

    Diese Frage erwischt viele Menschen im Berufsleben kalt.

    Sie schlucken dann vielleicht und antworten „Ähhhh, ja, klar“, weil Sie ja auch im Beruf vorankommen wollen.

    Und dann werden plötzlich die eigenen Hände kalt und es sammeln sich Schweißtropfen auf der Stirn.

    Die Angst bekommt man tatsächlich nur durch Üben, wiederholtes Präsentieren und gute Vorbereitung der Präsentation in den Griff.

    Bei der Übung und dem Präsentieren können wir Ihnen nicht helfen. Da müssen Sie alleine durch. Tun Sie es und sehen Sie die Nervosität als etwas, was Sie nicht verhindern können oder sollten. Und spätestens nach der 10 Präsentation fangen Sie bestimmt an, Spaß daran zu haben.

    Wobei wir Ihnen helfen können, ist die Vorbereitung. Dazu können Sie sich hier unseren Redenplaner herunterladen. Das ist ein Formular, mit dem Sie die Inhalte Ihrer Präsentation planen können.

    Drucken Sie sich einfach ein Exemplar aus und beantworten Sie die Fragen. Und zwar möglichst, bevor Sie Ihre Folien erstellen. Die Fragen helfen Ihnen dabei, auf eine etwas andere und vor allem zielführende Art über Ihre Präsentation nachzudenken.

    Redenplaner hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15088-der-redenplaner/feed/ 13
    Ganz gewöhnlich http://www.zeitzuleben.de/14907-ganz-gewohnlich/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ganz-gewohnlich http://www.zeitzuleben.de/14907-ganz-gewohnlich/#comments Tue, 16 Aug 2011 04:00:00 +0000 Gitte Härter http://www.zeitzuleben.de/?p=14907

    Kommen Sie sich auch so gewöhnlich vor? Ich denke mir das oft, wenn ich tolle Menschen im Fernsehen sehe oder über sie lese, die mich mit Gedanken, Fähigkeiten, Leistungen oder ehrgeizigen Zielen beeindrucken. Im Vergleich komme ich mir dann ziemlich gewöhnlich vor. Das meine ich gar nicht negativ oder abwertend. Sondern es ist in diesen [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Kommen Sie sich auch so gewöhnlich vor? Ich denke mir das oft, wenn ich tolle Menschen im Fernsehen sehe oder über sie lese, die mich mit Gedanken, Fähigkeiten, Leistungen oder ehrgeizigen Zielen beeindrucken.

    Im Vergleich komme ich mir dann ziemlich gewöhnlich vor. Das meine ich gar nicht negativ oder abwertend. Sondern es ist in diesen Momenten einfach nur eine Feststellung. Und dann denke ich weiter und mir fällt eine ganze Menge damit zusammenhängender Themen ein, etwa:

    • Warum sind manche Menschen solche Meister?
    • Wo kommt Ehrgeiz her?
    • Selbsteinschätzung und „Selbstverständlichkeit“

    Spannende Themen, zu denen ich Ihnen einfach einige Leitfragen aufgeschrieben habe, um Sie dazu anzuregen, sich auch mal darüber Gedanken zu machen, wie Sie dazu stehen. Vermutlich sind es ohnehin Fragen, die Sie sich hin und wieder stellen. Aber vielleicht nicht immer umfassend … und möglicherweise auch nur auf negative Weise.

    Nehmen Sie sich doch mal ein Stündchen Zeit und setzen Sie sich am Wochenende mal gemütlich bei einer Tasse Kaffee hin und machen Sie sich Gedanken. Oder setzen Sie sich mit einer Freundin oder einem netten Kollegen mal zusammen und tauschen Sie sich aus.

    Warum sind manche Menschen solche Meister?

    • Was bewundere ich am Können oder „Sein“ anderer?

    Diese erste Frage ist wichtig, weil sie auch den „Ton“ für diese Übung festlegt. Mit Bewundern oder Beeindrucken meine ich nicht nur die großen Dinge: Vielleicht sind Sie total geplättet, weil jemand aus dem Nichts ein Riesenunternehmen auf die Beine gestellt hat. Oder bewundern einen Star, der singen, schauspielern und tanzen kann und mit allem wahnsinnig erfolgreich ist. Aber es sind nicht nur die großen Dinge.

    In meinem Fitnessstudio habe ich beispielsweise so eine Meisterin getroffen: eine Trainerin, bei der alles gepasst hat. Sie sah aus wie eine tolle Trainerin (will heißen, man hat ihr schon bei der Begrüßung angesehen, dass sie hervorragend sein würde, und sie war es auch), sie hat eine tolle Ausstrahlung, hervorragende Beziehung zur Gruppe gehabt, gute Musik, spannende Choreographie, diese für alle sehr gut erklärt und sie hat die Bewegungen so exakt und technisch einwandfrei ausgeführt, dass es eine helle Freude war.

    Denken Sie also auch an solche ganz normalen tollen Menschen oder Facetten, die diese haben (es ist ja oft auch so, dass man einzelne Eigenschaften oder Fähigkeiten genial findet).

    • Wen aus meinem persönlichen Umfeld sehe ich als so einen „Meister“? Was tut/hat/kann diese Person, das ich bewundere?
    • Von wem habe ich gelesen oder gehört, der mich beeindruckt hat? Was daran bewundere ich?
    • Was macht so tolle Könner oder „Visionsmenschen“ aus? Was treibt sie an? Was haben sie Besonderes an sich?
    • Was davon würde ich mir selbst auch gerne aneignen? Was brauche ich, um es auch so weit zu bringen? Was kann ich mir „direkt abschauen“, die Person also als Vorbild nutzen?
    • In welcher Hinsicht bin ich auch so jemand? Was tue/habe/kann ich, das ich selbst toll finde?
    • Und: Was würde ich als Außenstehender an mir toll finden/bewundern?

    Wo kommt Ehrgeiz her?

    Als nicht besonders ehrgeiziger Mensch frage ich mich oft, wo der Ehrgeiz wohl herkommt. Und wie es sich anfühlen mag, wenn man total ehrgeizig ist. Sich extra anstrengt, auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet, komme, was da wolle. – Ich weiß das nicht. Ich nehme mir natürlich etwas vor, ich kann mich auch anstrengen oder auch mal etwas wollen. Aber Ehrgeiz würde ich das nicht nennen … dafür fehlt mir der innerliche Drang oder das „hinarbeiten wollen müssen“ oder – je nach Situation – eine Wettkampfmentalität.

    Faszinierend, dieser Ehrgeiz, und eine tolle Eigenschaft … auch wenn sie nicht immer vorteilhaft ist, wenn man es zu streng nimmt, sich keine Kurskorrekturen erlaubt o. Ä.

    Wie stehen Sie zu Ehrgeiz?

    • Sind Sie ehrgeizig? Inwiefern sind Sie es? Inwiefern sind Sie es nicht?
    • Sind Sie vielleicht zu ehrgeizig und erlauben Sie sich manchmal nicht aufzuhören oder etwas, was Sie sich vorgenommen haben, zu korrigieren – oder sich umzuentscheiden? Wie geht es Ihnen damit? Wann ist das gut, wann nicht?
    • Wären Sie gern ehrgeiziger? In welchen Bereichen? Und wie würde sich das äußern? Wie wären Sie/was würden Sie tun, wenn Sie mehr Ehrgeiz hätten?

    Selbsteinschätzung und „Selbstverständlichkeit“

    Alles, was man selbst kann und wie man ist, ist meistens keine große Sache für einen selbst. Manchmal bewundern mich Menschen dafür, dass ich Bücher schreibe. Das freut mich, aber bewundernswert finde ich das nicht. Für mich ist das Schreiben ganz normal, es macht mir großen Spaß und es fällt mir leicht.

    Umgekehrt finde ich es total klasse, wenn Leute mathematisch begabt sind. Rechnen und Zahlenlogik liegen mir nämlich so gar nicht, und darum falle ich fast um vor Bewunderung, wenn jemand einen simplen Dreisatz checkt. Ich hatte mal einen Freund, der deswegen total verärgert war: Für ihn war es eine Lappalie und natürlich selbstverständlich, nichts Bewundernswertes.

    • Wie sieht es bei Ihnen aus: Kennen Sie Ihre besonderen Stärken und vorteilhaften Eigenschaften? Schätzen Sie diese?
    • Wenn Sie sich mit anderen Menschen vergleichen: Sehen Sie dann immer nur, was Sie nicht können?
    • Halten Sie Eigenschaften und Fähigkeiten, für die andere Sie loben, für selbstverständlich?

    Gerade dieses „selbstverständlich“ hat es in sich! Denn wir nehmen dadurch nicht wahr, was wir auf dem Kasten haben. Aber machen Sie doch mal die Gegenprobe bei solchen vermeintlichen Selbstverständlichkeiten: Ist wirklich jeder so redegewandt wie Sie? Sind wirklich alle Menschen in Ihrem Umfeld gute Zuhörer? Sind Ihre Freunde alle so gute Freunde, die von sich aus Kontakt halten, wie Sie das tun? – Na eben!

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14907-ganz-gewohnlich/feed/ 6
    Giraffentango (Serena Rust) http://www.zeitzuleben.de/15135-giraffentango/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=giraffentango http://www.zeitzuleben.de/15135-giraffentango/#comments Mon, 15 Aug 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15135 Eine Anleitung, wie Sie selbstbewusst und gewaltfrei mit Ihrem Partner kommunizieren können.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Giraffentango. Selbstbewusste Kommunikation in der Partnerschaft von Serena Rust – Burgrain: KOHA Verlag, 2011 – 160 S. – ISBN-13: 978-386728155-3– 12,95 EUR

    Coach und Seminarleiterin Serena Rust gibt in ihrem Buch „Giraffentango“ eine Anleitung dafür, wie Sie selbstbewusst und gewaltfrei mit Ihrem Partner kommunizieren können. Dazu zeigt sie, wie man seinem Partner auf kommunikativer Ebene um ein Vielfaches näher kommen kann, und erklärt anschaulich, warum wir manchmal reagieren, wie wir reagieren. Basierend auf der Methode der gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg stellt sie außerdem einen 5-Schritte-Aktionsplan vor, der Ihnen ganz praktisch zeigt, wie man das Modell der selbstbewussten Kommunikation im Alltag umsetzen kann.

    Giraffentango ist ein Buch für jeden, der seine Kommunikation verbessern möchte. Egal ob Sie nun einen Partner haben oder nicht. Und auch egal ob Sie sich schon mit der Methode der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg auskennen oder ob dieses ganze Thema für Sie Neuland ist: Für jeden gibt es hier neue Aspekte zu finden.

    Die Beurteilung fällt dieses Mal etwas kontrovers aus: Nicht so gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen. Ich wusste manches Mal nicht so recht, wo ich jetzt eigentlich gerade bin. Mir fehlte ein bisschen der rote Faden. Zudem störten die überproportional vielen Metaphern doch manches Mal den Lesefluss. Da ist weniger manchmal mehr.

    Für das Buch spricht, dass es unterhaltsam und schön geschrieben ist. Außerdem gefallen mir die vielen Gesprächsbeispiele, mit denen Serena Rust ihre Methode verdeutlicht. Und mir gefällt der Anhang ganz besonders gut: Hier hat die Autorin noch einmal die Methode der selbstbewussten Kommunikation als kleinen „Giraffenkompass“ zusammengefasst: kurz, präzise und zum Kopieren. Außerdem findet man hier eine Auflistung von Merksätzen, die sie in den vorangegangenen Kapiteln angeführt hatte.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Giraffentango” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15135-giraffentango/feed/ 0
    Ein kleines Stück vom kindlichen Glück! http://www.zeitzuleben.de/14915-ein-kleines-stuck-vom-kindlichen-gluck/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ein-kleines-stuck-vom-kindlichen-gluck http://www.zeitzuleben.de/14915-ein-kleines-stuck-vom-kindlichen-gluck/#comments Wed, 10 Aug 2011 04:00:00 +0000 Julia Wilhelm http://www.zeitzuleben.de/?p=14915

    Kinder sehen jedes Ereignis, jeden Gegenstand mit einem Grundmaß an Faszination. Sie können noch genießen. Egal ob es der Kinobesuch ist, eine Schneeflocke, die von Himmel fällt, oder ein Blatt, das im Bach schwimmt. Kaum ist man erwachsen, verlernt man vor lauter Stress und Verantwortung, innezuhalten und Dinge sowie Situationen genauer unter die Lupe zu [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Kinder sehen jedes Ereignis, jeden Gegenstand mit einem Grundmaß an Faszination. Sie können noch genießen. Egal ob es der Kinobesuch ist, eine Schneeflocke, die von Himmel fällt, oder ein Blatt, das im Bach schwimmt.

    Kaum ist man erwachsen, verlernt man vor lauter Stress und Verantwortung, innezuhalten und Dinge sowie Situationen genauer unter die Lupe zu nehmen und in ihnen das Wunderbare zu sehen. Die kindliche Neugierde geht verloren, die Faszination des Neuen verschwindet nach und nach und der unverfälschte Blick, mit dem Kinder in die Welt schauen, ebenso.

    Aber wir alle haben irgendwo in unserem Gedächtnis die positiven Erlebnisse und Dinge aus unserer Kindheit vergraben und manchmal genügt ein Duft, ein Geschmack, eine bestimmte Musik oder ein Ort, um diese Erinnerungen wieder lebendig zu machen.

    Doch wie lange ist es her, dass Sie sich solchen Erinnerungen hingegeben haben?

    Eine Woche? Einen Monat? Noch länger?

    Ich vermute, dass es für die meisten von Ihnen schon etwas länger her ist. Dabei gibt es viele Gründe, mal wieder ein bisschen mehr Kind zu sein:

    1. Kinder lachen gern und viel; durchschnittlich 400 Mal am Tag. Erwachsene hingegen nur 15 Mal – da gibt es noch einiges aufzuholen!
    2. Kinder haben eine unstillbare Neugier und einen Erkundungsdrang! Wir Erwachsenen nehmen die Dinge nicht mehr so genau unter die Lupe; sehen sie meist überhaupt nicht mehr.
    3. Kindern ist selten etwas peinlich! Da wird schon mal gefragt: „Mama, warum hat der Mann so einen dicken Bauch – ist er schwanger?“ Kinder tun einfach die Dinge, die ihnen Spaß machen, ohne groß darüber nachzudenken.

    Es wird also wieder Zeit, ein bisschen Kind zu sein!

    Wir haben als Erwachsene irgendwann einfach verlernt, innezuhalten; in so gut wie jeder Situation. Ob es das Arbeiten, das Essen oder sogar Freizeitaktivitäten sind – all das wird oftmals nur noch absolviert … und das Besondere daran nicht mehr erkannt. Doch etwas Besonderes steckt in allen Dingen und Situationen in unserem Leben. Das Recht, es zu genießen, hat jeder und es muss Ihnen – egal wie erwachsen Sie sind und sein wollen – überhaupt nicht peinlich sein.

    Da können wir so einiges von Kindern lernen, die in einer Sache noch vollkommen versinken können.

    Deshalb habe ich 5 Übungen zusammengestellt, die Ihnen die Möglichkeit geben, das Einzigartige dieser Momente wieder zu erleben und so auch im Alltag aufmerksamer für die kleinen und großen Wunder zu werden.

    5 Übungen, die das Kind in Ihnen wecken

    1. Nehmen Sie sich für den Bummel durch die Stadt maximal 3 Euro mit; kaufen Sie sich davon eine Süßigkeit, die Sie als Kind schon sehr gemocht haben, und essen Sie diese in aller Ruhe.

    Achten Sie dabei einmal ganz genau auf den Geruch, den Geschmack und die Konsistenz Ihrer Lieblingssüßigkeit … und geben Sie sich Zeit, ein bisschen in den Erinnerungen zu schwelgen, die Sie damit verbinden. Und nun beobachten Sie Ihre Gefühle dabei: Wahrscheinlich entwickeln Sie ein wohliges Gefühl und bekommen ein Lächeln auf die Lippen, wenn Sie sich an zu Hause oder Freunde erinnern, die Sie in Verbindung mit dieser Süßigkeit bringen.

    2. Besuchen Sie ein Kino! Der Film ist egal. Es geht um die ersten Minuten.

    Das war doch als Kind alles noch total aufregend! Riechen Sie einmal ganz bewusst den Geruch des Popcorns im Eingangsbereich, und geben Sie sich ruhig Ihrem inneren Kind hin, das danach schreit, auch eine Tüte Popcorn zu bekommen. Empfinden Sie ganz bewusst den Moment, wenn der Vorhang aufgeht und der Film beginnt. Achten Sie ganz bewusst auf die Lautstärke der Musik und das Knistern der Tüten um Sie herum, auf die Größe der Leinwand und die Details im Film. Seien Sie einmal achtsam wie ein Kind, das in 30 cm Entfernung vor dem Fernseher sitzt und aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.

    Und vielleicht können Sie dann einmal wieder in Ihre Vergangenheit eintauchen, eine Spannung und Aufgeregtheit spüren. Vielleicht fühlen Sie sich auch so, als wären Sie noch nie in einem Kino gewesen, und sehen auch den Film mit anderen Augen.

    3. Gehen Sie doch mal wieder schaukeln.

    Am besten mit einer Freundin oder einem Freund. Vielleicht gibt es da auch noch jemanden aus Kindertagen? Schaukeln Sie, so hoch Sie können (einen Absprung sollten Sie doch eher den Kindern überlassen;-)), oder schaukeln Sie ganz gemütlich und lassen Sie sich nach hinten fallen (schön festhalten!).

    Und dann achten Sie einfach mal auf den Wind, der Ihnen durch die Haare weht, und spüren Sie das Gefühl der Leichtigkeit. Und ja: Sie dürfen auch als Erwachsene(r) lachen und sich ausgelassen freuen!

    4. Fahren Sie doch im Winter mal wieder Schlitten oder rodeln Sie auf einer Sommerrodelbahn!

    Früher, als wir noch Kind waren, war das das Größte für uns. Heutzutage schaut man in der Regel einfach nur noch dabei zu. Oder fährt höchstens mal mit, wenn die eigenen Kinder rodeln möchten. Aber warum? Also, legen Sie einfach mal wieder selbst los und spüren Sie die Freude und den Kick, wenn Ihr Schlitten immer schneller wird. Dabei verschwinden ruck, zuck alle Gedanken aus Ihrem Kopf und es geht nur noch darum, rechtzeitig zu bremsen!

    5. Wann haben Sie das letzte Mal ein Papierschiff gebastelt? Grund genug, es mal wieder zu tun!
    (Anleitung: http://www.youtube.com/watch?v=Fs7x4732RQQ)

    Damit geht’s dann zum nächsten Bach und dann können Sie es dort schwimmen lassen. Achten Sie hier mal ganz bewusst auf die Geschwindigkeit, die das Schiffchen aufnimmt, und die Hindernisse, die dem Schiff im Weg stehen. Und natürlich auf die bunten Blätter, die im Fluss mitschwimmen, und die Naturgeräusche, wie z. B. das Plätschern des Wassers oder ein Vogelgezwitscher. Sie werden sehen, wie Sie ganz einfach zur Ruhe kommen. Weil Sie sich Zeit nehmen, einfach mal zu beobachten und zu verweilen. Und bestimmt werden Sie sich wie ein Kind freuen, wenn das Schiffchen nicht so schnell untergeht.

    Diese 5 Übungen sollen nur Anregungen darstellen; Sie können Sie beliebig um Erinnerungen aus Ihrer Kindheit ergänzen. Hauptsache, Sie spüren einmal wieder ein kleines Stück vom kindlichen Glück. Und bei allen Übungen gilt: Achten Sie auf die Details und empfinden Sie die kindliche Freude!

    Sollten Sie sich bei irgendeiner Übung ein bisschen kindisch vorkommen, bleiben 3 Möglichkeiten:

    1. Sie stehen drüber und machen einfach.
    2. Sie machen die Übungen mit Ihrem Kind/Ihren Kindern.
    3. Sie leihen sich ein Kind aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis um ein „Alibi“ zu haben, sich mal richtig ausgelassen zu verhalten: „Das Kind will ja schließlich seinen Spaß!“

    Bei allen Übungen gilt: Achten Sie auf die Details!

    Viel Freude!

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14915-ein-kleines-stuck-vom-kindlichen-gluck/feed/ 8
    Die 3 Kräfte, die unser Leben bestimmen http://www.zeitzuleben.de/15006-3-kraefte/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=3-kraefte http://www.zeitzuleben.de/15006-3-kraefte/#comments Tue, 09 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15006

    Es gibt 3 große, mächtige und einflussreiche Kräfte in unserem Leben. Diese Kräfte bestimmen nach meiner Erfahrung, ob Sie ein gutes, schönes und erfülltes Leben führen oder eher nicht. Diese 3 großen Kräfte sind: unsere Gewohnheiten, die Entscheidungen, die wir treffen, und unser Umfeld. Wenn Sie lernen, diese 3 Kräfte zu Ihren Gunsten zu beeinflussen, [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Es gibt 3 große, mächtige und einflussreiche Kräfte in unserem Leben. Diese Kräfte bestimmen nach meiner Erfahrung, ob Sie ein gutes, schönes und erfülltes Leben führen oder eher nicht.

    Diese 3 großen Kräfte sind:

    • unsere Gewohnheiten,
    • die Entscheidungen, die wir treffen,
    • und unser Umfeld.

    Wenn Sie lernen, diese 3 Kräfte zu Ihren Gunsten zu beeinflussen, wird sich die Qualität Ihres Lebens wahrscheinlich stark verbessern.

    Kraft 1: unsere Gewohnheiten

    Fangen wir mit der ersten großen Kraft an: mit unseren Gewohnheiten. Eine Gewohnheit ist das, was wir wieder und wieder ganz automatisch tun, ohne dass wir groß darüber nachdenken.

    Jede Gewohnheit hinterlässt tiefe Spuren in unserem Leben. Unsere Gesundheit, wie gut wir mit anderen Menschen auskommen, ob wir erreichen, was wir uns vorgenommen haben … all das ist eine Frage unserer Automatismen und Gewohnheiten. Gute Gewohnheiten erhöhen unsere Lebensqualität und ungünstige Gewohnheiten verringern sie.

    Wenn Sie jeden Tag Ihrer Frau gewohnheitsmäßig geduldig und aufmerksam zuhören, dann ist das gut für Ihre Ehe. Wenn Sie gewohnheitsmäßig die Treppe nehmen statt den Aufzug, werden Sie schlank bleiben. Wenn Sie jeden Tag 15 Minuten Ihre Wohnung aufräumen, dann werden Sie dauerhaft Ordnung, Klarheit und Sauberkeit erleben. Oder wenn Sie jeden Tag 30 Minuten an Ihrem Buch schreiben, dann werden Sie irgendwann ein Buch fertig haben.

    Aber auch wenn Sie jeden Tag eine Schachtel Zigaretten rauchen, gewohnheitsmäßig jede Bewegung vermeiden, täglich 4 Stunden vor dem Fernseher sitzen, gewohnheitsmäßig Ihre Kinder anmaulen oder jeden Abend eine Flasche Wein trinken, dann wird das auf Dauer wahrscheinlich Konsequenzen und unerwünschte Nebenwirkungen haben.

    Ob Sie ein schönes oder ein weniger schönes Leben haben, hängt sehr stark davon ab, ob Sie gute und zielführende Gewohnheiten und Automatismen haben oder nicht. Jede einzelne Gewohnheit ist eigentlich nur eine Kleinigkeit. Aber in der Summe bestimmen Ihre Gewohnheiten Ihr Leben.

    Sie können Ihre Gewohnheiten natürlich ändern, auch wenn das einiges an Kraftanstrengung erfordert. Gewohnheiten ändert man nicht durch einen Neujahrs-Vorsatz. Das geht nur durch eine kraftvolle, ernstgemeine Entscheidung und gezieltes, systematisches Training.

    Trainieren Sie neue, gute Gewohnheiten, denn dadurch ändern Sie Ihr Leben zum Positiven hin.

    Kraft 2: unsere Entscheidungen

    Die zweite große Kraft in unserem Leben sind unsere Entscheidungen:

    • Strenge ich mich in der Schule richtig an oder hänge ich lieber mit meinen Kumpels rum?
    • Gehe ich aufs Gymnasium oder suche ich mir nach der 10. Klasse eine Lehrstelle?
    • Studiere ich Betriebswirtschaft oder Kunstgeschichte?
    • Soll ich diese Frau heiraten oder nicht?
    • Will ich jetzt ein Kind oder nicht?
    • Versuche ich es mit meinem Mann noch mal oder bleib ich lieber alleine?
    • Kündige ich meinen ungeliebten Job oder bleibe ich wegen der Sicherheit?
    • Bleibe ich angestellt oder mache ich mich selbstständig?

    Auch wie Sie sich an diesen Weggabelungen des Lebens entscheiden, bestimmt die Qualität Ihres Lebens nachhaltig.

    Natürlich weiß man im Vorfeld nie, ob eine Entscheidung auch wirklich gut ist. Aber man kann vorher doch einiges tun, um die wirklich schlechten Entscheidungen herauszufiltern.

    Die meisten von uns treffen größere Entscheidungen leider eher unbewusst und aus dem Bauch heraus. Oder wir verzögern eine Entscheidung unbewusst, bis es zu spät ist und man keine Wahlmöglichkeiten mehr hat. Was beides meistens nicht gut ist.

    Denn bei unbewussten und intuitiven Entscheidungen lauern viele Gefahren:

    • Gefahr 1: Wir entscheiden uns für etwas, nur weil uns gerade zufällig die Möglichkeit geboten wird (zum Beispiel ein Job). Wir tun es, weil wir es können. Die meisten Menschen wählen nicht gezielt oder bewusst aus, sondern tun das, was andere ihnen vorschlagen oder worüber sie zufällig stolpern. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Nur dass viele der Möglichkeiten, die uns über den Weg laufen, gar nicht gut für uns sind, egal ob es Jobs oder mögliche Liebespartner sind.
    • Gefahr 2: Wir entscheiden uns für etwas, weil eine Bezugs- oder Autoritätsperson direkt oder indirekt Druck auf uns ausübt. Wir entscheiden uns also für eine Sache, um keinen Stress mit einem anderen Menschen zu haben, und das, ohne es bewusst zu merken.
    • Gefahr 3: Wir entscheiden uns vorschnell für etwas, weil wir aus unserer bestehenden Situation flüchten wollen. Alles ist besser als das, was jetzt so unangenehm ist. Und so verschlimmern wir unsere Situation dann oft noch.
    • Gefahr 4: Wir haben unrealistische und romantische Vorstellungen von der Sache, für die wir uns entscheiden, weil wir uns nicht genug neutrale Informationen eingeholt haben. Und hinterher sind wir dann fürchterlich enttäuscht.
    • Gefahr 5: Wir entscheiden uns für etwas, weil es alle anderen auch so machen. Und das, obwohl die Sache, für die wir uns entschieden haben, vielleicht gar nicht zu uns passt.
    • Gefahr 6: Wir überstürzen eine Entscheidung, weil es Zeitdruck gibt und weil wir Angst haben, etwas zu verpassen.

    Es gibt noch viele, viele andere Stolperfallen, über die wir bei unseren Entscheidungen stolpern können. Ich will damit sagen: Es nicht ganz einfach, eine gute Entscheidung zu treffen. Aber die folgenden Tipps helfen Ihnen vielleicht dabei:

    • Entscheiden Sie sich bewusst und gezielt und nicht nur, weil Ihnen irgendjemand eine Möglichkeit bietet. Wägen Sie Vor- und Nachteile bewusst ab. Schauen Sie nicht nur auf Ihr Gefühl, sondern auch auf die Fakten. Und reden Sie sich nichts schön.
    • Versuchen Sie immer das Wasser zu testen, bevor Sie kopfüber hineinspringen und sich verbindlich entscheiden.
    • Entscheiden Sie sich nie unter Druck, sondern lassen Sie sich immer ausreichend Zeit für eine Entscheidung. Lassen Sie sich auch nicht davon unter Druck setzen, wenn Sie im Augenblick in einer schmerzhaften Situation sind. Schmerz ist selten ein guter Ratgeber.
    • Schauen Sie immer in Ihre Vergangenheit, ob Sie vielleicht schon eine ähnliche Entscheidung getroffen haben, und überlegen Sie, welche Folgen Ihre vergangene Entscheidung hatte. Und seien Sie dabei unbedingt ehrlich mit sich. Wir Menschen neigen dazu, unsere Fehler zu wiederholen und die Chancen sind eher sehr gering, dass es diesmal anders wird.
    • Lernen Sie sich selbst immer besser kennen, insbesondere Ihre Werte, Ihre Stärken, Schwächen und Ihre Ängste. Je besser Sie sich selbst kennen, desto bessere Entscheidungen können Sie treffen.
    • Lernen Sie zwischen Wünschen und Bedürfnissen zu unterscheiden. Diese Fähigkeit ist für gute Entscheidungen so essenziell wichtig, dass das gleich die erste Lektion in unserem Kompass-Kurs ist. Wir finden eine Sache normalerweise attraktiv, weil wir uns davon versprechen, dass sie ein bestimmtes Bedürfnis erfüllt. Hinter dem Wunsch nach einem neuen Auto steckt vielleicht das Bedürfnis nach Mobilität, Anerkennung und Unabhängigkeit. Oft wünschen wir uns aber Dinge, die gar nicht dazu geeignet sind, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Das ist eine riesige Falle, in die die meisten Menschen früher oder später tappen. Je besser Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse auseinanderhalten lernen, desto bessere Entscheidungen treffen Sie.
    • Andere Menschen kennen einen oft besser als man selbst und wissen, was gut für einen wäre. Fragen Sie aber niemanden, der Vorteile oder Nachteile davon hat, wenn Sie sich für die eine oder andere Richtung entscheiden. Fragen Sie nur Menschen, die es gut mit Ihnen meinen und die Sie nicht kleinhalten wollen.
    • Nutzen Sie Ihre Intuition und Ihr Bauchgefühl in erster Linie, um Entscheidungsmöglichkeiten abzuwählen. Fragen Sie sich aber immer, ob ein schlechtes Bauchgefühl nicht nur die ganz normale Angst vor Unsicherheit ist, die bei jeder größeren Entscheidung entsteht.
    • Fragen Sie sich: Wird mich diese Entscheidungsmöglichkeit glücklicher und zufriedener machen? Passt diese Entscheidungsmöglichkeit zu mir, meinen Stärken und dem, was mir wichtig ist?

    Nutzen Sie Ihren Verstand bei Entscheidungen und achten Sie auf die typischen Stolperfallen. Und wenn Sie dann noch die obigen Entscheidungs-Strategien anwenden, werden Sie deutlich bessere Entscheidungen treffen. Und mit der Qualität Ihrer Entscheidungen wird auch Ihr Leben stabiler, besser und schöner.

    Kraft 3: unser Umfeld

    Seien wir ehrlich. Wir haben nicht alle die gleichen Startbedingungen. Denn die eigene Herkunftsfamilie, das Viertel, die Schule und das Land, in dem wir aufwachsen, prägen unsere Denkweise, unsere Gewohnheiten und beeinflussen unsere Entscheidungen.

    Es gibt natürlich viele Menschen, die es trotz schwierigster Startbedingungen im Leben zu etwas bringen. Aber das ist leider nicht der Normalfall. Denn dazu ist es meistens notwendig, das eigene Umfeld zu verlassen. Und es braucht Menschen, die an einen glauben, die einen unterstützen oder die einem eine Chance geben.

    Es ist aber nicht nur unser Herkunfts-Umfeld, das uns beeinflusst. Das Gleiche gilt für unsere jetzige Umgebung, also unsere jetzige Familie, die Freunde, unseren augenblicklichen Wohnort oder unseren Arbeitgeber.

    Unser Umfeld kann uns stärker machen und uns dabei helfen, das Beste aus uns herauszuholen. Oder es kann uns schwächen, zurückhalten, uns zu Dummheiten verführen und unsere dunkle Seite zum Vorschein bringen. Wir Menschen sind soziale Tiere und wir können uns kaum gegen die Einflüsse unserer Umgebung wehren.

    Was wir aber machen können, ist unser Umfeld zu wechseln. Das ist ein großer und oft auch schmerzhafter Schritt. Denn das bedeutet, sich von der eigenen Familie zu lösen und sich oft auch neue Freunde suchen zu müssen. Oder es bedeutet, den Job zu wechseln.

    Wir haben dann vielleicht Schuldgefühle, weil wir unsere alten Leute im Stich gelassen haben. Und wir müssen neue Regeln und Gepflogenheiten lernen, damit wir in unserem neuen Umfeld zurechtkommen.  Aber sich ein neues, besseres Umfeld zu suchen ist ein großer und manchmal eben notwendiger Schritt, wenn wir ein besseres Leben führen wollen.

    Fragen Sie sich:

    • Bietet mir mein jetziges Umfeld die Chancen und Möglichkeiten, die ich mir wünsche?
    • Hilft mir meine Umgebung, meine Träume zu verwirklichen, oder hält sie mich davon ab?
    • Werden meine Wünsche, Träume und Ziele von meiner Umgebung respektiert oder werde ich deswegen ausgelacht?
    • Macht mich meine Umgebung stärker oder hält sie mich zurück?
    • Unterstützt mich meine Umgebung, als Mensch zu wachsen und mich zu entwickeln?

    Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, dann haben Sie eine tolle Familie, tolle Freunde, eine tolle Gemeinschaft oder einen tollen Beruf. Und wenn nicht, dann steht vielleicht eine Entscheidung an.

    Das sind die 3 großen Kräfte, die unser Leben im besten Fall schön und erfüllend oder im weniger guten Fall leer, schlimm und anstrengend machen:

    • unsere Gewohnheiten,
    • unsere Entscheidungen und
    • unser Umfeld.

    Verbessern Sie Ihre Gewohnheiten, die Qualität Ihrer Entscheidungen und Ihr Umfeld, dann werden Sie auch die Qualität Ihres Lebens verbessern. Dieser Weg ist natürlich wie jede Art von Veränderung nicht einfach. Aber wenn Sie in Ihrem augenblicklichen Leben nicht zufrieden sind, dann kennen Sie jetzt eine Richtung, in die Sie sich bewegen können.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15006-3-kraefte/feed/ 32
    Shake your life (Ralph Goldschmidt) http://www.zeitzuleben.de/15076-shake-your-life/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=shake-your-life http://www.zeitzuleben.de/15076-shake-your-life/#comments Mon, 08 Aug 2011 04:00:00 +0000 Nicole Alps http://www.zeitzuleben.de/?p=15076 In diesem Buch finden Sie viele Anregungen, wie sie den Cocktail Ihres eigenen Lebens mit neuen Zutaten mal ordentlich durchmixen können.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Shake your Life. Der richtige Mix aus Karriere, Liebe, Lebensart“ von Ralph Goldschmidt – Offenbach: Gabal-Verlag, 2010 – 222 S. – ISBN-13: 978-3-86936-107-9 – 29,90 €

    Die verschiedenen Bereiche unseres Lebens unter einen Hut zu bringen, ist manchmal gar nicht so einfach. Beruf, Liebe, Freizeit und was man sonst noch so hat. Wir wollen zufrieden sein, möglichst oft glücklich und meist irgendwie allem gerecht werden. Aber wie kann das gehen, die ideale Mischung zu leben?

    Wenn Sie sich den Cocktail Ihres Lebens mixen möchten, dann könnte dies das richtige Buch für Sie sein. Dabei ist „Cocktail des Lebens“ im doppelten Sinne gemeint. In diesem Buch finden Sie viele Anregungen, wie sie den Cocktail Ihres eigenen Lebens mit neuen Zutaten mal ordentlich durchmixen können. Daneben enthält es eine ganze Menge fantasievoller Cocktailrezepte.

    Dreh- und Angelpunkt des Buches ist Bruno. Tagsüber arbeitet er als Vortragsredner und Trainer in unterschiedlichen Unternehmen. Abends führt er seine eigene Bar.

    Im Laufe des Buches lernen wir in jedem der neun Kapitel einen Menschen aus der bunten Gästeschar kennen, die in Brunos Bar auftauchen. Bruno mixt den genau passenden Drink für jeden und bringt den jeweiligen Gast dazu, zu erzählen, wo es in seinem oder ihrem Leben hakt.

    Wir sitzen mit am Tresen, sehen Bruno beim Shaken und Mixen zu und hören, wie er seinen Gästen hilft, herauszufinden, was sie konkret tun können, um in möglichst allen Lebensbereichen zufriedener zu werden.

    Bruno erzählt aus seinem eigenen wechselvollen Leben, führt Beispiele an oder zitiert berühmte Menschen. So zeigt er an alltagstauglichen und konkreten Tipps und Vorgehensweisen, wie man das eigene Leben in den verschiedensten Bereichen befriedigender gestalten kann. Dabei ist Bruno ein Freund klarer Worte, der sich nicht scheut, seinen Gästen auf die Füße zu treten, wenn er merkt, dass sie versuchen, vor dem, was sie weiterbringen würde, wegzulaufen.

    Durch die spannende und humorvolle Erzählweise bietet das Buch ein völlig unangestrengtes Leseerlebnis. Aufgrund der umgangssprachlichen Dialoge und der atmosphärischen Fotos hatte ich während der Lektüre des gesamten Buches das Gefühl, wirklich mit am Tresen zu sitzen. Beim Lesen der leckeren Cocktailbeschreibungen bekommt man zwangsläufig ordentlich Durst. Daher ist es besonders empfehlenswert, sich vorher sein Lieblingsgetränk bereitzustellen. Trotz der unterhaltsamen Schreibweise steckt in Shake your Life eine Menge „Hochprozentiges“ drin: gut durchstrukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und anschauliche Erklärungen.

    Fazit: ein bunter Mix voller praktischer und umsetzbarer Ideen. Witzig, spannend und absolut fesselnd geschrieben. Ein tolles Buch zum Thema Work-Life-Balance, gerade auch für Leute, die Ratgeberbücher sonst nur mit der Kneifzange anfassen.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Shake your life” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15076-shake-your-life/feed/ 1
    Zeit zu leben heißt … http://www.zeitzuleben.de/15149-zeit-zu-leben/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=zeit-zu-leben http://www.zeitzuleben.de/15149-zeit-zu-leben/#comments Fri, 05 Aug 2011 04:00:48 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15149 Tania hat einige ihrer Fotos zu einer kleinen Präsentation zusammengestellt.
    Und Sie erzählt eine Geschichte, was “Zeit zu leben” für sie bedeutet.

    © Zeit zu leben

    ]]>


    Tania hat einige ihrer Fotos zu einer kleinen Präsentation zusammengestellt.
    Und Sie erzählt eine Geschichte, was “Zeit zu leben” für Sie bedeutet.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15149-zeit-zu-leben/feed/ 13
    Eine Frage, eine Antwort … Selbstakzeptanz http://www.zeitzuleben.de/15098-eine-frage-eine-antwort-goldschmidt/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=eine-frage-eine-antwort-goldschmidt http://www.zeitzuleben.de/15098-eine-frage-eine-antwort-goldschmidt/#comments Wed, 03 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15098

    “Eine Frage – Eine Antwort” heißt die neue Beitrags-Reihe, in der wir mal in die Köpfe der Menschen schauen möchten, die etwas Besonderes in ihrem Leben erreicht haben, oder die etwas Besonderes können, oder die das Leben führen, dass Sie auch führen wollen, oder die das Leben in ganzen Zügen nach ihren Vorstellungen leben. Was [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    “Eine Frage – Eine Antwort” heißt die neue Beitrags-Reihe, in der wir mal in die Köpfe der Menschen schauen möchten,

    • die etwas Besonderes in ihrem Leben erreicht haben,
    • oder die etwas Besonderes können,
    • oder die das Leben führen, dass Sie auch führen wollen,
    • oder die das Leben in ganzen Zügen nach ihren Vorstellungen leben.

    Was machen diese Menschen anders? Wie unterscheidet sich ihr Denken von unserem? Was können sie, das die anderen nicht können? Oder wo setzen sie andere Prioritäten?

    In dieser Reihe stellen wir Menschen, die wir schätzen, genau EINE tiefgehende Frage und bekommen dann eine tiefgehende Antwort, die wir dann hier mit Ihnen teilen.

    Dieses Mal haben wir den Vortragsredner und Autor Ralph Goldschmidt gefragt:

    Wenn Sie einmal auf Ihr Leben zurückblicken:
    Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Ihr Leben?

    und die folgende Antwort bekommen:

    Vor über 10 Jahren habe ich an einem – so sah ich es damals noch – Psycho-Seminar in Österreich teilgenommen. Mitten im Winter fand das Seminar auf einer Hütte in den Bergen statt.

    Auf dem Seminar herrschte Askese: wenig Schlaf, wenig Essen, strenge Leitung. Zigaretten, Uhren, Geld, alles musste abgegeben werden und wurde weggeschlossen. Und es gab sogar ein Kommunikationsverbot außerhalb der Seminarzeiten. Fragen stellen war verboten und wir sollten erst mal bei allem mitmachen. Am letzten Tag würden wir dann die Antworten bekommen. Und so sind gleich am ersten Tag die ersten Teilnehmer abgereist. Ich war auch kurz davor, entschied mich aber dann, das Seminar durchzuziehen.

    Ich war damals Ende 20 und habe bei der Vorstellungsrunde richtig dick aufgetragen, was für ein toller Hecht ich doch sei, wie super sportlich und fit ich sei, immerhin habe ich mein Sportstudium als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen. Dabei war ich noch nie so schlecht drauf gewesen wie damals. Ich hatte brutal viel gearbeitet, hatte mich schlecht ernährt und seit zwei Jahren kaum bewegt. Körperlich war ich eigentlich bankrott.

    Hinter allem, was ich so gemacht habe, stand ein Ziel: Ich wollte Anerkennung. Von den Männern wie von den Frauen. Und dafür bekam ich auf dem Seminar schnell Gelegenheit: Gleich in der ersten Nacht wurden wir mit Trillerpfeife geweckt und mussten in Sportklamotten draußen antreten. Was auf uns wartete, war „Die Meile“ – wir mussten den Berg runter zum See laufen, dort dann wenden, und dann wieder den Berg hoch zurücklaufen bis zum Haus. Die Aufgabe des Seminarleiters lautete: Gib dein Bestes!

    Ich bin also losgerannt und hatte schnell einen Vorsprung herausgelaufen. Kurve. Bergab nur nicht stolpern. Dann die Wendemarke. Ich war Erster. Mit großem Abstand. Jetzt musste ich nur noch wieder locker hochlaufen. Aber gleich nach der Wende merkte ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Viel zu schnell losgelaufen. Jeder Muskel sauer. Ich bekam kaum noch Luft. In meinem Nacken spürte ich schon den Atem der Verfolger. Aber noch lag ich vorne. Bis hinter die Kurve. Dann ging nichts mehr: Ich stand mit den Händen auf den Knien im Schnee und kotzte. Würgte. Schluckte. Flennte. War das peinlich! Mir war so elend. Alle liefen an mir vorbei. Als ich am Ende oben ankam, hatte ich eine einzige Frau wieder überholt. Die war dreißig Jahre älter und einen Zentner schwerer als ich.

    Oben wurden die Zeit gestoppt und Listen geführt. Nach dem Duschen haben wir uns dann – immer noch mitten in der Nacht – im Seminarraum getroffen.

    Auf dem Flipchart waren die Teilnehmer in der Reihenfolge des Zieleinlaufs aufgelistet. Und ich war Vorletzter. Ich wollte nur noch in irgendein schwarzes Loch reinfallen, Deckel drauf, für immer im Erdboden verschwinden. Es war mir dermaßen hochnotpeinlich!

    Dann wurden wir alle der Reihe nach befragt, wie’s uns geht. Ich kam dran: „Ralph, bei dir?“ – „Scheiße. Mir geht’s so, so scheiße.“ – „Und was war die Aufgabe? War die Aufgabe: Werd Erster? Oder: Lauf Streckenrekord? Die Aufgabe war: Gib dein Bestes!

    Und dann kam die Frage: „Erkennst du Parallelen zu deinem beruflichen oder privaten Leben?“ – Ja, klar, die erkannte ich. Und dann ging mir ein Licht nach dem anderen auf. Ich habe ständig 170 Prozent gegeben, immer bis zum Anschlag. Und oftmals auch darüber hinaus. Ohne Rücksicht darauf, was alles auf der Strecke bleibt. Und warum? Weil ich Anerkennung von Anderen wollte und keine andere Methode kannte, Anerkennung zu bekommen außer über meine Leistungen. Saublöd!

    Ich weiß heute noch, wie mich die anderen Teilnehmer damals aufgemuntert haben. Und wie mir nach und nach mit all den schwierigen, manchmal schmerzenden und teilweise brutalen Übungen immer klarer wurde, worauf es ankommt. Dieses Seminar war die Initialzündung für den Selbsterfahrungstrip, der daraufhin folgte. An dieser Stelle habe ich angefangen, mein Selbstbild zu ändern. Ich habe Bücher gelesen, ich habe an Seminaren teilgenommen – im Prinzip habe ich wenig ausgelassen, was es in diesem Bereich zu machen gibt.

    Und egal, was ich heute tue: ein Buch schreiben, ein Seminar konzipieren, mich um meine Kinder kümmern, einen Vortrag halten, egal was – ich stelle mir immer die Frage: Habe ich mein Bestes gegeben? Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr! Unter Berücksichtigung aller Bedingungen und Lebensbereiche, die mir sonst noch wichtig sind, und die nicht dauerhaft darunter leiden dürfen – war das mein Bestes?

    Und wenn ich diese Frage mit JA beantworten kann, bin ich mit mir im Reinen … und baue nicht ständig noch weiter Druck für mich selbst auf. Eine Niederlage kann mir nicht mein Selbst nehmen. Was immer auch schiefgeht: Ich weiß, ich bin ein wunderbarer, wertvoller Mensch. Ich bin grundsätzlich in Ordnung, so wie ich bin. Ob ich gute oder schlechte Bücher schreibe, gute oder schlechte Vorträge halte, viel Geld oder keines verdiene, im Bett eine Kanone oder eine Niete bin. Wirklich? Ja, wirklich!

    Das ist also mein persönliches Rezept gegen Leistungsdruck und für mein Selbstwertgefühl: Nicht DAS Beste geben, sondern MEIN Bestes geben. Und wenn jemand mehr verlangt als MEIN Bestes, also das, was ich unter Berücksichtigung aller Faktoren leisten WOLLTE – dann passen wir vielleicht einfach nicht zusammen.

    Ralph GoldschmidtRalph Goldschmidt (Jg. 1963) ist Redner und Trainer aus Leidenschaft und Experte für schwierige Balanceakte: für berufliche Leistungsoptimierung UND private Lebensqualität, für Höchstleistungen UND Wohlbefinden.

    Der diplomierte Volkswirt und Sportwissenschaftler ist Geschäftsführer der Goldschmidt & Friends GmbH, Dozent an mehreren Hochschulen und Akademien, Professional Member der German Speakers Association (GSA) und gefragter Interviewpartner in den Medien.

    Im September erschien sein Buch Shake your Life – Der richtige Mix aus Karriere, Liebe, Lebensart.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15098-eine-frage-eine-antwort-goldschmidt/feed/ 69
    Wenn Humor verletzt http://www.zeitzuleben.de/15061-wenn-humor-verletzt/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wenn-humor-verletzt http://www.zeitzuleben.de/15061-wenn-humor-verletzt/#comments Tue, 02 Aug 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=15061

    Vor kurzem hat uns eine Leserin eine Mail geschrieben und uns darum gebeten, doch mal einen Beitrag zu einem Thema zu schreiben, das bei ihr gerade sehr aktuell ist: Wie geht man mit Ironie und Späßen am Arbeitsplatz um, wenn nämlich aus Spaß Ernst wird? Und wie kann man Grenzen setzen, um nicht verletzt zu [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Vor kurzem hat uns eine Leserin eine Mail geschrieben und uns darum gebeten, doch mal einen Beitrag zu einem Thema zu schreiben, das bei ihr gerade sehr aktuell ist: Wie geht man mit Ironie und Späßen am Arbeitsplatz um, wenn nämlich aus Spaß Ernst wird? Und wie kann man Grenzen setzen, um nicht verletzt zu werden?

    Eine interessante Frage. Und mir ist dazu auch gleich eine ganz bestimmte Situation aus meiner eigenen Erfahrung eingefallen: Bei meinem letzten Arbeitgeber saß ich eine Zeit lang mit vier Kolleginnen in einem Büro. Wir hatten unglaublich viel Spaß miteinander und konnten unglaublich gut miteinander scherzen. Und haben uns auch gerne gegenseitig aufgezogen. Aber alles nur aus Spaß. So hatte ich als das Büroküken immer einen kleinen, stichelnden Spruch für Claudia – unsere Abteilungsälteste. Und Janine, die bekannt dafür ist, Auszubildende nicht leiden zu können, hatte immer einen fiesen Spruch für mich parat, auch wenn ich gar nicht mehr Auszubildende war. Wie gesagt, wir haben super harmoniert und weil wir wussten, dass wir uns ehrlich mögen, konnte jeder auch gut mit den Sprüchen des anderen umgehen und einfach mitlachen. Vielleicht ein bisschen getreu dem Motto „Was sich liebt, das neckt sich“.

    Aber ich kann mich auch noch daran erinnern, dass einmal die Grenze überschritten wurde. Da sind mir die Tränen in die Augen gestiegen und ich bin unauffällig aus dem Büro gehuscht, um sie schnell wegzuwischen, bevor sie jemand sieht.

    Was ist damals passiert? Im Nachhinein fällt mir gar nicht mehr ein, was Janine gesagt hat. Und es ist auch egal, weil es ganz bestimmt genauso bedeutungslos war wie sonst auch. Ich hatte einfach sowieso schon einen schlechten Tag und plötzlich tat mir ein Spruch, über den ich sonst gelacht hätte, doch weh. Ich habe es Janine nicht einen Tag lang übelgenommen, denn woher sollte sie auch wissen, dass heute alles anders war und ich eben nicht bereit war, über mich selbst zu lachen?

    Die Grenze zwischen Spaß und Ernst ist manchmal fließend. Und manchmal werden Grenzen nur aus Versehen überschritten, manchmal aber auch absichtlich.

    Diese zwei Fälle sollten wir hier auch ganz klar unterscheiden:

    1. Der Spaß, den die Kollegen mit Ihnen treiben, ist gut gemeint und soll wirklich nur der Unterhaltung dienen.

    Wenn Sie in so einem Büro sitzen, wie ich damals, dann ist das doch wunderbar. Es ist Ihre Art, miteinander umzugehen, und ein Arbeitstag ist ja auch viel schöner, wenn man gemeinsam lachen kann. Ob nun über sich selbst, über das Gegenüber oder über das Leben :-)

    Aber wie man an meinem Beispiel oben gesehen hat, kann es auch hier mal zu Problemen kommen. Mir fallen da ein paar Punkte ein, bei denen aus Spaß ganz schnell Ernst werden kann, auch wenn grundsätzlich keine böse Absicht dahintersteckt. Zum Beispiel,

    • wenn Sie einen schlechten Tag haben und jeder Spruch in Ihre Richtung einfach nur nervt,
    • wenn ein Nerv bei Ihnen getroffen wurde, nämlich über etwas gescherzt wurde, das Sie tief im Inneren belastet,
    • oder wenn andere Kollegen anwesend sind, die die Späße nicht richtig einordnen können und dann eventuell ein falsches Bild von Ihnen bekommen.

    Stimmen Sie sich ab

    In allen drei Fällen gibt es nur eine Möglichkeit, um die Sache zu klären: Sie müssen Klartext reden.

    Denn woher soll Ihr Gegenüber wissen, dass Sie heute ausnahmsweise mal nicht gut drauf sind und auch für gut gemeinte Scherze nicht empfänglich sind? Und woher soll Ihr Gegenüber wissen, wo Ihre Grenzen sind und wann es für Sie zu weit geht?

    Wenn Sie sich gut verstehen und keine echte Böswilligkeit dahintersteckt, dann können Sie sich auch trauen, Tacheles zu reden. Sagen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie heute nicht zu Späßen aufgelegt sind und heute mal verschont bleiben möchten. Und sagen Sie ruhig auch, wenn es mal unter die Gürtellinie geht bzw. Sie wirklich trifft, was der andere gesagt hat.

    Ein weiterer Fall, in dem Humor schnell zur Waffe werden kann, ist, wenn andere Menschen anwesend sind. Können Sie sicher sagen, wie der Außenstehende die Scherze einordnet? So kann aus Spaß ganz schnell Ernst werden, wenn nämlich andere Menschen sich ein falsches Bild von Ihnen machen.

    Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Ihr Kollege scherzt gerade darüber, dass Sie „mal wieder“ krank waren. Ein ironisches „Mhh … ja, klar, krank, ne? Zufällig nach dem Wochenende, an dem auch das Stadtfest war, ne? Höhöhö“. Spätestens, wenn ein anderer Kollege ins Büro kommt, ist das ganz schnell gar nicht mehr witzig. Denn im Zweifel versteht der Außenstehende nicht die Ironie dahinter. Und behält dann im Kopf, dass Sie es scheinbar am Wochenende mal wieder übertrieben haben, Sie wahrscheinlich am Wochenanfang entsprechend einen Kater hatten und deshalb mal schön zu Hause geblieben sind. Und auch, wenn Sie es nicht wollen und es auch nicht wahr ist: Ihr Kollege könnte nun das Bild von Ihnen haben, dass Sie gerne mal einen über den Durst trinken und dann auch noch blaumachen. Und vielleicht denkt er genau das von Ihnen, wenn Sie das nächste Mal krank sind.

    Auch beim Thema Humor macht es also Sinn, ein paar gemeinsame Umgangsregeln abzustimmen.

    • Keine Scherze, wenn Sie oder Ihr Gegenüber signalisieren, dass dafür gerade nicht der richtige Zeitpunkt bzw. die richtige Stimmung ist.
    • Keine Scherze, die unter die Gürtellinie gehen und Sie – obwohl nicht böse gemeint – verletzen könnten.
    • Keine Scherze, die im Zweifel ein falsches Bild von Ihnen zeichnen, in der Gegenwart von anderen (weil sie diese Art von Humor missverstehen könnten).

    2. Die Sprüche eines bestimmten Kollegen gehen immer wieder unter die Gürtellinie bzw. verletzen Sie.

    Wenn Sie einen Kollegen haben, der Ihnen immer wieder mit seinen „lustigen“ Sprüchen zusetzt, dann sollten Sie als Allererstes mal überlegen, warum das eigentlich so ist.

    • Warum stören mich die Sprüche von diesem Kollegen?
    • Was lösen sie in mir aus?
    • Könnte ich vielleicht, wenn ein Kollege, mit dem ich besser auskomme, das Gleiche gesagt hätte, darüber lachen?
    • Was macht den Unterschied, d.h., warum fühle ich mich nur dadurch, dass gerade dieser Mensch es ausspricht, verletzt?
    • Wie sicher ist es, dass der Kollege mich vorsätzlich durch seine Sprüche verletzen möchte?
    • Gibt es Situationen, aus denen ganz klar hervorgeht, dass Ihr Kollege es grundsätzlich nicht gut mit Ihnen meint?

    Manchmal kann dieser distanzierte Blick auf das Problem helfen. Denn vielleicht stellt sich heraus, dass es zunächst nämlich Ihre Sichtweise bzw. Ihre Sympathie dem anderen gegenüber ist, die den Unterschied macht. Vielleicht möchte Ihr Kollege Ihnen gar nichts Böses. Vielleicht sind Sie beide einfach nur nicht auf der gleichen Wellenlänge?

    Wenn es keine klaren und beweisbaren Hinweise darauf gibt, dass Ihr Gegenüber Sie vorsätzlich verletzen möchte, dann experimentieren Sie doch mal mit Ihren Gefühlen:

    Betrachten Sie Ihr Gegenüber mal aus einer wohlwollenden Perspektive. Seien Sie ihm gegenüber wohlwollend, und stellen Sie sich beim nächsten Mal auch einfach mal vor, dass der Kollege es im Guten meint: Tut es dann noch weh? Oder können Sie vielleicht mitlachen, so wie bei anderen Kollegen auch?

    Wenn Sie grundsätzlich davon ausgehen können, dass es Ihr Kollege nicht unbedingt schlecht mit Ihnen meint, er aber trotzdem immer wieder Grenzen überschreitet, dann können Sie ihm das natürlich auch ruhig sagen. Sagen Sie ihm, wenn es Ihnen zu weit geht und was seine Sprüche in Ihnen auslösen. Wenn er Ihnen nichts Böses möchte, dann wird er auch damit aufhören, wenn Sie darum bitten.

    Und wenn Sie es nicht wissen, dann fragen Sie doch einfach mal nach. Denn manchmal tappt man als Sprücheklopfer auch einfach in ein Fettnäpfchen – und das absolut unbeabsichtigt. Sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, dass der eine Spruch ganz schön danebenging. Und dass Ihnen das wehgetan hat. Und wenn Sie ihn dann fragen, ob er Sie wohl verletzen wollte, dann wird er Ihnen eine Antwort geben. Und Sie wissen, woran Sie sind. Freund oder Feind.

    Denn wenn Ihr Kollege Sie systematisch und ganz bewusst mit seinen Sprüchen verletzt, dann verhält es sich ganz anders.

    Humor kann schnell zu einer Waffe werden, hinter der man sich gut verstecken kann. Wenn jemand nämlich nicht MIT Ihnen lacht und mit seinem Humor ein Lachen von Ihnen provozieren möchte. Die Intention dahinter ist dann eher eine ganz andere: Sie zu verletzen, Sie bloßzustellen, Sie lächerlich zu machen.

    Und das ist dann auch schon eine Form von Mobbing.

    Mehr zum Thema: Das Problem Mobbing

    Was können Sie in diesem Falle tun? Wir haben mal ein paar Ideen gesammelt und vielleicht können Sie damit mal ein bisschen experimentieren, welche Handlungsweise Ihnen am besten liegt:

    Ein klärendes Gespräch führen

    Menschen, die andere Menschen mobben, suchen sich gerne die Schwächsten aus. Diejenigen, mit denen man es machen kann. Diejenigen, die sich nicht wehren. Entsprechend müssen Sie zeigen, dass Sie es NICHT mit sich machen lassen:

    Bitten Sie um ein Gespräch – am besten unter 4 Augen und so schnell wie möglich.

    Und dieses Gespräch muss auch nicht unbedingt freundschaftlich sein. Machen Sie sich groß, egal, wie klein Sie sich gerade fühlen. Seien Sie der Löwe und zeigen Sie nicht Ihre Schwäche. Und das meine ich nicht nur bezogen auf Ihre klare und starke Wortwahl, sondern vor allem auch, was Ihre Mimik und Gestik betrifft: kein Kratzen am Kopf, keine Hände in den Taschen, keinen gesenkten Kopf. Ihre Stärke sollte sich auch in Ihrem Auftreten zeigen.

    Sie müssen Ihr Gegenüber nicht angreifen, denn Sie wollen sich ja nicht auf sein Niveau herablassen. Aber wählen Sie klare und deutliche Worte, die nicht auf den Kollegen als Person abzielen, sondern auf seine Aktionen. Und die ihm zeigen, dass er bei Ihnen an der falschen Adresse ist:

    „Das, was du da gesagt hast, das geht mir eindeutig zu weit. Du willst mich damit gezielt verletzen und das lasse ich nicht mit mir machen. Ich möchte dich also bitten, in Zukunft solche Scherze zu unterlassen. Irgendwo hört bei mir nämlich der Spaß auf, und diese Grenze ist jetzt erreicht. Und wenn du das nicht respektieren kannst, dann ist das für mich Mobbing. Und auch wenn ich es eigentlich nicht vorhabe, werde ich mich in dem Fall an den Betriebsrat wenden müssen.“

    Das ist nicht immer leicht, aber auch solche Situationen kann man gezielt trainieren. Vielleicht wäre ja Ihr Partner oder Freunde bereit, mit Ihnen ein solches Gespräch schon einmal im Rollenspiel einzuüben.

    Die „Ich habe nichts gehört“-Variante

    Wenn sich jemand gezielt über Sie lustig macht und Sie damit verletzen möchte, dann hat er ja scheinbar einen sadistischen Spaß daran. Aber wie kann man ihm den Spaß daran nehmen? Ganz einfach, indem es Sie nicht verletzt. Das ist so einfach gesagt, aber so schwierig umzusetzen. Aber wenn Sie Ihr Gegenüber nicht ändern können, sondern nur sich selbst, dann kann das eine Möglichkeit sein, mit der Sache umzugehen:

    Sie müssen sich eine dicke Haut zulegen und das zumindest für eine Zeit ertragen. Und diese Sprüche ignorieren, mit allem, was dazugehört. Auch das ist nicht einfach. Ein einfaches Lächeln und Weiterarbeiten ist ja schon ein Anfang, aber nicht alles. Denn wenn Ihre Hände dabei zittern oder Ihr Kopf rot wird, ja dann ist das auch schon eine Reaktion, die Ihre Verletzung offenbart. Und Ihr Kollege weiß, dass es Sie getroffen hat. Und freut sich.

    Und wenn Sie es bestmöglich ignorieren und aus dem Raum gehen, dann ist das auch gut. Aber wenn Sie sich beim nächsten Mal begegnen und Sie verhalten sich anders als sonst, weil Sie Ihre Wut nicht ausschalten können, ja auch dann ist es eine Reaktion. Und wieder kann sich Ihr Gegenüber freuen, weil es sieht, wie Sie kämpfen und dass es Sie trotzdem getroffen hat.

    Mit Ignorieren meine ich also ein vollkommenes Ignorieren: Und das sollte sich nicht nur in dem, was Sie sagen oder tun, ausdrücken, sondern auch in Ihrer Mimik und Gestik.

    Vielleicht können Ihnen dabei folgende Methoden helfen:

    • Ablenkung
      Nicht zu reagieren ist wirklich schwer. Also reagieren Sie doch ganz anders: Lenken Sie sich ab: Drehen Sie sich um und verwickeln Sie schnell jemand anderes in ein Gespräch. Oder überlegen Sie sich eine Rechenaufgabe, die Sie versuchen, im Kopf zu lösen. Oder aber, Sie kommen auf ein anderes Thema: „Sag mal, steht die Pflanze schon die ganze Zeit da?! Die ist mir ja noch nie aufgefallen …“
    • Visualisierung
      Vielleicht hilft es Ihnen, sich eine dickere Haut zulegen, wenn Sie genau das visualisieren: Stellen Sie sich mal vor, Sie haben einen riesigen Gummipanzer um Ihren Körper, an dem alles einfach abprallt. Jeder Spruch, der auf Sie geschossen wird, prallt an Ihrem Panzer ab und fliegt in hohem Bogen zurück durch den Raum. Und wer weiß, vielleicht können Sie dann ja auch darüber lächeln, wenn Sie vor Ihrem inneren Auge sehen, wie das Geschoss an Ihnen abprallt, um Ihren Kollegen im nächsten Moment am Kopf zu treffen … ;-)
    • Reframing
      Das Reframing ist eine Methode aus dem neurolinguistischen Programmieren (NLP). Im Prinzip bedeutet Reframing, eine Situation oder eine Aussage, die schmerzt, für sich umzudeuten und in etwas Positives zu verwandeln. In dieser Situation könnte das bedeuten, dass Sie mal einen Perspektivenwechsel vornehmen: Er, der mich verletzt hat, hat mein Mitgefühl verdient. Vermutlich haben seine Angriffe eher etwas mit seiner Person selbst zu tun als mit mir. Welche eigenen Probleme versucht er hier eigentlich zu kompensieren? Spekulieren Sie doch einfach mal. Auf diese Weise sind Sie direkt abgelenkt, weil Sie sich in Gedanken vertiefen, die weg von Ihnen selbst gehen.

    Das ist natürlich keine Strategie, die von heute auf morgen Erfolge zeigt. Aber wenn Sie ganz konsequent weghören und über einen längeren Zeitraum komplett auf Durchzug stellen, wird Ihrem Kollegen auch irgendwann der Spaß vergehen und er wird sich ein anderes Opfer suchen müssen.

    Schlagfertigkeit trainieren

    Die letzte Möglichkeit, die wir Ihnen vorstellen möchten, ist getreu dem Motto „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ die Schlagfertigkeit. Natürlich ist auch diese Möglichkeit kritisch anzusehen, denn man will und sollte sich ja auch nicht unbedingt auf das Niveau des Mobbers herablassen. Aber es ist eben auch eine Möglichkeit, gegen verbale Angriffe anzukämpfen und Ihrem Gegenüber zu zeigen, dass Sie auch zurückbeißen können.

    Schlagfertigkeit ist etwas, was viele von uns bewundern und nur wenige wirklich gut beherrschen: Einfach zu allem gleich das Richtige entgegnen können. Immer einen Spruch parat haben. Eine Antwort haben, die Ihr Gegenüber zum Schweigen bringt. Das ist schon wirklich schwierig. Aber auch das kann man trainieren.

    Vielleicht können Sie sich eine Liste mit möglichen Antworten zusammenstellen und auswendig lernen? Vielleicht hilft es Ihnen aber auch, Ihre Schlagfertigkeit zu trainieren, indem Sie sich die Dinge, die Ihr Kollege Ihnen gesagt hat, merken und dann in einer ruhigen Situation mögliche Antworten darauf überlegen.

    Matthias Pöhm, Kommunikationstrainer, hat dazu mal einen wirklich interessanten und auch sehr unterhaltsamen Beitrag bei uns geschrieben, auf den ich Sie gerne verweisen würde. Hier finden Sie 5 wirkungsvolle Strategien zur Schlagfertigkeit.

    Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema gemacht? Kennen Sie auch die Situation, dass es mal zu weit geht? Oder sind Sie vielleicht mal versehentlich mit einem Witz richtig ins Fettnäpfchen getreten?

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15061-wenn-humor-verletzt/feed/ 16
    Obliquity (John Kay) http://www.zeitzuleben.de/14997-obliquity-john-kay/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=obliquity-john-kay http://www.zeitzuleben.de/14997-obliquity-john-kay/#comments Mon, 01 Aug 2011 04:00:00 +0000 Ralf J. von Einem http://www.zeitzuleben.de/?p=14997 Ein Buch, dass zeigt, wie Sie fernab von rationalen Checklistenlösungen zum Ziel gelangen.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Obliquity – Die Kunst des Umwegs oder: Wie man am besten sein Ziel erreicht” von John Kay – München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011 – 220 S. – ISBN-13: 978-3423248303 – 14,90 EUR

    Als Erstes dachte ich: „Obliquity“ (= wörtlich übersetzt: Schiefe) – was für ein doofer Titel. Kann man ja ohne fortgeschrittene Englischkenntnisse nicht mal richtig aussprechen. Und dann dachte ich: Vermutlich ein Buch wie viele andere, die mich daran erinnern wollen, wie wichtig Ziele im Leben sind, und Tipps geben, diese mehr oder minder hartnäckig, mehr oder minder entspannt auch zu erreichen. Das finde ich auch doof. Trotzdem …

    Der Autor John Kay ist – wie ich auch – Ökonom und Unternehmensberater. Er kritisiert die Standeskollegen, die allein Plan A für Problem A propagieren und den Lösungsweg A mit Teilprojekten m1, b2, a3, … lehren. In diesem Sinne möchte Kay mit diesem Buch Mut machen, anders zu guten Lösungen zu kommen. Über Umwege oder durch die Expertenintelligenz, die wir alle haben, wenn wir einem Thema Zeit und Aufmerksamkeit widmen und nicht nur rationale Checklistenlösungen anwenden. Also nichts kommt von allein, aber auch nicht nur durch ein hartnäckiges Wollen, Wünschen und Drängen.

    John Kay trifft bei mir dann genau auf einen Nerv, der mich das Buch nicht mehr weglegen lässt. Denn er will darauf hinaus, dass Entscheidungen, Aufgaben und Probleme nicht losgelöst von ihrem Kontext wirken. Und eine Lösung liegt deshalb eher im Unscharfen oder ergibt sich im „Obliquity“ – also aus dem Beschreiten eines Umweges.

    „Obliquity“ meint, die Lösung liegt im Ausprobieren und Wiederholen, im wirksamen Einsatz unserer Erfahrungen. In Kays Verständnis entstehen Geschäftssinn und unternehmerischer Erfolg durch weitgehend fehlerfreies Navigieren durch die Unsicherheiten der Märkte und Interpretationen der Kunden, Mitarbeiter und Partner. Trotz Unkenntnis darüber, was am Ende genau steht und trotz ungenauer Kenntnisse des tatsächlichen späteren Weges. Und erfolgreiche Lösungen sind in einer komplexen Umwelt nur indirekt zu finden, weil die Welt größer ist, als wir sie denken können. Das Zitat von M. Polanyi „Wir wissen mehr, als wir zu sagen vermögen“ trifft es auf den Punkt.

    Das Buch ist locker geschrieben, gut strukturiert und voller nachvollziehbarer Beispiele. Es stellt komplizierte Zusammenhänge in einfacher und leicht verständlicher Form dar. Der Autor verliert sich nicht in privaten Anekdoten oder wahrheitspredigend in Schilderungen seiner persönlichen Beobachtungen. Er bemüht sich klug darum, sparsam mit eigener Wertung zu sein. So fühlte ich mich nie bevormundet, sondern bei der Lektüre angeregt zum Weiterdenken. Und das ist das größte Lob, welches ich einem Buch aussprechen möchte.

    Machen Sie sich also auf. Handeln Sie und finden Sie Ihr Glück! Gehen Sie den großen (Um-)Weg des Ausprobierens und Wiederholens! John Kay sagt: Fang da an, wo Du einen ersten Gedanken hast, und entwickle die Lösung aus diesen ersten Schritten weiter. Das Buch möchte ich Ihnen dazu uneingeschränkt weiterempfehlen und es wird auch von mir sicher öfter wieder in die Hand genommen werden.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Obliquity” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14997-obliquity-john-kay/feed/ 0
    Bin ich ein Erfolgstyp? http://www.zeitzuleben.de/15014-bin-ich-ein-erfolgstyp/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bin-ich-ein-erfolgstyp http://www.zeitzuleben.de/15014-bin-ich-ein-erfolgstyp/#comments Wed, 27 Jul 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=15014

    Was macht einen Erfolgstyp aus? Mit Erfolgstyp meine ich hier einen Menschen, der nicht nur erzählt oder träumt, sondern der im Leben auch das erreicht, was er sich vornimmt. Und das nicht aus Zufall. Sondern weil er oder sie seine oder ihre Ziele systematisch und mit Einsatz verfolgt. Mit der folgenden Checkliste können Sie schauen, [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Was macht einen Erfolgstyp aus? Mit Erfolgstyp meine ich hier einen Menschen, der nicht nur erzählt oder träumt, sondern der im Leben auch das erreicht, was er sich vornimmt. Und das nicht aus Zufall. Sondern weil er oder sie seine oder ihre Ziele systematisch und mit Einsatz verfolgt.

    Mit der folgenden Checkliste können Sie schauen, wie viele Erfolgstyp-Fähigkeiten Sie haben. Und Sie können die Checkliste auch als Trainings-Instrument nutzen, um sich gezielt Erfolgs-Fähigkeiten anzutrainieren.

    Und noch ein Wort der Warnung: Die Checkliste beschreibt einen Superhelden und keinen normalen Menschen. Das heißt, Sie werden auf der Welt wahrscheinlich niemanden finden, der ehrlich mit sich ist und jeden der Punkte ankreuzen kann.

    Aber warum nicht nach Höherem streben?

    Checkliste hier herunterladen

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/15014-bin-ich-ein-erfolgstyp/feed/ 16
    Vergleichen ist ungesund http://www.zeitzuleben.de/14923-vergleichen-ist-ungesund/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=vergleichen-ist-ungesund http://www.zeitzuleben.de/14923-vergleichen-ist-ungesund/#comments Tue, 26 Jul 2011 04:00:00 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=14923

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. – Søren Aabye Kierkegaard Warum bin ich nicht so dünn wie die da drüben auf der Straße? Warum bin ich nicht auch so schlau wie Günther Jauch? Ich möchte auch so gut bei den Männern ankommen wie die Susi. Warum verdient mein Kollege [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

    – Søren Aabye Kierkegaard

    • Warum bin ich nicht so dünn wie die da drüben auf der Straße?
    • Warum bin ich nicht auch so schlau wie Günther Jauch?
    • Ich möchte auch so gut bei den Männern ankommen wie die Susi.
    • Warum verdient mein Kollege Meier eigentlich mehr als ich?

    Menschen vergleichen sich mit anderen Menschen. Wir vergleichen unsere Autos, unseren Hüftumfang, unsere Gehälter, unsere Attraktivität, unsere Schlagfertigkeit und sogar das Aussehen unserer Männer oder Frauen.

    So funktionieren wir eben. Das Vergleichen ist eine wichtige Art, wie wir Menschen Orientierung in der Welt bekommen. Denn woher soll ich sonst wissen, ob ein Gewicht von 120 kg zu viel für eine Körpergröße von 1,70 m ist? Oder woher soll ich sonst wissen, dass ein Gehalt von 3 EUR pro Stunde kein gutes Gehalt ist? Oder woher soll ich wissen, ob es schlecht ist, wenn ich bei meinen 10 Bewerbungen 5 Vorstellungsgespräche und 3 Jobangebote bekomme? Um einschätzen zu können, was viel und wenig ist, müssen wir vergleichen.

    Das Vergleichen ist also nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Die Probleme mit dem Vergleichen entstehen nur, wenn wir unseren eigenen gefühlten Wert als Mensch vom Vergleich abhängig machen.

    Wenn ich sage:

    „Thomas ist so viel lockerer mit Frauen und so viel schlagfertiger als ich“,

    dann ist das ja an sich nur eine neutrale Aussage. Aber wenn ich in Gedanken dranhänge:

    „… und ich bin im Vergleich so ein wertloser Loser und werde nie eine Frau kennenlernen“,

    dann tut mir dieser Vergleich weh.

    Es ist also nicht der Vergleich an sich, der den Schmerz erzeugt. Es sind die Schlussfolgerungen, die wir aus dem Vergleich ziehen.

    • „Die da drüben hat eine Modelfigur.“ Schlussfolgerung: „Sie ist deswegen mehr wert als ich Moppel (und ich bin weniger wert).“
    • „Mein Kollege verdient mehr als ich und leistet die gleiche Arbeit.“ Schlussfolgerung: „Das ist zutiefst unfair, weil er für die gleiche Arbeit mehr finanzielle Anerkennung (Wertschätzung) bekommt als ich und ich weniger Wertschätzung bekomme.“
    • „Ich fahre ja nur einen Mercedes und der da drüben einen Maserati.“ Schlussfolgerung: „Deswegen ist der Typ mehr wert als ich (und ich weniger).“

    Wenn wir unseren Selbstwert aus Vergleichen ziehen, dann ist das Vergleichen wirklich das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit, so wie Kierkegaard das geschrieben hat. Dann erzeugt das Vergleichen Schmerz und Leid, es macht Menschen neidisch und missgünstig und es führt uns weg von uns selbst.

    Wenn ich mich dagegen selbst liebe und mich, mein Aussehen und meine Fähigkeiten o. k. und richtig finde, dann dürfen andere auch besser aussehen, mehr Erfolg beim anderen Geschlecht haben, ein besseres Auto fahren oder mehr verdienen. Das wertet mich als Menschen dann nicht ab. Ich bin, was ICH bin. Andere sind was SIE sind. Und alles ist gut.

    Wenn mein Selbstwertgefühl aber nicht so stabil ist, dann suche ich meinen Wert im Vergleich mit den anderen. Dann drückt das direkt auf mein Selbstwertgefühl, wenn jemand dünner, schlauer, schneller, reicher, attraktiver, kreativer, spontaner ist als ich. Dann sage ich mir: Ich bin weniger wert, weil ich im Vergleich schlechter abschneide.

    Umgekehrt funktioniert es übrigens genauso. Nehmen wir an, mein gefühlter Wert als Mensch hängt davon ab, wie ich im Vergleich zu anderen aussehe oder wie viel Geld ich verdiene. Dann habe ich vielleicht oft das Bedürfnis, andere abzuwerten, damit ich dann im Vergleich besser dastehe. Das brauche ich, damit ich mich besser fühlen kann.

    Wenn wir andere kritisieren oder über sie lästern, dann tun wir das oft, um uns selbst aufzuwerten und unserem Selbstwertgefühl einen kleinen Kick zu geben. Wir erniedrigen andere, um uns kurzfristig zu erhöhen. Nur hält dieses gute Gefühl nicht lange an.

    Deswegen sind übrigens Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl auch meistens eine angenehme Gesellschaft. Sie nehmen zum einen nur wenig persönlich, weil ihre Antennen nicht ständig darauf ausgerichtet sind, wo sie besser oder schlechter sind als die anderen. Zum anderen haben sie auch nicht das Bedürfnis, andere schlechtzumachen, um sich besser zu fühlen.

    Mein Tipp an Sie: Wenn Sie sich zu oft dabei erwischen, wie Sie sich mit anderen vergleichen, und wenn Sie sich nicht gut dabei fühlen, dann braucht Ihr Selbstwertgefühl vielleicht eine stabilere innere Basis, die nicht durch jede Bemerkung oder Kritik aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann.

    Und die Stabilität Ihres Selbstwertgefühls können Sie gezielt verbessern.

    Zum Beispiel indem Sie

    Und dann haben Sie es irgendwann nicht mehr nötig, sich zu vergleichen. Höchstens auf die gesunde Art, bei der man sich selbst nicht abwertet, aber auch nicht über andere stellt.

    Dann stellt sich das ein, was man auch inneren Frieden nennt.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14923-vergleichen-ist-ungesund/feed/ 8
    Fünf Wünsche (Gay Hendricks) http://www.zeitzuleben.de/14989-5-wuensche/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=5-wuensche http://www.zeitzuleben.de/14989-5-wuensche/#comments Mon, 25 Jul 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=14989 Eine kurze Lebensgeschichte, die aufzeigt, wie man sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigen kann.

    © Zeit zu leben

    ]]>

    „Fünf Wünsche: Wie eine einzige Frage dein ganzes Leben verändern kann“ von Gay Hendricks – München: Knaur Verlag, 2011 – 144 S. – ISBN-13: 978-342687406-6 – 8,99 EUR

    „… Stellen Sie sich zunächst einmal vor, dass Sie auf Ihrem Sterbebett liegen, heute Abend oder irgendwann in fünfzig Jahren. (…) Ich stehe an Ihrem Sterbebett, schaue Ihnen in die Augen und frage Sie: ,War Ihr Leben ein vollständiger Erfolg, war es rundum gelungen?‘“

    Diese Frage wurde dem Psychologen und Autor Gay Hendricks vor über 30 Jahren auf einer Party gestellt. Und sie hat sein komplettes Leben verändert.

    Denn Gay Hendricks konnte diese Frage damals noch nicht bejahen: 5 Wünsche trennten ihn von einem rundum gelungenen Leben. Und seitdem er sich dieser 5 Wünsche bewusst geworden ist, arbeitet er stets daran, sein Leben genau so zu leben, dass er die Frage mit einem klaren JA beantworten kann, wenn er wirklich einmal auf dem Sterbebett liegt.

    Und so erzählt Gay Hendricks in diesem Buch von seinem Leben mit dieser Frage. Welches seine 5 Wünsche waren und was es mit diesen Lebenszielen auf sich hat. Und welche Wege er gegangen ist und noch immer geht, um sich diese 5 Wünsche zu erfüllen.

    Diese kurze Lebensgeschichte ist auf jeden Fall anregend und stimmt nachdenklich. Außerdem ist das Buch kurzweilig geschrieben und nett zu lesen. Es bietet keine Lösung und das finde ich ganz persönlich auch gut so. Stattdessen zeigt es einfach nur, wie man sich selbst mit dem Sinn seines Lebens beschäftigen kann. Dazu fordert er den Leser übrigens auch auf den letzten 20 Seiten auf. Er beschreibt dazu, wie er mit seinen Klienten an deren 5 Wünschen gearbeitet hat, und zeigt auch, auf welche Stolperfallen man sich gefasst machen sollte.

    Vielleicht möchten Sie sich ja auch mal mit Ihren Lebenszielen auseinandersetzen? Dann kann ich Ihnen das Buch zur Einstimmung auf jeden Fall empfehlen.

    Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

    „Fünf Wünsche” jetzt bestellen bei:

    Bestellen bei Amazon

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14989-5-wuensche/feed/ 4
    „Über uns“ ganz neu http://www.zeitzuleben.de/14944-ueber-uns-neu/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ueber-uns-neu http://www.zeitzuleben.de/14944-ueber-uns-neu/#comments Thu, 21 Jul 2011 11:58:07 +0000 Ralf Senftleben http://www.zeitzuleben.de/?p=14944

    Mehr über uns, unsere Geschichte und unsere Philosophie erfahren. © Zeit zu leben

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Mehr über uns, unsere Geschichte und unsere Philosophie erfahren.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14944-ueber-uns-neu/feed/ 0
    Du bist wertvoll! http://www.zeitzuleben.de/14579-du-bist-wertvoll/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=du-bist-wertvoll http://www.zeitzuleben.de/14579-du-bist-wertvoll/#comments Wed, 20 Jul 2011 04:00:00 +0000 Judith Wischhof http://www.zeitzuleben.de/?p=14579

    Ein wohlbekannter Sprecher startete sein Seminar, indem er einen Scheck von 40 EURO hoch hielt. In dem Raum saßen insgesamt 200 Leute. Er fragte: “Wer möchte diesen Scheck haben?” Alle Hände gingen hoch. Er sagte: “Ich werde diesen 40 EURO Scheck einem von Euch geben, aber zuerst lasst mich eins tun.” Er zerknitterte den Scheck. Dann [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Ein wohlbekannter Sprecher startete sein Seminar, indem er einen Scheck von 40 EURO hoch hielt. In dem Raum saßen insgesamt 200 Leute.

    Er fragte: “Wer möchte diesen Scheck haben?”

    Alle Hände gingen hoch.

    Er sagte: “Ich werde diesen 40 EURO Scheck einem von Euch geben, aber zuerst lasst mich eins tun.”

    Er zerknitterte den Scheck.

    Dann fragte er: “Möchte ihn immer noch einer haben?”

    Die Hände waren immer noch alle oben.

    Also erwiderte er: “Was ist, wenn ich das tue?”

    Er warf ihn auf den Boden und rieb den Scheck mit seinen Schuhen am dreckigen Untergrund.

    Er hob ihn auf, den Scheck; er war zerknittert und völlig dreckig.

    “Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?”

    Es waren immer noch alle Arme in der Luft.

    Dann sagte er:

    “Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Geld geschah: Ihr wolltet es haben, weil es nie an seinem Wert verloren hat. Es war immer noch und stets 40 EURO wert.

    Es passiert oft in unserem Leben, dass wir abgestoßen, zu Boden geworfen, zerknittert, und in den Dreck geschmissen werden. Das sind Tatsachen aus dem alltäglichen Leben.

    Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren. Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist immer noch unbezahlbar für all jene, die dich über alles lieben.

    Der Wert unseres Lebens wird nicht durch das bewertet, was wir tun oder wen wir kennen, oder wie wir aussehen … sondern dadurch wer Du bist. Du bist was besonderes und wertvoll – Vergiss das NIEMALS! Und denk daran: Einfache Leute haben die Arche gebaut – Fachmänner die Titanic.”

    Verfasser unbekannt

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14579-du-bist-wertvoll/feed/ 8
    Das Leben entrümpeln und frei durchatmen http://www.zeitzuleben.de/14576-das-leben-entrumpeln-und-frei-durchatmen/#utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-leben-entrumpeln-und-frei-durchatmen http://www.zeitzuleben.de/14576-das-leben-entrumpeln-und-frei-durchatmen/#comments Tue, 19 Jul 2011 04:00:00 +0000 Gilbert Dietrich http://www.zeitzuleben.de/?p=14576

    Als ich neulich fast geistesabwesend die Werbebroschüre eines großen Möbelhauses durchblätterte, blieb ich auf einer Seite unerwartet hängen: „Weniger ist mehr“, sagten da eine junge, kreative Architektin und ihr Mann. Und: „Trenne dich von Unnötigem!“ Das sah gut aus: viel Licht und Platz, ein idealer Ort zum konzentrierten Leben und Arbeiten. Den beiden ging es [...]

    © Zeit zu leben

    ]]>

    Als ich neulich fast geistesabwesend die Werbebroschüre eines großen Möbelhauses durchblätterte, blieb ich auf einer Seite unerwartet hängen: „Weniger ist mehr“, sagten da eine junge, kreative Architektin und ihr Mann. Und: „Trenne dich von Unnötigem!“ Das sah gut aus: viel Licht und Platz, ein idealer Ort zum konzentrierten Leben und Arbeiten. Den beiden ging es darum, mit so wenig Besitz wie möglich – minimalistisch – zu leben. Das, was an Gegenständen im Haus dieser jungen Musterfamilie übrig geblieben war, sah freilich teuer aus und konnte in besagtem Möbelhaus gekauft werden.

    Sie haben es vielleicht schon bemerkt: Minimalismus ist ein Trend. Es fing an mit armen Studenten in unseren Großstädten, weitete sich über das Fernsehen aus und ist schließlich in den Marketingabteilungen derer angekommen, die uns eigentlich so viel Zeug wie möglich verkaufen wollen. Etwas widersprüchlich, finden Sie nicht?

    Egal wer das Konzept vereinnahmt, dachte ich mir. Ich kann trotzdem mal sehen, ob da nicht was dran ist, was mir weiterhilft. Ich fand heraus, dass es dem Minimalismus nicht hauptsächlich um Besitzverzicht geht, sondern vor allem um Prinzipien wie Ordnung, Konzentration und Bewusstwerdung. Am Ende läuft es darauf hinaus, wie man mit der Hilfe dieser einfachen Prinzipien sein Leben entrümpeln und sich aufs Wesentliche konzentrieren kann.

    Bewusstwerdung

    Immer dann, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht, geht es auch darum, sich seiner Situation bzw. seiner Selbst bewusst zu werden. Dabei können Fragen helfen wie z.B.: Wer bin ich? Was ist mir wichtig? Wie kann ich helfen? Um sich minimalistisch aufs Wesentliche zu konzentrieren, kann man sich Fragen stellen wie:

    • Was sind die drei Sachen, die ich in dieser Woche unbedingt erledigen möchte?
    • Welche sind die Dinge, die ich wirklich benötige, um mein Ziel zu erreichen?
    • Was sind die Umstände, die mich oft davon abhalten, die wichtigen Sachen zu machen?

    Die Antworten auf diese Fragen können schon ganz konkrete Handlungsanweisungen für das Erreichen meiner Ziele geben. Wenn ich weiß, welche drei Dinge ich erledigen will, kann ich ganz fokussiert ans Werk gehen. Wenn ich weiß, was ich zum Erreichen meiner Ziele benötige, dann spare ich mir den ganzen anderen Kram, der nur Zeit und Geld kostet. Und wenn ich weiß, dass mich das Radio oder die E-Mails und Anrufe immer wieder ablenken, dann kann ich diese Empfangsgeräte ausschalten. Vielleicht entdecke ich aber auch, dass mir die Motivation fehlt, meine drei Dinge zu erledigen. Das wäre auch eine wichtige Erkenntnis, die dann weiteres Nachfragen in Gang setzen muss, z. B.: Muss ich diese Dinge dann wirklich erledigen oder gibt es vielleicht Sachen, die mir wichtiger sind und für die ich deswegen die nötige Motivation aufbringe?

    Konzentration

    Mich auf das zu konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist, kann schon der Durchbruch zu mehr Produktivität und Lebensfreude sein. Denn ich spare mir viel Energie für Unwichtiges und kann diese Energie in Enthusiasmus für das umwandeln, was wirklich zählt. Es hilft mir, wenn ich nur eine Sache mache, die aber ganz konzentriert. Es bringt einfach mehr Freude, wenn man sich ganz einer Sache widmet, ohne sich ablenken zu lassen. Ich schließe Facebook, Twitter und mein E-Mail-Fenster, wenn ich einen Artikel oder einen Projektbericht fertigstellen möchte. Ich schalte Radio und Fernseher aus, wenn ich mit Freude und Gewinn lesen möchte. Bei allem, was ich tue, richte ich mich nach folgenden drei Punkten:

    1. Was ich jetzt mache, ist das, was ich wirklich machen möchte, weil es mir wichtig ist.
    2. Das, was ich jetzt tue, hat meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
    3. Wenn ich 1. oder 2. nicht garantieren kann, überlege ich, worauf ich mich jetzt stattdessen konzentrieren sollte.

    Probieren Sie es: Konzentrieren Sie sich auf das im Moment Wesentliche und vielleicht werden Sie entdecken, wie viel mehr Freude es macht, wie viel schneller Sie ans Ziel kommen und wie viel besser die Resultate sein werden.

    Ordnung

    Kreatives Chaos? Warum nicht! Aber wenn ich klare Gedanken fassen möchte, dann muss mein Schreibtisch übersichtlich sein. Es sollten keine Zeitschriften, überflüssige Zettel oder Briefe rumliegen. Das lenkt mich alles ab. Natürlich brauche ich meine Notizen und vielleicht auch visuell inspirierende Hilfen. Kreative Ordnung sozusagen. Wenn ich handwerklich an etwas arbeite, möchte ich wissen, wo meine Werkzeuge liegen, wo die fertigen Teile hinkommen und wo die Abfälle bleiben.

    Zur Ordnung kann auch gehören, alle Dinge, die so rumliegen, einmal kritisch in Augenschein zu nehmen und mich zu fragen:

    • Wann habe ich das das letzte Mal benutzt?
    • Habe ich es in den letzten Wochen vermisst?
    • Benötige ich es wirklich noch für irgendetwas?

    Wenn meine Antwort ist: „Nein, aber das kann ich sicher noch mal irgendwann gebrauchen“, dann überwinde ich mich und gebe die Sachen weg. Bücher in die Bibliothek, Kleider an bedürftige Freunde oder Fremde, Krimskrams in den Müll. Probieren Sie es einmal aus, erst mit kleinen Dingen, die wirklich nichts wert sind. Wenn Sie daran Gefallen finden, dann nehmen Sie die größeren Dinge in Angriff. Sie werden sehen, wie befreit Sie sich fühlen werden.

    Die kleine Armut

    „Wer wenig besitzt, wird umso weniger besessen: Gelobt sei die kleine Armut!“ Dieser Satz Friedrich Nietzsches umreißt, worum es geht: Die kleine Armut ist die Armut an Dingen, an Besitz. Die große Armut ist, sich an den materiellen Besitz so zu klammern, dass man das, was im Leben wirklich zählt – sei es Familie, Hobby, Freunde oder sonstige Leidenschaften –, nicht mehr genügend würdigt. Die, die es ernst meinen mit dem Minimalismus, gehen weit über meine hier gemachten Vorschläge hinaus. Da gibt es beinahe Wettbewerbe: Wer lebt mit weniger als hundert Dingen? Wer hat gar nur sieben Sachen? Manche Minimalisten verringern auch bewusst ihren Freundeskreis, sodass nur die übrig bleiben, auf die es ankommt. Minimalisten nutzen lieber kein Facebook und lesen keine Zeitschriften, weil das nur Zerstreuung bietet. Einige ziehen auch völlig ungebunden als Nomaden nur mit einem Laptop durch die Gegend.

    In der Essenz geht es aber allen darum, das Leben unkomplizierter zu machen, indem man durch die Unabhängigkeit von Schnickschnack mehr Freiheit gewinnt und sich mit Leidenschaft um die wenigen Sachen kümmert, die einem wirklich wichtig sind. Das können wir alle im Kleinen oder im Großen machen. Ein guter Anfang ist gemacht, wenn man die drei genannten Gesichtspunkte Bewusstwerdung, Konzentration und Ordnung dort in seinem Leben berücksichtigt, wo man sie gebrauchen kann. Unsere Zeit und Energie sind beschränkt, es kommt also darauf an, dass wir sie bewusst nutzen. Aber Achtung: Das Genießen und die Lebensfreude sollten wir dabei nicht vergessen.

    Gilbert Dietrich

    von Gilbert Dietrich

    Gilbert Dietrich ist ausgebildeter Coach und arbeitet als Team-Manager im Internet-Business. Seine Leidenschaften sind das Schreiben, der Sport und all die schönen Dinge eines intensiven Lebens.

    Auf seinem Blog Geist und Gegenwart wird der Suche nach dem Lebensglück aus der Perspektive von Coaching, philosophischer Praxis und Psychologie nachgegangen. Apropos: Wer mehr lesen will zum Minimalismus und wie er uns im Leben helfen kann, der findet auf Geist und Gegenwart eine kleine Linkliste zu weiterführenden Texten.

    © Zeit zu leben

    ]]>
    http://www.zeitzuleben.de/14576-das-leben-entrumpeln-und-frei-durchatmen/feed/ 20